Region · Griechenland

Epirus

Zwischen den Gipfeln des Pindos-Gebirges und den türkisen Buchten des Ionischen Meeres liegt Griechenlands grünster, am wenigsten verbauter Nordwesten.

5 Städte38 Sehenswürdigkeiten24 Hotels
Überblick

Deine Epirus auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni & September; Winter-Hochsaison in den Zagorochoria
Anreise
Flughäfen Ioannina (IOA) & Aktion/Preveza (PVK)
Bekannt für
Vikos-Schlucht · Steindörfer · ionische Buchten
Lage
Nordwest-Griechenland, zwischen Pindos-Gebirge und Ionischem Meer
Flughäfen
Ioannina (IOA, Inland) · Aktion/Preveza (PVK, im Sommer auch Charter)
Fährhafen
Igoumenitsa (Fähren aus Italien sowie nach Korfu & Paxos)
Die Region

Was Epirus ausmacht

Der Epirus ist das andere Griechenland: kein weißgetünchtes Inselklischee, sondern Steindörfer über tausend Meter hoch, Flüsse, die so klar sind, dass man den Grund zählt, und eine Küste, die erst nach der letzten Bergkette anfängt. Im Herzen liegt Ioannina, die Seestadt Ali Paschas mit osmanischer Festung, Silberschmieden und einer bewohnten Insel im Pamvotida-See. Nördlich davon staffeln sich die 46 Zagorochoria über die Hänge der Tymfi, verbunden von jahrhundertealten Bogenbrücken, und dazwischen schneidet die Vikos-Schlucht über tausend Meter tief ins Kalkgebirge. An der ionischen Riviera leuchten die Buchten von Parga und Sivota, während der Acheron – in der Antike der Fluss der Unterwelt – aus einer Karstquelle kalt und klar ins Tal tritt. travelperfect führt dich vom Hochgebirge bis ans Meer.

Reiseführer

Epirus von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Hinter Ioannina hört das Griechenland der Poster auf. Die Straße windet sich in die Tymfi hinauf, Platanen beschatten Flüsse, die so klar sind, dass man den Grund zählt, und irgendwann steht ein einzelnes Steindorf am Hang – Schieferdächer, ein leerer Dorfplatz, eine alte Bogenbrücke im Tal darunter. Der Epirus fängt dort an, wo der Asphalt schmal wird und die Klimaanlage im Mietwagen plötzlich Heizung heißt, und er endet erst am Ionischen Meer, wo aus Bergkämmen Buchten werden.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Epirus

Der Epirus verteilt seine großen Momente nicht auf einen Platz, sondern über hundert Kilometer – vom Aussichtsbalkon über der Vikos-Schlucht bis zur Festung am See.

Fang oben an, in den Bergen. Vom Oxya-Aussichtspunkt bei Monodendri und vom Beloi-Balkon über Vradeto stürzt die Vikos-Schlucht mehr als tausend Meter in die Tiefe – Guinness führt sie als tiefste Schlucht der Welt im Verhältnis zu ihrer Breite. Beide Aussichtspunkte erreichst du zu Fuß in wenigen Minuten vom Parkplatz, und beide sind am frühen Morgen fast leer, wenn Dunst aus dem Voidomatis-Tal steigt und nur die Felskanten herausragen. Nimm feste Schuhe mit, der letzte Meter zum Geländer ist Fels, kein Beton.

In Ioannina liegt die Sehenswürdigkeit ums Wasser: Der Kastro, die osmanische Festungsstadt am Pamvotida-See, gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Burganlagen des Landes. Innerhalb der Mauern steht die Aslan-Pascha-Moschee mit dem Stadtmuseum, im inneren Zitadellenring Its Kale die Fethiye-Moschee, das mutmaßliche Grab Ali Paschas und die feine Silberschmiede-Sammlung. Vom Hafen setzt tagsüber im Halbstundentakt ein kleines Boot zur bewohnten Seeinsel Nisi über, wo zwischen Klöstern das Museum im Haus liegt, in dem Ali Pascha 1822 erschossen wurde.

Zwanzig Autominuten südwestlich von Ioannina öffnet sich das Orakel von Dodona, das älteste Griechenlands: Hier deuteten Priester schon vor Delphi das Rauschen einer heiligen Eiche, und das antike Theater fasste einst rund 15.000 Zuschauer – eines der größten der griechischen Welt, heute wieder in Teilen bespielt. Näher am See lohnt die Tropfsteinhöhle von Perama, eine der größten Schauhöhlen des Landes, an heißen Nachmittagen angenehm kühl. Beide Orte sind ausgeschildert und mit dem Mietwagen in einer Vormittagsschleife zu verbinden.

