Mitte des 16. Jahrhunderts legte die Republik Venedig den pentagonalen Festungsring um die Altstadtinseln von Peschiera del Garda. Die Gräben rund um die Bastionen werden bis heute vom Wasser des Mincio geflutet, das hier aus dem Gardasee abfließt – eine Wasserfestung, in der sich Bauwerk und Fluss zu einem einzigen Verteidigungssystem verbinden. Die fünfeckige Form mit ihren vorspringenden Bastionen war im 16. Jahrhundert der modernste Stand des Festungsbaus und sollte die strategisch wichtige Südspitze des Sees sichern. Im 19. Jahrhundert bauten die Österreicher die Anlage zur Eckbastion ihres berühmten Festungsvierecks aus, das Peschiera mit Verona, Mantua und Legnago verband und über Jahrzehnte die habsburgische Herrschaft in Oberitalien stützte. Aus dieser Zeit stammen viele der Kasernen, Zeughäuser und Verteidigungswerke, die innerhalb und entlang des Mauerrings bis heute erhalten sind. So erzählt die Festung in einem einzigen Rundgang gleich zwei Epochen europäischer Militärgeschichte. Seit 2017 gehört die Fortezza di Peschiera als Teil der seriellen Welterbestätte „Venezianische Verteidigungsanlagen des 16. und 17. Jahrhunderts“ zum UNESCO-Erbe – gemeinsam mit weiteren Festungsstädten von Bergamo bis an die adriatische und dalmatinische Küste. Der Mauerring ist frei zugänglich und in ein bis zwei Stunden komplett zu umrunden. Auf dem Weg öffnen sich Blicke über die Bastionen, den Festungsgraben, die Mündung des Mincio und den See dahinter. Am schönsten ist die Runde zur goldenen Stunde, wenn die niedrige Sonne die Backsteinbastionen rötlich färbt und sich die Mauern im Wasser des Grabens spiegeln. Der Rundgang verbindet sich mühelos mit dem Porta Verona, dem Ponte dei Voltoni und dem alten Hafen – wer Peschiera in wenigen Stunden erleben will, beginnt hier oben auf den Wällen, von denen aus sich die Geografie der Festungsstadt mit einem Blick erfassen lässt.
Ein begehbarer pentagonaler Mauerring aus Backsteinbastionen, umgeben von wassergefüllten Gräben, die der Mincio speist. Auf dem Rundweg passiert man Wälle, Tore und österreichische Verteidigungsbauten, dazwischen öffnen sich Blicke auf die Mincio-Mündung und den Gardasee. Der Weg führt über Pflaster und unebene Wallabschnitte; eine komplette Umrundung dauert ein bis zwei Stunden und lässt sich mit dem Altstadtbummel kombinieren.
Die Festung entstand Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Republik Venedig, die die Südspitze des Gardasees mit einer modernen Bastionärbefestigung sicherte; die Mincio-Wasser fluteten die Gräben. Im 19. Jahrhundert machten die Österreicher Peschiera zur Eckbastion ihres Festungsvierecks mit Verona, Mantua und Legnago. 2017 wurde die Anlage als Teil der venezianischen Verteidigungswerke in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
