Wer Ravenna kennt, kennt die Mosaike – die goldglänzenden Wände von San Vitale, die Stille des Mausoleums der Galla Placidia. Doch wer die Stadt wirklich verstehen will, sollte früh morgens an den Kanal der Darsena gehen, wenn das Wasser noch ruhig liegt und die ersten Baristas ihre Siebträger einspannen. Hier, am alten Hafenbecken der Stadt, schlägt ein anderer Herzschlag.
Die Darsena war einst das wirtschaftliche Rückgrat Ravennas: ein funktionaler Binnenhafen, durch den Waren zwischen der Adria und dem Stadtzentrum flossen. Heute ist das Becken kein Frachtumschlagplatz mehr, sondern ein Ort des Aufenthalts. Die Kais sind zu Promenaden geworden, die alten Lagerhäuser beherbergen Restaurants, Bars und Kulturräume. Wer entlang des Kanals schlendert, entdeckt Boote, die im Wasser schaukeln, und Cafés, deren Stühle bis an die Uferpromenade reichen.
Abends verwandelt sich das Viertel. Die Studierenden der Universität Ravenna mischen sich mit Einheimischen und Reisenden, die Terrassen füllen sich, und die Spiegelungen der Laternen tanzen auf dem Wasser. Die Darsena ist kein Museum – sie ist ein Ort, der lebt. Aperitivo-Stunden, Konzerte auf improvisierten Bühnen, Gespräche bis in die Nacht: Das Viertel hat eine Energie, die man in der historischen Altstadt so nicht findet.
Gleichzeitig liegt die Darsena nah genug am Zentrum, dass man zu Fuß die Basilika di Sant'Apollinare Nuovo oder den Battistero degli Ariani erreicht. Das macht sie zur idealen Basis: tagsüber Weltkulturerbe erkunden, abends zurückkehren ans Wasser. Hotels und Unterkünfte in der Darsena sind oft günstiger als direkt in der Altstadt und bieten dabei einen eigenen Charme, den die touristisch stärker frequentierten Lagen nicht haben.

NH Ravenna
Funktionales Vier-Sterne-Stadthotel der NH-Gruppe am alten Hafenbecken Darsena, rund zehn Gehminuten von Ravennas frühchristlichen Mosaiken und direkt hinter dem Bahnhof.