Stadt · Frankreich

Lyon

Zwei Flüsse, zwei Hügel und ein Renaissanceviertel, in dem man quer durch fremde Hausflure von einer Gasse in die nächste läuft.

6 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Lyon-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (Mai, Juni) und Frühherbst (September, Oktober) bieten mildes Wetter für Spaziergänge entlang der Flüsse und auf die Hügel. Der Sommer ist warm und lebendig mit Festivals; im Dezember verwandelt die Fête des Lumières die Stadt in ein Lichtermeer. Der Winter ist ansonsten ruhig, die bouchons aber ganzjährig gemütlich.
Über Lyon

Reisen nach Lyon

Lyon liegt dort, wo die Saône in die Rhône mündet, und trägt zwei Jahrtausende Handelsgeschichte im Stadtgrundriss. Auf dem Fourvière-Hügel liegen die Ruinen des römischen Lugdunum, darüber steht die weiße Basilique Notre-Dame de Fourvière mit ihren vier Türmen und Goldmosaiken. Am Fuß des Hangs zieht sich das Vieux Lyon hin, eines der größten erhaltenen Renaissanceviertel Europas, durchzogen von den Traboules – überdachten Durchgängen, die quer durch Innenhöfe von einer Gasse zur nächsten führen. Zwischen den Flüssen liegt die Presqu'île mit der weiten Place Bellecour, der Place des Terreaux und dem Musée des Beaux-Arts in einer ehemaligen Benediktinerabtei. Nach Norden steigt der Seidenweberhügel Croix-Rousse mit steilen Treppengassen und dem riesigen Trompe-l'œil des Mur des Canuts an, im Süden ist an der Flussspitze mit La Confluence und dem Musée des Confluences ein ganzes Architekturviertel entstanden. Gegessen wird in den bouchons, den lyonnaisen Wirtshäusern mit Quenelle, Salade lyonnaise und cervelle de canut. Seit 1998 steht das historische Zentrum auf der UNESCO-Welterbeliste, und mit dem TGV bist du in rund zwei Stunden aus Paris da.

Lyon – Karte
Reiseführer

Lyon von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Vom Saône-Ufer aus siehst du beides auf einmal – die ockerfarbenen Renaissancefassaden des Vieux Lyon und darüber die vier Türme der Basilika auf Fourvière. Lyon ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt Frankreichs und wird von deutschen Reisenden trotzdem meist nur als Autobahnstation Richtung Süden wahrgenommen. Dabei liegen hier ein antikes Theater, eines der größten erhaltenen Renaissanceviertel Europas, ein ganzer Hügel voller Seidenweberhäuser und die dichteste Wirtshauskultur des Landes auf wenigen Quadratkilometern beieinander, und dazwischen fließen zwei Flüsse.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lyon

Zwischen Place Bellecour, Vieux Lyon und dem Fourvière-Hügel liegen kaum zwei Kilometer – nur eben mit gut hundert Höhenmetern dazwischen.

Fang oben an. Die Basilique Notre-Dame de Fourvière wurde nach 1870 auf dem Hügel über der Altstadt errichtet, entworfen von Pierre Bossan, und sie sieht mit ihren vier Ecktürmen von unten eher aus wie eine Festung als wie eine Kirche. Drinnen ist sie das Gegenteil davon – Goldmosaike, Marmor und Emailarbeiten füllen jede Fläche, darunter liegt die deutlich nüchternere Krypta. Der Eintritt in die Basilika kostet nichts. Wichtiger als das Innere ist für viele die Esplanade davor, von der aus du die ganze Stadt überblickst, die beiden Flüsse, die Hochhäuser von Part-Dieu und an sehr klaren Tagen die Alpenkette im Osten. Hinauf kommst du mit der Standseilbahn ab der Station Vieux Lyon, sie gehört zum normalen Nahverkehrsnetz.

Unten am Hang beginnt das Vieux Lyon, das seit 1998 gemeinsam mit den anderen historischen Vierteln zum UNESCO-Welterbe zählt. Das Viertel besteht aus drei Teilen – Saint-Paul im Norden, Saint-Jean in der Mitte, Saint-Georges im Süden. Die Cathédrale Saint-Jean-Baptiste im mittleren Quartier Saint-Jean wurde über Jahrhunderte gebaut und trägt im nördlichen Querschiff eine astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert, die Kalender, Sternenstand und ein Figurenspiel zugleich anzeigt. Von dort führen die Rue Saint-Jean und die parallele Rue du Bœuf durch das Viertel, gesäumt von Renaissancehäusern mit Wendeltreppentürmen und Innenhöfen; der bekannteste ist der Hof der Maison du Crible mit seinem rosafarbenen Turm, der Tour Rose. In den Gadagne-Museen im selben Viertel stecken zwei Häuser unter einem Dach, das Stadtmuseum und das Marionettenmuseum rund um Guignol, die in Lyon erfundene Handpuppe.

Auf der Halbinsel wechselt der Maßstab. Die Place Bellecour ist ein weitgehend freies rechteckiges Feld aus rötlichem Kies mit der Reiterstatue Ludwigs XIV. in der Mitte und zwei Pavillons an der Westseite, in deren einem das Office du Tourisme sitzt, und gilt als einer der größten Fußgängerplätze Europas – im Sommer schattenlos, dafür der beste Ort, um die Stadt einmal ganz zu sehen. Zehn Gehminuten nach Norden liegt die Place des Terreaux mit dem monumentalen Brunnen von Frédéric Auguste Bartholdi, dem Rathaus und dem Musée des Beaux-Arts, das in einer ehemaligen Benediktinerabtei untergebracht ist. Dessen Sammlung reicht von ägyptischen Altertümern über italienische Malerei bis zu den Impressionisten, und der stille Klostergarten im Innenhof ist auch ohne Ticket zugänglich.

Zwei Ziele liegen außerhalb der Kernstrecke und lohnen trotzdem. Das Musée des Confluences an der Südspitze der Halbinsel, ein Bau aus Stahl und Glas, der aussieht wie eine gestrandete Wolke, öffnete im Dezember 2014 und erzählt Erdgeschichte, Naturkunde und Kulturgeschichte in einem Rundgang – das beste Schlechtwetterziel der Stadt und mit Kindern ein sicherer Treffer. Am anderen Ende liegt der Parc de la Tête d'Or, mit rund 117 Hektar einer der größten Stadtparks Frankreichs, angelegt ab 1857, mit See und Ruderbooten, einem botanischen Garten unter historischen Glashäusern, einer großen Rosensammlung und einem Tierpark, für den kein Eintritt verlangt wird.

