Stadt · Spanien

Valencia

Ein Fluss, den man nach der Flut von 1957 um die Stadt herumgelegt hat, ein Stadtstrand am Ende der Straßenbahnlinie und ein Gewölbe aus steinernen Palmen mitten in der Altstadt.

7 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten8 Hotels
Überblick

Deine Valencia-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Mai & September–Oktober: warm, mild, ohne Hochsommerhitze
Anreise per Flug
Flughafen Manises, 8 km westlich; Metro L3/L5 bis Xàtiva in rund 25 Minuten
Anreise per Bahn
AVE-Hochgeschwindigkeitszug ab Madrid in etwa 1 Std. 35 Min. (Bf. Joaquín Sorolla)
Zeitzone
Europe/Madrid (MEZ/MESZ)
Sprachen
Spanisch & Valencianisch (Valencià), beide offiziell
Stadtviertel zum Verlieben
El Carmen, Ruzafa, El Cabanyal am Strand
Über Valencia

Reisen nach Valencia

Valencia ist die drittgrößte Stadt Spaniens und trotzdem die entspannteste der drei. Nach der Flutkatastrophe von 1957 leitete man den Turia südlich um die Stadt herum und legte in das leere Flussbett einen Park, der heute als grünes Band quer durch die Mitte läuft – von den Tierlandschaften des Bioparc im Westen bis zu Santiago Calatravas weißen Betonbauten der Ciudad de las Artes y las Ciencias im Osten. Dazwischen liegt eine Altstadt, die du in einer Stunde zu Fuß durchquerst: die spätgotische Seidenbörse Lonja de la Seda als UNESCO-Welterbe, gegenüber die Jugendstilhalle des Mercado Central, dazu die Kathedrale mit dem als Heiligem Gral verehrten Kelch und zwei wuchtige Stadttore aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Am Ende der Tramlinie warten der breite Sand der Malva-rosa und das gekachelte Fischerviertel El Cabanyal, südlich davon die Reisfelder und Lagunen der Albufera, in denen die Paella Valenciana ihren Ursprung hat. Und im März übernehmen drei Wochen lang die Fallas die Stadt.

Valencia – Karte
Reiseführer

Valencia von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um zwei Uhr mittags steht auf der Plaça de l'Ajuntament die Luft still, dann zündet die erste Kette der Mascletà und der Boden vibriert bis in die Fußsohlen. Zwei Wochen später sitzt an derselben Stelle jemand mit einem Milchkaffee und liest Zeitung. Valencia kann beides. Die drittgrößte Stadt Spaniens hat das Tempo einer Provinzhauptstadt, einen trockengelegten Fluss als kilometerlangen Stadtpark quer durch die Mitte und einen Strand, den du mit der Straßenbahn erreichst.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Valencia

Altstadt, Markthallen und Stadttore liegen in einem Umkreis von rund einem Kilometer – zur Ciudad de las Artes kommen dann noch einmal gut drei Kilometer am alten Flussbett entlang dazu.

Fang an der Plaça del Mercat an, wo sich drei Bauwerke aus drei Epochen denselben Platz teilen. Die Lonja de la Seda, zwischen 1482 und 1548 als Seidenbörse errichtet, steht seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste, und im Kontraktsaal wird sofort klar, warum: gedrehte Säulen schrauben sich wie Palmstämme aus dem Boden und gehen oben ohne Kapitell in das Rippengewölbe über. Gegenüber liegt der Mercado Central von 1928, eine Halle aus Eisen, Glas und Keramik, in der Fisch, Schinken, Safran und die dicken weißen Garrofó-Bohnen für die Paella nebeneinander ausliegen. Er öffnet montags bis samstags am Vormittag, sonntags bleibt er zu – wer echtes Markttreiben statt Fototermin will, ist vor elf da. Die dritte Seite des Platzes gehört der Kirche Els Sants Joans: ein gotischer Bau, der nach dem Brand von 1592 barock überformt wurde und dessen Deckenfresken von Antonio Palomino nach jahrelanger Restaurierung wieder zu sehen sind.

Fünf Gehminuten weiter nördlich steht die Kathedrale, an der sich drei Bauepochen an drei Portalen ablesen lassen: romanisch an der Puerta del Palau, gotisch an der Puerta de los Apóstoles, barock an der Hauptfassade zur Plaza de la Reina. Innen führt eine Seitenkapelle zum Santo Cáliz, einem Achatkelch, den die katholische Kirche als Heiligen Gral verehrt. Draußen, vor dem gotischen Apostelportal, tagt jeden Donnerstag um zwölf Uhr das Tribunal de las Aguas, das Wassergericht der Bewässerungskanäle rund um die Stadt – acht Syndici in schwarzen Kitteln, ein rein mündliches Verfahren ohne Akten, seit 2009 immaterielles Weltkulturerbe. Es dauert selten länger als eine Viertelstunde und kostet keinen Eintritt.

Von der alten Stadtmauer sind zwei Tore übrig, und beide lassen sich besteigen. Die Torres de Serranos aus dem späten 14. Jahrhundert bewachen den nördlichen Zugang zur Altstadt; von der offenen Rückseite blickst du über die Zinnen hinunter auf den Turia-Park. Die Torres de Quart im Westen sind ein halbes Jahrhundert jünger und tragen bis heute die Einschläge französischer Artillerie aus den Napoleonischen Kriegen in der Fassade. Dazwischen lohnen zwei Innenräume den Umweg: die Kirche Sant Nicolau, deren barocke Deckenfresken nach jahrelanger Restaurierung wieder in voller Farbe stehen, und der Palacio del Marqués de Dos Aguas mit seinem überbordenden Alabasterportal, hinter dem das Nationale Keramikmuseum sitzt.

