Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Valencia
Altstadt, Markthallen und Stadttore liegen in einem Umkreis von rund einem Kilometer – zur Ciudad de las Artes kommen dann noch einmal gut drei Kilometer am alten Flussbett entlang dazu.
Fang an der Plaça del Mercat an, wo sich drei Bauwerke aus drei Epochen denselben Platz teilen. Die Lonja de la Seda, zwischen 1482 und 1548 als Seidenbörse errichtet, steht seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste, und im Kontraktsaal wird sofort klar, warum: gedrehte Säulen schrauben sich wie Palmstämme aus dem Boden und gehen oben ohne Kapitell in das Rippengewölbe über. Gegenüber liegt der Mercado Central von 1928, eine Halle aus Eisen, Glas und Keramik, in der Fisch, Schinken, Safran und die dicken weißen Garrofó-Bohnen für die Paella nebeneinander ausliegen. Er öffnet montags bis samstags am Vormittag, sonntags bleibt er zu – wer echtes Markttreiben statt Fototermin will, ist vor elf da. Die dritte Seite des Platzes gehört der Kirche Els Sants Joans: ein gotischer Bau, der nach dem Brand von 1592 barock überformt wurde und dessen Deckenfresken von Antonio Palomino nach jahrelanger Restaurierung wieder zu sehen sind.
Fünf Gehminuten weiter nördlich steht die Kathedrale, an der sich drei Bauepochen an drei Portalen ablesen lassen: romanisch an der Puerta del Palau, gotisch an der Puerta de los Apóstoles, barock an der Hauptfassade zur Plaza de la Reina. Innen führt eine Seitenkapelle zum Santo Cáliz, einem Achatkelch, den die katholische Kirche als Heiligen Gral verehrt. Draußen, vor dem gotischen Apostelportal, tagt jeden Donnerstag um zwölf Uhr das Tribunal de las Aguas, das Wassergericht der Bewässerungskanäle rund um die Stadt – acht Syndici in schwarzen Kitteln, ein rein mündliches Verfahren ohne Akten, seit 2009 immaterielles Weltkulturerbe. Es dauert selten länger als eine Viertelstunde und kostet keinen Eintritt.
Von der alten Stadtmauer sind zwei Tore übrig, und beide lassen sich besteigen. Die Torres de Serranos aus dem späten 14. Jahrhundert bewachen den nördlichen Zugang zur Altstadt; von der offenen Rückseite blickst du über die Zinnen hinunter auf den Turia-Park. Die Torres de Quart im Westen sind ein halbes Jahrhundert jünger und tragen bis heute die Einschläge französischer Artillerie aus den Napoleonischen Kriegen in der Fassade. Dazwischen lohnen zwei Innenräume den Umweg: die Kirche Sant Nicolau, deren barocke Deckenfresken nach jahrelanger Restaurierung wieder in voller Farbe stehen, und der Palacio del Marqués de Dos Aguas mit seinem überbordenden Alabasterportal, hinter dem das Nationale Keramikmuseum sitzt.
Für Kunst gehst du über das alte Flussbett ans Nordufer ins Museu de Belles Arts, das oft als zweitwichtigste Gemäldesammlung Spaniens bezeichnet wird – mit Velázquez, Goya, El Greco, Ribalta und einem ganzen Bestand des in Valencia geborenen Joaquín Sorolla. Der Eintritt kostet nichts. Zeitgenössisches zeigt das 1989 eröffnete IVAM am Westrand der Altstadt, eines der ersten Häuser für moderne Kunst in Spanien. Und wenn dir zwischendurch nach Pause ist: Der Mercado de Colón von 1916 ist längst kein Lebensmittelmarkt mehr, sondern eine offene Jugendstilhalle voller Cafés, Horchata-Theken und Weinbars, in der du den Nachmittag ausklingen lassen kannst.










































