
◆ STADT · PELOPONNES
Monemvasia klebt an der Flanke eines gewaltigen Felsens, der wie eine Faust aus dem Myrtoischen Meer ragt und nur ueber einen schmalen Damm mit dem Peloponnes verbunden ist. Hinter dem einzigen Stadttor oeffnet sich eine autofreie Welt aus Kopfsteinpflastergassen, byzantinischen Kirchen und steinernen Buergerhaeusern, ueber denen die Ruinen der Oberstadt thronen.

Der Name sagt alles: Monemvasia leitet sich vom griechischen "moni emvasia" ab, dem einzigen Eingang. Genau das machte den Felsen seit jeher uneinnehmbar. Gegruendet wurde die Stadt 583 von Byzantinern, die vor den Einfaellen der Slawen und Awaren Zuflucht suchten. Vom schmalen Damm aus bleibt der eigentliche Ort lange unsichtbar, denn die Haeuser ducken sich auf der dem Festland abgewandten Seite des Felsens an den Hang.
Im Mittelalter wurde Monemvasia zu einem der wichtigsten Handels- und Seefahrtszentren des oestlichen Mittelmeers. Von hier stammt der legendaere Malvasier, ein suesser Wein, der in ganz Europa gehandelt wurde und dessen Name bis heute an die Stadt erinnert. Franken, Byzantiner, Venezianer und Osmanen herrschten nacheinander ueber den Felsen, bevor Monemvasia 1821 als eine der ersten Festungsstaedte im griechischen Freiheitskampf befreit wurde.
Heute teilt sich der Ort in zwei Welten: die mittelalterliche Kastro auf dem Felsen, in der Autos nichts verloren haben und nur eine Handvoll Menschen dauerhaft lebt, und das moderne Gefyra auf dem Festland mit Tavernen, Geschaeften und Strand. Wer durch das Tor tritt, l=oest sich aus der Gegenwart und wandert durch ein lebendiges Freilichtmuseum aus Stein.
01 · Auf einen Blick
Karte
· Stadtviertel



· Sehenswürdigkeiten

Rechteckige Wehranlage mit vier Tuermen am hoechsten Punkt des Felsens, deren Ursprung ins 6. Jahrhundert zurueckreicht.

Museum in der frueheren osmanischen Moschee am Elkomenos-Platz mit Funden aus der byzantinischen und venezianischen Stadt.

Byzantinische Kreuzkuppelkirche aus dem 12. Jahrhundert am Rand der Steilklippe der Oberstadt – das wichtigste Bauwerk der Felsenstadt.

Der gewaltige, ueber das Meer ragende Felsen, der die ganze byzantinische Festungsstadt traegt – das Gibraltar Griechenlands.

Kathedrale der Unterstadt am zentralen Platz, beruehmteste Kirche der Felsenstadt, mit steinernem Glockenturm und freiem Eintritt.

Weiss getuenchte Kirche am gleichnamigen Platz nahe der suedlichen Seemauer, ueber den Wellen und am Weg zum Portello-Tor.
· Hotels

Fuenf-Sterne-Boutique-Resort in einem Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert bei Agios Stefanos, mit Weinbergen, Spa und MICHELIN Keys.

Luxus-Suiten mitten in der byzantinischen Felsenstadt, mit Kaminen, Balkonen und Blick aufs Myrtoische Meer.

Traditionelles Gaestehaus im Kastro von Monemvasia, in einem historischen Herrenhaus mit Steinboegen und Mittelmeer-Terrasse.

Hotel in venezianischen Gebaeuden an der restaurierten Ostmauer der Burg, mit Kaminen, Suiten und Cafe-Terrasse am Meer.

Steingebaute Zimmer am Fuss des Felsens, mit grossem Garten, Pool und Panoramablick aufs Meer.
· Restaurants

Aelteste Taverne der Felsenstadt, seit 1950 mit laubenbeschattetem Garten an der Stadtmauer und Meerblick.

Gehobenes Restaurant und Weinbar an der Hauptgasse des Kastro, mit kreativer Kueche und Blick ueber die Altstadt.

Familienrestaurant am zentralen Platz des Kastro, mit Dachterrasse, peloponnesischer Kueche und Blick auf die alte Kanone.

