Wer Porto Rotondo zum ersten Mal betritt, bemerkt sofort, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Das Viertel wurde in den 1960er Jahren von den Grafen Donà dalle Rose als privates Ferienprojekt aus dem Boden gestampft – und diese planvolle Eleganz ist bis heute spürbar. Die Architektur orientiert sich an sardischen Bauelementen: ockerfarbene Fassaden, Arkaden, enge Gassen aus hellem Naturstein. Kein Hochhaus, kein Betonklotz. Stattdessen ein Ensemble, das wie gewachsen wirkt, obwohl es entworfen wurde.
Das Herzstück ist die Piazza San Marco, die an lauen Sommerabenden zum natürlichen Treffpunkt wird. Rings um den kleinen Kirchplatz reihen sich Boutiquen, Bars und Restaurants, während auf der einen Seite das Meer schimmert und auf der anderen Seite die Hügel der Costa Smeralda beginnen. Die Kirche San Lorenzo, von dem Künstler Mario Ceroli mit expressiven Holzskulpturen ausgestattet, ist eines der überraschendsten Kunstwerke an dieser Küste – ein sakraler Raum, der sich wie ein zeitgenössisches Atelier anfühlt.
Der Marina di Porto Rotondo zählt zu den bekanntesten Yachthäfen Nordostsardiniens. Im Hochsommer liegen hier Segelboote und Motorjachten dicht an dicht; das Flanieren entlang der Hafenpromenade ist ein Schauspiel für sich. Wer lieber ins Wasser möchte als aufs Wasser zu schauen, findet in unmittelbarer Nähe mehrere Buchten mit feinem Sand und türkisfarbenem Wasser – darunter die Spiaggia di Porto Rotondo, die auch mit dem Shuttleboot erreichbar ist.
Porto Rotondo richtet sich klar an Reisende, die Ruhe, Stil und natürliche Schönheit suchen. Familien mit Kindern schätzen die ruhige, übersichtliche Anlage und die sicheren Badestrände. Paare finden in den Abendstunden eine Atmosphäre, die zwischen Dolce Vita und mediterraner Gelassenheit pendelt. Und wer Sardinien jenseits der Massentourismus-Routen erleben möchte, findet hier ein Viertel, das trotz seiner Bekanntheit seinen eigenen Rhythmus bewahrt hat.

Chiesa di San Lorenzo Porto Rotondo
Kirche oberhalb der Marina von Porto Rotondo: außen ein schlichter Granitbau, innen ein Holz-Gesamtkunstwerk des Bildhauers Mario Ceroli, mit Blick über die Bucht.
Holz-Gesamtkunstwerk des Bildhauers Mario Ceroli im Inneren