Zum Meer hin liegen die dramatischen Kulissen: In Parga ragt die venezianische Festung über die amphitheatrisch gestaffelte Altstadt, und unten am Delta des Acheron, beim Weiler Mesopotamos, kannst du das Nekromanteion besichtigen – das antike Totenorakel, an dem Pilger einst mit den Verstorbenen sprechen wollten. In Preveza schließlich breitet sich Nikopolis aus, die „Siegesstadt“, die Kaiser Augustus nach der Seeschlacht von Actium 31 v. Chr. gründete: Stadtmauern, Odeon und ein römisches Aquädukt liegen weitläufig in der Ebene.

Sehenswürdigkeiten in Epirus

Alle 38 Sehenswürdigkeiten
Vikos & Zagori

Wandern in der Vikos-Schlucht und den Zagori-Dörfern

Die Zagorochoria sind kein Freilichtmuseum, sondern ein Wegenetz – jedes Steindorf ist ein Startpunkt, und dazwischen liegen Schlucht, Fluss und alte Brücken.

Die klassische Durchquerung der Vikos-Schlucht führt von Monodendri hinab und rund zwölf Kilometer durch den Grund bis hinauf nach Mikro Papingo oder zum Dorf Vikos – gut sechs bis sieben Stunden, technisch nicht schwer, aber lang und ohne Kiosk. Am Boden fließt der Voidomatis, einer der klarsten Flüsse Europas, kalt genug, dass die Füße nach zwei Minuten taub werden. Starte früh, nimm mindestens zwei Liter Wasser mit und organisiere vorher den Rücktransport, denn Anfang und Ende der Wanderung liegen mit dem Auto weit auseinander.

Wer es kürzer mag, bleibt oben und sammelt die Panoramen ein: die Vradeto-Treppe (Skala Vradetou), ein in den Fels gehauener Zickzackpfad, der bis in die 1970er die einzige Verbindung des höchstgelegenen Dorfes war; der Balkon von Beloi mit dem Blick die ganze Schlucht hinab; und die drei- und mehrbögigen Steinbrücken, von denen die Plakida- oder Kalogeriko-Brücke bei Kipoi die bekannteste ist. Sie stammen überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wurden von wohlhabenden Dorfgemeinschaften finanziert, die den Handel über die Pässe organisierten.

Ein zweiter Klassiker ist das Wasser: In Papingo laden die Ovires, natürliche Felsbecken im Rogovo-Bach, zum eiskalten Bad zwischen glattgeschliffenem Kalkstein. Ambitionierte steigen von Mikro Papingo über die Astraka-Schutzhütte zum Drakolimni auf, dem „Drachensee“ auf rund 2.000 Metern, in dem Bergmolche leben – ein langer, aber markierter Tagesaufstieg, für den du früh los und wetterfest unterwegs sein musst. Nördlich, bei Konitsa, spannt sich eine der größten einbögigen Steinbrücken des Balkans über die Schlucht des Aoos.

Als Standorte eignen sich Monodendri und Vitsa im Süden für den Schlucht-Einstieg und die beiden Papingo-Dörfer im Norden für Ovires und Drakolimni; Tsepelovo und Kipoi liegen zentral zwischen den Brücken. Die Wege sind meist gut markiert (Vikos-Aoos-Nationalpark), aber die Handynetze brechen in der Schlucht weg – lade die Route offline und sag im Gästehaus, wohin du gehst. Von Oktober bis in den Frühling kann Schnee die höheren Pfade sperren, dann verlagert sich das Wandern auf die tieferen Brückenrunden.

Aktivitäten & Touren in Epirus

Alle 23 Aktivitäten
Parga

Parga an der ionischen Küste

Parga ist der Ort, an dem der Epirus badefähig wird – eine Bucht, eine Burg, und dahinter Olivenhänge, die bis ans Wasser reichen.