Für Kunst gehst du über das alte Flussbett ans Nordufer ins Museu de Belles Arts, das oft als zweitwichtigste Gemäldesammlung Spaniens bezeichnet wird – mit Velázquez, Goya, El Greco, Ribalta und einem ganzen Bestand des in Valencia geborenen Joaquín Sorolla. Der Eintritt kostet nichts. Zeitgenössisches zeigt das 1989 eröffnete IVAM am Westrand der Altstadt, eines der ersten Häuser für moderne Kunst in Spanien. Und wenn dir zwischendurch nach Pause ist: Der Mercado de Colón von 1916 ist längst kein Lebensmittelmarkt mehr, sondern eine offene Jugendstilhalle voller Cafés, Horchata-Theken und Weinbars, in der du den Nachmittag ausklingen lassen kannst.

Sehenswürdigkeiten in Valencia

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Calatravas weiße Stadt

Ciudad de las Artes y las Ciencias und das Oceanogràfic

Am östlichen Ende des Turia-Parks stehen die weißen Bauten in flachen Wasserbecken, und die Spiegelung macht die halbe Wirkung aus.

Ciudad de las Artes y las Ciencias
Ciudad de las Artes y las Ciencias

Die Ciudad de las Artes y las Ciencias ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine Abfolge von Bauten über gut einen Kilometer im letzten Abschnitt des trockengelegten Flussbetts. Santiago Calatrava, in Valencia geboren, entwarf den größten Teil davon: das augenförmige Hemisfèric mit seinem beweglichen Lid, das 1998 als erstes eröffnete, das Museu de les Ciències Príncep Felip mit seinem Skelettprofil, den Wandelgang Umbracle, das Opernhaus Palau de les Arts Reina Sofía und die spitze Schrägseilbrücke Pont de l'Assut de l'Or. Alles ist weiß gekachelt, alles steht in blauem Wasser, und alles ist auf Symmetrie gebaut – die beste Perspektive darauf bekommst du, wenn du tief ans Beckenufer hinuntergehst.

Das Oceanogràfic gehört baulich dazu, stammt aber von Félix Candela und ist der Publikumsmagnet des Komplexes: das größte Aquarium Europas mit rund 45.000 Tieren, aufgeteilt in Zonen von der Arktis über Mangroven und Feuchtgebiete bis zum Mittelmeer. Ein langer Unterwassertunnel führt durch das Becken mit Haien und Rochen, dazu kommen Belugas, Walrosse und eine große Pinguinanlage. Rechne mit drei bis vier Stunden, komm zur Öffnung oder am späten Nachmittag und buche das Ticket vorab online. An Regentagen und in den spanischen Schulferien ist der Andrang erheblich, und die Schlange an der Kasse frisst dann leicht eine Stunde.

Das Wissenschaftsmuseum nebenan ist ausdrücklich zum Anfassen gebaut, mit Stationen zu Schwerkraft, Elektrizität, Klima und Weltraum, viele davon zweisprachig beschriftet; das Foucaultsche Pendel im Erdgeschoss hält auch ungeduldige Kinder erstaunlich lange fest. Im Hemisfèric laufen auf einer riesigen Kuppel Filme und Planetariumsprogramme; im Saal liegen Kopfhörer mit Simultanübersetzung bereit, prüfe vor dem Kauf also vor allem, welche Produktion zu welcher Uhrzeit gezeigt wird. Der Umbracle darüber ist frei zugänglich: ein langer Wandelgang aus weißen Bögen mit mediterraner Bepflanzung, von dem aus du den gesamten Komplex von oben überblickst.

Praktisch führt der schönste Weg durch den Turia-Park bis vor die Tür: Mit dem Rad bist du vom Altstadtrand in gut zwanzig Minuten dort, zu Fuß rechne für die rund dreieinhalb Kilometer mit einer knappen Stunde. Die 2022 eröffnete Metrolinie 10 hält direkt am Komplex, mehrere EMT-Buslinien ebenso. Wer mehrere Häuser sehen will, fährt mit einem Kombiticket günstiger als mit Einzelkarten – die Kombination aus Oceanogràfic und Wissenschaftsmuseum füllt einen kompletten Tag. Und wenn das Budget knapp ist: Die Außenanlagen, die Wasserbecken, der Umbracle und die Brücken kosten nichts. Ein Spaziergang zwischen den Bauten in der Stunde vor Sonnenuntergang liefert die Bilder, für die die meisten überhaupt herkommen.

Turia-Park & Gärten

Jardín del Turia – der Stadtpark im alten Flussbett

Wo bis in die Siebziger ein Fluss floss, joggen, radeln und picknicken heute die Valencianer auf kilometerlanger Strecke quer durch ihre eigene Stadt.

Am 14. Oktober 1957 trat der Turia über die Ufer und setzte weite Teile Valencias meterhoch unter Wasser; die Flut kostete Dutzende Menschen das Leben und war der Anlass für den Plan Sur, der den Fluss in einem neuen Bett südlich um die Stadt herumführt. Gebaut wurde dieser Kanal von Mitte der sechziger bis in die siebziger Jahre – erst danach lag das alte Bett mitten durch die Innenstadt trocken. Eine Stadtautobahn sollte hinein, dagegen protestierten die Valencianer mit einem Satz, der bis heute zitiert wird: Das Flussbett gehört uns, und wir wollen es grün. Sie bekamen recht. Seit den achtziger Jahren ist der Jardín del Turia ein durchgehender Park, abschnittsweise von unterschiedlichen Architekten gestaltet und tiefer gelegt als die Straßen ringsum.

Der Park beginnt im Westen am Parc de Capçalera mit einem künstlichen See und Ruderbooten, gleich daneben liegt der Bioparc, ein Tierpark, der afrikanische Lebensräume mit Wassergräben und Felskanten statt mit Gittern abgrenzt. Weiter östlich folgen Sportfelder, Orangenhaine, Rosengärten und der Palau de la Música mit seiner gläsernen Halle. Kurz vor dem Ostende, zwischen Palau de la Música und Ciudad de las Artes, wartet der Gulliver-Spielplatz, eine begehbare Riesenfigur, deren Haare, Hosenbeine und Finger zu Rutschen und Treppen umgebaut wurden – kostenlos und für Kinder das Beste, was die Stadt zu bieten hat. Am Ostende schließt die Ciudad de las Artes y las Ciencias den Park ab.

