Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Kykladen
Kurz vor Sonnenuntergang füllt sich die Burgruine von Oia, doch die stärksten Bilder der Kykladen entstehen woanders – morgens, wenn die Caldera noch im Schatten liegt.
Die Caldera von Santorini ist das eine Bild, das alle kennen, und sie hält dem Hype stand – wenn du das Timing steuerst. Der Wanderweg von Fira über Imerovigli nach Oia zieht sich rund zehn Kilometer am Kraterrand entlang, mit ständigem Blick auf die dunklen Vulkanwände und die Ausflugsboote tief unten; geh ihn früh am Morgen, bevor die Sonne auf den Bimsstein knallt. Den berühmten Sonnenuntergang in Oia teilst du dir in der Saison mit Hunderten – entspannter siehst du ihn vom Dorf Imerovigli oder gleich von einer Terrasse in Pyrgos im Inselinneren.
Die zweite Großattraktion Santorinis liegt unter einem Schutzdach im Süden: Akrotiri, eine bronzezeitliche Stadt, die um 1600 vor Christus vom Vulkanausbruch unter Asche begraben wurde. Mehrstöckige Häuser, Treppen und Gassen sind erhalten, du läufst auf Stegen mitten durch die Ausgrabung – eine Art ägäisches Pompeji, rund 1.700 Jahre älter. Die berühmten Wandfresken hängen größtenteils in Athen, doch das prähistorische Museum in Fira zeigt einen guten Teil der Funde. Plane Akrotiri als Vormittagsprogramm und kombiniere es mit dem roten Strand gleich nebenan.
Delos ist das historische Zentrum des ganzen Archipels: die heilige Insel des Apollon, nach der sich die Kykladen im Kreis (griechisch kyklos) benennen, heute UNESCO-Welterbe und komplett unbewohnt. Ausflugsboote fahren am Vormittag ab Mykonos hinüber, übernachten darf dort niemand. Zwischen Löwenterrasse, Theaterviertel und Mosaikböden läufst du durch eine der größten antiken Stätten Griechenlands – nimm Hut und Wasser mit, es gibt auf der ganzen Insel keinen Schatten. Wer auf Mykonos ist und nur einen Ausflug macht, macht diesen.
Dazu kommen die Naturbilder, die keine Eintrittskarte brauchen: das Marmortor Portara auf Naxos, das seit dem sechsten Jahrhundert vor Christus als Rahmen für den Sonnenuntergang über dem Meer dient (die Chora liegt hinter dem Betrachter), das weiße Vulkangestein von Sarakiniko auf Milos, das aussieht wie eine begehbare Mondlandschaft, und das Kloster Hozoviotissa auf Amorgos, das seit dem 11. Jahrhundert wie ein weißer Strich in einer 300 Meter hohen Felswand hängt. Alle drei funktionieren am besten in den Randstunden des Tages – mittags glüht der Fels, und die Ausflugsgruppen sind da.


