Sehenswürdigkeiten in Lyon

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Traboules & Renaissancehöfe

Traboules und Renaissancehöfe im Vieux Lyon

Rund fünfhundert dieser Durchgänge soll es in Lyon geben, öffentlich zugänglich ist nur ein kleiner Teil – und in fast allen wohnen Menschen.

Vieux Lyon und seine Traboules
Vieux Lyon und seine Traboules

Eine traboule ist kein Tunnel und keine Gasse, sondern ein Weg quer durch ein Haus. Du drückst eine unscheinbare Tür an der Straße auf, stehst in einem Innenhof mit Galerien und einem steinernen Wendeltreppenturm, gehst weiter durch einen Gang, vielleicht noch einen zweiten Hof, und kommst eine Parallelstraße weiter wieder heraus. Der Name geht auf das lateinische trans-ambulare zurück, also hindurchgehen. Entstanden sind die Durchgänge, weil die Häuser des Vieux Lyon sehr schmal und sehr tief zwischen Fluss und Hügel gebaut wurden – Querstraßen gab es kaum, dafür brauchte man einen Weg vom Berg zum Wasser. Später nutzten die Seidenhändler sie, um Ballen trocken und geschützt zu transportieren.

Die bekannteste beginnt an der Rue Saint-Jean 54 und führt über mehrere Höfe hinüber zur Rue du Bœuf 27 – ein Weg, für den du oberirdisch einen deutlichen Umweg gehen müsstest. Ein paar Häuser weiter liegt in der Rue du Bœuf die Maison du Crible mit der Tour Rose, dem rosafarbenen Treppenturm, der auf jedem zweiten Lyon-Foto auftaucht. Auf der Croix-Rousse steht dagegen die Cour des Voraces an der Place Colbert, deren monumentale, mehrgeschossige Freitreppe eher an Bühnenarchitektur erinnert als an ein Wohnhaus. Wenn du nur eine einzige ansehen willst, nimm diese – aber rechne damit, dass du nicht allein bist.

Zugänglich sind die Höfe, weil die Stadt mit den Eigentümern Vereinbarungen getroffen hat. Das heißt umgekehrt, dass Regeln gelten, die man ernst nehmen sollte. Geh tagsüber hinein, nicht abends. Sprich leise, die Höfe verstärken jedes Wort bis in die obersten Wohnungen. Zieh die Tür hinter dir zu, statt sie offen stehen zu lassen. Fotografiere ohne Blitz und ohne Stativ, und geh nicht in die Treppenhäuser hinauf, das sind Privatwohnungen. Wer mehr sehen will als die frei zugänglichen Höfe, bucht einen geführten Rundgang – die Guides haben Zugang zu Innenhöfen, deren Türen sonst verschlossen bleiben, und erklären nebenbei, warum die Treppentürme dort stehen, wo sie stehen.

Ein zweiter Typ liegt auf dem Hügel der Croix-Rousse und sieht völlig anders aus. Dort sind die Durchgänge keine Renaissancehöfe, sondern nüchterne Treppenschächte aus dem 19. Jahrhundert, gebaut, damit die canuts ihre fertigen Seidenstoffe trocken und ohne Umweg über die steilen Straßen hinunter zu den Händlern bringen konnten. Sie sind enger, dunkler, funktionaler – und deutlich weniger besucht. Wer die pentes von oben nach unten läuft, kommt fast zwangsläufig an der Montée de la Grande-Côte und am Passage Thiaffait vorbei, wo sich heute Ateliers und kleine Labels eingerichtet haben. Für diese Seite der Stadt gibt es eigene Stadtteilführungen, die den Seidenweber-Hügel mit dem Mur des Canuts verbinden.

Antike & Fourvière

Das römische Lugdunum am Hang von Fourvière

Auf halber Höhe des Hügels sitzt du auf denselben Steinstufen, auf denen vor zweitausend Jahren Publikum saß, und blickst über die Dächer der Altstadt.

Basilique Notre-Dame de Fourvière
Basilique Notre-Dame de Fourvière

Lyon beginnt nicht mit der Renaissance, sondern 43 vor Christus, als Lucius Munatius Plancus auf dem Hügel Fourvière die Kolonie Lugdunum gründete. Der Ort wurde zum Verwaltungszentrum des römischen Galliens, Knotenpunkt der großen Straßen und Sitz einer kaiserlichen Münzprägestätte; gleich zwei römische Kaiser, Claudius und Caracalla, kamen hier zur Welt. Von dieser Stadt ist an der Oberfläche wenig geblieben, weil das Leben im Mittelalter an den Fluss hinunterzog und der Hügel zur Klosterlandschaft wurde. Was blieb, liegt am Hang unterhalb der Basilika und ist heute eines der wenigen antiken Ensembles Frankreichs, das man einfach betreten kann.

Das große Theater wurde unter Augustus angelegt und später erweitert, bis es mehrere tausend Zuschauer fasste. Direkt daneben liegt das kleinere Odeon, dessen Boden noch farbige Steinintarsien zeigt. Beide Anlagen sind Teil eines archäologischen Geländes, das ohne Ticket zugänglich ist, und der Reiz besteht genau darin, dass hier kein Absperrband den Blick regelt: Du kannst die Ränge hinaufsteigen, dich hinsetzen und zwischen den Bühnenresten hindurch auf die Stadt sehen. Das gilt allerdings nur außerhalb der Festivalsaison. Sobald für die Nuits de Fourvière aufgebaut wird – im späten Frühjahr, bis das Festival im Juli endet –, stehen Tribünen, Bühnentechnik und Zäune in der Cavea, dann kommst du nicht auf die antiken Stufen und siehst das Ensemble nur von den Rändern des Geländes und vom Weg zum Museum. Wenn dir das wichtig ist, prüfe vor der Reise die Festivaltermine. Am frühen Morgen ist außer Joggern und Schulklassen kaum jemand da. Feste Schuhe helfen, die Stufen sind ungleich hoch und bei Nässe rutschig.

Direkt in den Hang gebaut steht das Museum Lugdunum, ein Betonbau von Bernard Zehrfuss aus den 1970er-Jahren, der sich fast vollständig unter der Erde verbirgt und dessen Rampen die Besucher spiralförmig nach unten führen. Zwei Stücke sollte man dort gesehen haben. Erstens die Table Claudienne, eine Bronzetafel mit der Rede, in der Kaiser Claudius im Senat dafür warb, gallische Notabeln zuzulassen – überliefert ist derselbe Text auch bei Tacitus, hier liegt er in Metall gegossen. Zweitens das große Zirkusmosaik mit dem Wagenrennen, dessen Details bis zu den Zügeln der Gespanne erhalten sind.

