Wer den Pöstlingberg in Linz besucht, denkt zuerst an die Wallfahrtskirche und den weiten Blick über die Donaustadt. Doch tief im Inneren des Hügels wartet ein Erlebnis, das Generationen von Kindern geprägt hat und Erwachsene zuverlässig in ihre eigene Kindheit zurückversetzt: die Grottenbahn. Seit Jahrzehnten schlängelt sich die kleine Bahn durch künstlich angelegte Felsengänge, vorbei an beleuchteten Dioramen mit Märchenfiguren, Zwergen und Drachen, die in der Dunkelheit der Grotte leuchten wie Szenen aus einem alten Bilderbuch.
Der Einstieg in die Grottenbahn ist selbst schon ein Erlebnis. Die Waggons sind klein, die Gänge eng, und wenn sich die Bahn in die Dunkelheit schiebt, wechselt die Stimmung augenblicklich: Draußen Linzer Alltagsleben, drinnen eine in Farblicht getauchte Märchenwelt. Szene für Szene gleitet man an handgefertigten Figuren vorbei, die Klassiker wie Dornröschen oder den Drachen der Bergkönige zeigen. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, doch diese Minuten sind dicht gepackt mit Details, die man beim zweiten Besuch neu entdeckt.
Besonders in der Vorweihnachtszeit verwandelt sich die Grottenbahn in eine Krippe im großen Stil: Dann ergänzen weihnachtliche Szenerien die ohnehin schon stimmungsvolle Anlage, und der Andrang ist entsprechend groß. Wer die Grottenbahn ohne lange Wartezeiten erleben möchte, sollte an Wochentagen außerhalb der Schulferien kommen, am besten vormittags. An Wochenenden und in den Ferien bilden sich mitunter Schlangen, die zur Geduld mahnen.
Die Grottenbahn ist nicht nur für Familien mit Kindern ein lohnender Stopp, sondern auch für alle, die verstehen wollen, warum Linz seinen Bewohnern so ans Herz gewachsen ist. Sie ist ein Stück gelebter Stadtgeschichte, eingebettet in den Pöstlingberg, der mit der historischen Pöstlingbergbahn bequem aus der Innenstadt erreichbar ist. Oben angekommen, lässt sich der Besuch wunderbar mit einem Spaziergang zur Wallfahrtskirche und dem Blick über die Donau verbinden.