Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hallstatt
Der Ortskern misst kaum einen Kilometer – du suchst hier nichts, du stolperst von einer Station in die nächste.
Alles beginnt am Marktplatz, einem winzigen Platz mit der Dreifaltigkeitssäule in der Mitte, um den sich Bürgerhäuser in Ocker, Grün und Altrosa drängen. Von hier führen steile Treppen hinauf zur Kirche und ein paar Schritte hinunter zur Seestraße mit ihren hölzernen Bootshütten und den Terrassen der Gasthöfe. Das Bild, das du von Hallstatt im Kopf hast, entsteht allerdings nicht hier, sondern weiter nördlich am Ufer: Von dort staffeln sich die Häuser hintereinander, und der spitze Kirchturm steht exakt vor der Felswand. Der Punkt ist bekannt und entsprechend belagert – und er liegt direkt vor bewohnten Häusern, deren Bewohner täglich mit fremden Kameras in ihren Vorgärten leben.
Über dem Ort, nur über Treppen erreichbar, steht die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit dem bedeutendsten Kunstwerk des Ortes: einem spätgotischen Doppelflügelaltar von 1515, der zu den wichtigsten seiner Art in Österreich zählt. Gleich daneben liegt die Michaelskapelle, und in deren Untergeschoss das Beinhaus Hallstatt. Über 1.200 Schädel lagern dort in Reihen, mehr als 600 davon bemalt – mit Efeu, Eichenlaub und Rosenkränzen, dazu Name und Sterbejahr auf der Stirn. Der Brauch entstand aus purem Platzmangel: Der Friedhof auf dem schmalen Hang war zu klein, Gräber wurden nach Jahren wieder geöffnet. Der letzte Schädel kam 1995 dazu, auf ausdrücklichen Wunsch der Verstorbenen.
Der Turm, der auf jedem zweiten Foto steht, gehört der Evangelischen Kirche Hallstatt, einem neugotischen Bau aus den 1860er-Jahren unmittelbar am Wasser – innen hell und schlicht, außen die Silhouette, die den Ort weltbekannt gemacht hat. Dass ausgerechnet hier eine evangelische Gemeinde das Ortsbild prägt, hat mit dem Salz zu tun: Die Bergknappen des Salzkammerguts hielten über Generationen im Geheimen am Protestantismus fest, als das Land längst rekatholisiert war, und traten erst nach dem Toleranzpatent von 1781 wieder offen auf. Ein paar Höhenmeter darüber, nur über die Kirchenstiege erreichbar, steht die katholische Pfarrkirche – zwei Konfessionen auf hundert Metern Luftlinie, aber mit einer ganzen Treppenflucht dazwischen.
Was der Ort sonst nur andeutet, sortiert das Welterbemuseum am Marktplatz. Ab 1846 legte der Bergmeister Johann Georg Ramsauer im Hochtal über Hallstatt ein prähistorisches Gräberfeld frei und dokumentierte bis 1863 rund 980 Gräber mit einer für seine Zeit ungewöhnlichen Sorgfalt, inklusive aquarellierter Fundtafeln. Die Beigaben waren so charakteristisch, dass die ältere Eisenzeit Mitteleuropas seither Hallstattzeit heißt – ein Abschnitt von rund 350 Jahren, etwa 800 bis 450 v. Chr., benannt nach einem Dorf mit dreistelliger Einwohnerzahl. Im Museum siehst du Schmuck, Waffen und Werkzeug aus diesen Gräbern, dazu die Salzgeschichte bis in die Gegenwart. Der beste erste Stopp, bevor du zum Bergwerk hinauffährst.







































