Keine andere italienische Stadt ist so ungefiltert wie Neapel. Hier verschmelzen Lärm und Lebensfreude, Verfall und Schönheit zu einer Atmosphäre, die man kaum anderswo findet. Über der Stadt thront der Vesuv, jener Vulkan, der im Jahr 79 n. Chr. Pompeji unter Asche begrub und bis heute den Golf von Neapel prägt. Davor breitet sich eine der größten und ältesten Altstädte Europas aus, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Das Herz dieser Altstadt schlägt entlang des Spaccanapoli, jener schnurgeraden Gasse, die das historische Zentrum wie mit dem Messer durchschneidet. Hier drängen sich Kirchen, Werkstätten und Krippenmacher der Via San Gregorio Armeno, und über den Köpfen flattert die Wäsche zwischen den hohen Häusern. Wenige Schritte entfernt liegen die berühmte Cappella Sansevero mit dem verschleierten Christus und das Archäologische Nationalmuseum, das die schönsten Funde aus Pompeji und Herculaneum bewahrt.
Neapel ist die Geburtsstadt der Pizza. Die Pizza Napoletana mit ihrem weichen, luftigen Rand ist seit 2017 immaterielles UNESCO-Kulturerbe, und in den traditionsreichen Pizzerien der Altstadt schmeckt sie wie nirgendwo sonst. Dazu kommen Sfogliatella, Espresso im Stehen und das geschäftige Treiben der Märkte.
Vom Wasser aus zeigt sich die Stadt von ihrer eleganten Seite: das Castel dell'Ovo auf seiner Halbinsel, die Uferpromenade entlang des Lungomare, die Hügel von Vomero mit der Festung Castel Sant'Elmo. Und Neapel ist das Tor zu einer ganzen Region: Pompeji, die Amalfiküste, die Inseln Capri und Ischia sowie Sorrent sind von hier aus bequem erreichbar. Wer sich auf Neapel einlässt, erlebt Italien in seiner intensivsten Form.

Castel Sant'Elmo
Sternförmige Festung auf dem Vomero-Hügel über Neapel, neben der Kartause San Martino, mit dem weitesten Rundumblick über Stadt, Golf und Vesuv.
Sternförmige Bastionsfestung aus dem 16. Jahrhundert auf dem Vomero-Hügel






