Der Ponte dei Voltoni überspannt mit fünf mächtigen Backsteinbögen den Canale di Mezzo, jenen Wasserarm des Mincio, der die Festungsaltstadt von Peschiera in zwei Hälften teilt. Die Brücke entstand im 16. Jahrhundert unter venezianischer Herrschaft als Teil des großen Festungssystems, das die Republik Venedig hier am Südufer des Gardasees anlegte. Bis heute verbindet sie die beiden Altstadtinseln und bündelt das Leben der Stadt an einem einzigen Punkt. Wer durch die Gassen zum Kanal kommt, versteht schnell, warum gerade dieses Bauwerk auf so vielen Fotos landet: Unter den Bögen ziehen Ausflugs- und Fischerboote hindurch, an den Kais beiderseits reihen sich Trattorien, Weinbars und Eisdielen, und über allem liegt das gedämpfte Plätschern des Wassers. Vom Brückenrücken aus blickt man in beide Richtungen den Kanal entlang, vorbei an den bunten Häuserfronten bis hin zu den Festungsmauern, zwischen denen der Mincio in den See mündet. Am schönsten ist der Ponte dei Voltoni am frühen Abend, wenn die Tagesgäste abgereist sind und die warme Beleuchtung die Bögen im dunklen Kanalwasser spiegelt. Dann beginnt die Passeggiata: Einheimische und Übernachtungsgäste flanieren über die Brücke, setzen sich an die Wasserkanten und lassen den Tag bei einem Glas Lugana ausklingen. Wer den Blick von oben sucht, steigt auf den angrenzenden Mauerring und sieht die Brücke aus der Vogelperspektive über dem Kanal liegen. Der Besuch kostet nichts und ist jederzeit möglich – die Brücke ist Teil des öffentlichen Straßennetzes der Altstadt. Sie eignet sich als natürlicher Ausgangs- und Treffpunkt für einen Rundgang: Von hier aus erreicht man zu Fuß das Porta Verona, die Bastionen der venezianischen Fortezza und den alten Hafen, an dem die Linienschiffe nach Sirmione und ans Ostufer ablegen.
Frontal vom Kai aufnehmen, um alle fünf Bögen mit ihrer Spiegelung im Wasser einzufangen





























