
◆ STADT · VALENCIANISCHE GEMEINSCHAFT
Hoch über der Costa Blanca staffeln sich kalkweisse Häuser einen Hügel hinauf, gekrönt von zwei kobaltblau glasierten Kuppeln, die Einheimische die "Kuppel des Mittelmeers" nennen. Altea ist ein 24.000-Einwohner-Ort in der Comarca Marina Baixa, in dem Maler, Keramiker und Musiker seit den 1960er-Jahren ihre Ateliers eingerichtet haben — und in dem ein aktiver Fischerhafen noch immer den Tagesfang versteigert. Zwischen Bougainvillea, Kopfsteinpflaster und dem geschützten Rücken der Serra de Bèrnia bewahrt sich der Ort eine Ruhe, die das nahe Benidorm längst verloren hat.

Der Name verrät das Alter: Altea geht auf das griechische "Althaia" zurück, einen antiken Handelsplatz, dessen Wort an heilkräftige Quellen und Nymphen erinnert. Unter maurischer Herrschaft gehörte der Hügel zur Taifa von Dénia, bis Jaume I. von Aragón ihn 1244 für die Christen einnahm und die noch heute erkennbare Altstadt mit einer Mauer umschloss. Wer durch den Portal Vell tritt und den Carrer Major hinaufsteigt, läuft buchstäblich durch diese Wehranlage hindurch — vorbei an Häusern, deren Weiss bei jedem Frühjahr neu gekalkt wird, bis hinauf zur Plaza de la Iglesia auf dem höchsten Punkt.
Dort steht die Iglesia de Nuestra Señora del Consuelo, errichtet zwischen 1900 und 1910 im neobarocken Stil über einem Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert. Ihre zwei Kuppeln, mit blau-weiss glasierten Keramikfliesen gedeckt, sind das Wahrzeichen, das man von der Küste, vom Strand und aus dem Hinterland gleichermassen sieht. Wenige Schritte weiter öffnet sich der Mirador de los Cronistas — eine Brüstung, von der aus der Blick über die Dächer, den Hafen und das offene Mittelmeer reicht, an klaren Tagen bis zur Felsnadel des Peñón de Ifach bei Calp.
Die zweite Verwandlung kam in den 1960er-Jahren: Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Kunsthandwerker entdeckten das billige, lichtdurchflutete Dorf und blieben. Heute beherbergt Altea die Fakultät der Schönen Künste der Universidad Miguel Hernández, und in den Gassen des Casco Antiguo reihen sich Galerien, Keramikwerkstätten und Ateliers. Unten am Wasser arbeitet der Club Náutico derweil weiter wie eh und je — ein Fischerhafen, dessen Boote werktags ausfahren und deren Fang am Nachmittag unter den örtlichen Händlern versteigert wird. Dieses Nebeneinander von Bohème und Salzwasser macht den eigentümlichen Reiz des Ortes aus.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Altstadt & Kunst
Vom Portal Vell den Carrer Major hinauf, vorbei an Eisdielen und Galerien, bis zur Plaza de la Iglesia mit der zweikuppeligen Pfarrkirche. Vom Mirador de los Cronistas öffnet sich der Panoramablick über Hafen und Meer; in den Seitengassen warten Keramikwerkstätten und Ateliers der Kunstszene.
Küste & Strände
Die Strandpromenade beginnt am Hafen entlang der 500 m langen Playa La Roda aus Sand und Kiesel, führt nordwärts zur Bucht La Olla mit dem vorgelagerten Inselchen L'Illeta und weiter zum Cap Negret mit seinen markant schwarzen Kieseln. Klares Wasser, ideal zum Schnorcheln statt für Sandburgen.
Berge & Hinterland
Hinter dem Ort schützt die Serra de Bèrnia Altea vor Nordwind und schenkt das milde Mikroklima. Wanderwege führen hinauf zur Festungsruine und durch den Forat de Bèrnia, einen natürlichen Felstunnel — wer hindurchklettert, wird mit einem weiten Blick über die Küste und den Serra-Gelada-Naturpark belohnt.
03 · Wann
Die Serra de Bèrnia hält den Nordwind ab und sorgt für ein besonders mildes Mittelmeerklima mit langen, heissen Sommern und kurzen, sanften Wintern. Die schönsten Wochen liegen in den Schultern der Saison — wenn das Meer noch warm, die Gassen aber wieder begehbar sind.
04 · Häufige Fragen
Der Beiname (spanisch "la cúpula del Mediterráneo") bezieht sich auf die Iglesia de Nuestra Señora del Consuelo auf dem höchsten Punkt der Altstadt. Ihre zwei zwischen 1900 und 1910 errichteten Kuppeln sind mit blau-weiss glasierten Keramikfliesen gedeckt und von der gesamten Küste aus sichtbar. 2024 kürte National Geographic Viajes Altea zudem zum schönsten Dorf Spaniens.
Der Flughafen Alicante-Elche (ALC) liegt rund 52 km entfernt; mit dem Auto erreicht man Altea über die Autobahn AP-7 in etwa 50 Minuten. Ohne Auto fährt man mit dem Aerobus C6 zur Tram-Station Luceros, dann mit der TRAM-Linie L1 bis Benidorm und weiter mit der L9 Richtung Dénia bis Altea — Gesamtfahrzeit rund zwei Stunden.
Altea ist ein Fischerort, entsprechend dreht sich vieles um Reis und Meeresfrüchte: klassischer "arroz a banda" und der cremige "caldero" mit Seeteufel, Meeraal und Drachenkopf. Dazu Tapas wie Croquetas, Pulpo oder Patatas bravas. Der Fang wird im Hafen werktags versteigert, viele Lokale am Wasser kochen ihn am selben Tag.
Das Castell de l'Olla ist Alteas berühmtestes Fest — ein Feuerwerk, das von einer schwimmenden Plattform vor dem Strand La Olla aus über dem Meer gezündet wird. Es findet am Samstag rund um den Lorenzitag (10. August) statt, gilt als Fest von regionalem touristischem Interesse und geht auf den örtlichen Pyrotechniker Blas Aznar zurück.
Alteas Strände bestehen überwiegend aus Kieseln und grobem Sand mit klarem, schnorcheltauglichem Wasser. Der Hauptstrand La Roda (rund 500 m) liegt am Fuss der Altstadt entlang der Promenade. Nördlich folgen die Bucht La Olla mit dem Inselchen L'Illeta sowie das Cap Negret mit auffällig schwarzen Kieseln.
Ja — Altea liegt nur wenige Kilometer nördlich von Benidorm, ist aber dessen Gegenentwurf: kein Hochhaus-Tourismus, sondern ein weiss gekalkter Künstlerort mit Galerien, Kunsthandwerk, einem aktiven Fischerhafen und der geschützten Serra de Bèrnia im Rücken. Für Altstadt, Promenade, Strände und Essen genügen zwei bis drei Tage.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Altea.
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