Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mykonos
Fast alles, wofür Mykonos bekannt ist, steht in und um Chora – und lässt sich an einem einzigen Vormittag zu Fuß abgehen, wenn du früh genug anfängst.
Der beste Startpunkt ist der Hügel Kato Mili am Südrand der Chora, auf dem sieben weiße Windmühlen mit runden Mauern und kegelförmigen Reetdächern in einer Reihe zum Meer stehen – von einst rund sechzehn auf der ganzen Insel. Sie sind nicht bloß Fotomotiv, sondern Wirtschaftsgeschichte: Mykonos lag jahrhundertelang an der Segelroute zwischen dem griechischen Festland und Kleinasien, und die Mühlen mahlten das Getreide, das die Schiffe brachten, zu Mehl für die Weiterfahrt. Von oben siehst du die ganze Stadt auf einmal, ein dicht gepacktes Feld aus würfelförmigen Häusern, aus dem nur Kirchenkuppeln und Treppenläufe herausragen. Geh vor neun Uhr hinauf, dann steht die Sonne flach und die Terrasse gehört dir; am Abend stehen hier dieselben Leute wie unten am Wasser, nur eine Etage höher.
Direkt unterhalb beginnt Alefkandra, das alle nur Klein-Venedig nennen: eine Zeile alter Kapitänshäuser, deren bunt gestrichene Holzbalkone ohne Uferstreifen über dem Wasser hängen, sodass die Wellen bei auflandigem Wind gegen die Hauswände schlagen. So nah am Meer gebaut wurde aus praktischen Gründen – die Keller ließen sich vom Boot aus be- und entladen, was im 18. Jahrhundert nicht nur dem regulären Handel diente. Ein paar Gassen weiter nördlich, am Rand des ältesten Viertels Kastro, steht Panagia Paraportiani, ein weiß getünchter Komplex aus fünf ineinandergebauten Kapellen ohne gerade Fassade, seit den 1930er-Jahren als nationales Denkmal geschützt. Fotografieren lässt er sich eigentlich nur im Gegenlicht des späten Nachmittags, wenn die Rundungen Schatten werfen.
Für heiße Mittagsstunden und windige Tage hat Chora drei kleine Museen, die alle in wenigen Minuten erreichbar sind. Das Archäologische Museum nahe dem Alten Hafen zeigt Funde von der Nachbarinsel Rhenia, die in der Antike als Nekropole von Delos diente – Grabbeigaben, Keramik und als bekanntestes Stück einen großen Vorratskrug aus dem 7. Jahrhundert vor Christus, dessen Relief die früheste erhaltene Darstellung des Trojanischen Pferdes trägt. Das Ägäische Schifffahrtsmuseum im Viertel Tria Pigadia erzählt die Geschichte der Handelssegler und Dampfer der Ägäis anhand von Schiffsmodellen, Instrumenten und alten Seekarten. Und das Volkskundemuseum im Kastro füllt ein altes Kapitänshaus mit Möbeln, Webstühlen und Hausrat aus der Zeit vor dem Tourismus.
Zwei Ziele liegen außerhalb der Stadt und lohnen die Fahrt. Das eine ist der Leuchtturm Armenistis auf dem gleichnamigen Kap an der Nordwestspitze – warum er dort steht und wie du hinkommst, steht weiter unten im Abschnitt über Ano Mera und das Inselinnere. Und dann Delos, die unbewohnte Insel gegenüber, in der Antike eines der wichtigsten Heiligtümer des Mittelmeerraums und seit 1990 UNESCO-Welterbe. Der Ausflug dorthin bekommt weiter unten einen eigenen Abschnitt, weil er einen halben Tag, festes Schuhwerk und ein bisschen Planung braucht.