Im Sommer wird das antike Theater wieder zur Bühne. Das Festival Nuits de Fourvière bespielt es über Wochen hinweg mit Konzerten, Tanz und Theater, meist von Juni bis in den Juli hinein; Karten für die bekannteren Namen sind früh weg, und wer im Juni in Lyon ist, sollte das Programm vor der Buchung des Hotels ansehen. Für den Rückweg nach unten nimm nicht die Standseilbahn, sondern den Jardin du Rosaire, einen terrassierten Gartenweg, der in Serpentinen vom Basilikaplateau bis zum Vieux Lyon hinunterführt. Zehn bis fünfzehn Minuten bergab, unterwegs immer wieder Blicke über die Dächer, und du landest genau in den Gassen, in denen abends die bouchons öffnen.

Stadtviertel

Lyons Stadtviertel von der Croix-Rousse bis zur Confluence

Die Stadt sortiert sich entlang von zwei Flüssen und zwei Hügeln – wer das einmal verstanden hat, braucht in Lyon keinen Stadtplan mehr.

Croix-Rousse und der Mur des Canuts
Croix-Rousse und der Mur des Canuts

Die Presqu'île ist die Mitte, eine schmale Halbinsel zwischen Saône und Rhône, an deren Südende die Place Bellecour liegt und an deren Nordende die Place des Terreaux. Dazwischen die Rue de la République als Einkaufsachse, die Oper mit dem gläsernen Tonnengewölbe von Jean Nouvel und ein Gassennetz, in dem die Restaurantdichte irgendwann absurd wird. Wer zum ersten Mal in Lyon ist, wohnt am besten hier, weil alles andere von dort aus in zwanzig Gehminuten oder zwei Metrostationen erreichbar ist. Nachteil ist der Lärm rund um die Ausgehstraßen an Wochenenden, ein Zimmer zum Hof löst das meistens.

Westlich der Saône liegen Vieux Lyon und darüber Fourvière, die touristische Postkartenseite und zugleich die kompakteste. Im Vieux Lyon reihen sich die Renaissancehäuser dicht an dicht, dazwischen Kathedrale, Gadagne-Museen und ein Übermaß an Souvenirläden; abends wird es in der Rue Saint-Jean sehr voll und sehr laut. Oben auf dem Hügel dagegen ist es abends fast still – Basilika, antikes Theater, ein paar Klosterbauten, die heute Hotels sind, und der Blick. Beide sind über die Standseilbahn und über mehrere Treppenwege verbunden, für die du je nach Kondition zwischen zehn und zwanzig Minuten rechnest.

Nördlich der Presqu'île steigt die Croix-Rousse an, und sie zerfällt in zwei Hälften. Unten die pentes, die Hänge, mit steilen Treppengassen, Ateliers, kleinen Bars und den nüchternen Arbeiter-Traboules des 19. Jahrhunderts. Oben das Plateau, das sich anfühlt wie ein eigenständiges Dorf mit eigenem Markt am Boulevard, Cafés voller Stammgäste und einem Publikum, das mit Städtereisen nichts zu tun hat. In der Maison des Canuts wird die Seidenweberei an historischen Jacquard-Webstühlen vorgeführt, und der Mur des Canuts an der Nordflanke gehört zu den größten gemalten Fassaden Europas. Hinauf kommst du zu Fuß, mit der Metrolinie C oder über die Treppen der Montée de la Grande-Côte.

Östlich der Rhône wird Lyon großstädtisch. Les Brotteaux mit seinen Belle-Époque-Fassaden, dem alten Bahnhofsgebäude an der Place Jules Ferry und dem Parc de la Tête d'Or ist die bürgerliche, ruhige Adresse; direkt daneben liegt mit Part-Dieu das Geschäftsviertel samt Hauptbahnhof, Einkaufszentrum und Hochhäusern, praktisch für Bahnreisende, aber ohne Altstadtcharme. Südlich davon ist La Guillotière das lauteste und internationalste Viertel der Stadt, und ganz im Süden der Halbinsel liegt La Confluence mit Musée des Confluences, umgebauten Hafenhallen und zeitgenössischer Architektur am Wasser. Die Tram bringt dich vom Zentrum in wenigen Minuten dorthin.

Route & Tagesplan

Lyon in zwei Tagen zu Fuß erleben

Zwei Tage reichen für das Wesentliche, wenn du die Höhenmeter nicht unterschätzt und den zweiten Vormittag für die Märkte freihältst.

Der erste Tag beginnt oben. Fahr mit der Standseilbahn ab der Station Vieux Lyon hinauf nach Fourvière, sieh dir die Basilika von innen an und nimm dir auf der Esplanade zehn Minuten, um die Stadt zu sortieren – von hier aus verstehst du, wie die beiden Flüsse laufen und wo die Viertel liegen. Danach am Hang entlang zum antiken Theater und zum Museum Lugdunum, und wenn dich Antike interessiert, plane dort zwei Stunden ein – in der Aufbau- und Spielzeit der Nuits de Fourvière stehen im Theater die Tribünen, dann bleibt vom Ensemble nur der Blick von außen und das Museum. Zurück nach unten gehst du über den Jardin du Rosaire zu Fuß, das dauert eine gute Viertelstunde und führt dich direkt ins Renaissanceviertel hinein.

Der restliche Vormittag gehört dem Vieux Lyon. Kathedrale mit der astronomischen Uhr, dann die Rue Saint-Jean hinauf und in die Rue du Bœuf hinüber, und zwar durch die Traboule statt außen herum. Zum Mittagessen setz dich in einen bouchon – reserviere am besten schon am Vortag, die guten Häuser sind klein. Am Nachmittag über eine der Fußgängerbrücken auf die Presqu'île, Place Bellecour, dann nach Norden zur Place des Terreaux und ins Musée des Beaux-Arts, das man auch in anderthalb Stunden sinnvoll besuchen kann, wenn man sich auf zwei Etagen beschränkt. Für den Abend sind die Gassen auf der Halbinsel voller Restaurants, halte dich dabei etwas abseits der offensichtlichsten Touristenzeilen.

Der zweite Tag gehört dem Essen und dem Hügel. Fahr früh in die Halles de Lyon Paul Bocuse am Cours Lafayette, iss dort ein zweites Frühstück an einem der Stände und lass dich durch Käse, Charcuterie und Austernbänke treiben. Danach mit der Metro hinauf auf die Croix-Rousse, über den Markt am Boulevard, der dienstags bis sonntags stattfindet und montags als einzigem Wochentag ausfällt, weiter zum Mur des Canuts und in die Maison des Canuts. Der schönste Teil ist der Rückweg, wenn du die pentes zu Fuß hinunterläufst, an der Montée de la Grande-Côte, den Ateliers im Passage Thiaffait und mehreren stillen Traboules vorbei, bis du unten wieder an der Place des Terreaux stehst.

