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Der Kapellenrundweg
Zwanzig Kapellen mit Fresken und Terrakottafiguren erzählen das Leben des heiligen Franziskus – ein begehbares Bilderbuch.
◆ ORTSTEIL · ORTA SAN GIULIO
Über der Altstadt erhebt sich der bewaldete Hügel des Sacro Monte: Ab 1590 entstanden hier zwanzig Kapellen mit Fresken und lebensgroßen Terrakottafiguren zum Leben des heiligen Franziskus – heute UNESCO-Welterbe und einer der schönsten Spazierwege am See, mit immer neuen Blicken auf die Isola San Giulio.

Die Sacri Monti entstanden ab dem späten 16. Jahrhundert als Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation: begehbare Andachtslandschaften, die heilige Geschichten in Kapellen, Fresken und Figurengruppen erzählten – Wallfahrt für alle, die nicht ins Heilige Land reisen konnten. Der Sacro Monte von Orta, begonnen 1590, ist der einzige, der ganz dem heiligen Franz von Assisi gewidmet ist: Zwanzig Kapellen folgen seinem Leben von der Geburt bis zur Heiligsprechung.
Das Ergebnis ist ein einzigartiges Zusammenspiel aus Kunst und Landschaft. Hinter den Gittern der Kapellen agieren lebensgroße Terrakottafiguren vor illusionistisch gemalten Kulissen, draußen rahmen alte Bäume die Wege, und zwischen den Stationen öffnen sich Balkone mit dem berühmtesten Blick der Region: die Isola San Giulio im blaugrünen Wasser, dahinter die Berge. Seit 2003 gehört der Hügel mit acht weiteren Sacri Monti Piemonts und der Lombardei zum UNESCO-Welterbe.
Berühmt ist der Sacro Monte auch für eine sehr weltliche Episode: Hier, auf diesem Spazierweg, kam Friedrich Nietzsche im Mai 1882 Lou Salomé so nahe, dass er den Rest seines Lebens von der „Stunde am Monte Sacro“ schwärmte. Der Aufstieg von der Altstadt dauert rund zwanzig Minuten; oben warten Stille, Aussicht und ein Park, der zu jeder Jahreszeit frei zugänglich ist.
01 · Highlights
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Zwanzig Kapellen mit Fresken und Terrakottafiguren erzählen das Leben des heiligen Franziskus – ein begehbares Bilderbuch.
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Zwischen den Kapellen öffnen sich die schönsten Blicke der Region auf die Isola San Giulio und den See.
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Von der Kirche Santa Maria Assunta führt der Weg in rund zwanzig Minuten durch alten Baumbestand hinauf.
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1882 spazierte Friedrich Nietzsche hier mit Lou Salomé – die „Stunde am Monte Sacro“ wurde Literaturgeschichte.
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Nein – der Kapellenpark ist frei und ganzjährig zugänglich. In die Kapellen selbst blickt man durch Gitter und Fenster auf die Figurengruppen und Fresken.
Moderat: Von der Altstadt führt ein beschilderter Weg in rund zwanzig Minuten hinauf, gut machbar für alle, die normal zu Fuß unterwegs sind. Wer den Anstieg meiden will, fährt zum Parkplatz nahe dem Eingang des Parks.
Seit 2003 gehört er mit acht weiteren Sacri Monti des Piemont und der Lombardei zum UNESCO-Welterbe – als herausragendes Beispiel dafür, wie Architektur, Kunst und Landschaft im 16. und 17. Jahrhundert zu heiligen Andachtslandschaften verschmolzen.
Im Mai 1882 spazierte Friedrich Nietzsche hier mit Lou Salomé – allein, während die Reisegesellschaft unten wartete. Was genau geschah, blieb ihr Geheimnis; Nietzsche schwärmte später vom „Monte Sacro“ als einer der kostbarsten Stunden seines Lebens.
07 · In der Nähe
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