Das Castello Scaligero steht dort, wo Malcesine am eindrücklichsten ist: Die Burg wächst scheinbar direkt aus dem Felsen, der senkrecht über dem Seeufer aufragt, und überblickt von ihrer erhöhten Lage die Dächer der Altstadt, das Hafenbecken und den ganzen nördlichen Gardasee. Im Kern ist die Anlage mittelalterlich; ihre heutige Gestalt mit dem markanten, weithin sichtbaren Bergfried geht im Wesentlichen auf den Ausbau unter den Veroneser Skaligern (Scaligeri) zurück, denen sie auch ihren Namen verdankt. Über die Jahrhunderte wechselte die Festung mehrfach den Besitzer – von den Skaligern über die Republik Venedig bis zur österreichischen Herrschaft im 19. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt eine der bekanntesten Anekdoten des Ortes: Johann Wolfgang von Goethe hielt 1786 auf seiner Italienischen Reise an, um die Burg zu zeichnen, und wurde dabei von misstrauischen Einheimischen kurzzeitig für einen österreichischen Spion gehalten. An diese Episode erinnert die Burg bis heute. Hinter den Mauern verteilen sich mehrere Museumsräume über die verschachtelte Anlage. Sie widmen sich der Naturgeschichte des Monte Baldo, der Geologie und Tierwelt des Sees sowie der Geschichte Malcesines; einzelne Säle zeigen Bezüge zu Goethe. Der eigentliche Höhepunkt aber ist der Aufstieg auf den Turm: Über schmale Treppen geht es hinauf, bis sich oben der Rundblick über Altstadt, Hafen und See bis zu den Felswänden des Westufers öffnet. Die enge, gewachsene Struktur mit Treppen, Höfen und unterschiedlichen Ebenen macht den Reiz des Besuchs aus – feste Schuhe sind ratsam. Weil die Burg unmittelbar über der Altstadt thront, lässt sie sich gut mit einem Bummel durch die Gassen und einem Stopp am Porto Vecchio verbinden. Wer die schönsten Fotos der Festung machen will, geht hinunter an den Hafen oder aufs Wasser, von wo aus sich Fels, Mauern und Bergfried zum klassischen Gardasee-Motiv zusammenschieben.
Die klassische Gesamtansicht von Fels, Mauern und Bergfried gelingt vom Porto Vecchio oder vom Wasser aus.






























