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Vicolo dei Lavandai
Der überdachte Waschplatz aus dem 18. Jahrhundert, an dem einst die Wäscherinnen am Kanal knieten – der fotogenste Winkel der Navigli.
◆ STADTVIERTEL · MAILAND
An den beiden verbliebenen Kanälen – Naviglio Grande und Naviglio Pavese – zeigt Mailand seine entspannteste Seite: Galerien und Werkstatthöfe in alten casa-di-ringhiera-Häusern, der Vicolo dei Lavandai als Postkartenwinkel und abends eine Uferpromenade, die sich in eine einzige lange Aperitivo-Tafel verwandelt.

Mailand war einmal eine Wasserstadt: Ab dem 12. Jahrhundert verbanden Kanäle die Stadt mit Tessin, Adda und Po, Leonardo da Vinci verbesserte die Schleusentechnik, und über den Naviglio Grande kam der Marmor für den Dom bis fast an die Baustelle. Erst um 1930 wurde der innere Kanalring zugeschüttet – geblieben sind der Naviglio Grande, der Naviglio Pavese und das alte Hafenbecken der Darsena, das seit seiner Sanierung wieder als Stadtbühne dient.
Tagsüber zeigt das Viertel seine handwerkliche Seite: Ateliers und Galerien in den Laubengang-Höfen der alten casa-di-ringhiera-Häuser, der Vicolo dei Lavandai mit seinem überdachten Waschplatz, die Kirche San Cristoforo am Wasser – und am letzten Sonntag des Monats der große Antiquariatsmarkt, der die Uferwege in ein Freiluftarchiv verwandelt.
Abends übernimmt der Aperitivo: Auf beiden Uferseiten reihen sich Bars, deren Tische bis an die Kanalkante rücken – die erste Reihe ist touristisch, in den Hinterhöfen und am Naviglio Pavese trinkt das junge Mailand. Wer beides verbinden will, nimmt erst das Boot über den Kanal und lässt sich dann treiben; spät nachts ist das Viertel laut, am Sonntagmorgen dafür von fast dörflicher Ruhe.
01 · Highlights
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Der überdachte Waschplatz aus dem 18. Jahrhundert, an dem einst die Wäscherinnen am Kanal knieten – der fotogenste Winkel der Navigli.
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Das alte Hafenbecken der Stadt, heute Uferpromenade mit Markt, Bars und Blick auf das Zusammentreffen der Kanäle.
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Am letzten Sonntag des Monats breiten Händler ihre Stände entlang der Alzaia aus – von Jugendstil-Lampen bis Vinyl.
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Die kleine Doppelkirche direkt am Wasser, seit Jahrhunderten Wegmarke der Kanalschiffer.
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Der raue Bruder des Naviglio Grande – Studentenbars, Livemusik und Aperitivo ohne Postkartenpreise.
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06 · Häufige Fragen
Der große Antiquariatsmarkt entlang des Naviglio Grande findet in der Regel am letzten Sonntag des Monats statt (im Hochsommer mit Pausen). Hunderte Händler säumen dann die Alzaia – früh kommen lohnt, vormittags ist die Auswahl am besten.
Die erste Reihe direkt am Wasser ist stimmungsvoll, aber touristisch. Einheimische weichen in die Hinterhöfe der casa-di-ringhiera-Häuser aus oder an den Naviglio Pavese, wo die Preise fairer und das Publikum jünger sind. Üblich ist ein Spritz oder Negroni mit großzügigen Häppchen ab etwa 18 Uhr.
Ja – von Frühling bis Herbst starten am Naviglio Grande etwa einstündige Bootstouren, die Schleusengeschichte und Uferleben vom Wasser aus zeigen. Besonders schön zur goldenen Stunde, wenn sich die Lichter der Bars im Kanal spiegeln.
Am schnellsten mit der Metro M2 bis Porta Genova, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß zum Naviglio Grande. Vom Dom läufst du gemütlich gut 25 Minuten – am schönsten über die Via Torino und die Säulen von San Lorenzo an der Porta Ticinese.
07 · In der Nähe
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