Die Altstadt von Parga staffelt sich amphitheatrisch um das Hafenbecken, überragt von einer venezianischen Festung aus dem 15. Jahrhundert, deren Mauern du kostenlos erklimmst – von oben blickst du über die pastellfarbenen Dächer, die vorgelagerte Kircheninsel Panagia und die weite Bucht. Unten drängen sich Tavernen, Bootsverleiher und Eisdielen um die Promenade. Parga war jahrhundertelang venezianisch und danach kurz britisch, bevor es an das Osmanische Reich verkauft wurde – daher der südländisch-ionische Zuschnitt, der eher an Korfu erinnert als an die Ägäis.

Die Strände liegen im Halbkreis um die Stadt und sind alle in wenigen Minuten erreichbar: Kryoneri direkt unter der Burg, das lange Valtos hinter dem Festungshügel (zu Fuß über einen Pfad oder mit dem Wassertaxi), Lichnos und Ai Giannis etwas außerhalb in eigenen Buchten. Der Sand ist meist fein bis kieselig, das Wasser fällt flach ab und schimmert türkis – die ionische Küste ist deutlich geschützter und ruhiger als die windigen Ägäis-Inseln, an denen im Sommer der Meltemi bläst.

Vom Hafen starten die Ausflugsboote, und die lohnen sich hier besonders: zum Delta und zu den Quellen des Acheron, hinüber zu den Inseln Paxos und Antipaxos mit ihren blauen Grotten, oder die Küste entlang nach Sivota. Buche die beliebten Antipaxos-Törns in der Hochsaison einen Tag vorher, die Boote füllen sich. Für einen ruhigen Nachmittag reicht das kleine Wassertaxi zum Valtos-Strand und zurück.

Parga hat keinen eigenen Flughafen und keinen Bahnhof; du kommst mit dem Auto oder Bus. Der nächste Flughafen ist Aktion/Preveza (PVK), rund eine Autostunde südlich, der Fährhafen Igoumenitsa liegt etwa 45 Minuten nördlich. Im Juli und August ist der Ort voll und die Parkplätze knapp – stell den Wagen oberhalb der Stadt ab und geh die letzten Minuten hinunter. Wer es leerer mag, kommt im Juni oder September, wenn das Wasser warm ist, die Preise aber sinken.

Sivota & Strände

Sivota und die Strände der Thesprotia

Zwischen Parga und Igoumenitsa versteckt sich Sivota – ein Fischerort mit vorgelagerten Inselchen und Buchten, deren Wasser die Farbe wechselt, je nachdem, wie tief der Sandgrund liegt.

Das Sivota an der Küste der Thesprotia ist nicht mit dem gleichnamigen Ort bei Lefkada zu verwechseln – dieses hier liegt im Nordwesten des Epirus, ein ruhiger Ferienort mit einem Hafen voller kleiner Boote und einer Handvoll Tavernen am Wasser. Vor der Küste liegen die Sivota-Inseln (Agios Nikolaos und Mavro Oros), die den Buchten das windgeschützte, fast lagunenhafte Wasser bescheren. Der Ort ist familiärer und leiser als Parga und eignet sich gut als Basis für Leute, die tagsüber Boot fahren und abends früh essen wollen.

Das bekannteste Motiv ist die Bella Vraka, ein heller Sandstreifen, der bei Niedrigwasser fast bis zur vorgelagerten Insel Mavro Oros reicht – man watet knietief durch türkises Wasser hinüber. Gleich daneben liegen Pisina und Zeri, weiter der lange Mega Ammos und die geschützte Bucht Gallikos Molos. Viele der schönsten Buchten erreichst du am bequemsten mit dem Boot; im Ort mietest du für einen Tag ein kleines Motorboot ohne Führerschein und tuckerst die Küste ab.

Von Sivota und dem nahen Perdika starten außerdem die Bootstouren nach Paxos und Antipaxos, deren blaue Höhlen und Kiesbuchten in gut einer Stunde Fahrt erreichbar sind. Wer keine eigene Basis an der Küste hat, kombiniert Sivota gut als Tagesziel von Parga aus. Achte in der Nebensaison darauf, dass viele Strandtavernen und Bootsverleiher erst ab Mai öffnen und im Oktober wieder schließen – von November bis März ist der Ort weitgehend im Winterschlaf.

Ein paar praktische Dinge: Die Buchten haben teils keine Liegen und keinen Schatten, nimm Sonnenschirm und Wasser mit. Der Boden ist an manchen Stränden felsig, Badeschuhe helfen. Und die Zufahrten sind eng und steil – mit einem großen Mietwagen wird das Wenden am Buchtparkplatz zur Geduldsprobe, ein kleiner Wagen ist hier klar im Vorteil.

