Entlang des palmengesäumten Boulevard de la Croisette reiht sich Cannes wie eine Bühne an die Bucht: Luxushotels wie das Carlton mit ihren Belle-Époque-Fassaden, breite Sandstrände – eine Seltenheit an der ansonsten kieseligen Riviera – und der weite Blick über das tiefblaue Mittelmeer. Am westlichen Ende der Croisette erhebt sich das Palais des Festivals, vor dem sich jeden Mai der rote Teppich der Internationalen Filmfestspiele entrollt und die Handabdrücke der Stars im Boden eingelassen sind. Hinter dem alten Hafen, in dem Yachten neben Fischerbooten liegen, klettern die engen, blumengeschmückten Gassen des Altstadtviertels Le Suquet zum Aussichtshügel hinauf. Oben krönen die alte Kirche Notre-Dame d'Espérance und der mittelalterliche Wachturm den Berg, von dem der Blick über die roten Dächer, den Hafen und die ganze Bucht reicht. Hier, im ältesten Teil der Stadt, ist Cannes überraschend ruhig und mediterran – weit weg vom Glamour der Uferpromenade. Cannes verbindet mondänen Riviera-Glanz mit handfestem Marktleben. In der überdachten Markthalle Marché Forville stapeln sich Gemüse, Käse, Blumen und Fisch der Region, während die Rue Meynadier mit ihren Feinkostläden zum Schlendern und Probieren einlädt. Zwischen Designerboutiquen und Strandclubs bewahrt sich die Stadt so ein bodenständiges, südfranzösisches Gesicht. Vor der Küste liegen die stillen Lérins-Inseln: Sainte-Marguerite mit Pinienwäldern und dem Fort, in dem einst der Mann mit der eisernen Maske gefangen saß, und das klösterliche Saint-Honorat, auf dem Mönche bis heute Wein anbauen. Ein kurzer Bootstransfer genügt, um vom Trubel der Croisette in eine völlig andere, naturnahe Welt zu wechseln – einer der Reize, die Cannes über das Festival hinaus zu einem lohnenden Ziel an der Côte d'Azur machen.






