Wer Monterosso al Mare kennt, denkt zuerst an den langen Sandstrand, die bunten Fischerhäuser und die Terrassen voller Touristen. Doch wer den Blick hebt und die schmalen Treppengassen hinaufsteigt, entdeckt Colle San Cristoforo – den Hügelrücken, der die beiden Ortsteile Monterossos, das alte Dorf und die neuere Badeortzone Fegina, voneinander trennt und zugleich miteinander verbindet.
Der Charakter dieses Viertels ist schwer in eine Schublade zu stecken. Oben auf dem Colle steht das Wahrzeichen schlechthin: die mittelalterliche Burg Aurora, deren Turm sich gegen den ligurischen Himmel abzeichnet und von dem aus sich ein Panorama über die Cinque-Terre-Küste öffnet, das man so schnell nicht vergisst. Auf der einen Seite der Blick auf die Klippen und das Blau des Ligurischen Meers, auf der anderen die Dachziegel des alten Dorfs, die sich eng aneinanderdrängen wie Freunde beim Gespräch. Dieser Aussichtspunkt ist kein inszenierter Touristenplatz, sondern ein Ort, an dem man morgens mit dem ersten Licht allein stehen kann.
Die Wege, die durch Colle San Cristoforo führen, sind Teil des historischen Wandernetzes der Cinque Terre. Wer von hier aus in Richtung Vernazza weiterwandert oder den Abstieg ins alte Dorfzentrum wählt, bemerkt, wie schnell die Geräuschkulisse des Strands verstummt. Olivenbäume und Weinreben säumen die Pfade, und zwischen den Trockenmauern aus dunklem Schiefer blühen im Frühjahr wilde Kräuter. Der Weg ist das Ziel – buchstäblich.
Für Reisende, die nicht nur einen Liegestuhl suchen, sondern das echte Cinque-Terre-Lebensgefühl spüren möchten, ist Colle San Cristoforo der richtige Ausgangspunkt. Hotels und Unterkünfte in dieser Lage bieten Meerblick ohne Strandlärm, und die Nähe sowohl zum alten Dorfkern mit seinen Restaurants und Gassen als auch zur Strandzone Fegina macht den Hügel zur strategisch besten Adresse in Monterosso. Wer früh aufsteht und den Sonnenaufgang vom Burgturm aus erlebt, versteht, warum Menschen immer wieder an diesen Flecken der ligurischen Küste zurückkehren.

Convento dei Cappuccini
Kapuzinerkloster mit der Kirche San Francesco aus dem frühen 17. Jahrhundert über dem Sattel zwischen Altstadt und Fegina – mit einer van Dyck zugeschriebenen Kreuzigung und weitem Küstenblick.
Kapuzinerkloster mit der Kirche San Francesco aus dem frühen 17. Jahrhundert