Acheron

Der Acheron und das Tor zur Unterwelt

In der Antike war der Acheron der Fluss, über den die Toten ins Reich des Hades fuhren. Heute steht man knietief in seinem eiskalten Quellwasser und versteht, warum die Alten ihn für ein Tor hielten.

Der Acheron entspringt in einer engen Schlucht bei Glyki, südlich von Parga, und tritt dort aus dem Karst so kalt und klar hervor, dass er auch im Hochsommer den Atem stocken lässt. Am beliebtesten sind die „Quellen des Acheron“ (Acherontas-Springs): Vom Parkplatz watest oder wanderst du flussaufwärts durch das flache, glasklare Wasser zwischen Platanen und Felswänden – Wasserschuhe sind Pflicht, denn der Grund ist steinig und rutschig, und das Wasser bleibt konstant kühl. Für Kinder ist das ein Abenteuer, für Erwachsene eine willkommene Abkühlung nach den Bergen.

Rund um Glyki hat sich ein kleines Aktiv-Zentrum entwickelt: Anbieter führen geführte Flusswanderungen (River Trekking) durch die tiefere Schlucht, dazu gibt es Kajak- und Raftingtouren auf den ruhigeren Abschnitten, Reitausflüge entlang des Ufers und Ziplines über das Tal. Buche solche Touren am selben oder Vortag im Ort; feste Preise und Zeiten nennen dir die Veranstalter vor Ort, und für die Flusswanderungen brauchst du keine Vorerfahrung, aber Trittsicherheit im kalten Wasser.

Der mythologische Überbau ist real begehbar: Beim Dorf Mesopotamos, wo Acheron und Kokytos zusammenfließen, liegt das Nekromanteion – ein antikes Totenorakel, an dem Pilger in unterirdischen Gängen Kontakt zu Verstorbenen suchten. Die freigelegten Mauern und das Gewölbe lassen sich in einer knappen Stunde besichtigen. Ein Stück weiter mündet der Fluss bei Ammoudia ins Meer: ein breiter, ruhiger Flusslauf, auf dem kleine Boote flussaufwärts fahren, und ein langer Sandstrand am Delta.

Praktisch liegt die Acheron-Region ideal zwischen den Bergen und der Küste: Von Parga fährst du in gut einer halben Stunde nach Glyki, von Preveza ähnlich lang. Plane die Quellen für den Vormittag ein, bevor die Bustouren aus den Küstenorten eintreffen, und bring trockene Kleidung zum Wechseln mit – nach einer Stunde im Wasser willst du nicht nass im klimatisierten Mietwagen sitzen.

Ioannina

Ioannina, die Seestadt am Pamvotida-See

Ioannina ist das Scharnier des Epirus – Universitätsstadt, osmanische Festung und Bootsanleger in einem, mit einem See, der die Berge spiegelt und abends rosa wird.

Das Herz der Stadt ist der Kastro, die ummauerte Altstadt direkt am Pamvotida-See – ein Gassenlabyrinth aus osmanischer Zeit, in dem sich Silberschmiede, Cafés und die beiden erhaltenen Moscheen aneinanderreihen. Im inneren Zitadellenring Its Kale stehen die Fethiye-Moschee, das mutmaßliche Grab Ali Paschas und das Byzantinische Museum mit seiner glänzenden Silberschmiede-Sammlung; die Kunst der Filigranarbeit prägt Ioannina bis heute, in den Werkstätten der Altstadt kannst du ihr zusehen. Von den Mauern blickst du über das Wasser bis zu den Gipfeln der Tymfi.

Ali Pascha, der halb autonome Herrscher, der Ioannina um 1800 zur Metropole und zum Schrecken der Region machte, ist hier allgegenwärtig – und seine Geschichte endet auf der Seeinsel Nisi: In einem Kloster dort wurde er 1822 von osmanischen Truppen erschossen, die Einschusslöcher zeigt man bis heute. Das kleine Boot zur bewohnten Insel fährt tagsüber häufig vom Hafen ab, die Überfahrt dauert nur rund zehn Minuten. Auf Nisi selbst locken sechs Klöster, schattige Wege und eine Reihe von Tavernen, die Aal, Karpfen und Froschschenkel aus dem See servieren.

