◆ STADT · FRANZÖSISCHE ALPEN
Megève ist der mondäne Gegenentwurf zum funktionalen Skiort. Was die Baronin Noémie de Rothschild in den 1920er-Jahren als französische Antwort auf St. Moritz schuf, ist bis heute ein Dorf aus Holzchalets geblieben, durch das im Winter Pferdekutschen mit klingelnden Glöckchen klappern. Statt Betonhochhäuser prägen ein mittelalterlicher Kern um die Église Saint-Jean-Baptiste, kopfsteingepflasterte Gassen und drei sanfte Skigebiete den Ort – Rochebrune, Mont d'Arbois und Le Jaillet. Hier zählt das Savoir-vivre mehr als die Höhenmeter: Drei-Sterne-Küche, Boutiquen unter Arkaden und der Blick auf das Mont-Blanc-Massiv gehören so selbstverständlich dazu wie die ersten Carving-Schwünge des Tages.
Die Geschichte des modernen Megève beginnt 1916 mit einer Enttäuschung. Die Baronin Noémie de Rothschild wollte dem damals deutschsprachigen St. Moritz einen französischen Nobelskiort entgegensetzen und ließ einen Schweizer Bergführer das passende Tal suchen. Seine Wahl fiel auf ein altes Bauerndorf am Fuß des Mont d'Arbois. Hier entstand mit dem Palace des Neiges der erste mondäne Treffpunkt, später kam die Seilbahn auf den Mont d'Arbois hinzu – und mit ihr eine Klientel aus Pariser Gesellschaft, Künstlern und gekrönten Häuptern, die Megève bis heute prägt.
Doch anders als viele Retorten-Stationen der späteren Jahrzehnte behielt Megève seinen Ursprung. Der Dorfkern blieb ein mittelalterliches Gefüge aus engen Gassen, Arkaden und der Église Saint-Jean-Baptiste, deren Glockenturm das Ortsbild bestimmt. Autos werden im Zentrum weitgehend draußen gehalten; an ihre Stelle treten die calèches, die offenen Pferdekutschen, die Gäste über das Kopfsteinpflaster ziehen. Wer durch die Rue Charles Feige schlendert, vorbei an Pâtisserien, Skiausrüstern und Galerien, spürt schnell, dass es hier nie nur ums Skifahren ging.
Diese Mischung aus alpiner Bodenständigkeit und diskretem Luxus macht Megèves Eigenart aus. Die drei Skigebiete sind sanft und sonnig, eher für genussvolle Schwünge als für extreme Steilhänge gemacht. Dafür entschädigt eine Gastronomie-Dichte, die ihresgleichen sucht: Emmanuel Renaut holte mit dem Flocons de Sel drei Michelin-Sterne in die Berge, und an der Talstation wie auf den Gipfeln reiht sich Hütte an Adresse. travelperfect rät, Megève nicht nur als Skiziel zu sehen, sondern als Ort, an dem man morgens auf der Piste ist und nachmittags durch ein Dorf bummelt, das aussieht wie aus einem Wintermärchen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Hotels
· Restaurants
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Ski & Schnee
Megève teilt sich auf drei Gebiete auf: Rochebrune direkt über dem Dorf, das weitläufige Mont d'Arbois mit Blick aufs Mont-Blanc-Massiv und das sonnige, familienfreundliche Le Jaillet. Gemeinsam mit Saint-Gervais und Combloux bilden sie das große Skigebiet Évasion Mont-Blanc. Die Hänge sind eher sanft als steil – ideal für genussvolle Carving-Tage und lange Mittagspausen auf der Sonnenterrasse.
Dorf & Geschichte
Der autofreie Ortskern lässt sich in einem ausgedehnten Bummel erkunden: vom Place de l'Église mit der Église Saint-Jean-Baptiste über die Arkaden der Rue Charles Feige bis zum Calvaire, einem Kreuzweg mit Kapellen am Hang über dem Dorf. Zwischen Galerien, Pâtisserien und Skiausrüstern spürt man, warum Megève seit den Rothschild-Jahren als das eleganteste Bergdorf Frankreichs gilt.
