Wer Linz wirklich verstehen will, fährt hinauf. Die Pöstlingbergbahn startet am Hauptplatz und schlängelt sich auf einer der steilsten Adhäsionsbahnen Europas den 539 Meter hohen Pöstlingberg hinauf – eine Strecke, die seit 1898 in Betrieb ist und das Stadtbild von Linz wie kaum ein anderes Bauwerk geprägt hat. Schon beim Einsteigen in die orangefarbenen Triebwagen spürt man, dass hier Geschichte mitfährt: Die Bahn ist kein museales Relikt, sondern ein echtes Alltagsverkehrsmittel, das Einheimische und Neugierige gleichermaßen nutzt. Die Fahrt selbst dauert rund 15 Minuten und ist ein Erlebnis für sich. Kaum hat die Bahn die engen Gassen der Linzer Innenstadt hinter sich gelassen, öffnet sich das Panorama Stück für Stück: die Donau, die Altstadt mit dem Alten Dom, die Dächer der Neustadt und bei klarer Sicht das weite Alpenvorland bis hin zu den Gipfeln des Salzkammerguts. Die Steigung ist spürbar – bis zu 58 Promille an der steilsten Stelle –, was dem gemächlichen Tempo der Bahn eine fast dramatische Qualität verleiht. Oben angekommen empfängt einen die Wallfahrtskirche Pöstlingberg, deren Doppeltürme schon von weitem sichtbar sind und die das Wahrzeichen des Berges bilden. Von der Aussichtsterrasse direkt neben der Bergstation schweift der Blick über die gesamte Stadt – ein Moment, der sich besonders in den Abendstunden lohnt, wenn das Licht flach über die Donauebene fällt und Linz in warmes Orange getaucht wird. Wer möchte, besucht die Grottenbahn im Märchenschloss Pöstlingberg, eine der ältesten ihrer Art in Europa, die vor allem Familien mit Kindern begeistert. Die Pöstlingbergbahn ist in das Linzer Stadtbahnnetz integriert und wird mit einem regulären Fahrschein des Linzer Linien-Netzes genutzt. Wer mehrere Fahrten plant oder auch andere öffentliche Verkehrsmittel in Linz nutzen möchte, fährt mit einer Tageskarte am günstigsten. Die Bahn verkehrt täglich und ist damit zu jeder Jahreszeit erlebbar – im Winter mit Schnee auf den Türmen der Wallfahrtskirche ebenso wie im Sommer, wenn die Hänge des Pöstlingbergs grün leuchten.
Eine Fahrt mit der Pöstlingbergbahn ist ein Zeitsprung und ein Stadtpanorama in einem: Die historischen Triebwagen tragen einen seit 1898 den steilen Hang hinauf, vorbei an Wohnhäusern und Gärten, bis die Doppeltürme der Wallfahrtskirche über den Baumkronen auftauchen und Linz sich von seiner schönsten Seite zeigt.