Ioannina ist außerdem eine junge Stadt: Die große Universität füllt die Cafés und Bars der Fußgängerzonen bis spät, und die Küche ist entsprechend lebendig und günstig. Probier die epirotischen Pites – herzhafte Blätterteigpasteten mit Käse, Lauch oder wildem Grün – und das lokale Tsipouro, den Tresterbrand, der in kleinen Karaffen mit Meze kommt. Rund um den See führt ein flacher Rad- und Spazierweg, ideal für den frühen Abend, wenn das Licht über das Wasser fällt.

Als Standquartier ist Ioannina praktisch unschlagbar: Von hier erreichst du die Zagori-Dörfer in einer Stunde, Dodona in zwanzig Minuten, die Perama-Höhle am Stadtrand, und über die Egnatia-Autobahn bist du schnell an der Küste. Sechs Kilometer nördlich liegt der kleine Flughafen (IOA) mit Inlandsverbindungen nach Athen. Wer den Epirus von den Bergen her aufrollt, übernachtet die erste und die letzte Nacht am besten hier.

Rundreise

Epirus-Rundreise zwischen Bergen und Meer

Die schönste Epirus-Runde ist ein Gefälle: Du beginnst hoch in den Steindörfern und lässt dich Tag für Tag hinunter zum Ionischen Meer tragen.

Eine ausgewogene Route über 7 bis 10 Tage beginnt in Ioannina (zwei Nächte für Stadt, See, Dodona), führt dann hinauf ins Zagori (zwei bis drei Nächte für Vikos-Schlucht, Brücken und Ovires) und von dort über die Egnatia-Autobahn hinunter an die Küste. An der Riviera teilst du dich zwischen Parga und Sivota auf (zwei bis drei Nächte für Strände und Bootstouren), schiebst einen Tag am Acheron ein und schließt bei Preveza mit Nikopolis und dem Ambrakischen Golf ab, bevor es zurück nach Ioannina geht. Wer nur eine Woche hat, kürzt die Küste auf einen Ort.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier. Drei Standorte reichen für die ganze Schleife: einer in Ioannina, einer in einem Zagori-Dorf und einer an der Küste. Von dort fährst du sternförmig los, packst nur zweimal um und sitzt abends wieder auf derselben Terrasse. Die Etappen bleiben überschaubar – Ioannina ins Zagori ist knapp eine Stunde, Zagori an die Küste je nach Ziel zwei bis zweieinhalb Stunden über die Autobahn, Parga zum Acheron eine halbe Stunde.

Rechne die Bergstrecken großzügig: Die Egnatia Odos (A2) ist eine moderne, tunnelreiche Autobahn und macht die West-Ost-Achse Igoumenitsa–Ioannina–Metsovo schnell, aber innerhalb des Zagori sind die Straßen schmal, kurvig und teils einspurig. Vierzig Kilometer über die Pässe brauchen leicht anderthalb Stunden, und nach Einbruch der Dunkelheit begegnen dir freilaufende Ziegen und Schafe. Fahr die Bergabschnitte bei Tageslicht und plane pro Tag nur ein größeres Ziel.

Wer mehr Zeit hat, hängt Metsovo an – das Pindos-Bergstädtchen an der Autobahn zwischen Ioannina und Thessaloniki, bekannt für seinen Käse, sein Weingut und die Herrenhäuser der Familie Averoff. Von der Küste aus lohnt umgekehrt ein Abstecher auf die vorgelagerte Insel Lefkada, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, oder eine Tagesfähre ab Igoumenitsa nach Korfu. Beides funktioniert als Kontrast: morgens Berge oder Festland, mittags eine andere Welt, abends zurück am selben Ort.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Unterkünfte

Unterkünfte im Epirus vom Steinhaus bis zum Strandhotel

Im Epirus entscheidet die Höhenlage über die Unterkunft: oben restaurierte Steinhäuser mit Kamin, unten Strandhotels mit Balkon zum Meer.

Im Zagori wohnst du in Archontika – restaurierten Herrenhäusern aus Stein, in denen dicke Mauern, Holzdecken und offene Kamine die Bergkälte draußen halten. Diese kleinen Gästehäuser (oft nur eine Handvoll Zimmer) sind das Herzstück des Zagori-Tourismus, mit hausgemachtem Frühstück aus Pites, Bergtee und lokalem Honig. Sie haben ganzjährig geöffnet, weil das Zagori auch im Winter Gäste zieht – zum Wandern im Schnee und für den Kamin. Für Sommerwochenenden und die Herbstwochen solltest du früh buchen, das Angebot ist begrenzt.

