Griechenlands stiller grüner Nordosten.
Während Santorin und Mykonos im Hochsommer aus allen Nähten platzen, bleibt die Nordägäis erstaunlich entspannt. Diese Inselgruppe liegt im äußersten Nordosten des Ägäischen Meeres, oft nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste – und sie tickt anders: grüner, ursprünglicher, langsamer. Olivenhaine ziehen sich über Lesbos, Pinienwälder und Weinberge prägen Samos, und über allem liegt das Gefühl, ein Stück Griechenland zu erleben, das sich treu geblieben ist.
Jede Insel erzählt ihre eigene Geschichte. Chios hat mit dem Mastix ein Harz, das nirgendwo sonst auf der Welt gewonnen wird, und mittelalterliche Dörfer, die die Genuesen als Festungen anlegten. Samos kombiniert antike Ingenieurskunst – den von beiden Seiten gegrabenen Eupalinos-Tunnel – mit süßem Muskatwein. Lesbos überrascht mit einem versteinerten Wald, der zum UNESCO-Geopark gehört, und Samothraki mit Wasserfällen, die von einem über 1.600 Meter hohen Berg ins Meer stürzen.
Und dann ist da Ikaria, die Insel, auf der die Menschen sprichwörtlich vergessen zu sterben. Als eine der weltweiten 'Blue Zones' steht sie für eine Lebensart aus langen Mittagsruhen, gemeinsamen Dorffesten und gutem Essen. Wer die Nordägäis bereist, kommt nicht für die perfekte Postkarte – sondern für echte Begegnungen, ehrliche Tavernen und Landschaften, die noch nicht für den Massentourismus geglättet wurden.