Wer Grado kennt, kennt meist die Altstadt mit ihren engen Gassen und die lebhafte Strandpromenade. Doch wer einmal durch die breiten, von Pinien gesäumten Straßen der Città Giardino spaziert ist, versteht sofort, warum dieses Villenviertel seit Jahrzehnten eine treue Anhängerschaft hat. Hier wächst die Vegetation so üppig über die Zäune, dass man im Sommer kaum die Fassaden dahinter erkennt – Oleander, Feigenbäume und Rosensträucher rahmen die Wege, die schnurgerade zum Strand führen.
Das Viertel entstand im frühen 20. Jahrhundert als geplante Gartenstadt, und dieser Ursprung ist noch heute spürbar: Die Straßen folgen einem klaren Raster, die Grundstücke sind großzügig bemessen, und zwischen den Villen findet sich immer wieder ein kleiner Platz oder eine Grünfläche, auf der Einheimische am frühen Abend zusammenkommen. Die Architektur mischt Jugendstilvillen mit nüchterneren Nachkriegsbauten und modernen Ferienhäusern – ein ehrliches Bild des Wandels, den Grado als Badeort durchlebt hat.
Der direkte Zugang zum Strand ist das stärkste Argument für einen Aufenthalt in der Città Giardino. Mehrere der Strandbäder – sogenannte Stabilimenti balneari – liegen fußläufig erreichbar, und der Weg dorthin führt durch eine Stille, die man an der Hauptpromenade vergeblich sucht. Morgens, wenn der Nebel noch über dem Meer liegt, gehören die Wege fast ausschließlich Joggern und Radfahrern.
Für Familien mit Kindern ist das Viertel besonders geeignet: Der Verkehr ist gering, die Straßen sind breit genug für Fahrräder, und die Nähe zum Strand macht spontane Badetage einfach. Gleichzeitig ist die Altstadt von Grado mit dem Fahrrad in wenigen Minuten erreichbar, sodass man das Beste beider Welten verbinden kann – die Ruhe des Gartenviertels und die Lebendigkeit des historischen Zentrums mit der Basilika di Sant'Eufemia und dem Fischerhafen.

Spiaggia G.I.T.
Grados kilometerlanger Hauptstrand mit feinem Sand und seltener Südausrichtung.