Im Weiler St. Valentin, an den Wiesenhängen zwischen Seis und Kastelruth, steht eine kleine mittelalterliche Kapelle, die mit ihrem spitzen Turm vor der mächtigen Kulisse der Schlernwand zum Inbegriff des Schlerngebiets geworden ist. Kaum ein Südtirol-Bildband kommt ohne dieses Motiv aus: die schlichte Kapelle allein auf der Wiese, gerahmt von Obstbäumen und Höfen, dahinter die senkrechte Felswand des Schlern.
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Der Reiz der St.-Valentin-Kapelle liegt weniger im Innenraum – der meist verschlossen ist – als in ihrer Lage. Die Kapelle steht frei in der offenen Landschaft, ohne umgebende Bebauung, was ihre Wirkung als Bildmotiv ausmacht. Gerade diese Einsamkeit in der Wiese, kombiniert mit der Bergkulisse, hat sie zu einem der meistfotografierten Orte der Region gemacht.
Fotografinnen und Fotografen kommen vor allem zum tiefen Licht am Morgen oder am Abend, wenn die Sonne flach über die Wiesen streicht und die Schlernwand sich verfärbt. Zu Fuß ist die Kapelle bequem über Wiesenwege erreichbar – sowohl von Seis als auch von Kastelruth aus –, sodass sich der Besuch gut mit einem Spaziergang verbinden lässt. Der Weg führt durch die typische Kulturlandschaft des Schlerngebiets mit Höfen, Obstwiesen und weiten Ausblicken. Wer die St.-Valentin-Kapelle besucht, erlebt damit weniger ein Bauwerk als ein Landschaftsbild, das Südtirol in seiner bekanntesten Form zeigt.