Genuss & Sterneküche
Kaum ein Bergdorf hat eine solche Gastronomie-Dichte. Höhepunkt ist Emmanuel Renauts Flocons de Sel mit drei Michelin-Sternen, doch auch in den Hotelrestaurants und auf den Bergrestaurants wird die savoyische Küche zelebriert – Fondue, Raclette, Tartiflette und Reblochon-Käse vom nahen Alpweiden. Wer es leger mag, kehrt mittags in einer der Hütten am Mont d'Arbois ein.
Sommer am Berg
Im Sommer verwandelt sich Megève in ein weites Wandergebiet mit Blick auf das Mont-Blanc-Massiv. Vom Mont d'Arbois führen Höhenwege über Alpweiden, der 18-Loch-Golfplatz zählt zu den höchstgelegenen Frankreichs, und Mountainbiker finden markierte Trails. Abends bleibt das Dorf belebt, ohne den Trubel der Wintersaison.
03 · Wann
Megève hat zwei Hochsaisons mit ganz unterschiedlichem Charakter. Der Winter gehört dem Skisport und dem festlichen Dorfleben, der Sommer den Wanderern und Golfern. Frühling und Spätherbst sind ruhige Zwischensaisons, in denen viele Lifte und Häuser geschlossen haben – dafür ist es deutlich günstiger und stiller. Da Megève auf rund 1.100 m liegt, sind die Sommer angenehm mild, die Winter schneesicher, aber abhängig von der Großwetterlage.
04 · Häufige Fragen
Das hängt vom Ziel ab. Für Skiurlaub ist die Saison von Dezember bis März am verlässlichsten, mit Hochbetrieb um Weihnachten und in den Februarferien. Wer wandern, Golf spielen oder einfach die Bergluft genießen will, kommt am besten von Juli bis September, wenn das Tal mild und grün ist. Frühling und Herbst sind ruhig und günstig, aber viele Lifte und Häuser haben dann geschlossen.
Der nächste internationale Flughafen ist Genf (GVA), rund 70 km entfernt und in gut einer Stunde per Auto oder Transfer-Shuttle erreichbar. Mit dem Zug fährt man per TGV bis Sallanches, etwa 12 km vom Ort; von dort geht es per Bus oder Taxi weiter. Megève selbst hat keinen Bahnhof. Im Dorf braucht man kaum ein Auto, kostenlose Navette-Busse fahren zu den Talstationen.
Megève verteilt sich auf drei Berge: Rochebrune direkt über dem Dorf, das weitläufige Mont d'Arbois mit Blick aufs Mont-Blanc-Massiv und das sonnige, familienfreundliche Le Jaillet. Zusammen mit den Nachbarorten Saint-Gervais und Combloux bilden sie das große Skigebiet Évasion Mont-Blanc. Die Pisten sind eher sanft und sonnig als extrem steil – ideal für genussorientierte Skifahrer und Familien.
Megève ist eines der wenigen Bergdörfer, das auch abseits der Piste lebt: der mittelalterliche, weitgehend autofreie Dorfkern mit der Église Saint-Jean-Baptiste, den Arkaden der Rue Charles Feige und dem Kreuzweg Le Calvaire gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der französischen Alpen. Dazu kommen Pferdekutschfahrten, Spas in den Hotels und eine herausragende Gastronomie bis hin zu drei Michelin-Sternen. Im Sommer ergänzen Wandern, Golf und Mountainbike das Programm – auch wer nie auf Skiern steht, findet reichlich zu tun.
Megève gilt als eine der mondänsten Adressen der französischen Alpen, und das spiegelt sich in den Preisen für Hotels und Restaurants in der Hochsaison wider. Wer flexibel ist, fährt günstiger: außerhalb der Schul- und Feiertage, in der Nebensaison oder mit einer Unterkunft in den Nachbarorten. Auf dem Berg gibt es neben den Gourmettempeln auch einfache Hütten mit savoyischer Küche zu fairen Preisen.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Megève.
Karte