
◆ STADT · OBERÖSTERREICH
Linz ist die Stadt, die ihr eigenes Image überholt hat. Wer hier nur Industrie und Stahlwerk erwartet, steht plötzlich vor dem Ars Electronica Center, dessen Glasfassade nachts in Tausend Farben über die Donau pulst, oder vor dem schwarz-glänzenden Lentos, das sein Licht ins Wasser wirft. Dazwischen entfaltet sich der barocke Hauptplatz, einer der größten umbauten Plätze Europas, von dem die steilste Adhäsionsbahn der Welt zum Pöstlingberg hinaufklettert. Linz schmeckt nach der Linzer Torte, der ältesten dokumentierten Torte überhaupt, und klingt nach Anton Bruckner, dessen Konzerthaus am Ufer steht. Diese Stadt verbindet Schwerindustrie und Avantgarde ohne jede Berührungsangst – und genau das macht sie so unverwechselbar.

Linz trägt seine Geschichte in Schichten. Schon zur Römerzeit lag hier Lentia, ein Donaukastell an der Bernsteinstraße; im Mittelalter wuchs die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Mautplatz am Fluss, und unter Kaiser Friedrich III. war sie für einige Jahre sogar Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches. Davon zeugen der weite barocke Hauptplatz mit seiner Dreifaltigkeitssäule und das Linzer Schloss hoch über der Altstadt. Doch das 20. Jahrhundert prägte die Stadt anders: Mit den Hermann-Göring-Werken, dem späteren voestalpine-Konzern, wurde Linz zur Stahlstadt – mit all den Schatten, die diese Zeit warf, und mit einem Wohlstand, der bis heute trägt.
Die eigentliche Verwandlung kam später. 1979 wurde das Ars Electronica Festival gegründet, lange bevor irgendjemand von digitaler Kunst sprach, und Linz wurde so zum unwahrscheinlichen Pionier der Medienkunst. 2009 war die Stadt Europäische Kulturhauptstadt, 2014 ernannte die UNESCO sie zur City of Media Arts. Heute spannt sich am Donauufer eine kulturelle Linie von Lentos und Brucknerhaus über die Stahlwelt bis zum gläsernen Ars Electronica Center – eine Stadt, die ihre industrielle Vergangenheit nicht verleugnet, sondern in Zukunft übersetzt.
Wer Linz erleben will, beginnt am besten am Fluss. Die Donaulände, der grüne Uferstreifen, füllt sich an Sommerabenden mit Menschen; im September verwandelt die Klangwolke das Ufer in eine riesige Open-Air-Bühne. Von hier sind es nur Minuten in die kompakte Altstadt mit ihren Cafés und der unvermeidlichen Linzer Torte, und ein Sprung über die Nibelungenbrücke führt nach Urfahr, von wo die nostalgische Pöstlingbergbahn auf den Hausberg zuckelt. travelperfect rät, sich Zeit für beide Linz zu nehmen – das barocke und das digitale, sie liegen nur einen Steinwurf auseinander.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





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02 · Was tun
Medienkunst & Zukunft
Von der Glasfassade des Ars Electronica Center, in dessen Deep Space 8K man durch Datenwelten fliegt, führt der Weg über die Nibelungenbrücke zum schwarz spiegelnden Lentos Kunstmuseum. Wer Linz als UNESCO City of Media Arts verstehen will, beginnt hier – am besten nach Einbruch der Dunkelheit, wenn beide Häuser ihre Lichtinstallationen zünden.
Barock & Altstadt
Der riesige barocke Hauptplatz mit seiner Dreifaltigkeitssäule ist das Herz der Altstadt. Von hier sind es nur Schritte zum Alten und Neuen Dom, zum Linzer Schloss mit seinem Schlossmuseum und in die Cafés, in denen die Linzer Torte seit Generationen gebacken wird – das älteste namentlich dokumentierte Tortenrezept der Welt.