Der einfachste Weg, den Park zu erleben, ist das Rad. Die Strecke ist flach, autofrei und durchgehend befestigt, für die gesamte Länge brauchst du gemütlich vierzig Minuten. Leihräder bekommst du in fast jedem Altstadtviertel, dazu gibt es das städtische System Valenbisi mit Stationen entlang der ganzen Trasse, das für Kurzstrecken günstig ist, wenn du dich vorher registrierst. Mehr als ein Dutzend historische Brücken spannen sich über den Park, unter denen du hindurchfährst; die Pont de les Flors ist ganzjährig bepflanzt, und von der Pont del Real siehst du beide Uferwände der alten Kanalisierung auf einmal.

Wenn dir der Turia-Park nicht reicht, hat Valencia drei Gärten, die einen eigenen Vormittag tragen. Die Jardines del Real, von allen nur Viveros genannt, liegen am Nordufer und waren einmal der Garten eines königlichen Palastes, der in den Napoleonischen Kriegen zerstört wurde; heute stehen dort Pfauen zwischen Palmen und Rosenbeeten. Der Botanische Garten der Universität am Westrand der Altstadt geht auf das Jahr 1802 zurück und hat einen sehr alten Baumbestand samt historischen Gewächshäusern. Und die Jardines de Monforte, ein kleiner Ziergarten mit Statuen und geschnittenen Hecken hinter einer Mauer, sind der stillste Ort im ganzen Zentrum.

Aktivitäten & Touren in Valencia

Rundgang & Tagesplan

Valencia in zwei Tagen – ein Plan für die Städtereise

Zwei Tage reichen für Altstadt, Calatrava und einen Abend am Meer, wenn du die Wege in der richtigen Reihenfolge legst.

Starte am ersten Morgen an der Plaça del Mercat, wenn die Händler im Mercado Central noch aufbauen. Erst die Halle, dann gegenüber die Lonja de la Seda, die um diese Zeit fast leer ist. Von dort sind es fünf Minuten zur Plaza de la Virgen mit dem Turia-Brunnen und der Basilika, gleich dahinter liegt die Kathedrale mit dem Santo Cáliz. Wer den Rundblick will, steigt die 207 Stufen des Miguelete hinauf – eng, gewendelt und ohne viel Platz für Gegenverkehr, aber oben liegt die ganze Altstadt mit ihren Ziegeldächern vor dir, bis hinaus zum Meer. Fällt dein erster Tag auf einen Donnerstag, legst du den Vormittag so, dass du um zwölf am Apostelportal stehst.

Nach dem Mittagessen – in Valencia frühestens um halb zwei – geht es nach Norden in den Barri del Carme. Zwischen Torres de Serranos und Torres de Quart liegt das mittelalterliche Gassennetz, in dem seit Jahren Street-Art die abgeblätterten Fassaden übernimmt; rund um die Plaça del Tossal und in den Seitengassen Richtung IVAM lohnt es sich, langsam zu gehen und nach oben zu schauen. Am späten Nachmittag steigst du auf eines der beiden Stadttore, und den Abend verbringst du entweder im Carme selbst oder südlich davon in Ruzafa, wo sich zwischen Markthalle und Kirche die dichteste Bar-Konzentration der Stadt hält.

Der zweite Tag gehört dem Flussbett. Nimm ein Rad, fahr am Nordufer los und lass dich vom Park bis zur Ciudad de las Artes tragen, unterwegs mit Stopps am Gulliver-Spielplatz und am Palau de la Música. Vor Ort entscheidest du dich für eines der Häuser – Oceanogràfic für Familien, Wissenschaftsmuseum für Regenwetter, Hemisfèric für einen Film – und lässt den Rest von außen wirken. Danach hast du zwei Möglichkeiten: zurück in die Stadt und in den Mercado de Colón auf ein Glas, oder weiter Richtung Meer zur Marina und von dort an die Promenade, wo der Tag mit Sand unter den Füßen endet.

Wer einen dritten Tag hat, verteilt ihn auf Meer und Lagune. Vormittags mit der Straßenbahn nach El Cabanyal, ein Bummel durch die gekachelten Straßen des alten Fischerviertels und ein Mittagessen mit Reis am Wasser; nachmittags per Bus oder Auto in den Naturpark Albufera, wo eine Bootsfahrt über die Lagune zum Sonnenuntergang der ruhigste Programmpunkt der ganzen Reise ist. Alternativ nimmst du den Regionalzug nach Sagunt mit römischem Theater und langgestrecktem Burgberg oder nach Xàtiva mit seiner doppelten Bergfestung – beides liegt unter einer Stunde Fahrzeit.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Valencias Stadtviertel von Ciutat Vella bis El Cabanyal

Die Altstadt ist kompakt, der Rest der Stadt legt sich ringförmig darum – und der Charakter wechselt etwa alle zehn Gehminuten.

Lonja de la Seda
Lonja de la Seda

Ciutat Vella ist die historische Altstadt und für den ersten Besuch die naheliegende Basis. Innerhalb des Rings, den die abgerissene Stadtmauer hinterlassen hat, liegen Kathedrale, Lonja, Mercado Central, Rathausplatz und die meisten Museen; alles ist zu Fuß erreichbar, und abends ist immer irgendwo etwas los. Der nordwestliche Teil, El Carmen, ist davon das eigenständigste Stück: enge Gassen, mittelalterliche Mauerreste, Street-Art über halbe Häuserfronten, dazwischen Weinbars und kleine Läden. Wer hier wohnt, sollte wissen, dass an Wochenenden bis weit nach Mitternacht Betrieb auf den Gassen ist – ein Zimmer zum Innenhof ist Gold wert.

