Stadt · Griechenland

Mykonos

Wenn die Sonne westlich der Stadt ins Meer sinkt, dreht sich an der Kaimauer von Klein-Venedig jeder Kopf in dieselbe Richtung, und für ein paar Minuten wird es zwischen den Bars fast still.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Mykonos-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai bis Anfang Juni & September bis Anfang Oktober
Sprache
Griechisch (Englisch weit verbreitet)
Region
Kykladen, Griechenland
Inseltyp
Kykladen-Insel im Ägäischen Meer
Hauptort
Chora (Mykonos-Stadt)
Währung
Euro (€)
Über Mykonos

Reisen nach Mykonos

Mykonos ist mit rund 85 Quadratkilometern eine mittelgroße Kykladeninsel und zugleich die bekannteste: kahle, von Trockenmauern zerschnittene Hügel, ein Küstensaum aus mehr als zwanzig Buchten und mittendrin Chora, deren enges weißes Gassennetz der Überlieferung nach so angelegt wurde, dass Piraten sich darin verlaufen. Über der Stadt steht die Reihe der Windmühlen von Kato Mili, darunter liegt Klein-Venedig mit seinen Kapitänshäusern, deren bunte Holzbalkone ohne Uferstreifen direkt über dem Wasser hängen; ein paar Gassen weiter drängt sich im ältesten Viertel Kastro der weiß getünchte Kirchenkomplex Panagia Paraportiani, seit den 1930er-Jahren nationales Denkmal. Die Strände verteilen sich nach Himmelsrichtung und Temperament: Im Süden liegen die geschützten Buchten von Ornos, Psarou, Platis Gialos, Paradise und Elia mit Beachclubs, Liegenreihen und Wassertaxi-Anlegern, im windigen Norden Ftelia, Agios Sostis und Fokos, wohin teils nur Schotterpisten führen. Dazu kommt Delos, die unbewohnte UNESCO-Welterbeinsel gegenüber, in der Antike eines der wichtigsten Heiligtümer des Mittelmeers. Und gut acht Kilometer östlich von Chora hält Ano Mera mit dem Kloster Panagia Tourliani am autofreien Dorfplatz die andere Hälfte der Insel offen – die ohne Champagnerkühler.

Mykonos – Karte
Reiseführer

Mykonos von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um zehn Uhr morgens riecht es in den Gassen der Chora noch nach nassem Stein, weil jemand vor den Läden gewischt hat; um zwölf schieben sich die ersten Kreuzfahrtgruppen durch dieselben Ecken, und gegen acht steht an der Kaimauer von Klein-Venedig eine Reihe Menschen, die alle in dieselbe Richtung schauen. Mykonos hat drei Rhythmen an einem einzigen Tag, und wer weiß, wann welcher gilt, bekommt eine andere Insel als die, über die alle reden.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mykonos

Fast alles, wofür Mykonos bekannt ist, steht in und um Chora – und lässt sich an einem einzigen Vormittag zu Fuß abgehen, wenn du früh genug anfängst.

Der beste Startpunkt ist der Hügel Kato Mili am Südrand der Chora, auf dem sieben weiße Windmühlen mit runden Mauern und kegelförmigen Reetdächern in einer Reihe zum Meer stehen – von einst rund sechzehn auf der ganzen Insel. Sie sind nicht bloß Fotomotiv, sondern Wirtschaftsgeschichte: Mykonos lag jahrhundertelang an der Segelroute zwischen dem griechischen Festland und Kleinasien, und die Mühlen mahlten das Getreide, das die Schiffe brachten, zu Mehl für die Weiterfahrt. Von oben siehst du die ganze Stadt auf einmal, ein dicht gepacktes Feld aus würfelförmigen Häusern, aus dem nur Kirchenkuppeln und Treppenläufe herausragen. Geh vor neun Uhr hinauf, dann steht die Sonne flach und die Terrasse gehört dir; am Abend stehen hier dieselben Leute wie unten am Wasser, nur eine Etage höher.

Direkt unterhalb beginnt Alefkandra, das alle nur Klein-Venedig nennen: eine Zeile alter Kapitänshäuser, deren bunt gestrichene Holzbalkone ohne Uferstreifen über dem Wasser hängen, sodass die Wellen bei auflandigem Wind gegen die Hauswände schlagen. So nah am Meer gebaut wurde aus praktischen Gründen – die Keller ließen sich vom Boot aus be- und entladen, was im 18. Jahrhundert nicht nur dem regulären Handel diente. Ein paar Gassen weiter nördlich, am Rand des ältesten Viertels Kastro, steht Panagia Paraportiani, ein weiß getünchter Komplex aus fünf ineinandergebauten Kapellen ohne gerade Fassade, seit den 1930er-Jahren als nationales Denkmal geschützt. Fotografieren lässt er sich eigentlich nur im Gegenlicht des späten Nachmittags, wenn die Rundungen Schatten werfen.

