An der äußersten Spitze der Halbinsel Capo Testa, etwa drei Kilometer westlich von Santa Teresa Gallura, steht seit 1845 der Faro di Capo Testa und wacht über die berüchtigte Straße von Bonifacio – jene Meerenge, in der Strömung, Wind und versteckte Riffe seit der Antike Schiffe in Gefahr brachten. Der Leuchtturm selbst ist ein nüchterner, weiß-roter Bau, doch nicht das Gebäude ist hier das Ziel, sondern der Weg dorthin und das, was sich ringsum auftut. Wer vom kleinen Parkplatz am Ende der Straße losgeht, läuft durch eine Landschaft, die ihresgleichen sucht: riesige Granitkuppen, die Wind und Salz über Jahrtausende zu Wellen, Pilzformen und tierähnlichen Köpfen geschliffen haben. Zwischen den Felsen blüht im Frühjahr die Macchia, und immer wieder stößt man auf die Spuren römischer Steinbrüche – halb herausgearbeitete Säulen, die nie verschifft wurden und seither im Granit liegen. Schon die alten Römer wussten den hellen, harten Stein von Capo Testa zu schätzen; Material von hier soll bis nach Rom gegangen sein. Das Leuchtturmgebäude ist nicht öffentlich zugänglich, doch das Gelände ringsum ist frei erreichbar und jederzeit begehbar. Vom Felsplateau am Kap reicht der Blick über die schäumende Meerenge bis zu den weißen Kalkklippen Korsikas im Norden – an klaren Tagen liegt Bonifacio zum Greifen nah. Es ist ein Ort der Elemente: Hier weht fast immer der Maestrale, das Meer arbeitet sichtbar an der Küste, und die Granitformationen werfen lange Schatten. Wer das Bild in seiner ganzen Wucht erleben will, kommt zum Sonnenuntergang, wenn das letzte Licht den Granit rötlich färbt und die Silhouette Korsikas dunkel vor dem glühenden Himmel steht. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, denn die Pfade führen über blanken, manchmal glatten Fels; Schatten gibt es kaum, und der Wind kann selbst im Hochsommer kühl sein. Der Weg zum Leuchtturm lässt sich gut mit dem benachbarten Valle della Luna und einem Bad an den Stränden des Isthmus zu einem ganzen Capo-Testa-Tag verbinden.
Ein Pfad über bizarre Granitkuppen führt vom Parkplatz zur Spitze von Capo Testa, wo seit 1845 der Leuchtturm steht. Das Gebäude ist geschlossen, doch das Gelände ringsum ist frei begehbar. Vom Felsplateau öffnet sich der Blick über die schäumende Straße von Bonifacio bis nach Korsika. Unterwegs liegen vom Wind geformte Felsen und halbfertige Säulen römischer Steinbrüche.
Der Leuchtturm wurde 1845 errichtet, um die gefährliche Straße von Bonifacio mit ihren Strömungen und Riffen zu sichern. Lange zuvor bauten schon die Römer den hellen, harten Granit von Capo Testa ab; halbfertige Säulen in der Landschaft zeugen bis heute von diesen antiken Steinbrüchen, deren Material bis nach Rom verschifft worden sein soll.
