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Zoom 4 / 5Stadt · in Asturien

◆ STADT · ASTURIEN

Oviedo.
wo das grüne Spanien in Stein gegossen wurde

Oviedo wirkt wie eine Stadt, die sich nichts beweisen muss. Zwischen dem Atlantik und dem Kantabrischen Gebirge gelegen, trägt die Hauptstadt Asturiens ihr Welterbe beiläufig: einen 82 Meter hohen Kathedralturm über kopfsteingepflasterten Gassen, vorromanische Königskirchen am Hang des Monte Naranco, und mittendrin den Geruch von frisch eingeschenktem Apfelwein. Hier wird Sidra aus großer Höhe ins Glas gegossen und in einem Zug getrunken, hier riecht es nach Regen und Kastanienbäumen, und hier steht – etwas verwundert – eine Bronzestatue von Woody Allen am Straßenrand. Eine Stadt der leisen Gewissheiten, des guten Essens und der tausendjährigen Geschichten.

Oviedo.

Eine Hauptstadt, die ihr Welterbe nicht zur Schau stellt sondern es einfach jeden Tag bewohnt

Die Geschichte Oviedos beginnt mit einem König und einem Tuch. Im 9. Jahrhundert machte Alfonso II. den Ort zur Residenz des jungen asturischen Königreichs – jenes schmalen Streifens im Norden, der sich der maurischen Eroberung entzog und von dem aus später die Reconquista ihren Ausgang nahm. Er ließ eine Palastkapelle errichten, die Cámara Santa, um die heiligsten Reliquien des Reiches zu bergen: das Sudario, ein blutbeflecktes Tuch, das den Kopf Christi umhüllt haben soll, verwahrt in der silberbeschlagenen Arca Santa. Bis heute liegen hier in der Schatzkammer der Kathedrale die Cruz de la Victoria – das Wappenzeichen Asturiens – und die Cruz de los Ángeles, das Symbol der Stadt selbst.

Wer den Hügel des Monte Naranco hinaufgeht, stößt auf zwei der rätselhaftesten Bauwerke Europas. Santa María del Naranco wurde um 848 als königlicher Sommerpalast Ramiros I. errichtet und erst später zur Kirche – ein hoher, lichter Steinquader mit Loggien, dessen schlanke Eleganz Jahrhunderte vor der Gotik entstand. Gleich nebenan duckt sich San Miguel de Lillo, von dem nur ein Fragment erhalten ist. Diese asturische Vorromanik, gemeinsam mit San Julián de los Prados am Stadtrand, gehört seit 1985 und 1998 zum UNESCO-Welterbe – und kaum jemand drängelt sich davor.

Im Tal darunter lebt die Stadt ihr eigentliches Leben. Die Calle Gascona, der „Bulevar de la Sidra“, reiht Sidrería an Sidrería; Kellner gießen den naturtrüben Apfelwein im hohen Bogen aus erhobener Flasche, damit er Luft bekommt, und man trinkt den Schluck sofort. Auf dem Mercado El Fontán und der angrenzenden Plaza türmen sich asturische Käse und Bohnen für die Fabada, sonntags entfaltet sich hier ein Trödelmarkt. Und über allem liegt jene leise Selbstironie, mit der Oviedo eine Statue des Regisseurs Woody Allen aufstellte, der die Stadt einst als „wie aus einem Märchen“ beschrieb.

Oviedo

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Region
Asturien (Principado de Asturias), Nordspanien
Beste Reisezeit
Juni bis September – mildeste und trockenste Monate
Anreise
AVE Talgo Avril ab Madrid in ca. 2 Std. 43 Min.
Flughafen
Asturias (OVD), ca. 40–45 Min. per ALSA-Bus ins Zentrum
Sprache
Spanisch; daneben Asturianisch (Bable), Stadtname Uviéu
Klima
Atlantisch-ozeanisch, mild und regenreich – das „grüne Spanien“
UNESCO-Welterbe
Vorromanik & Cámara Santa der Kathedrale
Spezialität
Sidra natural, Fabada, Cachopo, Carbayones

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03 · Wann

Wann nach Oviedo eine Frage des Lichts und des Regens

Oviedo liegt im atlantischen Norden, dem „grünen Spanien“ – die Hügel sind saftig, weil es häufig regnet. Die Sommer bleiben angenehm kühl, der Herbst und Winter sind mild, aber feucht. Wer Sonne und das volle Stadtleben sucht, kommt zwischen Frühsommer und Frühherbst; wer Stille und satte Farben mag, findet sie auch im Regenmantel.

