Wer Riomaggiore wirklich verstehen will, muss in den Centro Storico eintauchen — jenes dicht gewebte Labyrinth aus Treppengassen, Bogendurchgängen und aufeinander gestapelten Häusern, das sich vom kleinen Fischerhafen den steilen Hang hinaufzieht. Hier ist kein Platz für breite Boulevards oder gesichtslose Fassaden. Stattdessen drängen sich ockergelbe, terrakottarote und verblichene Grüntöne aneinander, während Wäscheleinen zwischen den Fenstern gespannt sind und Katzen auf den Treppenstufen dösen.
Die Via Colombo ist die lebhafteste Ader des Viertels. Auf dieser schmalen Hauptgasse reihen sich kleine Läden, Enoteken und Trattorien aneinander — abends riecht es nach gegrilltem Fisch und Focaccia, und die Einheimischen treffen sich vor den Hauseingängen zum Gespräch. Wer früh aufsteht, erlebt den Centro Storico in seiner stillen Version: das Licht fällt schräg zwischen die Häuser, die ersten Fischer kehren vom Hafen zurück, und die Gassen gehören noch fast allein den Bewohnern.
Das Castello Doria thront über dem Viertel und gibt den besten Überblick über das Häusermeer, das sich bis ans Meer erstreckt. Der Aufstieg lohnt sich besonders in der Abenddämmerung, wenn die Fassaden im letzten Sonnenlicht leuchten. Unterhalb des Kastells liegt die Chiesa di San Giovanni Battista, deren schlichte Fassade nicht ahnen lässt, wie viel Geschichte sich dahinter verbirgt.
Für Reisende, die nicht nur durchlaufen, sondern wirklich ankommen wollen, ist der Centro Storico die richtige Wahl. Die kleinen Pensionen und Zimmer in den alten Palazzi ermöglichen es, den Rhythmus des Viertels hautnah mitzuerleben — den Geruch nach Salzwasser am Morgen, das Stimmengewirr der Gassen am Nachmittag und die relative Stille, die sich nach Einbruch der Dunkelheit über das Viertel legt, wenn die Tagestouristen abgereist sind.

Via dell'Amore
Berühmter, fast ebener Klippenweg zwischen Riomaggiore und Manarola, seit Sommer 2024 wieder vollständig geöffnet und in der Saison über Zeitfenster-Tickets geregelt.
Rund 900 fast ebene Meter direkt über dem Meer