Beim geführten Rundgang durch Sperlongas Altstadt wird aus dem verwinkelten Gassengewirr nachvollziehbare Geschichte. Die Tour erklärt, warum das Dorf wie eine Festung über dem Meer gebaut ist: enge Gassen, hohe Mauern und nur wenige Zugänge dienten dem Schutz vor Überfällen sarazenischer Piraten, die jahrhundertelang die tyrrhenische Küste bedrohten. Wer ohne Führung durch die Gassen läuft, sieht ein hübsches weißes Dorf – wer den Hintergrund kennt, versteht, dass jede Verwinkelung einen Zweck hatte. Die Geschichte wird an konkreten Ereignissen festgemacht: am Überfall des Korsaren Khair ad-Din Barbarossa von 1534, bei dem ein großer Teil der Bevölkerung verschleppt wurde, und am Skulpturenfund von 1957 in der Grotte des Tiberius, der den Fischerort weltberühmt machte. Aus den Tausenden Marmorfragmenten ließen sich monumentale Skulpturengruppen mit Szenen aus der Odyssee zusammensetzen – ihre Geschichte verbindet das antike Sperlonga mit dem heutigen Dorf. Unterwegs öffnen sich immer wieder Terrassen mit Blick über beide Strände, den Levante im Osten und den Ponente im Westen, getrennt durch den weißen Felssporn. Der Rundgang ist die ideale Einführung in den Ort und lässt sich gut mit dem Besuch von Nationalmuseum und Grotte am Nachmittag kombinieren – beides liegt am Ende des Levante-Strands und vertieft, was man auf der Tour gehört hat. Geeignet ist der Spaziergang für alle, die mehr als nur das Postkartenmotiv mitnehmen wollen: für kulturell Interessierte, für Familien mit etwas größeren Kindern und für alle, die zu Beginn des Aufenthalts verstehen möchten, wie aus einem Wehrdorf der weiße Ort über dem Meer wurde.
Ortskundige Führung





