Hausberg & Nostalgie
In Urfahr steigt man in die historische Pöstlingbergbahn, die seit 1898 als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt den Hausberg erklimmt. Oben warten die zweitürmige Wallfahrtsbasilika, die märchenhafte Grottenbahn im alten Festungsturm und ein weiter Blick über Linz, die Donau und das Mühlviertel.
Stahl & Industriekultur
Die voestalpine Stahlwelt erzählt anschaulich, wie aus glühendem Eisen die moderne Stadt entstand – mit multimedialer Schau und Werksführungen durch eines der größten Stahlwerke Europas. Wer das industrielle Linz verstehen will, ergänzt den Besuch mit einem Spaziergang entlang der Donau, wo Hochöfen und Medienkunst nur einen Fluss trennt.
03 · Wann
Linz hat ein gemäßigtes mitteleuropäisches Klima mit warmen Sommern und kühlen, manchmal nebligen Wintern. Das Leben spielt sich stark am Fluss ab: Vom Frühling bis in den Herbst füllt sich die Donaulände, im September verwandeln Ars Electronica und die Klangwolke das Ufer in eine Bühne. Wer Museen und Kaffeehäuser sucht, ist auch im Winter gut beraten – dann ist die Stadt ruhig und der Andrang gering.
04 · Häufige Fragen
Für die Höhepunkte – Ars Electronica Center, Lentos, Hauptplatz mit Altstadt und ein Ausflug auf den Pöstlingberg – reichen zwei volle Tage gut aus. Wer zusätzlich die voestalpine Stahlwelt, das Schlossmuseum und eine Donau-Schifffahrt einplanen oder Linz als Basis für Ausflüge ins Mühlviertel und ins Salzkammergut nutzen möchte, sollte drei bis vier Tage vorsehen.
Am bequemsten mit der Bahn: Der Linzer Hauptbahnhof liegt an der Westbahnstrecke, Wien ist in rund 1,5 Stunden, Salzburg in etwa 1,2 Stunden und München in rund 2,5 Stunden erreichbar. Der kleine Flughafen Linz (LNZ) in Hörsching hat nur wenige Verbindungen; für internationale Anreisen sind Wien-Schwechat und München die größeren Drehkreuze. Mit dem Auto liegt Linz direkt an der Westautobahn A1.
Das Ars Electronica Center versteht sich als „Museum der Zukunft" und zeigt interaktiv, wie Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenwachsen. Höhepunkt ist der Deep Space 8K, ein Raum mit wandfüllenden 8K-Projektionen auf Wand und Boden, durch den man etwa durchs Weltall oder durch Kunstwerke fliegt. Für die beliebten Deep-Space-Vorführungen empfiehlt sich eine Reservierung vor Ort.
Ja, sehr. Die Pöstlingbergbahn klettert seit 1898 von Urfahr auf den Hausberg und gilt als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Oben warten die markante zweitürmige Wallfahrtsbasilika, die nostalgische Grottenbahn im alten Festungsturm und ein Panoramablick über Linz, die Donau und das Mühlviertel – besonders schön bei klarem Wetter.
Die Linzer Torte – ein mürber, mit Zimt und Nelken gewürzter Mandelteig mit Ribiselmarmelade und dem typischen Gitter obenauf. Sie gilt als die älteste namentlich dokumentierte Torte der Welt und wird in fast jedem Kaffeehaus der Stadt serviert. Dazu gehört ein Stück oberösterreichische Wirtshauskultur, etwa eine deftige Brettljause oder ein Bier aus dem Stiegl-Klosterhof.
Durchaus – dank der schnellen Westbahnverbindung in rund 1,5 Stunden ist Linz gut als Tagesziel machbar, etwa für Hauptplatz, Ars Electronica Center und Pöstlingberg. Für die volle Bandbreite aus Medienkunst, Industriekultur und Donau-Erlebnis lohnt sich aber eine Übernachtung, zumal Linz auch ein guter Ausgangspunkt für die Wachau und das Salzkammergut ist.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Linz.
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