◆ STADT · FRANZÖSISCHE ALPEN
Val-d'Isère ist kein Ort für Halbherzige. Auf 1.850 Metern am Ende des Tarentaise-Tals gelegen, dort wo der Verkehr ausläuft und nur noch Berge bleiben, hat sich dieses savoyardische Dorf zu einem der anspruchsvollsten Skiziele der Alpen entwickelt. Über dem Ort thront die Face de Bellevarde, jene olympische Abfahrt, an der sich seit 1992 die Weltelite misst, und gemeinsam mit dem Nachbarn Tignes spannt sich ein Skigebiet von über 300 Pistenkilometern bis auf 3.456 Meter hinauf. Der Gletscher von Pissaillas hält den Winter bis in den Hochsommer fest. Und wenn am Nachmittag die Sonne tief über die Pisten von La Daille fällt, verwandelt sich La Folie Douce in die lauteste Höhenbühne der Alpen. Doch unter all dem liegt noch immer das alte Dorf: holzverkleidete Chalets, der Zwiebelturm der Kirche Saint-Bernard, der Geruch von raclette und glühweingewärmten Händen.
Lange bevor der erste Skilift kam, war Val-d'Isère ein abgeschiedenes Hirtendorf am Talschluss, dessen Bewohner die langen Winter in den engen Stuben der Steinchalets überdauerten. Davon zeugt noch heute der historische Kern um die Kirche Saint-Bernard, deren savoyardischer Zwiebelturm sich seit dem 17. Jahrhundert über die Dächer erhebt. Erst in den 1930er-Jahren entdeckten die Pioniere des alpinen Skisports die schneesicheren Hänge – und mit ihnen begann der Aufstieg. Der einheimische Henri Oreiller wurde 1948 Olympiasieger, und der vielleicht größte aller französischen Skifahrer, Jean-Claude Killy, machte den Ort in den 1960er-Jahren weltberühmt. Das Skigebiet trug bis vor Kurzem seinen Namen: Espace Killy.
Der eigentliche Mythos aber hängt an der Face de Bellevarde. Als die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville stattfanden, wurde diese steile, technisch fordernde Flanke über dem Ort zur Bühne der Herren-Abfahrt – und ist seither fester Bestandteil des alpinen Weltcup-Kalenders, wo das Rennen unter dem Namen „Critérium de la Première Neige“ traditionell die Saison eröffnet. Wer im Dezember herkommt, kann den Weltcup-Zirkus live erleben und am nächsten Tag selbst über die blauen und roten Varianten desselben Hangs hinunterwedeln.
Was Val-d'Isère von vielen Alpenorten unterscheidet, ist seine Höhenlage. Der Ort selbst liegt schon auf 1.850 Metern, die Pisten reichen bis weit über 3.000 Meter, und der Gletscher von Pissaillas oberhalb von Le Fornet erlaubt sogar im Juli und August das Skifahren. Das macht die Saison lang und schneesicher – während andere Stationen längst auf Kunstschnee angewiesen sind, fällt hier oft noch im Mai Naturschnee. travelperfect rät, die großen Reisetermine früh zu sichern: Weihnachten, Neujahr und die Februarferien sind in Val-d'Isère seit Jahrzehnten ausgebucht, lange bevor die ersten Flocken fallen.
01 · Auf einen Blick
· Ortsteile
· Sehenswürdigkeiten in Val-d'Isère
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· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Skifahren auf Weltcup-Niveau
Vom Ort führt die Funival-Standseilbahn hinauf zum Rocher de Bellevarde, dem Herzstück des Skigebiets. Wer den Mut hat, nimmt die schwarze olympische Abfahrt, alle anderen genießen die roten Varianten mit Blick über das ganze Tal. Über die Höhenverbindung Col de Fresse geht es weiter ins Reich von Tignes mit dem Gletscher der Grande Motte – zusammen über 300 Pistenkilometer.
Sommer auf dem Gletscher
Im Hochsommer fährt die Seilbahn von Le Fornet hinauf zum Gletscher von Pissaillas, wo bis in den Juli und August Ski gefahren wird. Wer lieber wandert, nimmt die spektakuläre Passstraße über den Col de l'Iseran auf 2.764 Meter – einen der höchsten asphaltierten Pässe der Alpen – hinüber ins Hochtal von Bonneval-sur-Arc.
