Wer Verona abseits der Arena und der überfüllten Via Mazzini erleben möchte, findet in Borgo Trento eine der stimmungsvollsten Ecken der Stadt. Das Viertel liegt nördlich der Etsch, getrennt von der historischen Altstadt durch den geschwungenen Flusslauf, und ist über die Ponte Garibaldi sowie die Ponte Risorgimento bequem zu Fuß erreichbar. Hier wohnen Veronesen, die Wert auf Stille legen – und das merkt man sofort: breite Alleen, gut gepflegte Jugendstilhäuser, Cafés, in denen die Zeitung noch gefaltet auf dem Tresen liegt.
Das Stadtbild von Borgo Trento ist geprägt von einer Architektur, die zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden ist. Entlang des Lungadige San Giorgio und des Lungadige Cangrande reihen sich Fassaden aneinander, die mit ihren Ornamenten und Balkonen an Wien oder Budapest erinnern – und doch unverwechselbar norditalienisch wirken. Wer morgens hier spaziert, wenn der Dunst noch über der Etsch hängt, versteht, warum viele Einheimische dieses Viertel dem trubeligeren Zentrum vorziehen.
Kulturell ist Borgo Trento keineswegs leer: Das Museo Civico di Storia Naturale, eines der bedeutendsten naturhistorischen Museen Italiens, hat hier seinen Sitz im Palazzo Pompei und zieht Besucher mit fossilen Funden aus der Region an. Nicht weit entfernt lädt der Giardino Giusti, einer der schönsten Renaissancegärten Italiens, zu einem Besuch ein – von Borgo Trento aus in wenigen Gehminuten erreichbar.
Das Viertel spricht vor allem Reisende an, die Verona nicht nur als Kulisse, sondern als lebendige Stadt kennenlernen wollen. Familien schätzen die ruhigen Straßen und die Nähe zu Grünflächen entlang des Flusses; Paare finden in den kleinen Restaurants und Enoteken an der Piazza Corrubbio eine entspannte Atmosphäre fernab der Touristenmassen. Auch für Fotografen lohnt sich ein frühmorgendlicher Spaziergang entlang des Lungadige, wenn das Licht die Fassaden in warmes Gold taucht und die Brücken sich im Wasser spiegeln.