Für den Nachmittag hast du die Wahl zwischen Fluss und Architektur. Entweder du fährst mit der Tram nach La Confluence und verbringst zwei bis drei Stunden im Musée des Confluences, oder du steigst auf eines der Ausflugsboote und siehst die Stadt vom Wasser aus, was gerade die Silhouette von Fourvière und Vieux Lyon erst richtig zeigt. Wer einen dritten Tag hat, hängt den Parc de la Tête d'Or mit einem langen Vormittag an, besucht das Institut Lumière im Osten der Stadt, wo die Brüder Lumière 1895 ihren ersten Film drehten, oder fährt ins Beaujolais hinaus.

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Essen & Trinken

Restaurants in Lyon und was ein bouchon auf den Tisch bringt

Ein bouchon ist kein Restaurant mit Regionalkarte, sondern eine eigene Gattung – eng, laut, mit Papiertischdecke und einer Karte, die sich seit Jahrzehnten kaum ändert.

Der Unterschied zwischen einem echten bouchon und einer Kulisse für Tagesgäste lässt sich lernen. Echte Häuser sind klein, haben zwölf bis zwanzig Tische, eine handgeschriebene Karte und meistens einen Wirt, der selbst serviert. Es gibt eine Vereinigung, die ihren Mitgliedern eine Plakette mit der Guignol-Figur Gnafron ans Fenster hängt, und dieses Zeichen ist ein brauchbarer erster Filter. Der zweite Filter ist die Straße – in den offensichtlichen Restaurantzeilen rund um die Rue Mercière und die Rue des Marronniers steht das Angebot dicht an dicht und richtet sich sichtbar an Laufkundschaft. Adressen mit langer Geschichte sind etwa Le Café Comptoir Abel an der Rue Guynemer, das als ältester bouchon der Stadt gilt, das von Joseph Viola geführte Daniel et Denise an der Rue Tramassac im Vieux Lyon und Le Bouchon des Filles am Fuß der Croix-Rousse.

Auf der Karte steht fast immer dasselbe, und das ist Absicht. Quenelle de brochet, ein länglicher Kloß aus Hechtfarce, der im Ofen aufgeht und in einer Krebssauce namens Nantua schwimmt. Salade lyonnaise mit Frisée, Speckwürfeln, Croûtons und einem pochierten Ei. Saucisson brioché, also Wurst im Briocheteig. Cervelle de canut, ein mit Kräutern, Schalotten und Essig gerührter Frischkäse, dessen Name so viel heißt wie Hirn des Seidenwebers und der als Zwischengang oder zum Brot kommt. Dazu die Mutproben – Andouillette, in Lyon aus Kalbsgekröse (fraise de veau) und nicht aus Schweinedarm wie die Variante aus Troyes, deshalb milder als ihr Ruf, aber unverkennbar, und Tablier de sapeur, panierter Rinderpansen. Zum Schluss die knallrosa Tarte aux pralines, gefärbt von karamellisierten Mandeln.

Über den Wirtshäusern liegt eine zweite Ebene, die Lyon seinen Ruf eingetragen hat. Die mères lyonnaises waren Köchinnen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert eigene Lokale eröffneten; Eugénie Brazier wurde 1933 als erste Frau mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet, und ihr Haus lebt heute unter dem Namen La Mère Brazier auf hohem Niveau weiter. Paul Bocuse baute darauf auf und hielt in seiner Auberge du Pont de Collonges nördlich der Stadt 55 Jahre lang drei Sterne, bis der Guide Michelin das Haus 2020 auf zwei Sterne zurückstufte, zwei Jahre nach Bocuses Tod – ein Ereignis, über das in Frankreich tagelang berichtet wurde. Wer Sterneküche mit Aussicht will, sitzt bei Têtedoie im Glaspavillon auf Fourvière über der Stadt.

Dazwischen liegen die großen Brasserien, die praktisch immer funktionieren, auch spät und auch mit größerer Gruppe. Die Brasserie Georges am Cours de Verdun nahe dem Bahnhof Perrache besteht seit 1836 und ist mit ihrem Art-déco-Saal eine der größten Brasserien Europas; die Brasserie des Brotteaux an der Place Jules Ferry hat ihr Jugendstil-Interieur von 1913 samt Fliesen und Spiegeln bewahrt. Drei praktische Punkte zum Schluss. Reserviere für die kleinen bouchons einen Tag im Voraus, gern telefonisch. Rechne damit, dass viele Häuser sonntags und montags geschlossen haben und im August Betriebsferien machen. Und nimm mittags die formule, das Tagesmenü mit zwei oder drei Gängen – dieselbe Küche, deutlich günstiger als abends à la carte.

Restaurants in Lyon

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Märkte & Touren

Märkte, Bootsfahrten und Weintouren rund um Lyon

Der beste Vormittag in Lyon beginnt nicht in einem Museum, sondern zwischen Austernbänken, Käsetheken und Leuten, die ihren Sonntagseinkauf ernst nehmen.

Die Halles de Lyon Paul Bocuse am Cours Lafayette im Viertel Part-Dieu sind eine überdachte Markthalle mit rund fünfzig Ständen und der Ort, an dem die Stadt ihr Selbstverständnis auslebt. Berühmt sind die Käsetheke von Mère Richard, deren Saint-Marcellin einen eigenen Ruf hat, und die Charcuterie von Sibilia mit Lyoner Würsten und Pasteten. Mehrere Stände haben Tresen, an denen du direkt Austern mit einem Glas Weißwein oder eine Portion Charcuterie bekommst – die interessanteste Art, dort zu frühstücken. Geh am Vormittag hin, prüfe vorher die Öffnungstage, und wenn du das Ganze erklärt haben willst, gibt es geführte Verkostungstouren durch die Halle.

Draußen sind die Märkte ohnehin lyonnaiser. Am Boulevard de la Croix-Rousse zieht sich dienstags bis sonntags vormittags ein langer Markt über das Plateau, der zu den größten der Stadt zählt und an dem sich das Viertel trifft; nur montags bleibt der Boulevard leer. Am Saône-Ufer breitet sich der Marché Saint-Antoine am Quai Saint-Antoine aus, mit Blick auf die Fassaden des Vieux Lyon gegenüber. Und sonntagvormittags stellen am Quai Romain Rolland auf der anderen Uferseite Künstlerinnen und Künstler beim Marché de la Création ihre Arbeiten auf – die Kombination aus Markt, Flussufer und anschließendem Mittagessen im Vieux Lyon ist einer der schönsten Sonntage, die die Stadt zu bieten hat.

