Wer das Mozart-Wohnhaus in der Makartplatz 8 betritt, tritt in eine Welt ein, die sich von der touristischen Betriebsamkeit der Getreidegasse wohltuend unterscheidet. Hier, in der sogenannten Tanzmeisterhaus, lebte die Familie Mozart von 1773 bis 1780 – und damit in jenen Jahren, in denen Wolfgang Amadeus sein kompositorisches Handwerk zur Meisterschaft führte. Die Räume sind großzügiger als im Geburtshaus, die Atmosphäre nachdenklicher, und wer sich Zeit nimmt, spürt, dass dieser Ort nicht bloß ein Ausstellungsraum ist, sondern ein Ort gelebter Musikgeschichte. Das Haus selbst hat eine bewegte Vergangenheit: Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es erst 1996 nach aufwendiger Restaurierung als Museum eröffnet. Heute beherbergt es die umfangreichste Dauerausstellung zur Biografie Mozarts in Salzburg. Auf zwei Etagen entfaltet sich das Leben des Komponisten entlang von Originaldokumenten, zeitgenössischen Porträts und rekonstruierten Wohnräumen. Besonders eindrücklich ist das erhaltene Hammerklavier aus dem Familienbesitz – ein Instrument, das nicht hinter Glas schweigt, sondern in regelmäßigen Konzerten zum Klingen gebracht wird. Der Rundgang beginnt mit einem Audioguide, der in mehreren Sprachen verfügbar ist und die einzelnen Stationen mit Musikbeispielen verknüpft. So hört man, während man vor dem Porträt des jungen Mozart steht, Passagen aus den Werken, die genau in dieser Zeit entstanden – darunter die Salzburger Sinfonien und frühe Klavierkonzerte. Die multimediale Aufbereitung wirkt dabei nie überladen, sondern ergänzt die originalen Exponate auf kluge Weise. Ein besonderes Erlebnis sind die Hauskonzerte im Mozart-Wohnhaus, die in den historischen Räumen selbst stattfinden. Der Klang eines Hammerklaviers in einem Raum, in dem Mozart selbst musizierte, erzeugt eine Unmittelbarkeit, die kein Konzertsaal replizieren kann. Wer einen solchen Abend plant, sollte Tickets frühzeitig reservieren, da die Kapazität begrenzt ist. Für Familien mit Kindern bietet das Museum spezielle Führungen und interaktive Stationen an, die Mozarts Leben spielerisch erschließen. Der Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang entlang des Makartplatzes und einem Abstecher zum nahegelegenen Mirabell-Garten verbinden, dessen Barockanlage nur wenige Gehminuten entfernt liegt.
Zwei Ausstellungsetagen mit Originalinstrumenten, Dokumenten und rekonstruierten Wohnräumen. Ein Audioguide mit Musikbeispielen begleitet den Rundgang. Interaktive Stationen für Familien, regelmäßige Hauskonzerte auf historischen Instrumenten und ein ruhigeres Besuchserlebnis als im überfüllten Geburtshaus.
Die Familie Mozart bezog das Tanzmeisterhaus am heutigen Makartplatz 8 im Jahr 1773 – ein deutlich großzügigeres Domizil als das beengte Geburtshaus in der Getreidegasse. Hier lebte Wolfgang Amadeus bis zu seiner endgültigen Abreise nach Wien im Jahr 1780, während sein Vater Leopold das Haus noch bis zu seinem Tod 1787 bewohnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Bombenangriffe stark beschädigt und musste weitgehend neu aufgebaut werden. Nach jahrzehntelangen Restaurierungsarbeiten eröffnete die Mozarteum-Stiftung Salzburg das Haus schließlich 1996 als Museum.
