Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Linz
Zwischen Hauptplatz und Ars Electronica Center liegen keine zehn Gehminuten, und die Nibelungenbrücke dazwischen ist der kürzeste Weg vom Barock in die Gegenwart.
Der Hauptplatz ist mit rund 13.000 Quadratmetern einer der größten geschlossenen Stadtplätze Mitteleuropas und dabei kein Museumsstück, sondern Marktfläche und Treffpunkt. Seit Herbst 2024 ist er autofrei, über das Pflaster rollen nur noch Straßenbahnen sowie Taxis, Lieferverkehr und Räder; in den kommenden Jahren soll der Platz umgebaut werden, mit Bäumen und barrierefreien Plateaus. An den Rändern stehen Barockfassaden in Pastell, und in der Mitte steht die Dreifaltigkeitssäule von 1723, gut zwanzig Meter weißer Salzburger Marmor, gestiftet aus Dankbarkeit für das Überstehen von Krieg, Feuer und Pest. An der Nordseite endet der Platz an der Nibelungenbrücke und damit an der Donau. Wer sich einmal um die eigene Achse dreht, hat die Stadt schon halb sortiert.
Vom Hauptplatz führt die Hofgasse westwärts in das Altstadtviertel, den ältesten Teil der Stadt, wo die Gassen enger werden und abends die meisten Lokale offen haben. Über allem liegt das Linzer Schloss auf dem Felsrücken: Kaiser Friedrich III. residierte hier und starb 1493 in Linz, der Südflügel brannte 1800 ab und wurde erst 2009 durch einen scharfkantigen Glasbau ersetzt. Drinnen zeigt das Schlossmuseum Kunst-, Kultur- und Naturgeschichte Oberösterreichs unter einem Dach, draußen öffnet die Terrasse den besten Überblick über Fluss und Urfahr. Ein paar Schritte weiter steht die Martinskirche, in Teilen karolingisch und damit eine der ältesten erhaltenen Kirchen Österreichs.
Der Mariendom, den in Linz alle den Neuen Dom nennen, steht wenige Straßen südlich und ist die größte Kirche Österreichs – nicht die höchste, denn sein Turm blieb mit knapp 135 Metern bewusst unter dem Stephansdom in Wien, aber die mit dem meisten Platz. Rund 20.000 Menschen fasst der neugotische Bau, an dem von 1862 bis 1924 gearbeitet wurde. Sehenswert sind vor allem die Linzer Fenster, in denen statt Heiligenlegenden Stadtgeschichte erzählt wird. Der barocke Alte Dom ein paar Blocks weiter ist das musikalische Gegenstück, denn Anton Bruckner war hier von 1856 bis 1868 Organist und hat die Stadt als Komponist geprägt wie kein Zweiter.
Am Wasser läuft die Kulturmeile. Zwischen Brucknerhaus und Lentos zieht sich die Donaulände als Parkstreifen am Ufer entlang, gesäumt von den Stahlplastiken des Forum Metall aus den 1970er-Jahren. Das Lentos Kunstmuseum ist der klare Glasriegel darin, benannt nach Lentia, dem römischen Namen der Stadt; die Sammlung reicht von Klimt, Schiele und Kokoschka bis in die Gegenwart, und nachts leuchtet die Fassade in wechselnden Farben über das Wasser. Gegenüber, am Nordufer, antwortet die Medienfassade des Ars Electronica Center – zwei Museen, ein Fluss dazwischen, und der bequemste Fotostandpunkt ist die Mitte der Nibelungenbrücke.









































