Das Museo Archeologico Nazionale di Sperlonga wurde 1963 direkt neben der Ausgrabungsstätte eröffnet, um an Ort und Stelle zu zeigen, was 1957 in der Grotte des Tiberius zum Vorschein kam. Beim Bau der Küstenstraße hatte man in der Meeresgrotte der antiken Kaiservilla Tausende Marmorfragmente entdeckt; aus ihnen ließen sich monumentale hellenistische Skulpturengruppen rekonstruieren, die Szenen aus der Odyssee darstellen. Die bekanntesten Gruppen zeigen die Blendung des Zyklopen Polyphem und den Angriff des Seeungeheuers Skylla auf das Schiff des Odysseus – dramatische, bewegte Kompositionen, die einst die Grotte schmückten, in der Kaiser Tiberius speiste. Eine gefundene Inschrift nennt drei rhodische Bildhauer, denen auch die berühmte Laokoon-Gruppe der Vatikanischen Museen zugeschrieben wird. Damit verbindet sich Sperlonga direkt mit einem der berühmtesten Werke der antiken Bildhauerkunst; der Skulpturenfund war es, der den Fischerort über die Region hinaus bekannt machte. Der Museumsbesuch lässt sich direkt mit dem Rundgang durch Villa und Grotte verbinden, denn beides liegt auf demselben Gelände am südlichen Ende des Levante-Strands. Wer zuerst die Skulpturen im Museum sieht und dann die Grotte besucht, in der sie gefunden wurden, versteht den Zusammenhang am besten – und kann sich vorstellen, wie die monumentalen Figuren einst im Halbdunkel der Meeresgrotte über dem Speisetisch des Kaisers thronten. Für den Besuch ist ein Ticket erforderlich, das zusammen mit dem angrenzenden Grabungsgelände gilt. Das Museum ist die wichtigste kulturelle Sehenswürdigkeit Sperlongas und ein Muss für alle, die sich für Antike und die Verbindung zur Laokoon-Gruppe interessieren.
Auf die dramatischen Kompositionen der Skylla- und Polyphem-Gruppen achten.





























