Graz überrascht. Wer die zweitgrößte Stadt Österreichs zum ersten Mal besucht, findet eine der besterhaltenen Altstädte Mitteleuropas, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt: ein Gewirr aus roten Ziegeldächern, Renaissance-Innenhöfen und Gassen, über denen der bewaldete Schloßberg mit dem markanten Uhrturm thront. Auf den Schloßberg führen die Schloßbergbahn, ein gläserner Lift und über 250 Stufen – oben warten Aussicht, Gärten und im Sommer Konzerte. Unten spannt sich der weite Hauptplatz mit dem Rathaus, von dem die elegante Herrengasse ins Zentrum führt. Im Landeszeughaus lagert die größte historische Waffensammlung der Welt. Graz traut sich auch Neues: Das Kunsthaus Graz, von den Einheimischen liebevoll „friendly alien“ genannt, wölbt sich als blaue Biomorphe ans Murufer, und die schwimmende Murinsel verbindet als gläserne Muschel die beiden Ufer. Westlich der Stadt liegt das prunkvolle Schloss Eggenberg mit seinem Planetensaal, ebenfalls Welterbe. Das Leben spielt sich in den Vierteln ab. Das Lendviertel rund um den Lendplatz und das benachbarte Gries sind kreativ, jung und multikulturell, mit Bars, Ateliers und Wochenmärkten. Als Universitätsstadt mit vielen Tausend Studierenden ist Graz abends lebendig, ohne hektisch zu sein. Vor allem aber ist Graz Genusshauptstadt. Auf den Bauernmärkten am Kaiser-Josef-Platz und am Lendplatz stapeln sich steirisches Kürbiskernöl, Käferbohnen und Äpfel; ringsum laden die Weingüter der Süd- und Weststeirischen Weinstraße zur Verkostung. Vieles davon erreicht man in wenigen Minuten zu Fuß.






