Wer Maratea zum ersten Mal besucht, landet fast unweigerlich in Fiumicello. Der Küstenstreifen südlich des historischen Bergstädtchens ist das touristische Herzstück der gesamten Region – und doch bewahrt er einen Charakter, der sich deutlich von den überfüllten Badeorten Süditaliens unterscheidet. Hier reihen sich keine gesichtslosen Hotelblöcke aneinander; stattdessen schmiegen sich kleinere Unterkünfte, Fischrestaurants und Cafés in die felsige Küstenlandschaft der Basilikata, als hätten sie sich dort von selbst eingefunden.
Der Ort lebt von seinem direkten Zugang zum Meer. Der kleine Hafen von Fiumicello ist der Ausgangspunkt für Bootstouren entlang der zerklüfteten Felsenküste, die zu den eindrucksvollsten der gesamten Tyrrhenischen Küste zählt. Wer früh morgens am Anleger steht, wenn die Fischerboote zurückkehren und die ersten Sonnenstrahlen das Wasser in tiefes Türkis tauchen, versteht sofort, warum dieser Flecken Erde so viele Besucher Jahr für Jahr zurückzieht.
Die Strandabschnitte rund um Fiumicello wechseln zwischen feinem Kies und flachen Felsen – ideal für alle, die klares Wasser dem flachen Sandstrand vorziehen. Schnorcheln gehört hier zum Standardprogramm, denn der Meeresgrund ist reich an Fischen und Seegras. Wer tiefer tauchen möchte, findet in der Umgebung kleine Tauchschulen, die die Unterwasserwelt der Basilikata erschließen.
Abends verwandelt sich Fiumicello in einen entspannten Treffpunkt. Die Restaurants entlang der Uferpromenade füllen sich langsam, Einheimische und Gäste sitzen gemeinsam draußen, und der Blick auf den beleuchteten Christus von Maratea – die 22 Meter hohe Statue, die auf dem Monte San Biagio über der Bucht thront – verleiht jedem Abendessen eine ungewöhnliche Kulisse. Fiumicello ist kein Viertel, das sich selbst inszeniert; es lässt einfach das Meer und die Berge für sich sprechen.

Grotta delle Meraviglie
Kleine, dicht bewachsene Tropfsteinhöhle direkt an der Küstenstraße bei Marina di Maratea.