
◆ STADT · LA RIOJA
Logroño trägt sein Selbstverständnis im Glas und auf dem Spieß. Die Hauptstadt La Riojas liegt am Südufer des Ebro, eingerahmt von den Weinbergen, die ganz Spanien rot färben, und lebt einen Rhythmus, der abends in den Gassen der Altstadt eine eigene Choreografie bekommt: ein Bar, ein Pincho, ein Glas Tempranillo, weiter zur nächsten. Zwischen den Barockzwillingen der Concatedral und der eleganten Promenade Calle Portales spürt man, dass diese Stadt klein genug ist, um sie an einem Abend zu durchwandern, und groß genug, um Pilger, Winzer und Genießer seit Jahrhunderten zusammenzuführen.

Alles in Logroño läuft am Ende auf einen Abend in der Calle Laurel hinaus. Die kaum 200 Meter lange Fußgängergasse versammelt über sechzig Bars, und jede hat sich auf einen einzigen Handgriff spezialisiert. Bei Bar Soriano, seit 1972 an derselben Adresse, gibt es seit Jahrzehnten nur eines: drei in spezieller Sauce gebratene Champignons mit einer Garnele auf Brot, aufgespießt für wenige Euro. Im Blanco y Negro bestellt man den 'matrimonio', das warme Brötchen mit Sardelle in Öl und in Essig dazu gebratener Paprika. Man bleibt nirgends lange, das ist die Regel des 'tapeo' – ein Bissen, ein Schluck, weiter. Einheimische nennen den Bummel von Tür zu Tür liebevoll den Elefantenpfad.
Tagsüber zeigt Logroño ein anderes Gesicht. In der Altstadt erheben sich die barocken Zwillingstürme der Concatedral de Santa María de la Redonda, von den Riojanern schlicht 'las gemelas' genannt, über der Plaza del Mercado. Die arkadengesäumte Calle Portales führt zum Parque del Espolón mit dem Reiterstandbild des Generals Espartero, und am Ende der Stadt überspannt die Puente de Piedra von 1884 den Ebro. Diese Steinbrücke ist kein Zufallsmonument: Über sie zog seit dem Mittelalter der Jakobsweg, und noch heute verlassen Pilger Logroño durch die alten Mauern, um Richtung Navarrete und Nájera weiterzuziehen.
Wein ist hier kein Souvenir, sondern Alltag. Die Bodegas Franco-Españolas liegen nur fünf Gehminuten über die Eisenbrücke am anderen Ufer, und vor den Toren der Stadt verwahrt Marqués de Murrieta in seinem an ein Bordeaux-Château angelehnten Landgut den Ruf der ältesten Kellerei Riojas. Wer den Markt sucht, geht in die Mercado de San Blas, die seit 1930 Camerano-Käse, Choricero-Paprika und Riojano-Chorizo bündelt – die Zutaten für die patatas a la riojana, jenen Kartoffeleintopf, der die ganze Region in einem Topf zusammenfasst.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Genuss
Vom ersten Champignon bei Bar Soriano über den 'matrimonio' im Blanco y Negro bis zu den pinchos morunos: ein Streifzug durch die Calle Laurel und die ruhigere, lokalere Calle San Juan, bei dem jede Bar nur ihr eine Spezialität verteidigt – begleitet von einem Glas Rioja Tempranillo nach dem anderen.
Altstadt
Ein Spaziergang durch das Casco Antiguo: die Barockkathedrale 'las gemelas' an der Plaza del Mercado, die arkadengesäumte Calle Portales, der Markt von San Blas und hinaus zur Puente de Piedra über den Ebro – dem Tor, durch das die Jakobspilger die Stadt verlassen.
Wein
Logroño ist Ausgangspunkt für das Herz Riojas: Franco-Españolas erreicht man zu Fuß über die Eisenbrücke, Marqués de Murrieta thront im Château-Stil vor der Stadt, und Tagesfahrten führen nach Haro, San Asensio und ins benachbarte Laguardia der Rioja Alavesa.
03 · Wann
Logroño hat ein leicht kontinentales Klima: kühle, regnerischere Winter und heiße, sonnige Sommer. Die angenehmsten Wochen liegen im späten Frühling und im Frühherbst – Letzterer fällt mit der Weinlese und dem größten Fest der Stadt zusammen.
04 · Häufige Fragen
Die Calle Laurel: eine nur rund 200 Meter lange Fußgängergasse mit über sechzig Bars, von denen sich jede auf eine einzige Spezialität konzentriert. Hinzu kommt die ruhigere, lokalere Calle San Juan. Statt einer üppigen Karte bestellt man überall genau einen Pincho – etwa die berühmten Champignons bei Bar Soriano – und zieht dann zur nächsten Tür. Diesen Bummel nennen Einheimische 'tapeo' oder scherzhaft den Elefantenpfad.
Am angenehmsten sind Mitte Mai bis Mitte Juni und Mitte September bis Mitte Oktober, wenn die Temperaturen mild bis warm sind und die intensive Sommerhitze ausbleibt. Der Frühherbst hat einen besonderen Reiz, weil er mit der Weinlese und dem Stadtfest San Mateo zusammenfällt.
San Mateo und die Fiesta de la Vendimia Riojana finden jedes Jahr vom 20. bis 26. September statt und markieren den Beginn der Weinlese. Höhepunkt ist das traditionelle Traubentreten auf der Plaza del Espolón, dessen erster Most der Schutzpatronin La Riojas, der Virgen de Valvanera, dargebracht wird. In den 'chamizos' der Peñas wird zudem kostenlos zurracapote, ein sangriaähnliches Getränk, ausgeschenkt.
Bahnhof und Busbahnhof liegen direkt nebeneinander im Zentrum und verbinden die Stadt mit Madrid, Bilbao, Zaragoza und Barcelona. Der nahe Flughafen Logroño-Agoncillo hat keinen öffentlichen Nahverkehrsanschluss; viele Reisende fliegen daher den größeren Flughafen Bilbao an, der rund 140 Kilometer entfernt liegt.
Ja, Logroño ist der ideale Ausgangspunkt für die Rioja. Die Bodegas Franco-Españolas erreicht man zu Fuß über die Eisenbrücke am Ebro, das château-artige Marqués de Murrieta gilt als älteste Kellerei der Region und liegt vor den Toren der Stadt. Für Tagesausflüge bieten sich die Weinorte Haro, San Asensio und das nahe Laguardia in der Rioja Alavesa an – mit eigenem Auto am flexibelsten.
Ja, Logroño liegt am Camino Francés. Pilger erreichen die Stadt über die Steinbrücke Puente de Piedra und verlassen sie durch die alten Stadtmauern Richtung Westen. Die anschließende Etappe 8 führt über das töpferberühmte Navarrete weiter nach Nájera – knapp 30 Kilometer von moderater Schwierigkeit.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Logrono.
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