Wer Graz jenseits der Altstadt erleben will, landet früher oder später in Jakomini. Der sechste Bezirk beginnt dort, wo der Jakominiplatz aufhört – und genau das ist sein größter Vorteil: Man ist sofort mittendrin, ohne die typische Touristenkulisse. Der Jakominiplatz selbst, zentraler Knotenpunkt des Grazer Nahverkehrs, ist das Eingangstor in einen Bezirk, der sich in alle Richtungen entfaltet und dabei erstaunlich viele Gesichter zeigt. Die Straßenzüge rund um die Münzgrabenstraße und die Conrad-von-Hötzendorf-Straße sind das Rückgrat des Viertels. Hier reihen sich unaufgeregte Gründerzeitfassaden aneinander, zwischen denen kleine Läden, Cafés und Bäckereien ihren Alltag pflegen. Morgens riecht es nach frischem Gebäck, mittags füllen sich die Gehsteige mit Büromenschen und Studierenden, abends übernehmen die Stammgäste der umliegenden Lokale. Jakomini ist kein Bezirk, der sich inszeniert – er lebt einfach. Besonders prägend ist die Nähe zum Augarten, einer der beliebtesten Grünanlagen der Stadt. Der weitläufige Park ist Treffpunkt für Familien, Jogger und alle, die nach dem Feierabend Luft brauchen. Im Sommer verwandelt sich der Augarten in eine Art Freiluftwohnzimmer für den gesamten Süden der Stadt. Nicht weit davon entfernt liegt das Stadtpark-Areal, das die Grenze zum Nachbarbezirk markiert. Die Bevölkerung im Jakomini ist bunt und bodenständig zugleich. Alteingesessene Grazer Familien, Zugezogene aus aller Welt, Studierende der Karl-Franzens-Universität – sie alle prägen das Straßenbild. Diese Vielschichtigkeit spiegelt sich in der Gastronomie wider: Neben klassischen steirischen Wirtshäusern finden sich türkische Bäckereien, asiatische Restaurants und moderne Kaffeehäuser, die den Wiener Kaffeehausstil mit zeitgenössischem Flair verbinden. Für Reisende, die in Jakomini übernachten, ergibt sich ein klarer praktischer Vorteil: Die Anbindung an das Grazer Zentrum ist ausgezeichnet, die Unterkunftspreise liegen oft spürbar unter dem Niveau der Innenstadtlagen, und dennoch ist man in wenigen Minuten zu Fuß oder per Straßenbahn bei Schlossberg, Hauptplatz und Kunsthaus. Jakomini ist damit eine echte Alternative für alle, die Graz nicht nur als Postkartenmotiv, sondern als gelebte Stadt kennenlernen wollen.

Grazer Oper
Das Opernhaus Graz zählt zu den bedeutendsten Theaterbauten des deutschsprachigen Raums – ein neobarockes Meisterwerk aus der Kaiserzeit.
Neobarocke Fassade von Fellner & Helmer aus dem Jahr 1899