Südlich der Altstadt beginnt L'Eixample, die großbürgerliche Stadterweiterung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Breite Boulevards, Modernisme-Fassaden, Apotheken mit Originalinterieur, dazu der Mercado de Colón als eleganter Mittelpunkt – hier wohnt es sich ruhiger und geordneter als in der Altstadt, ohne dass die Wege ins Zentrum länger als eine Viertelstunde werden. Gleich daneben liegt Ruzafa, valencianisch Russafa, das sich in zwanzig Jahren vom rauen Wohnviertel zum Ausgehquartier gewandelt hat: Galerien, Röstereien, Weinbars und eine Markthalle, um die herum abends kaum ein Tisch frei bleibt.

Richtung Meer verändert sich alles. El Cabanyal war jahrhundertelang ein eigenständiges Fischerdorf und wurde erst 1897 eingemeindet; das sieht man dem Raster niedriger Häuser an, deren Fassaden mit bunten valencianischen Kacheln verkleidet sind. Nach Jahrzehnten des Verfalls und einem gestoppten Abrissplan zieht wieder Leben ein, ohne dass das Viertel bisher glattgebügelt worden wäre. Direkt nördlich schließt La Malva-rosa an, das Strandviertel mit breiter Promenade, hellem Sand und den Paella-Häusern, die dort seit über hundert Jahren in erster Reihe stehen – im Sommer die naheliegende Adresse, im Winter recht ausgestorben.

Nördlich des alten Flussbetts liegt El Pla del Real, ein ruhiger Wohnbezirk mit den Universitätsgebäuden an der Avinguda Blasco Ibáñez, den weitläufigen Jardines del Real und mehreren Museen – gut, wenn du Grün vor der Tür willst und trotzdem über eine der Turia-Brücken in einer knappen Viertelstunde zu Fuß am Altstadtrand sein möchtest. Noch weiter nördlich hat sich Benimaclet den Charakter eines eingemeindeten Dorfes bewahrt, mit studentischem Publikum und günstigen Bars. Im Osten schiebt sich die Marina de València mit den Bauten des America's Cup zwischen Hafen und Strand. Wer zum ersten Mal kommt, bleibt trotzdem in Ciutat Vella oder Ruzafa.

Übernachten

Hotels in Valencia und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Valencia entscheidet weniger die Kategorie als die Lage – zwischen Altstadthotel und Strandresort liegen rund vier Kilometer Straßenbahnfahrt.

Die interessantesten Häuser der Stadt stecken in alten Stadtpalästen. Das Caro Hotel hat einen Palast des 19. Jahrhunderts über römischen Fundamenten und einem Stück arabischer Stadtbefestigung ausgebaut, die im Erdgeschoss und in einzelnen Zimmern sichtbar geblieben sind; bis zur Kathedrale sind es keine fünf Minuten. Das Hotel Palacio Vallier an der Plaza de Manises kombiniert eine restaurierte Palastfassade mit einer Rooftop-Bar über den Dächern der Altstadt. Und das Only YOU Hotel Valencia ist die gesellige Variante mitten im Zentrum, mit einer Lobby, die abends eher Bar als Rezeption ist – wer früh schlafen will, bucht anderswo.

Wer mehr Platz und Ruhe sucht, geht ein Stück aus der Altstadt heraus. The Westin Valencia bewohnt einen Modernisme-Bau von 1917 mit begrüntem Innenhof und großem Spa und liegt in Gehweite zum Turia-Park. Das Hospes Palau de la Mar hat zwei Herrenhäuser des 19. Jahrhunderts im Eixample zusammengelegt und dabei die Fassade behalten. Das SH Valencia Palace ist die praktische Adresse für alle, die vor allem zur Ciudad de las Artes wollen, weil der Weg dorthin am Park entlangführt. Und das Vincci Palace steckt hinter einer historischen Fassade nah am Rathausplatz, ohne die Preise der Fünf-Sterne-Häuser aufzurufen.

Am Meer gilt eine eigene Rechnung. Das Hotel Las Arenas Balneario Resort liegt direkt an der Strandpromenade, mit Meerblickzimmern, Pools und großem Wellnessbereich – für einen Badeaufenthalt genau richtig, für eine reine Städtereise ein Umweg, weil du für jeden Altstadtbesuch die Tram nimmst. Als Faustregel: Wer zwei bis drei Tage bleibt und Sehenswürdigkeiten will, wohnt in Ciutat Vella, im Eixample oder in Ruzafa. Wer eine Woche bleibt und Strand und Stadt mischen möchte, nimmt Cabanyal oder Malva-rosa, fährt für die Stadttage mit der Tram hinein und hat dafür jeden Abend Meerluft vor der Tür.

Zwei Punkte zur Buchung. Erstens das Datum: In der Fallas-Woche im März, an Ostern und im Hochsommer ziehen die Preise deutlich an, und die Häuser im Zentrum sind Monate vorher weg. In der Fallas-Zeit kommt dazu, dass es rund um die Uhr laut ist. November, Januar und Februar sind die günstigsten Wochen des Jahres, bei Tageswerten, die immer noch für Terrassen reichen. Zweitens das Auto: Eigene Hotelparkplätze sind in der Altstadt die Ausnahme. Wenn du mit dem Wagen anreist, frag vor der Buchung nach, ob das Haus ein Kontingent in einer nahen Tiefgarage hat und was die Nacht dort kostet.

Hotels in Valencia

Alle 8 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Valencia und die echte Paella Valenciana

Reis ist in Valencia keine Beilage, sondern eine eigene Gattung – und er wird mittags gegessen, nicht abends.

Die Paella Valenciana ist genau definiert, und die Valencianer nehmen das ernst. Hinein gehören Huhn und Kaninchen, die flache grüne Bohne Ferradura und der dicke weiße Garrofó, dazu Tomate, Paprikapulver, Safran, Olivenöl und der kurzkörnige Reis aus der Albufera; je nach Familie kommen Schnecken oder ein Zweig Rosmarin dazu. Chorizo gehört nicht hinein, Erbsen ebenso wenig. Serviert wird sie flach in der Pfanne, mit einer angerösteten Kruste am Boden, dem Socarrat, um den am Tisch gestritten wird. Und sie ist ein Mittagessen – wer sie abends bestellt, sitzt meistens in einem Lokal, das sich auf Auswärtige eingestellt hat.

