
◆ STADT · VALENCIANISCHE GEMEINSCHAFT
Calpe lebt im Schatten eines einzigen, unübersehbaren Felsens. Der Penyal d'Ifac steigt 332 Meter senkrecht aus dem Mittelmeer und teilt die Bucht in zwei Hälften: nördlich der lange Sandstrand der Fossa, südlich die ruhigere Arenal-Bol mit Blick auf den Yachthafen. Dazwischen drängt sich eine Stadt, die zwei Leben gleichzeitig führt — das der Costa-Blanca-Ferienküste mit Promenade und Strandbars, und das eines alten valencianischen Fischerorts, dessen Gassen sich oben am Hang stapeln. Wer von der Anhöhe des Forat de la Mar auf die Trawler im Hafen blickt, versteht schnell, dass Calpe nicht erfunden wurde, um Urlauber zu beherbergen, sondern um vom Meer zu leben.

Lange bevor der Tourismus kam, war Calpe ein Ort der Konservierung. Schon die Römer salzten hier Fisch ein — die Reste ihrer Garum-Fabrik liegen am Wasser an den Banys de la Reina, den "Bädern der Königin", wo man bei Niedrigwasser noch die in den Fels geschlagenen Becken erkennt. Direkt nebenan, am Fuß des Penyal, breiten sich Les Salines aus, die alten Salinen der Stadt. Bis 1988 wurde hier noch Meersalz gewonnen; Salz hieß damals Wohlstand, denn nur damit ließ sich der Fang der Bucht haltbar machen und verkaufen. Heute ist die Lagune ein Vogelparadies mitten in der Stadt — im Sommer staksen Flamingos durch das flache, rosa schimmernde Wasser, kaum hundert Meter von Hochhäusern entfernt.
Die Altstadt erzählt von einer Zeit, in der das Meer auch Gefahr bedeutete. Calpe lag jahrhundertelang im Visier von Korsaren; die Häuser duckten sich hinter eine Mauer, eng aneinandergedrängt am Hang. Erst als die Piratenangriffe abebbten, brachen die Bewohner im 18. Jahrhundert Breschen in die Mauer — das Forat de la Mar, das "Loch zum Meer", durch das die Fischer von oben das Wetter prüften, ehe sie hinausfuhren. Wer heute durch die Carrer San Roque, Puchalt oder Pescadores geht, läuft über bemalte Treppen und an Wandbildern vorbei, die alte Berufe zeigen: Fischer, Bauern, Näherinnen. An der Touristeninformation prangt ein Mosaik des alicantinischen Künstlers Gastón Castelló.
Der Rhythmus des Ortes hängt noch immer am Hafen. Wenn am späten Nachmittag die Trawler einlaufen, beginnt in der Lonja die Fischauktion: Von Montag bis Freitag laufen die Kisten auf Förderbändern an den Aufkäufern vorbei, und Besucher dürfen von der Galerie aus zuschauen. Was hier ersteigert wird — Rotbarbe, Tintenfisch, vor allem die berühmte gamba roja, die rote Garnele von Calpe — landet wenige Stunden später auf den Tellern der Restaurants ringsum. Diese kurze Strecke vom Netz zum Teller ist Calpes eigentliches Kapital.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





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· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Aktiv & Natur
Vom Besucherzentrum führt der Pfad zunächst sanft durch Macchia voller Rosmarin und Thymian, bis nach rund 20 Minuten der 1918 in den Fels gesprengte Tunnel kommt. Dahinter wird es ernst: Der polierte, oft windige Felssteig verlangt feste Schuhe und Trittsicherheit. Oben fällt der Blick über die ganze Marina Alta bis nach Ibiza, wenn die Sicht klar ist. Reservierung vorab Pflicht.
Strand & Küste
Nördlich des Felsens dehnt sich die Playa de la Fossa: feiner Sand, Promenade, Strandbars. Südlich liegt die familienfreundlichere Arenal-Bol mit ruhigerem Wasser und dem alten Stadtkern im Rücken. Wer Felsbuchten sucht, geht zur Cala el Racó direkt am Hafen oder zur Cala Calalga zum Schnorcheln und Paddeln — von dort schaut man am eindrucksvollsten am Penyal hinauf.