Vom Wasser aus sieht Lyon anders aus, und zwar deutlich besser sortiert. Ab den Anlegern an den Quais der Presqu'île starten Rundfahrten auf Saône und Rhône, die in ein bis zwei Stunden an Vieux Lyon, Fourvière und der Confluence vorbeiführen; manche fahren als Mittags- oder Abendfahrt mit Essen an Bord. Wer lieber selbst unterwegs ist, läuft oder radelt die Berges du Rhône ab, das umgestaltete linke Rhône-Ufer mit Promenaden, Liegewiesen und den festgemachten Barkassen, die abends als Bars und Clubs öffnen. Auf der anderen Seite ziehen sich die Rives de Saône mit Kunstinstallationen am Weg nach Norden hinaus.

Und dann der Wein. Lyon liegt zwischen zwei Anbaugebieten, was Einheimische gern mit dem Satz kommentieren, die Stadt habe drei Flüsse – Rhône, Saône und Beaujolais. Nach Norden beginnt gleich hinter den Vororten das Beaujolais mit der Gamay-Traube, den goldsteinernen Dörfern der Pierres Dorées und weiter oben den zehn Crus wie Fleurie, Morgon oder Moulin-à-Vent. Nach Süden folgen an den steilen Terrassen der Rhône die Lagen von Côte-Rôtie und Condrieu mit Syrah und Viognier. Für beide Richtungen gibt es geführte Tagestouren ab Lyon mit Verkostung, was den Vorteil hat, dass niemand fahren muss. Der Beaujolais Nouveau wird traditionell am dritten Donnerstag im November freigegeben, und dann ist in der ganzen Stadt etwas los.

Aktivitäten & Touren in Lyon

Übernachten

Hotels in Lyon und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Lyon entscheidet weniger die Kategorie als die Frage, auf welcher Seite der Saône du morgens aufwachen willst.

Die Presqu'île ist die sicherste Wahl für den ersten Besuch, weil du von dort aus fast alles zu Fuß erreichst und die Metro beide Bahnhöfe anbindet. Das Vieux Lyon ist atmosphärischer und abends deutlich lauter, außerdem gepflastert – mit Rollkoffer und wenig Lust auf Kopfsteinpflaster ist das ein Argument. Fourvière oben am Hang ist die stille Variante mit Aussicht, kostet dich aber jedes Mal die Standseilbahn oder einen Aufstieg. Les Brotteaux und Part-Dieu östlich der Rhône sind praktisch für Bahnreisende und ruhiger, dafür weiter weg von der Altstadt, und La Confluence ist die moderne Ecke am Wasser mit kurzer Tramverbindung ins Zentrum.

Auf der Halbinsel steht das spektakulärste Haus der Stadt. Das InterContinental Lyon Hotel Dieu ist im ehemaligen Hôtel-Dieu untergebracht, einem jahrhundertealten Krankenhauskomplex am Rhône-Ufer, der 2018 als Ladenzeile und Restaurantquartier und 2019 als Hotel wiedereröffnet wurde; die Bar unter der großen Kuppel kannst du auch ohne Zimmer besuchen. Direkt an der Place Bellecour liegt das Hôtel Le Royal Lyon aus der MGallery-Gruppe, in einem Haussmann-Bau nahe der Oper das Boscolo Lyon Hotel & Spa, und mit Belle-Époque-Interieur unweit der Rue de la République das Hôtel Carlton Lyon. Wer es verspielter mag, findet mit dem Mama Shelter Lyon im 7. Arrondissement ein Designhaus mit Rooftop-Bar östlich der Rhône, wenige Metrominuten vom Zentrum.

Auf der Westseite wird es historischer. Cour des Loges verbindet im Vieux Lyon vier Renaissancehäuser zu einem einzigen Hotel mit verglastem Innenhof und Galerien – die Adresse für alle, die im Welterbeviertel selbst schlafen wollen. Ein paar Serpentinen höher liegt die Villa Florentine in einem ehemaligen Klosterbau am Hang von Fourvière, mit Terrasse und Blick über die Dächer, und im ehemaligen Visitandinnen-Kloster gleich in der Nähe das Fourvière Hôtel, das seine Klosterarchitektur sichtbar gelassen hat. Deutlich preiswerter und mit Augenzwinkern eingerichtet ist das Collège Hôtel im Vieux Lyon, dessen Zimmer wie Klassenräume der 1930er-Jahre gestaltet sind.

Beim Datum liegt der eigentliche Hebel. In den Tagen der Fête des Lumières Anfang Dezember ist die Stadt praktisch ausgebucht, und die Raten liegen ein Vielfaches über dem Normalpreis – wer da kommen will, bucht Monate vorher. Ähnliches gilt für große Messen auf dem Gelände Eurexpo im Osten der Stadt, die auch Häuser weit außerhalb des Zentrums füllen. Umgekehrt reist du im Januar, Februar oder November spürbar günstiger. Und rechne nicht damit, dass dein Hotel einen Parkplatz hat, gerade nicht im Vieux Lyon und auf der Presqu'île. Frag beim Buchen nach dem nächsten Parkhaus und dem Hotelkontingent, oder stell den Wagen gleich auf einem Parc-Relais am Stadtrand ab und fahr mit der Metro hinein.

Hotels in Lyon

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Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Feste & Veranstaltungen

Fête des Lumières und die Feste im Lyoner Jahr

An wenigen Abenden im Dezember stellt die halbe Stadt Kerzen ins Fenster, und die andere Hälfte steht in Menschenmengen vor beleuchteten Fassaden.

Bouchons und Halles Paul Bocuse
Bouchons und Halles Paul Bocuse

Die Fête des Lumières geht auf den 8. Dezember 1852 zurück, den Tag, an dem auf der Kapelle von Fourvière eine vergoldete Marienstatue eingeweiht werden sollte. Weil ein Unwetter das Festprogramm platzen ließ, stellten die Lyonerinnen und Lyoner spontan Kerzen in ihre Fenster – und behielten es bei. Daraus ist ein Lichtfestival geworden, das jedes Jahr rund um den 8. Dezember mehrere Abende lang Plätze, Fassaden und Brücken mit Installationen bespielt, in der Regel ohne Eintritt. Die kleinen Lichter in den Fenstern, die lumignons, gibt es weiterhin, und sie sind der stillere und schönere Teil des Ganzen.