Die klassischen Reislokale liegen am Wasser. La Pepica an der Strandpromenade serviert seit 1898 Paella und Meeresfrüchte mit Blick aufs Meer und hat eine Gästeliste, die von Hemingway bis zur spanischen Königsfamilie reicht. Casa Carmela kocht seit 1922 über offenem Orangenholzfeuer, was dem Reis ein Raucharoma gibt, das kein Gasbrenner hinbekommt – hier reservierst du besser mehrere Tage vorher. Wer lieber im Zentrum bleibt, geht zu Casa Roberto im Eixample, einer Referenzadresse für die traditionelle Variante, oder zu La Riuà nahe der Kathedrale, wo seit 1978 Reis- und Fischgerichte zwischen handbemalter Keramik auf den Tisch kommen.

Neben dem Reis lebt Valencia von Tapas. Casa Montaña im Cabanyal schenkt seit 1836 aus dem Fass aus und ist für seine Weinkarte und die eingelegten Anchovis bekannt; Casa La Pilareta im Carme ist seit 1917 die Adresse für Clóchinas, die kleinen valencianischen Miesmuscheln, die es nur in den warmen Monaten gibt. Mitten im Mercado Central steht die Central Bar von Ricard Camarena, wo derselbe Koch, der ein paar Kilometer weiter mit Michelin-Sternen arbeitet, Bocadillos aus Marktware macht. Für den großen Abend bleiben sein eigenes Restaurant in einer umgebauten Fabrik und El Poblet von Quique Dacosta im Zentrum – beide besternt, beide Wochen im Voraus ausgebucht.

Zum Trinken zwei valencianische Eigenheiten. Horchata, valencianisch Orxata, ist ein kalter Drink aus Erdmandeln, die in der Huerta nördlich der Stadt wachsen: süß, milchig und traditionell mit den länglichen Fartons zum Eintunken serviert – am besten in einer der alten Horchaterías in der Altstadt oder gleich draußen in Alboraya. Agua de Valencia ist das Gegenteil davon, nämlich Cava mit Orangensaft, Wodka und Gin, in Krügen serviert und stärker, als der Name vermuten lässt. Praktisch stellst du dich auf spanische Zeiten ein: Mittagessen ab 14 Uhr, Abendessen ab 21 Uhr, und eine Paella braucht ab Bestellung rund eine halbe Stunde und wird fast überall erst ab zwei Personen gekocht.

Restaurants in Valencia

Alle 9 Restaurants
Strände & Albufera

Strände in Valencia und der Naturpark Albufera

Vom Rathausplatz bis zum Sand sind es keine fünf Kilometer, und der Strand ist breiter als manche Landebahn.

Jardín del Turia
Jardín del Turia

Valencias Stadtstrände liegen in einer geraden Linie nördlich des Hafens und gehen ohne Bruch ineinander über. Im Süden beginnt Las Arenas mit der breiten Promenade Paseo Neptuno und den alten Reislokalen, daran schließt die Malva-rosa an, der bekannteste Abschnitt mit hellem, sehr breitem Sand, Duschen, Liegenverleih und Volleyballfeldern, und weiter nördlich geht es auf Alborayas Gebiet an der Patacona weiter, wo es ruhiger und ein wenig alternativer zugeht. Alle drei erreichst du mit der Straßenbahn oder in einer knappen halben Stunde mit dem Rad über den Turia-Park und am Hafen entlang.

Wer Dünen statt Promenade will, fährt nach Süden. Hinter dem Hafen beginnt nach wenigen Kilometern die Devesa del Saler, ein schmaler Landstreifen zwischen Meer und Lagune, auf dem Pinienwald und Wanderdünen unter Naturschutz stehen. Die Strände von El Saler, La Garrofera und El Perellonet sind deutlich naturbelassener als die Stadtstrände, mit wenig Infrastruktur und im Winter fast menschenleer; eine Buslinie fährt vom Zentrum aus dorthin, mit dem Auto bist du in einer knappen halben Stunde da. Beachte, dass die Strömung hier stärker sein kann als vor der Stadt und außerhalb der Saison keine Rettungsschwimmer im Dienst sind.

Der Naturpark Albufera ist das eigentliche Ausflugsziel im Süden. Die Lagune ist der größte Süßwassersee Spaniens, und die Felder ringsum folgen einem festen Kalender: Im Mai wird der Reis gepflanzt, über den Sommer steht das Wasser flach zwischen den Halmen, im September wird geerntet, und im Winter setzt man die abgeernteten Felder bewusst wieder unter Wasser – dann rasten dort Enten, Reiher und gelegentlich Flamingos zu Tausenden. Von den Anlegern bei El Palmar und El Saler fahren flache Holzboote hinaus, eine gute halbe Stunde lang, und wenn du die Fahrt auf die Zeit vor Sonnenuntergang legst, verstehst du, warum die Valencianer dafür aus der Stadt herausfahren. Im Dorf El Palmar reiht sich eine Reispfanne an die nächste – mittags essen, danach aufs Wasser, das ist die richtige Reihenfolge.

Zwischen Stadt und Strand liegt die Marina de València, der Hafen, der 2007 für den America's Cup umgebaut wurde. Geblieben sind die alten Werfthallen, das gestufte Gebäude Veles e Vents und ein Gelände, auf dem heute Segelschulen, Strandclubs und Veranstaltungen sitzen. Die Badesaison läuft ungefähr von Juni bis Oktober: Im Juni hat das Meer gut zweiundzwanzig Grad, im August um die siebenundzwanzig, im September rund sechsundzwanzig, und im Oktober sind meist noch dreiundzwanzig drin. Der Frühherbst ist zum Baden angenehmer als der Hochsommer, weil der Sand nicht mehr glüht und auf der Promenade wieder Platz ist.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Valencia und unterwegs in der Stadt

Der Flughafen liegt acht Kilometer vor der Stadt, und die Metro braucht von dort bis ins Zentrum rund 25 Minuten.

