Der Palazzo dei Normanni thront auf dem höchsten Punkt der Altstadt von Palermo, dort, wo schon die Punier und später die arabischen Emire ihre Befestigungen errichteten. Unter den normannischen Königen wurde der Bau im 12. Jahrhundert zur prachtvollen Residenz ausgebaut und gilt heute als eine der ältesten durchgehend genutzten Königsresidenzen Europas. Seit 1947 tagt hier das Sizilianische Regionalparlament, was den Palast zu einem lebendigen Ort der Politik macht und gleichzeitig den Zugang zu manchen Bereichen zeitlich einschränkt. Das unbestrittene Glanzstück ist die Cappella Palatina, die zwischen 1132 und 1140 unter Roger II. entstand. Sie verbindet drei Kulturen zu einem einzigen Raum: lateinische Architektur in Form der dreischiffigen Basilika, byzantinische Goldmosaike an Wänden und in der Kuppel sowie eine hölzerne Stalaktitendecke (Muqarnas) im arabisch-fatimidischen Stil, deren gemalte Szenen das höfische Leben zeigen. Die Mosaike erzählen biblische Geschichten vor Goldgrund, der das spärliche Licht der Kapelle einfängt und den ganzen Raum zum Leuchten bringt. Im Zentrum steht der gewaltige Christus Pantokrator in der Apsis. Wer den Palast besucht, durchschreitet auch die Königsgemächer mit dem berühmten Sala di Re Ruggero, dessen Mosaike Jagdszenen, Pfauen und Löwen in einer paradiesischen Naturkulisse darstellen. Der Palazzo dei Normanni ist gemeinsam mit weiteren Bauten Teil des UNESCO-Welterbes Arabisch-normannisches Palermo, das die einzigartige kulturelle Synthese der Insel würdigt. Ein Besuch verbindet damit Architektur, Kunstgeschichte und einen Einblick in die multikulturelle Vergangenheit Siziliens an einem einzigen Ort.
Besucher betreten zunächst den Innenhof mit seinen Renaissance-Arkaden und steigen dann zur Cappella Palatina hinauf, deren Goldmosaike sofort den Blick fesseln. Im Anschluss führen die Königsgemächer zum Sala di Re Ruggero mit seinen weltlichen Jagd- und Naturmosaiken. Der Rundgang verbindet sakrale und höfische Räume und macht die kulturelle Vielfalt des normannischen Siziliens unmittelbar erlebbar.
An dieser erhöhten Lage standen bereits punische und arabische Befestigungen. Die normannischen Könige bauten den Palast ab dem 12. Jahrhundert zur Residenz aus, wobei Roger II. die Cappella Palatina stiftete. Über die Jahrhunderte diente das Bauwerk spanischen Vizekönigen und Bourbonen als Sitz, ehe es 1947 zum Sitz des Sizilianischen Regionalparlaments wurde.