Praktisch bedeutet das Ausnahmezustand. Millionen Besucher kommen über die Festivalabende, Innenstadtstraßen werden zu Einbahnwegen für Fußgänger, Metros fahren voll und Hotelzimmer sind lange vorher weg. Wenn du hinwillst, buche Unterkunft und Zugfahrt Monate im Voraus, komm mit der Bahn statt mit dem Auto, geh am frühen Abend los statt um 21 Uhr und plane die Route vorher anhand des offiziellen Programms, das jedes Jahr neue Standorte ausweist. Wer den Trubel nicht mag, verlegt die Reise gleich um zwei Wochen – Anfang Dezember ist Lyon eine völlig andere Stadt als Ende November.

Der Rest des Jahres hat seine eigenen Fixpunkte. Von Juni bis Juli bespielen die Nuits de Fourvière das antike Theater am Hang mit Konzerten, Tanz und Theater unter freiem Himmel, eine der ungewöhnlichsten Festivalkulissen Frankreichs – während Aufbau und Spielzeit sind die antiken Ränge allerdings von Tribünen belegt und tagsüber nicht frei begehbar. Im Frühjahr zieht das Elektronikfestival Nuits Sonores ein Publikum aus ganz Europa in umgenutzte Industriehallen und an die Flussufer. Und im Oktober erinnert das Festival Lumière daran, dass die Brüder Lumière hier 1895 ihren ersten Film drehten – gezeigt werden restaurierte Klassiker in Kinos der ganzen Stadt, Zentrum ist das Institut Lumière im Osten.

Dazu kommen die Biennalen, die sich im Herbst abwechseln – in einem Jahr die Biennale de la Danse mit ihrer großen Parade durch die Innenstadt, im anderen die Biennale d'art contemporain, deren Hauptausstellung häufig in umgenutzten Industriebauten wie La Sucrière an der Confluence stattfindet. Alle zwei Jahre im Januar füllt außerdem die Gastronomiemesse Sirha die Messehallen, und mit ihr der Kochwettbewerb Bocuse d'Or, für den die halbe Kochwelt anreist. Für Reisende heißt das vor allem eines – wirf vor der Buchung einen Blick in den Veranstaltungskalender, weil er über Preise und Andrang mehr entscheidet als die Jahreszeit.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Lyon und unterwegs mit Metro, Funiculaire und Rad

Lyon hat zwei Fernbahnhöfe, einen Flughafen mit eigener Bahnanbindung und ein Zentrum, in dem ein Auto vor allem im Weg steht.

Mit der Bahn ist Lyon aus Deutschland gut erreichbar. Von Paris fährt der TGV ab Gare de Lyon in rund zwei Stunden nach Lyon Part-Dieu, und je nach Fahrplan gibt es direkte TGV-Verbindungen aus Frankfurt über Straßburg Richtung Süden, die in Lyon halten. Aus dem süddeutschen Raum führt der Weg meist über Straßburg oder Zürich mit einem Umstieg. Wichtig ist der Zielbahnhof – Part-Dieu liegt im Geschäftsviertel östlich der Rhône, Perrache am Südende der Halbinsel und damit näher an der Altstadt. Beide sind über Metro und Tram verbunden, Fernzüge halten überwiegend in Part-Dieu. Für TGV-Fahrten gilt Reservierungspflicht, früh gebuchte Kontingente sind deutlich günstiger.

Mit dem Auto liegt Lyon am Knotenpunkt der A6 aus Richtung Paris und der A7 Richtung Mittelmeer, weshalb die Stadt seit Jahrzehnten für Staus an Ferienwochenenden bekannt ist; der Fourvière-Tunnel unter dem Hügel ist dabei das klassische Nadelöhr. Innerhalb der Stadt gilt eine Umweltzone, in Frankreich ZFE genannt, für die Fahrzeuge eine Crit'Air-Plakette an der Scheibe brauchen – bestelle sie rechtzeitig vor der Reise und prüfe die aktuellen Regeln, weil die Einstufungen fortgeschrieben werden. Stell den Wagen am besten gar nicht erst ins Zentrum, sondern auf einen der Parcs Relais am Rand des Netzes und fahr mit Metro oder Tram hinein.

Der Flughafen Lyon-Saint-Exupéry liegt rund 25 Kilometer östlich der Stadt und ist über die Straßenbahn Rhônexpress mit dem Bahnhof Part-Dieu verbunden, die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Der Flughafen hat außerdem einen eigenen TGV-Halt, was praktisch ist, wenn du Lyon mit einem Ziel weiter südlich kombinierst. Von Deutschland aus lohnt der Flug allerdings selten gegenüber der Bahn, sobald man Anfahrt und Wartezeiten mitrechnet.

Vor Ort brauchst du kein Auto. Das Netz von TCL umfasst vier Metrolinien, mehrere Tram- und viele Buslinien; die Linie C fährt als Zahnradbahn auf die Croix-Rousse hinauf, und die beiden Standseilbahnen ab der Station Vieux Lyon nach Fourvière und Saint-Just laufen mit demselben Ticket wie Metro und Bus – die Fahrt hinauf zur Basilika ist also kein Ausflugsticket, sondern eine Nahverkehrsfahrt. Für mehrere Fahrten am Tag lohnt eine Tageskarte, für Besichtigungen zusätzlich die Lyon City Card, die Nahverkehr und Eintritte in zahlreiche Museen kombiniert. Dazu kommt das Leihradsystem Vélo'v, das hier schon 2005 startete und über die ganze Stadt verteilte Stationen hat. Alles Weitere geht zu Fuß, nur eben mit Höhenmetern.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Tagesausflüge

Tagesausflüge ab Lyon ins Beaujolais und an die Rhône

Eine halbe Stunde aus der Stadt heraus, und du stehst zwischen Weinbergterrassen, mittelalterlichen Gassen oder römischen Ruinen.

Nach Norden beginnt schon kurz hinter den Vororten das Beaujolais. Der südliche Teil heißt Pierres Dorées, goldene Steine, weil die Dörfer dort aus einem ockergelben Kalkstein gebaut sind, der bei Sonne regelrecht leuchtet; Oingt auf seinem Hügel ist das bekannteste davon. Weiter nördlich liegen die zehn Crus, unter ihnen Fleurie, Morgon und Moulin-à-Vent, wo die Gamay-Traube deutlich ernstere Weine ergibt als der Ruf des Beaujolais Nouveau vermuten lässt. Mit dem Auto bist du in einer knappen Stunde da, mit geführten Halbtages- oder Tagestouren ab Lyon musst du nicht selbst fahren, was bei Verkostungen der bessere Plan ist.

