Warum Thessalien unter dem Radar bleibt - zu Unrecht.
Während Santorin und Mykonos die Schlagzeilen machen, liegt Thessalien selbstbewusst dazwischen: kein Insel-Trubel, sondern Festland mit Tiefe. Meteora gehört zu den meistfotografierten Orten Griechenlands - und doch reicht ein Schritt abseits der Aussichtspunkte, um die Felsen fast für sich zu haben. Der Name bedeutet in der Luft schwebend, und genau so wirken die Klöster, die Mönche ab dem 14. Jahrhundert auf nahezu unzugänglichen Türmen errichteten.
Der Pilion erzählt eine andere Geschichte. Die Halbinsel hakt sich zwischen Pagasitischen Golf und Ägäisches Meer und war in der Mythologie die Heimat des Kentauren Chiron, Lehrmeister von Helden wie Achill und Jason. Heute prägen Steindörfer, Platanen und schattige Pfade das Bild; auf der einen Bergseite blickt man ins Landesinnere, auf der anderen stürzt der Wald hinunter zu Buchten, die viele Besucher gar nicht erst finden.
Verbindendes Tor ist Volos am Fuß des Pilion - das antike Iolkos, von dem die Argonauten zum Goldenen Vlies aufbrachen. Statt Heldensage erlebt man hier ein entspanntes Hafenleben: die Argonauten-Promenade, das gemächliche Tsipouro-Ritual und Meze aus dem Golf. Wer Meteora, Pilion und Volos zu einer Reise verbindet, bekommt Berg, Meer und Mythos in einem - das Griechenland, das die meisten verpassen.