Aus Deutschland fliegst du Valencia von mehreren großen Flughäfen direkt an, je nach Saison zu sehr unterschiedlichen Preisen. Der Aeropuerto de València liegt bei Manises rund acht Kilometer westlich der Innenstadt. Am unkompliziertesten sind die Metrolinien 3 und 5, die direkt unter dem Terminal halten und in etwa 25 Minuten die zentrale Station Xàtiva neben dem Nordbahnhof erreichen; achte beim Ticketkauf darauf, dass die Karte die Flughafenzone einschließt, sonst kommst du am Ausgang nicht durch die Schranke. Günstiger, aber langsamer ist die EMT-Buslinie 150, ein Taxi ins Zentrum kostet je nach Ziel meist zwischen 15 und 30 Euro.

Mit der Bahn ist Valencia von Madrid aus in etwa anderthalb bis knapp zwei Stunden erreichbar; die Hochgeschwindigkeitszüge halten am Bahnhof Joaquín Sorolla südlich des Zentrums, von dem ein Shuttlebus zur Estació del Nord fährt. Der Nordbahnhof selbst lohnt einen Blick, auch wenn du gar nicht wegfährst: ein Modernisme-Bau von 1917, dessen Vorhalle über und über mit Keramikmosaiken aus Orangenblüten und Bauernmotiven ausgekleidet ist. Regionalzüge fahren von dort nach Sagunt, Xàtiva, Gandia und Castelló, Fernbusse verkehren vom Busbahnhof am nördlichen Rand des Turia-Parks.

In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Valencia ist flach, kompakt und hat eines der dichtesten Radwegenetze Spaniens – 2024 war die Stadt Europäische Umwelthauptstadt, und das merkt man an baulich getrennten Radspuren und an der Zahl der Leihräder. Für alles, was zu weit zum Laufen ist, gibt es Metro, Straßenbahn und ein enges Busnetz der EMT: Die Tramlinien Richtung Osten bringen dich an die Strände, die Metro verbindet Bahnhof, Altstadtrand und Flughafen. Mehrfahrtenkarten sind deutlich günstiger als Einzeltickets und lassen sich an den Automaten in den Stationen aufladen.

Mit dem eigenen Wagen kommst du über die AP-7 entlang der Küste oder die A-3 aus Madrid; ab München sind es rund 1.800 Kilometer und damit zwei Fahrtage. In der Stadt ist das Auto vor allem ein Problem: Der historische Kern ist für den Durchgangsverkehr weitgehend gesperrt, am Straßenrand gilt im Zentrum fast überall Parkraumbewirtschaftung, und in den Tiefgaragen zahlst du pro angefangenem Tag. Stell den Wagen für die Dauer des Aufenthalts ab und nutze Tram und Rad. Für Tagesausflüge in die Albufera, nach Sagunt oder in die Weinberge von Utiel-Requena ist ein Mietwagen dagegen praktisch – und dafür reicht in der Regel ein einzelner Tag.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Fallas & Feste

Las Fallas in Valencia und der Festkalender im Jahr

Vom 1. bis 19. März verlässt Valencia den Normalzustand, und wer zufällig hineingerät, sollte das vorher wissen.

Mercado Central
Mercado Central

Die Fallas sind kein Straßenfest, sondern ein Wettbewerb. Über das ganze Jahr bauen mehrere hundert Nachbarschaftsvereine, die Comissions Falleres, jeweils ein monumentales Figurenensemble aus Holz, Pappmaché und Kunststoff, oft mehrere Stockwerke hoch und immer satirisch – Politik, Popkultur, lokale Ärgernisse. Aufgestellt werden sie um den 15. und 16. März, dann steht in fast jedem Viertel eine eigene Falla mitten auf der Kreuzung. In der Nacht des 19. März brennen sie alle nieder, die Cremà; nur je eine Figur pro Kategorie wird per Abstimmung begnadigt und landet im Museu Faller. Seit 2016 stehen die Fallas auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Der akustische Kern des Ganzen ist die Mascletà. Vom 1. bis 19. März wird jeden Tag um Punkt 14 Uhr auf der Plaça de l'Ajuntament eine mehrminütige Kette aus Böllern gezündet, die nicht auf Farbe, sondern auf Rhythmus und Druck angelegt ist – man hört sie nicht nur, man spürt sie im Brustkorb. Dazu kommen die Ofrenda am 17. und 18. März, bei der zehntausende Trachtenträger Blumen zu einem hölzernen Marienbild auf der Plaza de la Virgen bringen, bis daraus ein komplettes Blumenkleid geworden ist, und die Nit del Foc in der Nacht zum 19. März mit dem größten Feuerwerk des Jahres über dem Turia-Park.

Praktisch heißt Fallas: Hotels sind Monate vorher ausgebucht und kosten ein Vielfaches, ganze Straßenzüge sind gesperrt, Metro und Tram fahren in verlängerten Zeiten, und rund um die Uhr knallen Feuerwerkskörper – auch in Wohnstraßen und auch von Kindern gezündet. Wer mit kleinen Kindern oder empfindlichen Ohren reist, packt Gehörschutz ein. Wer nur einen Vorgeschmack will, kommt an einem gewöhnlichen Tag Anfang März zur Mascletà und reist ab, bevor die Stadt am 15. endgültig kippt. Und wer Ruhe sucht, meidet den halben Monat, denn ausweichen kannst du innerhalb Valencias nirgendwohin.