In Ioannina findest du das breiteste Spektrum: Boutique-Hotels im Kastro, solide Mittelklasse am Seeufer und günstige Stadtzimmer für die Durchreise. Wer die Altstadt zu Fuß erleben will, bucht innerhalb oder direkt an den Festungsmauern; wer das Auto oft braucht, nimmt lieber ein Haus am Rand mit eigenem Parkplatz, denn im Kastro ist der Verkehr eng und die Stellplätze sind rar.

An der Küste reicht die Bandbreite vom kleinen Familienhotel über die Ferienwohnung mit Meerblick bis zur größeren Anlage mit Pool bei Parga und Sivota. Hier gilt die Saisonlogik strikt: Ein großer Teil der Strandhotels, Apartments und Tavernen öffnet erst im Mai und schließt Ende Oktober – von November bis März stehen viele Orte leer. Für Juli und August buchst du am besten Monate im Voraus, da die Riviera bei Griechen wie bei Italienern und Deutschen beliebt ist.

Die ehrlichste Empfehlung ist die Kombination: zwei, drei Nächte im Steinhaus in den Bergen, dann eine Woche am Meer – so bekommst du beide Gesichter des Epirus. Wer mit Kindern reist, ist an der Küste mit einer Anlage mit Pool und flachem Strand gut bedient; wer wandern und Ruhe sucht, bleibt oben im Zagori, wo abends nur der Wind und das Läuten der Ziegenglocken zu hören sind.

Hotels in Epirus

Alle 24 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken im Epirus

Die epirotische Küche ist Bergküche – viel Käse, viel wildes Grün, dünner handgezogener Teig, und im Glas ein trüber Tresterbrand, der wärmt.

Das Grundnahrungsmittel der Region ist die Pita – nicht das Fladenbrot, sondern die herzhafte Pastete aus hauchdünnem Filoteig: Tyropita mit Käse, Prasopita mit Lauch, Hortopita mit wildem Grün, Kolokithopita mit Kürbis. Im Zagori gilt das Pitabacken als eigene Kunst, und viele Gästehäuser servieren sie schon zum Frühstück. Dazu kommt der Käse aus den Bergen: allen voran der geräucherte Metsovone aus dem nahen Metsovo, dazu Feta, Graviera und der cremige Manouri.

Aus den kalten Flüssen kommt die Forelle (Pestrofa), die man dir in den Bergdörfern gegrillt oder in der Pfanne serviert; am See von Ioannina stehen dafür Aal, Karpfen und Froschschenkel auf den Karten der Insel-Tavernen – eine Spezialität, die es so nur hier gibt. Ergänzt wird das durch die deftige Bergkost: Bohneneintopf (Fasolada), in Tomaten geschmorte Ziege oder Lamm, gefüllte Weinblätter und immer eine Schüssel Horta, gedämpftes Wildgrün mit Öl und Zitrone.

Getrunken wird Tsipouro, der epirotische Tresterbrand, den man in kleinen Karaffen zu einer Runde Meze bestellt – Stunde um Stunde, bis der Tisch voll kleiner Teller ist. Wer Wein will, greift zum Metsovo-Wein: Das Weingut Katogi Averoff in Metsovo war einer der Pioniere des griechischen Qualitätsweins und keltert hier hoch in den Bergen Cabernet und einheimische Sorten. An der Küste dreht sich alles um Fisch und Meeresfrüchte, frisch aus dem Ionischen Meer und einfach mit Öl und Zitrone zubereitet.

Zum Süßen bleibt es bodenständig: Galaktoboureko, die Grießcreme im Filoteig, Baklava mit Bergwalnüssen und im Herbst Löffelsüßes aus eingelegten Walnüssen oder Feigen, das dir die Gastgeber gern mit dem Kaffee hinstellen. Der Bergtee (Tsai tou vounou) aus getrocknetem Eisenkraut ist das Getränk der kalten Abende – in fast jedem Zagori-Haus steht die Kanne bereit.

Restaurants in Epirus

Alle 23 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise in den Epirus und Mobilität vor Ort

Der Epirus liegt abseits der großen Flugrouten – dafür kommst du aus Italien mit der Fähre fast bis vor die Haustür, und vor Ort führt kaum ein Weg am Mietwagen vorbei.

