Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Thessalien
Kurz nach Sonnenaufgang, bevor die ersten Reisebusse die Serpentinen hochkriechen, gehört dir der Blick über die Felsen von Meteora fast allein.
Meteora steht ganz oben auf jeder Liste, und das zu Recht: Auf Sandsteintürmen, die bis zu 400 Meter aus der Ebene ragen, kleben sechs bewohnte orthodoxe Klöster, die seit 1988 zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Große Meteoron ist das größte und höchste, direkt daneben liegt Varlaam; die Heilige Dreifaltigkeit thront am dramatischsten auf ihrer isolierten Nadel und diente 1981 als Kulisse im Bond-Film „In tödlicher Mission“. Roussanou und Agios Stefanos sind heute Nonnenklöster. Jedes Kloster hat einen festen Ruhetag in der Woche und verlangt bedeckte Knie und Schultern – Frauen tragen einen Wickelrock, der am Eingang bereitliegt. Rechne pro Kloster mit einem kleinen Eintritt und plane nicht mehr als drei an einem Tag ein, sonst verschwimmen sie zu einer einzigen Treppe.
Am Fuß der Felsen liegen zwei Orte: Kalambaka, die größere Stadt mit Bahnhof und Hotels, und das kleinere Kastraki, das direkt an die Türme gebaut ist und die ruhigeren Unterkünfte hat. Von beiden führen alte Mönchspfade zwischen den Felsen hindurch – der Weg vom Ortsrand Kastraki hinauf zum Großen Meteoron ist der klassische, gut markiert und in gut einer Stunde zu schaffen. Wer nicht wandern will, fährt die Panoramastraße ab, die alle sechs Klöster verbindet und an mehreren Aussichtspunkten haltmacht; den schönsten für den Sonnenuntergang findest du oberhalb von Kastraki, wo die Türme in warmes Licht getaucht werden, während die Ebene schon im Schatten liegt.
Der zweite große Anker der Region ist der Pilion mit seinen Dörfern und Stränden, dem ein eigenes Kapitel weiter unten gehört. Dazwischen lohnen kleinere Ziele die Fahrt: das Tempe-Tal (Tembi), eine enge, bewaldete Schlucht, durch die sich der Pineios zwischen dem Olymp und dem Ossa-Massiv drängt – hier verlief seit der Antike die einzige natürliche Passage zwischen Thessalien und Makedonien. In der Ebene liegen mit Dimini und Sesklo bei Volos zwei der ältesten neolithischen Siedlungen Europas, und in Larissa hat man ein antikes Theater aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. freigelegt und restauriert, das mitten in der modernen Stadt liegt.
Plane die Region nicht als Punktabhaken, sondern als zwei Standorte mit Landschaft dazwischen. Meteora und der Pilion trennen rund 150 Kilometer und gut zwei Fahrstunden über die Ebene; wer beides an einem Tag versucht, verbringt den halben Urlaub im Auto. Sinnvoller sind zwei, drei Nächte in Kastraki oder Kalambaka für die Klöster und danach vier bis fünf Nächte in einem Pilion-Dorf oder in Volos. Die Wege dazwischen sind gut ausgebaut, die Nationalstraße durch die Ebene ist schnell, und die Fahrt selbst zeigt dir das dritte Thessalien – die weite Agrarebene mit ihren Baumwollfeldern und Storchennestern auf den Strommasten.





