Nach Süden folgst du der Rhône. Vienne liegt rund dreißig Kilometer flussabwärts und war ebenfalls eine bedeutende römische Stadt – erhalten sind ein großes antikes Theater am Hang, der fast vollständige Tempel von Augustus und Livia mitten in der Altstadt und ein archäologisches Gelände am gegenüberliegenden Ufer. Im Sommer läuft im römischen Theater das Festival Jazz à Vienne. Auf demselben Weg liegen die steilen Terrassenlagen von Côte-Rôtie bei Ampuis und Condrieu, wo Syrah und Viognier an Hängen wachsen, die zu steil für Maschinen sind. Vienne erreichst du auch mit dem Regionalzug.

Östlich der Stadt liegt Pérouges, ein mittelalterliches Dorf auf einem Hügel, das komplett von einer Mauer umschlossen ist und dessen Kopfsteingassen ohne moderne Einbauten geblieben sind – berühmt ist die dünne, zuckerkrustige Galette de Pérouges, die dort in mehreren Häusern gebacken wird. In derselben Richtung erstreckt sich die Dombes, eine Landschaft aus rund tausend künstlich angelegten Teichen, in der bei Villars-les-Dombes ein großer Vogelpark liegt, der mit Kindern gut einen halben Tag füllt.

Und schließlich die Berge. Lyon ist das westliche Tor zu den französischen Alpen, und die Entfernungen sind kürzer, als viele denken. Annecy mit seinem türkisfarbenen See und den Kanälen der Altstadt erreichst du mit der Bahn in etwa zwei Stunden, Grenoble am Fuß der Massive in gut anderthalb. Beides funktioniert als langer Tagesausflug, lohnt aber eher als Anschluss an die Städtereise – zwei Nächte Lyon, danach ein paar Tage am See oder in den Bergen ist eine der stimmigsten Kombinationen, die Frankreich für eine Woche zu bieten hat.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Lyon – und welches zu dir passt

Vieux LyonVieux LyonAm Fuß des Fourvière-Hügels liegt eines der größten erhaltenen Renaissanceviertel Europas, seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes. Zwischen ockerfarbenen Häusern, Wendeltreppentürmen und verborgenen Höfen stehen die Kathedrale Saint-Jean mit ihrer astronomischen Uhr und die bekanntesten Traboules der Stadt.Ideal für: Altstadt & Traboules1 TagFourvièreFourvièreDer Hügel über der Altstadt trägt die weiße Basilique Notre-Dame de Fourvière mit Goldmosaiken und der besten Aussicht über die Stadt. An seinen Flanken liegen das antike Theater und das Odeon des römischen Lugdunum sowie das in den Hang gebaute Museum, hinauf geht es mit der Standseilbahn.Ideal für: Antike & Aussicht½ TagPresqu'îlePresqu'îleDie schmale Halbinsel zwischen Rhône und Saône ist Lyons Mitte, mit der weiten Place Bellecour im Süden, der Place des Terreaux samt Bartholdi-Brunnen und Musée des Beaux-Arts im Norden und der Oper dazwischen. Hier liegen die großen Hotels, die Einkaufsachse und ein dichtes Netz an Restaurants.Ideal für: Erste Basis in der Stadt1 TagLa Croix-RousseLa Croix-RousseDer Hügel der Seidenweber ist Lyons eigenwilligstes Viertel, mit steilen Treppengassen, hohen canut-Werkstätten und dem riesigen Trompe-l'œil des Mur des Canuts. Oben auf dem Plateau lebt das Viertel von seinem Markt am Boulevard, unten führen die pentes über stille Traboules in die Stadt hinunter.Ideal für: Viertel abseits der Route½ TagLa ConfluenceLa ConfluenceAn der Südspitze der Halbinsel, wo Saône und Rhône zusammenfließen, ist aus einem Hafengelände Lyons jüngstes Viertel geworden. Das kristalline Musée des Confluences, umgebaute Lagerhallen wie La Sucrière und zeitgenössische Bauten am Wasser bilden das Gegenprogramm zur Renaissancealtstadt.Ideal für: Architektur & Museum½ TagLes BrotteauxLes BrotteauxAm linken Rhône-Ufer liegt das bürgerlich-ruhige Lyon mit breiten Boulevards, Belle-Époque-Fassaden und dem prächtigen alten Bahnhofsgebäude an der Place Jules Ferry. Nebenan öffnet sich der Parc de la Tête d'Or mit See, botanischen Glashäusern und einem Tierpark ohne Eintritt.Ideal für: Ruhig wohnen & Park½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Lyon mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Lyon liegt im Rhônetal zwischen Massif Central und Alpen, und das merkst du im Juli an der Hitze und im Januar am kalten Wind aus dem Norden.

Das Klima in Lyon ist gemäßigt mit deutlich kontinentalem Einschlag – die Sommer werden heißer und die Winter kälter als an der französischen Atlantikküste. Zwischen Juni und August klettern die Höchstwerte regelmäßig über 28 Grad, und weil sich die Steinstadt zwischen den beiden Flüssen aufheizt, sind die Nachmittage dann anstrengend; viele Einheimische verlassen im August die Stadt, und ein Teil der bouchons macht Betriebsferien. Die Übergangsmonate sind die eigentliche Saison, im Winter entscheidet dagegen der Veranstaltungskalender über Preise und Andrang mehr als das Thermometer.

Jan6°1°kalt und klar, Museumsmonat
Feb8°1°ruhig, günstige Zimmerpreise
Mär13°4°erste Terrassen an der Saône
Apr16°6°mild, die Parks schlagen aus
Mai21°10°lange Abende, beste Zeit
Jun25°14°warm, Nuits de Fourvière
Jul28°16°heiß, wenig Schatten am Fluss
Aug27°16°heiß, viele Lokale in Ferien
Sep22°12°warm und ruhig, Biennalen
Okt17°9°goldenes Licht, Festival Lumière
Nov10°4°grau, Beaujolais Nouveau
Dez7°2°Fête des Lumières, alles voll

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Lyon sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 25 Grad, die Terrassen an den Flussufern sind bis spät besetzt, die Aufstiege nach Fourvière und auf die Croix-Rousse fallen nicht schwer, und die Stadt ist weder überhitzt noch überlaufen. Ein Detail für Antikefans: Sobald für die Nuits de Fourvière aufgebaut wird, also vom späten Frühjahr bis zum Festivalende im Juli, sind die Ränge des antiken Theaters durch Tribünen belegt und nicht begehbar – wer dort sitzen will, kommt besser im Frühjahr oder ab September. Juli und August sind heiß, im August haben zudem viele Restaurants Betriebsferien. Anfang Dezember ist eine bewusste Entscheidung für die Fête des Lumières mit allem, was an Andrang und Preisen dazugehört, und Januar bis Februar ist die günstige Zeit für Museen, Markthallen und lange Mittagessen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Lyon

