Wer Frascati kennt, denkt zuerst an Weingüter, Villen und den Duft von frisch gepresstem Weißwein. Tuscolo aber liegt eine Ebene darüber – buchstäblich. Das Viertel schmiegt sich an die Hänge des Monte Tuscolo, jenes Hügels, auf dem einst die antike Stadt Tusculum stand, eine der ältesten Städte Latiums und Schauplatz zahlreicher Schlachten zwischen Rom und den Latinern. Wer hier spaziert, bewegt sich auf Schichten aus mehr als zweitausend Jahren Geschichte.
Der Charakter von Tuscolo ist von stiller Ernsthaftigkeit geprägt. Keine Touristenmassen, keine überfüllten Terrassen. Stattdessen: Olivenhaine, die sich den Hang hinaufziehen, schmale Pfade zwischen alten Natursteinmauern und immer wieder Ausblicke, die weit über das Hügelland der Castelli Romani bis nach Rom reichen. An klaren Tagen ist der Petersdom am Horizont zu erkennen – ein Anblick, der die räumliche Nähe zur Hauptstadt spürbar macht, ohne dass man sich in ihr befindet.
Das antike Theater von Tusculum, das auf dem Gipfel des Monte Tuscolo erhalten ist, zählt zu den bemerkenswertesten archäologischen Überresten der Region. Es ist klein, fast intim, und gerade deshalb beeindruckend: Hier saß einst das Publikum einer latinischen Kleinstadt, heute sitzt man auf denselben Steinstufen und schaut über dieselbe Landschaft. Nicht weit davon entfernt finden sich die Ruinen des Forums von Tusculum sowie Reste von Thermen und Wohnbebauung.
Für Wanderer ist Tuscolo ein idealer Ausgangspunkt. Der Aufstieg vom Stadtzentrum Frascatis dauert je nach Route zwischen 45 und 90 Minuten und führt durch Kastanienwälder, an Villenparks vorbei und schließlich in offenes Hügelgelände. Wer das Viertel als Basis nutzt, schätzt die Ruhe und die Nähe zur Natur – bei gleichzeitig kurzer Fahrtzeit ins Zentrum von Frascati oder nach Rom.

Parco Archeologico del Tuscolo
Archäologischer Park auf dem Tuscolo bei Frascati: Reste des antiken Tusculum mit römischem Theater, Forum und antiker Straße auf rund 670 Metern, mit Panorama bis Rom.
Römisches Theater aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.