Per Flugzeug hast du drei Optionen. Aktion/Preveza (PVK) an der Südküste wird im Sommer aus mehreren deutschen Städten mit Charter- und Ferienfliegern angeflogen und liegt am nächsten an Parga und der Riviera. Korfu (CFU) bietet die dichtesten Verbindungen aus Deutschland; von dort setzt du mit der Fähre nach Igoumenitsa über (rund eineinhalb Stunden) und stehst mit dem Mietwagen mitten im Epirus. Der kleine Flughafen Ioannina (IOA) hat nur Inlandsflüge, vor allem nach Athen – praktisch, wenn du Griechenland ohnehin über Athen bereist.

Wer Zeit und ein eigenes Auto mitbringt, kommt über Italien: Von Ancona, Venedig, Bari oder Brindisi fahren Nachtfähren direkt nach Igoumenitsa, dem großen Fährhafen des Epirus. Die Überfahrt dauert je nach Abfahrtshafen zwischen einer knappen Nacht und rund einem Tag; eine Kabine und die frühe Buchung in der Hochsaison lohnen sich. Von Igoumenitsa bist du über die Egnatia-Autobahn in unter einer Stunde in Ioannina und in etwa 45 Minuten in Parga.

Vor Ort ist der Mietwagen fast Pflicht: Die Zagori-Dörfer, der Acheron und die kleinen Buchten liegen abseits der Buslinien, und der öffentliche Verkehr (KTEL-Überlandbusse) verbindet zwar die Städte, fährt in die Berge aber selten und nach Schulzeiten. Nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst – auf den engen, kurvigen Bergstraßen und an den schmalen Buchtzufahrten ist ein kleiner Wagen klar im Vorteil. Tanke rechtzeitig, im Zagori liegen die Tankstellen weit auseinander.

Für die Fahrerei gilt: Die Egnatia Odos (A2) ist eine gebührenpflichtige, moderne Autobahn und macht die großen Distanzen schnell, aber die letzten Kilometer ins Gebirge sind langsam. Rechne die Bergetappen doppelt so lang wie die Kilometerzahl vermuten lässt, fahr die Pässe bei Tageslicht und rechne mit Tieren auf der Fahrbahn. Ein Navi mit Offline-Karten hilft, weil das Mobilnetz in den Schluchten und hinter den Pässen immer wieder abreißt.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Epirus – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für den Epirus mit Wetter im Jahreslauf

Der Epirus hat zwei Klimazonen in einer Region – kühle, oft schneereiche Berge und eine milde ionische Küste. Die beste Reisezeit hängt davon ab, wofür du kommst.

Der Epirus ist die niederschlagsreichste Region Griechenlands: Vom Meer heranziehende Wolken stauen sich am Pindos und machen die Berge grün, aber auch nass und im Winter schneereich. Ioannina liegt auf rund 480 Metern und hat kalte Winter mit Frost sowie heiße, gewittrige Sommer; die Küste um Parga ist ganzjährig milder und im Sommer trockener. Die Werte unten gelten für Ioannina – an der Küste ist es im Winter deutlich wärmer und im Sommer angenehmer als in der Stadt am See.

Jan9°1°kalt, oft Schnee in den Bergen
Feb11°1°Winterwandern, leere Dörfer
Mär14°4°erstes Grün, wechselhaft
Apr18°6°Frühling, volle Flüsse
Mai24°11°grün und mild, ideal
Jun29°15°warm, Baden startet
Jul32°17°heiß, Hochsaison an der Küste
Aug32°17°sehr voll an den Stränden
Sep27°13°warmes Meer, leerer, ideal
Okt20°9°goldener Herbst, Wandern
Nov14°5°regenreich, Küste schließt
Dez10°2°still, kalt, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für den Epirus sind Mai, Juni und September: Dann sind die Berge grün und gut begehbar, das Meer warm genug zum Baden und die Küste noch nicht überlaufen. Fürs reine Strandvergnügen sind Juli und August am verlässlichsten, aber Parga und Sivota sind dann voll und teuer. Wer die Zagori-Dörfer und die Vikos-Schlucht in Ruhe erleben will, kommt im Frühherbst, wenn das Licht warm und die Pfade frei sind.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Epirus