Stadt & Kultur
Ein Bummel durch das casco antiguo: bemalte Treppen, Blumengassen, Murale alter Handwerksberufe und der Aussichtspunkt Forat de la Mar über dem Hafen. Wer den Tag richtig timt, erlebt ab dem späten Nachmittag die Lonja, Calpes Fischauktion, bei der der Tagesfang versteigert wird — Montag bis Freitag, von der Besuchergalerie aus.
Natur in der Stadt
Mitten im Ort, am Fuß des Penyal, liegen die alten Salinen — seit 1988 kein Salzwerk mehr, dafür ein Refugium für Wasservögel. Ein rund drei Kilometer langer Rundweg führt um die Lagune; im Sommer stehen hier Rosaflamingos im flachen Wasser, dazu Stelzenläufer, Reiher und Regenpfeifer. Morgens und in der Abenddämmerung ist das Licht am schönsten.
03 · Wann
Calpe ist ein Ganzjahresziel mit mildem Mittelmeerklima, doch der Charakter wechselt deutlich mit den Monaten. Wer Trubel und Strandleben sucht, kommt im Hochsommer; wer den Felsen besteigen oder die Salinen erkunden will, ist im Frühjahr und Herbst besser dran. Die großen Feste fallen auf August und Oktober.
04 · Häufige Fragen
Ja. Der Zutritt zum Naturpark ist kostenlos, aber es gilt ein tägliches Besucherlimit von rund 300 Personen, weshalb eine vorherige Online-Reservierung über die Parkverwaltung erforderlich ist. Plant feste Schuhe ein — hinter dem Tunnel wird der Pfad steil, felsig und oft glatt poliert, und bei Wind ist er nicht ungefährlich.
Der nächste Flughafen ist Alicante-Elche (ALC), rund 80 Kilometer entfernt; Benidorm liegt etwa 25 Kilometer weg. Per Bahn bringt einen die TRAM-Linie 9 (Schmalspurbahn Benidorm–Dénia) bis zum Bahnhof von Calp. Vom Flughafen gibt es außerdem Direktbusse und Shuttle-Dienste; mit dem Mietwagen ist man über die AP-7 in gut einer Stunde da.
Das hängt vom Typ ab. Die Playa de la Fossa (Levante) nördlich des Felsens ist der lange, lebhafte Stadtstrand mit Promenade und Bars. Die Arenal-Bol südlich davon ist ruhiger und familienfreundlicher. Für Felsbuchten und Schnorcheln lohnen sich die Cala el Racó am Hafen und die Cala Calalga. Fossa und Arenal-Bol tragen beide die Blaue Flagge.
Calpe ist eine Reisstadt: Probiert den Arròs del Senyoret, bei dem alle Meeresfrüchte bereits gepult sind, oder die lokale Llauna de Calp mit dünn geschnittenen Kartoffeln und kleinem Fisch. Die echte Spezialität aber ist die gamba roja, die rote Garnele aus der Bucht, meist nur gegrillt und gesalzen serviert — frisch ersteigert in der Lonja am Hafen.
Zwei Höhepunkte prägen das Jahr: Anfang August die Fiestas Patronales zu Ehren der Virgen de las Nieves mit dem nächtlichen Feuerwerk Castell a la Mar über dem Wasser, und im Oktober die Moros y Cristianos zu Ehren des Santíssim Crist de la Suor, die seit 1977 mit aufwendigen Kostümumzügen gefeiert werden.
Durchaus. Im milden Frühling und Herbst sind die Wanderwege, der Penyal und die Salinen am angenehmsten begehbar, die Restaurants entspannter und die Preise niedriger. Selbst im Winter bleibt es oft sonnig und mild — ideal für Küstenspaziergänge, die Flamingobeobachtung an Les Salines und einen Bummel durch die menschenleere Altstadt.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Calpe.
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