Wie viele Tage sollte man für Lyon einplanen?
Zwei volle Tage decken Fourvière mit dem antiken Theater, das Vieux Lyon mit den Traboules, die Presqu'île und einen Vormittag in den Markthallen ab. Drei Tage sind angenehmer, weil dann das Musée des Confluences, der Parc de la Tête d'Or oder das Institut Lumière dazupassen. Ab vier Tagen lohnt ein Ausflug ins Beaujolais oder nach Vienne.
In welchem Viertel wohnt man in Lyon am besten?
Für den ersten Besuch auf der Presqu'île, weil du von dort fast alles zu Fuß erreichst und beide Bahnhöfe per Metro angebunden sind. Vieux Lyon ist atmosphärischer, abends aber laut und durchgehend gepflastert. Les Brotteaux und Part-Dieu sind ruhig und praktisch für Bahnreisende, Fourvière ist die stille Höhenlage mit Aussicht und Standseilbahn.
Wie kommt man am einfachsten auf den Fourvière-Hügel?
Mit der Standseilbahn ab der Station Vieux Lyon, die zum normalen Nahverkehrsnetz gehört – ein reguläres TCL-Ticket genügt, ein Extra-Ausflugsticket brauchst du nicht. Eine Linie endet an der Basilika, die andere in Saint-Just. Zu Fuß führen mehrere Treppenwege hinauf, und für den Rückweg ist der terrassierte Jardin du Rosaire die schönere Variante.
Welche Traboules kann man ohne Führung betreten?
Ein Teil der Durchgänge steht tagsüber offen, weil die Stadt Vereinbarungen mit den Eigentümern getroffen hat. Klassiker sind der lange Weg von der Rue Saint-Jean 54 zur Rue du Bœuf 27 und die Cour des Voraces an der Place Colbert auf der Croix-Rousse. In allen wohnen Menschen – leise sprechen, die Tür schließen, nicht in die Treppenhäuser gehen.
Woran erkennt man einen echten bouchon?
An der Größe, der Karte und dem Personal. Echte Häuser haben ein gutes Dutzend Tische, eine handgeschriebene Tageskarte und Klassiker wie Quenelle, Salade lyonnaise und cervelle de canut statt einer Weltküche. Viele zertifizierte Lokale hängen eine Plakette mit der Guignol-Figur Gnafron ins Fenster. Skeptisch machen sollten dich Fotokarten und Türsteher in den Restaurantzeilen.
Muss man in Lyon Restaurants reservieren?
In den kleinen bouchons ja, am besten einen Tag vorher und gern telefonisch, weil sie oft nur ein Dutzend Tische haben. Große Brasserien nehmen dich meist auch spontan. Rechne damit, dass viele Häuser sonntags und montags geschlossen sind und im August Betriebsferien machen. Mittags ist das Menü mit zwei oder drei Gängen deutlich günstiger als die Abendkarte.
Lohnt sich die Lyon City Card?
Sie kombiniert den Nahverkehr mit dem Eintritt in zahlreiche Museen und ist für einen dicht geplanten Städtetrip meist die einfachere Lösung, weil auch die Standseilbahnen enthalten sind. Wer vor allem draußen unterwegs ist, Traboules läuft und in Markthallen isst, fährt mit einer normalen Tageskarte günstiger. Rechne vor der Reise zwei, drei Museen gegen den Kartenpreis.
Wie kommt man vom Flughafen Lyon-Saint-Exupéry in die Stadt?
Mit der Straßenbahn Rhônexpress zum Bahnhof Part-Dieu, die Fahrt dauert rund eine halbe Stunde. Der Flughafen liegt etwa 25 Kilometer östlich und hat außerdem einen eigenen TGV-Halt, was praktisch ist, wenn du direkt weiter Richtung Süden willst. Ab Part-Dieu erreichst du Presqu'île und Vieux Lyon mit der Metro in wenigen Minuten.
Was kann man in Lyon bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür gut gerüstet. Das Musée des Confluences füllt problemlos einen halben Tag, das Musée des Beaux-Arts an der Place des Terreaux ebenso. Dazu die überdachten Halles de Lyon Paul Bocuse, das in den Hang gebaute Museum Lugdunum am antiken Theater und die Gadagne-Museen im Vieux Lyon mit Stadtgeschichte und Marionetten.
Ist Lyon ein gutes Ziel mit Kindern?
Ja, vor allem wegen zweier Adressen ohne Eintritt. Im Parc de la Tête d'Or gibt es See mit Ruderbooten, botanische Glashäuser und einen frei zugänglichen Tierpark, und das antike Theater am Fourvière-Hang darf man einfach begehen. Dazu die Standseilbahn als kleines Erlebnis, das Marionettenmuseum rund um Guignol und die Bootsfahrten auf Saône und Rhône.
Wie plant man einen Besuch zur Fête des Lumières?
Früh. Hotels und Züge für die Abende rund um den 8. Dezember solltest du Monate im Voraus buchen, weil die Stadt in diesen Tagen praktisch ausgebucht ist. Reise mit der Bahn an, geh am frühen Abend statt spät los und plane die Route entlang des offiziellen Programms, das jedes Jahr andere Standorte bespielt. Warm anziehen, du stehst viel.
Wo kauft man in Lyon kulinarische Mitbringsel?
In den Halles de Lyon Paul Bocuse am Cours Lafayette, wo Käsetheken wie die von Mère Richard und Charcuterie-Stände wie Sibilia nebeneinanderliegen. Gut transportabel sind Saucisson, Pralines roses für den heimischen Kuchen, Senf und Wein aus dem Beaujolais. Auf den Straßenmärkten an der Croix-Rousse und am Quai Saint-Antoine kaufst du dieselben Dinge oft günstiger.
Wann ist die beste Reisezeit für Lyon?
Mai, Juni und September mit Höchstwerten zwischen 21 und 25 Grad, langen Abenden an den Flussufern und angenehmen Bedingungen für die Aufstiege nach Fourvière und auf die Croix-Rousse. Juli und August sind heiß, im August haben viele Restaurants Betriebsferien. Anfang Dezember lohnt sich nur, wenn du gezielt zur Fête des Lumières kommst.

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Erleben

Aktivitäten & Touren in Lyon Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben

LyonZwei Flüsse, zwei Hügel und ein Renaissanceviertel, in dem man quer durch fremde Hausflure von einer Gasse in die nächste läuft.

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