Der Rest des Jahres ist entspannter, aber nicht leer. In der Karwoche zieht die Semana Santa Marinera durch die Strandviertel, mit Prozessionen, die in Cabanyal und Canyamelar eine eigene, maritime Prägung haben. In der Nacht auf den 24. Juni brennen zur Sant-Joan-Nacht Feuer am Strand, und halb Valencia springt über die Wellen. Der Juli gehört der Gran Fira mit Konzerten und Feuerwerk, und am 9. Oktober feiert die Region ihren Tag mit der Mocaorà, einem Tuch voller Marzipanfiguren, das traditionell verschenkt wird. Und keine vierzig Kilometer westlich fliegen am letzten Mittwoch im August in Buñol die Tomaten.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Valencia – und welches zu dir passt

Ciutat VellaCiutat VellaDie historische Altstadt zwischen den beiden erhaltenen Stadttoren fasst Kathedrale, Lonja de la Seda, Mercado Central und Rathausplatz auf engem Raum. Alles ist zu Fuß erreichbar, abends ist immer irgendwo etwas los – die naheliegende Basis für den ersten Besuch.Ideal für: Erster Besuch & Altstadt1–2 TageEl CarmenEl CarmenDas mittelalterliche Gassennetz im Nordwesten der Altstadt ist Valencias lebendigster Ausgehbezirk. Zwischen bröckelnden Fassaden, großflächiger Street-Art und alten Klosterresten reihen sich Weinbars, Galerien und kleine Läden – an Wochenenden bis weit nach Mitternacht voll.Ideal für: Street-Art & Nachtleben½ TagL'EixampleL'EixampleDie großbürgerliche Stadterweiterung südlich der Altstadt bringt breite Boulevards, Modernisme-Fassaden und den Mercado de Colón als eleganten Mittelpunkt. Ruhiger als Ciutat Vella, mit kurzen Wegen ins Zentrum und Richtung Ciudad de las Artes y las Ciencias.Ideal für: Ruhig & zentral wohnen½ TagRuzafaRuzafaAus einem einst rauen Wohnviertel ist Valencias Ausgehquartier geworden. Rund um die Markthalle drängen sich Röstereien, Galerien, Weinbars und Cocktailadressen, und an lauen Abenden ist zwischen den Tischen auf den Gehsteigen kaum ein Durchkommen.Ideal für: Bars & Abendessen½ TagEl CabanyalEl CabanyalDas alte Fischerviertel am Meer wurde erst 1897 eingemeindet und hat sein niedriges Straßenraster mit den keramikverkleideten Fassaden behalten. Nach Jahrzehnten des Verfalls ziehen wieder Cafés, Ateliers und kleine Hotels ein, ohne dass das Viertel glattgebügelt wäre.Ideal für: Strandnah & eigenständig½–1 TagLa Malva-rosaLa Malva-rosaValencias bekanntestes Strandviertel liegt hinter einem sehr breiten Sandstreifen mit langer Promenade. Hier stehen die alten Paella-Häuser direkt an der Uferstraße, und die Straßenbahn hält wenige Querstraßen hinter dem Sand.Ideal für: Baden & Reis am Meer1 TagEl Pla del RealEl Pla del RealDer grüne Wohnbezirk am Nordufer des alten Flussbetts ist geprägt von den Universitätsgebäuden an der Avinguda Blasco Ibáñez, den weitläufigen Jardines del Real und mehreren Museen. Ruhig, wohnlich und über die Turia-Brücken in einer knappen Viertelstunde zu Fuß am Altstadtrand.Ideal für: Grün & Museen½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Valencia mit Wetter und Badesaison

Valencia hat milde Winter, einen langen Frühling und ein Meer, das bis in den Oktober hinein warm genug zum Baden bleibt.

Das Klima ist mediterran mit heißen, trockenen Sommern und Wintern, in denen die Höchstwerte selten unter 15 Grad fallen. Regen fällt insgesamt wenig, dann aber konzentriert im Herbst: Die als Gota Fría bekannten Wetterlagen können im September und Oktober innerhalb weniger Stunden enorme Regenmengen bringen, wie Ende Oktober 2024, als eine solche Lage im Umland südlich der Stadt schwere Schäden anrichtete, während die Innenstadt weitgehend verschont blieb. Für die Reiseplanung heißt das vor allem, dass im Frühherbst einzelne Tage ausfallen können, während der Rest der Woche 25 Grad hat.

Jan16°7°still, Museen und Terrassen
Feb17°8°mild, günstigste Wochen
Mär20°9°Fallas, Ausnahmezustand
Apr22°11°warm, Meer noch kühl
Mai24°14°Stadt zu Fuß, erste Bäder
Jun28°18°Sant Joan, Badesaison startet
Jul30°21°heiß, volle Strände
Aug31°22°sehr heiß, halbe Stadt im Urlaub
Sep28°19°warmes Meer, ruhigere Gassen
Okt24°15°goldenes Licht, Baden geht noch
Nov19°11°mild, günstig, wenig Andrang
Dez17°8°sonnig, festliche Altstadt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Valencia sind Mai, September und Oktober. Im Mai stehen rund 24 Grad auf dem Thermometer, die Stadt lässt sich den ganzen Tag zu Fuß erkunden, und für Hartgesottene ist das Meer schon drin. September und Oktober sind die bessere Wahl für Badegäste, weil das Wasser im September noch bei rund 26 und im Oktober bei etwa 23 Grad liegt, die Sommerhitze raus ist und die Strände wieder Platz haben. Juli und August funktionieren am Wasser, in der Altstadt aber nur früh morgens und abends. Der März gehört den Fallas – das ist eine bewusste Entscheidung, kein Nebenprodukt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Valencia