Familiengefuehrte Taverne an der Hauptgasse der Altstadt, mit frischen lokalen Zutaten und herzlicher Atmosphaere.

Familientaverne in Gefyra am Wasser, mit eigenem Olivenoel, Wein und Gemuese sowie Blick auf den Felsen.
· Aktivitäten

Gefuehrte Kajaktour rund um den Felsen mit Blick auf Wehrmauern, Klippen und Portello vom Wasser aus, inklusive Badestopp.

Ausflug zum langen Sandstrand Pori mit Blauer Flagge und Blick auf den Felsen, einer der groessten Straende Lakoniens.

Steiler Aufstieg ueber den Serpentinenpfad aufs Hochplateau zu Ruinen, Akropolis und der Klippenkirche Hagia Sophia.

Spaziergang durch die autofreien Kopfsteingassen der Unterstadt vorbei an byzantinischen Kirchen, Boegen und Wehrmauern.

Sprung ins tiefe, klare Meer durch das historische Portello-Tor in der suedlichen Seemauer der Felsenstadt.

Verkostung des suessen, aromatischen Malvasia-Weins, der seit dem Mittelalter untrennbar mit Monemvasia verbunden ist.
02 · Was tun
Unterstadt
Hinter dem Stadttor windet sich die Hauptgasse zwischen steinernen Buergerhaeusern, kleinen Laeden und Tavernen hindurch bis zum zentralen Platz mit der byzantinischen Kirche Christos Elkomenos. Eine Welt ohne Autos, ganz auf das Tempo der Schritte gestellt.
Oberstadt
Ein steiler Zickzackpfad fuehrt in rund 20 bis 30 Minuten auf das Plateau hoch ueber dem Meer. Oben liegen die weitgehend verfallenen Reste der einstigen Oberstadt, gekroent von der Kuppelkirche Agia Sofia am Rand der Klippe mit weitem Blick aufs Myrtoische Meer.
Am Wasser
An der Aussenmauer fuehren Leitern bei der sogenannten Portello-Stelle direkt ins tiefblaue Wasser. Wer es ruhiger mag, findet am Festland in Gefyra einen Kieselstrand zum Abkuehlen nach dem Bummel durch die Gassen.
Geschichte
Die Archaeologische Sammlung in einem historischen Gebaeude der Unterstadt versammelt Skulpturen, Marmorfragmente und Keramik vom fruehchristlichen bis ins osmanische Monemvasia. Ein dichter Einstieg in die Schichten der Stadtgeschichte.
03 · Wann
Monemvasia laesst sich das ganze Jahr ueber besuchen, doch Fruehling und Fruehherbst gelten als die ideale Zeit: angenehme Temperaturen, weniger Andrang und Gassen, die nicht in der Mittagshitze flirren.
04 · Häufige Fragen
Wie Gibraltar liegt Monemvasia auf einem markanten Felsen, der das Meer kontrolliert und ueber Jahrhunderte als nahezu uneinnehmbare Festung galt. Der einzige Zugang ueber einen schmalen Damm und das namensgebende einzige Stadttor verstaerken diesen Vergleich.
Am einfachsten reist man mit dem Auto an: Von Athen sind es rund vier Stunden ueber Korinth, Tripoli und Sparta. Es gibt auch Fernbusse ab Athen. Die Felsenstadt selbst erreicht man ueber einen kurzen Damm vom Festlandort Gefyra aus.
Nein. Die mittelalterliche Kastro ist vollstaendig autofrei, um die Kopfsteinpflastergassen und die Atmosphaere zu bewahren. Besucher parken an den Plaetzen beim Damm in Gefyra und gehen durch das Stadttor zu Fuss hinein.
Fuer Unter- und Oberstadt sollte man mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Wer den Aufstieg zur Agia Sofia, das Museum und eine Pause in einer Taverne mitnehmen moechte, plant am besten einen ganzen Tag ein.
Malvasier ist ein suesser Wein, der seit dem Mittelalter mit Monemvasia verbunden ist und von hier aus in ganz Europa gehandelt wurde. Der Name des Weins leitet sich vom Namen der Stadt ab; heute traegt der Monemvasia-Malvasia eine geschuetzte Ursprungsbezeichnung.
05 · In der Nähe
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