Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Epirus
Der Epirus verteilt seine großen Momente nicht auf einen Platz, sondern über hundert Kilometer – vom Aussichtsbalkon über der Vikos-Schlucht bis zur Festung am See.
Fang oben an, in den Bergen. Vom Oxya-Aussichtspunkt bei Monodendri und vom Beloi-Balkon über Vradeto stürzt die Vikos-Schlucht mehr als tausend Meter in die Tiefe – Guinness führt sie als tiefste Schlucht der Welt im Verhältnis zu ihrer Breite. Beide Aussichtspunkte erreichst du zu Fuß in wenigen Minuten vom Parkplatz, und beide sind am frühen Morgen fast leer, wenn Dunst aus dem Voidomatis-Tal steigt und nur die Felskanten herausragen. Nimm feste Schuhe mit, der letzte Meter zum Geländer ist Fels, kein Beton.
In Ioannina liegt die Sehenswürdigkeit ums Wasser: Der Kastro, die osmanische Festungsstadt am Pamvotida-See, gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Burganlagen des Landes. Innerhalb der Mauern steht die Aslan-Pascha-Moschee mit dem Stadtmuseum, im inneren Zitadellenring Its Kale die Fethiye-Moschee, das mutmaßliche Grab Ali Paschas und die feine Silberschmiede-Sammlung. Vom Hafen setzt tagsüber im Halbstundentakt ein kleines Boot zur bewohnten Seeinsel Nisi über, wo zwischen Klöstern das Museum im Haus liegt, in dem Ali Pascha 1822 erschossen wurde.
Zwanzig Autominuten südwestlich von Ioannina öffnet sich das Orakel von Dodona, das älteste Griechenlands: Hier deuteten Priester schon vor Delphi das Rauschen einer heiligen Eiche, und das antike Theater fasste einst rund 15.000 Zuschauer – eines der größten der griechischen Welt, heute wieder in Teilen bespielt. Näher am See lohnt die Tropfsteinhöhle von Perama, eine der größten Schauhöhlen des Landes, an heißen Nachmittagen angenehm kühl. Beide Orte sind ausgeschildert und mit dem Mietwagen in einer Vormittagsschleife zu verbinden.
Zum Meer hin liegen die dramatischen Kulissen: In Parga ragt die venezianische Festung über die amphitheatrisch gestaffelte Altstadt, und unten am Delta des Acheron, beim Weiler Mesopotamos, kannst du das Nekromanteion besichtigen – das antike Totenorakel, an dem Pilger einst mit den Verstorbenen sprechen wollten. In Preveza schließlich breitet sich Nikopolis aus, die „Siegesstadt“, die Kaiser Augustus nach der Seeschlacht von Actium 31 v. Chr. gründete: Stadtmauern, Odeon und ein römisches Aquädukt liegen weitläufig in der Ebene.






