Wie viele Tage sollte man für Valencia einplanen?
Zwei volle Tage reichen für die Altstadt mit Lonja, Kathedrale und Mercado Central sowie einen Nachmittag in der Ciudad de las Artes y las Ciencias. Mit drei Tagen kommen ein Strandtag im Cabanyal und eine Bootsfahrt in der Albufera dazu. Ab vier Tagen lohnen Ausflüge nach Sagunt oder Xàtiva, ohne dass du das Hotel wechseln musst.
Wo isst man in Valencia die beste Paella?
Traditionell mittags, und entweder an der Strandpromenade, wo Häuser wie La Pepica und Casa Carmela seit über hundert Jahren Reis kochen, oder draußen im Dorf El Palmar an der Albufera zwischen den Reisfeldern. Im Zentrum sind Casa Roberto und La Riuà feste Größen. Reserviere vorab und rechne ab Bestellung mit rund einer halben Stunde Garzeit.
Wie komme ich vom Flughafen Valencia ins Zentrum?
Mit den Metrolinien 3 und 5, die unter dem Terminal halten und in etwa 25 Minuten die Station Xàtiva neben dem Nordbahnhof erreichen. Wichtig ist ein Ticket, das die Flughafenzone einschließt, sonst kommst du am Ausgang nicht durch die Schranke. Günstiger und langsamer ist die EMT-Linie 150, ein Taxi kostet je nach Ziel meist 15 bis 30 Euro.
Wie komme ich vom Zentrum an den Strand?
Mit der Straßenbahn: Die Linien Richtung Osten brauchen vom Altstadtrand rund zwanzig Minuten bis Les Arenes und Malva-rosa. Mit dem Rad bist du über den Turia-Park und am Hafen entlang ähnlich schnell unterwegs und siehst dabei deutlich mehr. Zu Fuß dauert es je nach Startpunkt eine gute Stunde und lohnt eigentlich nur auf dem Rückweg am Abend.
In welchem Viertel wohnt man in Valencia am besten?
Für den ersten Besuch in Ciutat Vella, weil von dort fast alles zu Fuß erreichbar ist; wer empfindlich schläft, meidet dabei die Ausgehgassen im Carme. Ruhiger und trotzdem zentral wohnst du im Eixample, lebendiger in Ruzafa. Für einen Aufenthalt mit Strandanteil sind Cabanyal und Malva-rosa die bessere Wahl, mit der Tram als direkter Verbindung ins Zentrum.
Braucht man in Valencia ein Auto?
In der Stadt nicht. Valencia ist flach, kompakt und hat ein dichtes Netz aus Metro, Straßenbahn, Bussen und Radwegen; mit dem Wagen kommst du im Zentrum langsamer voran als zu Fuß. Sinnvoll wird ein Mietwagen nur für Tagesausflüge in die Albufera, nach Sagunt oder ins Weinland um Utiel-Requena – meist reicht dafür ein einzelner Tag.
Wann sind die Fallas und sollte man dann anreisen?
Vom 1. bis 19. März, mit dem Höhepunkt zwischen dem 15. und dem 19. März und der Cremà in der letzten Nacht. Wer den Trubel will, bucht Monate vorher und nimmt Gehörschutz mit, weil rund um die Uhr geböllert wird. Wer eine ruhige Städtereise plant, verlegt sie in eine andere Woche – innerhalb der Stadt kannst du dem Fest nicht ausweichen.
Wie kommt man von Valencia zur Albufera?
Von der Innenstadt fahren Linienbusse in Richtung El Saler, El Palmar und El Perellonet, die Fahrt dauert je nach Ziel rund eine Dreiviertelstunde. Mit dem Auto bist du in etwa einer halben Stunde da. Bootsfahrten starten an den Anlegern von El Palmar und El Saler und dauern etwa eine halbe Stunde, am schönsten in der Stunde vor Sonnenuntergang.
Was kann man in Valencia bei Regen machen?
Regentage sind selten, aber gut abgedeckt. Das Oceanogràfic und das Wissenschaftsmuseum in der Ciudad de las Artes füllen jeweils einen halben Tag, das Museu de Belles Arts kostet keinen Eintritt, und im IVAM hängt moderne Kunst. Dazu die überdachten Hallen von Mercado Central und Mercado de Colón sowie das Keramikmuseum im Palacio del Marqués de Dos Aguas.
Kann man im Oktober in Valencia noch baden?
Ja. Das Mittelmeer hat im Oktober meist noch rund 23 Grad und damit mehr als im Juni, während die Luft tagsüber um 24 Grad liegt. Die Strände sind deutlich leerer als im August, und die Stadt lässt sich wieder den ganzen Tag zu Fuß erkunden. Rechne im Frühherbst allerdings damit, dass einzelne Tage kräftigen Regen bringen können.
Spricht man in Valencia Spanisch oder Valencianisch?
Beides ist Amtssprache. Valencianisch, eine Variante des Katalanischen, steht auf Straßenschildern, Fahrplänen und vielen Speisekarten – deshalb heißt dieselbe Straße mal Calle, mal Carrer. Im Alltag hörst du beides, in der Innenstadt überwiegt Spanisch. Mit Englisch kommst du in Hotels, Museen und größeren Restaurants gut zurecht, in kleinen Bars nicht immer.
Ist Valencia teuer?
Im Vergleich zu Barcelona und Madrid deutlich günstiger, bei Essen und Übernachtung meist unter deutschem Großstadtniveau. Das Menú del día zur Mittagszeit ist die preiswerteste warme Mahlzeit des Tages. Teuer wird es nur zu bestimmten Terminen: In der Fallas-Woche im März, an Ostern und im August ziehen die Hotelpreise im Zentrum kräftig an.
Was sollte man in Valencia auf keinen Fall auslassen?
Den Kontraktsaal der Lonja de la Seda mit seinen gedrehten Steinsäulen, den Mercado Central am Vormittag, den Blick vom Miguelete über die Altstadt und einen Nachmittag in der Ciudad de las Artes y las Ciencias. Dazu eine Radfahrt durch den Turia-Park, eine Paella zur Mittagszeit und ein Glas Horchata mit Fartons.
Lohnt sich Valencia mit Kindern?
Sehr. Das Oceanogràfic mit Belugas und Unterwassertunnel, der Bioparc am Westende des Turia-Parks und der begehbare Gulliver-Spielplatz mit seinen Rutschen decken mehrere Tage ab. Dazu kommen flach abfallende Stadtstrände, ein autofreier Park zum Radfahren quer durch die Stadt und kurze Wege, weil fast alles ohne Steigung erreichbar ist.

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· Aktivitäten

Was erleben.

ValenciaEin Fluss, den man nach der Flut von 1957 um die Stadt herumgelegt hat, ein Stadtstrand am Ende der Straßenbahnlinie und ein Gewölbe aus steinernen Palmen mitten in der Altstadt.

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