FrühlingMärz bis MaiErwachende, leuchtend grüne Landschaft mit wechselhaftem Atlantikwetter und vereinzelten Schauern; mild, ruhig und noch wenig besucht.Stadtspaziergänge und Tagesausflüge ins grüne Umland vor dem Sommertrubel
SommerJuni bis SeptemberDie mildeste und trockenste Zeit mit kühlen, oft 20 bis 23 Grad warmen Tagen; im September feiert die Stadt die großen Fiestas de San Mateo.Vorromanik am Monte Naranco, Sidra-Abende und die Fiestas de San Mateo
HerbstOktober bis NovemberGoldenes Laub im Campo de San Francisco, zunehmend regenreich; im Oktober verleiht die Stadt im Teatro Campoamor die Premios Princesa de Asturias.Kulturwoche der Princesa-de-Asturias-Preise und gemütliche Sidrería-Stunden
WinterDezember bis FebruarMild für nordspanische Verhältnisse, aber der regenreichste Abschnitt des Jahres; Tageshöchstwerte um 12 bis 14 Grad und kurze Tage.Kathedrale, Museen und lange Tafeln in warmen Sidrerías

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Wie komme ich am besten nach Oviedo?

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug: Seit Eröffnung der Variante de Pajares verbinden Renfe-Züge Madrid (Chamartín) mit Oviedo, die neuen Talgo-Avril-Verbindungen schaffen die Strecke in rund 2 Stunden 43 Minuten. Alternativ fliegt man zum Flughafen Asturias (OVD), von dem ein ALSA-Regionalbus in etwa 40 bis 45 Minuten ins Zentrum fährt. ALSA-Fernbusse aus Madrid brauchen rund fünf Stunden. Zug- und Busbahnhof liegen zentral direkt nebeneinander.

Was sollte man in Oviedo unbedingt sehen?

Die Kathedrale San Salvador mit ihrer Cámara Santa und dem Schatz aus Cruz de la Victoria, Cruz de los Ángeles und dem Sudario; die vorromanischen UNESCO-Kirchen Santa María del Naranco und San Miguel de Lillo am Monte Naranco sowie San Julián de los Prados; dazu die Altstadt rund um die Plaza del Fontán mit ihrem Markt und die Calle Gascona, die Straße des Apfelweins.

Was ist das Besondere an der asturischen Sidra?

Sidra natural ist ein naturtrüber, kaum kohlensäurehaltiger Apfelwein. Der escanciador gießt ihn aus erhobener Flasche im hohen Bogen ins Glas, damit er Luft aufnimmt und kurz prickelt – dieser Schluck (culín) wird sofort getrunken, bevor er die Spritzigkeit verliert. Die Calle Gascona, der Bulevar de la Sidra, ist das Zentrum dieser Kultur.

Wann ist die beste Reisezeit für Oviedo?

Juni bis September gilt als beste Reisezeit: Dann ist es am mildesten und trockensten, mit angenehmen Tagestemperaturen um 20 bis 23 Grad. Im September laufen zudem die großen Fiestas de San Mateo mit dem Día de América en Asturias. Da Oviedo im atlantischen „grünen Spanien“ liegt, sollte man jedoch ganzjährig mit Regen rechnen.

Was sollte man in Oviedo essen?

Allen voran die Fabada Asturiana, einen herzhaften Eintopf aus weißen Bohnen mit Chorizo und Morcilla, sowie das Cachopo, zwei mit Schinken und Käse gefüllte, panierte Schnitzel. Dazu asturische Käse wie der scharfe Cabrales, herzhafte bollos preñaos mit Chorizo und süße Carbayones – das mandelgefüllte Gebäck Oviedos. Zum Nachtisch cremiger arroz con leche.

Eignet sich Oviedo als Ausgangspunkt für Asturien?

Sehr gut. Oviedo liegt zentral und ist per Nahverkehr eng mit der Küstenstadt Gijón und der Industrie- und Welterbestadt Avilés verbunden. Von hier aus erreicht man die grünen Täler und die Picos de Europa, und auch der Camino Primitivo, der älteste Jakobsweg, beginnt in Oviedo Richtung Santiago de Compostela.

05 · In der Nähe

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    travelperfect · Aktualisiert 7. Juni 2026