Après-Ski & Bergküche
Nirgends wird die Mittagspause so laut gefeiert wie bei La Folie Douce an der Bergstation von La Daille, wo Sekt, Cabaret und DJ-Sets schon am frühen Nachmittag beginnen. Wer es ruhiger mag, kehrt in eine der holzgetäfelten Stuben des Dorfs ein – zu Fondue, raclette und einem Glas Génépi, dem savoyardischen Bergkräuter-Likör.
Das alte Dorf
Abseits der Liftstationen bewahrt der historische Ortskern von Val Village seinen Charakter: enge Gassen zwischen Steinchalets, kleine Boutiquen und im Zentrum die Kirche Saint-Bernard mit ihrem savoyardischen Zwiebelturm und barock vergoldetem Altar. Ein Bummel hier erinnert daran, dass Val-d'Isère lange vor dem Skisport ein echtes Bergdorf war.
03 · Wann
Val-d'Isère lebt vom Winter – dank der Höhenlage von 1.850 Metern und Pisten bis über 3.400 Meter ist der Ort eine der schneesichersten Adressen der Alpen, mit einer Saison, die regelmäßig bis Anfang Mai reicht. Der Sommer ist kurz, aber spektakulär: Wanderwege, der Gletscher-Skibetrieb und der geöffnete Col de l'Iseran. Im Frühherbst und im November ruht der Ort fast vollständig.
04 · Häufige Fragen
Neben dem Skigebiet selbst lohnen sich die Face de Bellevarde mit ihrer olympischen Weltcup-Abfahrt, die Kirche Saint-Bernard mit savoyardischem Zwiebelturm im alten Dorfkern, der Gletscher von Pissaillas oberhalb von Le Fornet und im Sommer der Col de l'Iseran auf 2.764 Metern – einer der höchsten asphaltierten Pässe der Alpen. Wer Natur sucht, wandert in den angrenzenden Vanoise-Nationalpark.
Für Wintersportler ist die Zeit von Dezember bis April ideal – dank der Höhenlage zählt Val-d'Isère zu den schneesichersten Orten der Alpen, und die Saison reicht oft bis Anfang Mai. Februar bietet die zuverlässigsten Schneeverhältnisse, im März und April locken längere, sonnigere Tage. Wer wandern oder im Sommer auf dem Gletscher Ski fahren will, kommt im Juli oder August.
Mit der Bahn fährt man per TGV bis Bourg-Saint-Maurice und von dort die letzten rund 30 km mit Bus oder Transfer hinauf. Die nächsten Flughäfen sind Genf (ca. 3 Std.), Lyon-Saint-Exupéry und Chambéry. Mit dem Auto geht es über die A43 und N90 bis Bourg-Saint-Maurice und dann über die kurvige Bergstraße D902 – im Winter sind Winterreifen und Schneeketten dringend zu empfehlen.
So hieß lange das gemeinsame Skigebiet von Val-d'Isère und dem Nachbarort Tignes, benannt nach dem Skistar Jean-Claude Killy. Heute wird es als „Val d'Isère – Tignes“ vermarktet. Mit einem Skipass stehen über 300 Pistenkilometer offen, Pisten bis auf 3.456 Meter sowie der Gletscher der Grande Motte über Tignes – eines der größten zusammenhängenden Skigebiete der Welt.
Ja. Oberhalb von Le Fornet liegt der Gletscher von Pissaillas, auf dem im Juli und August ein begrenztes Sommer-Skigebiet betrieben wird – vor allem für Training und frühmorgendliche Fahrten, bevor der Firn weich wird. Die genauen Betriebszeiten hängen vom Schnee ab, daher lohnt ein Blick auf die aktuellen Angaben der Bergbahnen.
Für einen Skiurlaub sind sechs bis sieben Tage ideal, um das riesige Gebiet von Val-d'Isère und Tignes wirklich zu erkunden, ohne sich zu hetzen. Wer nur das Wesentliche sehen will, kommt mit drei bis vier Tagen aus. Im Sommer reichen für Wandern und den Col de l'Iseran zwei bis drei Tage.
Der Ort hat den Ruf eines anspruchsvollen Reviers – schon wegen der legendären Face de Bellevarde. Tatsächlich gibt es aber für jedes Niveau Pisten: sanfte blaue Hänge am Solaise und im Verbund mit Tignes ebenso wie steile schwarze Abfahrten. Skischulen wie die ESF helfen Einsteigern und Kindern beim Start; richtig zur Geltung kommt das Gebiet aber bei sicheren Fortgeschrittenen.
05 · In der Nähe
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