Wo liegt der Epirus in Griechenland?
Der Epirus ist die nordwestliche Festlandregion Griechenlands – zwischen dem Pindos-Gebirge im Osten und dem Ionischen Meer im Westen, an der Grenze zu Albanien. Die größte Stadt ist Ioannina, wichtige Küstenorte sind Parga, Sivota und Preveza.
Wie viele Tage sollte man für den Epirus einplanen?
Für Berge und Küste zusammen plane sieben bis zehn Tage: zwei Tage Ioannina, zwei bis drei Tage Zagori und Vikos-Schlucht, dazu drei bis vier Tage an der ionischen Küste mit Parga, Sivota und Acheron. Wer nur eine Woche hat, kürzt die Küste auf einen Standort.
Braucht man im Epirus ein Auto?
Ja, praktisch schon. Die Zagori-Dörfer, der Acheron und die kleinen Buchten liegen abseits der Buslinien, und öffentliche Busse fahren in die Berge nur selten. Ein Mietwagen ist die einzige bequeme Art, Berge und Küste in einer Reise zu verbinden.
Was ist die Vikos-Schlucht?
Die Vikos-Schlucht im Zagori ist eine über tausend Meter tiefe Kalksteinschlucht im Vikos-Aoos-Nationalpark, laut Guinness die tiefste der Welt im Verhältnis zu ihrer Breite. Man wandert sie von Monodendri bis Papingo durch oder blickt von den Balkonen Oxya und Beloi hinein.
Wie kalt ist das Wasser am Acheron?
Der Acheron entspringt aus einer Karstquelle und bleibt das ganze Jahr eiskalt, auch im Hochsommer. In den flachen Quellabschnitten watet man knietief durch glasklares Wasser – Wasserschuhe sind Pflicht, der Grund ist steinig und rutschig.
Was kann man in Ioannina unternehmen?
Ioannina bietet die osmanische Festungsstadt am Pamvotida-See, die Bootsfahrt zur bewohnten Insel Nisi mit ihren Klöstern, die Silberschmiede-Sammlung im Its Kale und die Tropfsteinhöhle von Perama am Stadtrand. Abends füllen Studenten die Cafés der Altstadt.
Ist Parga oder Sivota der bessere Küstenort?
Parga ist lebhafter, mit Burg, mehr Tavernen und mehr Trubel; Sivota ist ruhiger und familiärer, mit lagunenhaften Buchten wie der Bella Vraka. Wer Betrieb und Abendleben mag, wählt Parga; wer Ruhe und Bootsausflüge sucht, ist in Sivota besser aufgehoben.
Wann ist die beste Reisezeit für den Epirus?
Mai, Juni und September verbinden grüne, begehbare Berge mit warmem Meer und ohne den Andrang des Hochsommers. Juli und August sind an der Küste am verlässlichsten fürs Baden, aber voll; für Wandern im Zagori ist auch der goldene Oktober sehr gut.
Kann man im Epirus wandern, auch ohne Bergerfahrung?
Ja. Neben der langen Vikos-Durchquerung gibt es kurze, gut markierte Wege: die Aussichtsbalkone Oxya und Beloi, die Vradeto-Treppe, die Runden zwischen den Steinbrücken und die Felsbecken der Ovires. Feste Schuhe und Wasser reichen für die meisten Touren.
Wie kommt man in den Epirus?
Per Flug über Aktion/Preveza (Sommercharter aus Deutschland) oder über Korfu mit anschließender Fähre nach Igoumenitsa. Mit eigenem Auto fahren Nachtfähren aus Ancona, Venedig, Bari oder Brindisi direkt nach Igoumenitsa. Ioannina hat nur Inlandsflüge nach Athen.
Ist der Epirus für einen Familienurlaub geeignet?
Sehr gut: Kinder waten durch die warmen Quellen des Acheron, baden an den flachen Buchten von Sivota und Parga und fahren Boot zu den Inseln. In den Bergen sind kurze Wanderungen und die Felsbecken der Ovires ein Abenteuer. Ein Auto und feste Schuhe gehören ins Gepäck.
Schließen die Küstenorte im Winter?
Weitgehend ja. Ein großer Teil der Strandhotels, Apartments und Tavernen in Parga und Sivota öffnet erst im Mai und schließt Ende Oktober; von November bis März sind die Küstenorte ruhig. Die Zagori-Bergdörfer dagegen haben ganzjährig geöffnet, auch im Schnee.
EpirusZwischen den Gipfeln des Pindos-Gebirges und den türkisen Buchten des Ionischen Meeres liegt Griechenlands grünster, am wenigsten verbauter Nordwesten.

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