Für heiße Mittagsstunden und windige Tage hat Chora drei kleine Museen, die alle in wenigen Minuten erreichbar sind. Das Archäologische Museum nahe dem Alten Hafen zeigt Funde von der Nachbarinsel Rhenia, die in der Antike als Nekropole von Delos diente – Grabbeigaben, Keramik und als bekanntestes Stück einen großen Vorratskrug aus dem 7. Jahrhundert vor Christus, dessen Relief die früheste erhaltene Darstellung des Trojanischen Pferdes trägt. Das Ägäische Schifffahrtsmuseum im Viertel Tria Pigadia erzählt die Geschichte der Handelssegler und Dampfer der Ägäis anhand von Schiffsmodellen, Instrumenten und alten Seekarten. Und das Volkskundemuseum im Kastro füllt ein altes Kapitänshaus mit Möbeln, Webstühlen und Hausrat aus der Zeit vor dem Tourismus.

Zwei Ziele liegen außerhalb der Stadt und lohnen die Fahrt. Das eine ist der Leuchtturm Armenistis auf dem gleichnamigen Kap an der Nordwestspitze – warum er dort steht und wie du hinkommst, steht weiter unten im Abschnitt über Ano Mera und das Inselinnere. Und dann Delos, die unbewohnte Insel gegenüber, in der Antike eines der wichtigsten Heiligtümer des Mittelmeerraums und seit 1990 UNESCO-Welterbe. Der Ausflug dorthin bekommt weiter unten einen eigenen Abschnitt, weil er einen halben Tag, festes Schuhwerk und ein bisschen Planung braucht.

Sehenswürdigkeiten in Mykonos

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Chora & Klein-Venedig

Chora, Klein-Venedig und die Gassen von Mykonos-Stadt

Das Gassennetz der Chora wurde nicht geplant, sondern ist gewachsen – der Überlieferung nach mit Absicht so unübersichtlich, dass Piraten sich darin verliefen.

Klein-Venedig
Klein-Venedig

Mykonos-Stadt heißt bei den Einheimischen einfach Chora, also Hauptort, und sie funktioniert nicht wie eine Stadt, sondern wie ein sehr großes Dorf mit Gassen von zwei Metern Breite. Autos kommen in den Kern nicht hinein, Straßenschilder gibt es kaum, und jede Ecke sieht aus wie die vorherige, weil alles weiß gekalkt ist und nur die Fensterläden zwischen Blau, Rot und Grün wechseln. Verlaufen ist Teil des Programms – die Insel ist zu klein, als dass es ein Problem wäre, und wer den Gassen einfach bergab folgt, landet früher oder später am Wasser. Zwei Achsen helfen trotzdem: Die Matogianni mit Boutiquen und Bars zieht sich von Osten in die Stadt, quer dazu läuft die Enoplon Dynameon, und beide treffen irgendwann auf die Kalogera, in der die interessanteren Restaurants sitzen.

Der Sonnenuntergang an der Kaimauer von Klein-Venedig ist das dichteste Ritual der Insel. Ungefähr eine Stunde vorher füllen sich die Bars entlang der Wasserlinie, die Tische in der ersten Reihe sind oft längst vergeben, und wer nur zuschauen will, stellt sich auf den schmalen Steinstreifen zwischen Häusern und Meer. Ein Hinweis, den viele unterschätzen: Bei auflandigem Wind spritzt die Gischt bis auf die Terrassen, und mehr als ein Handy ist hier schon nass geworden. Wer es ruhiger mag, geht die paar Stufen hinauf zu den Windmühlen oder ein Stück nach Süden an den Strand Megali Ammos, von wo dieselbe Sonne ins selbe Meer sinkt, nur ohne Ellenbogen und ohne Mindestverzehr.

Die stillsten Ecken der Chora liegen dort, wo keine Ladenzeile hinführt. Im Kastro rund um Paraportiani wird es schon hundert Meter neben der Hauptgasse merklich leiser, ähnlich im Viertel Tria Pigadia mit den namensgebenden drei alten Brunnen, aus denen die Stadt früher ihr Wasser holte. Am Alten Hafen sitzen morgens Fischer und flicken Netze, während vor ihnen ein Pelikan zwischen den Tischen entlangstakst: Die Insel hält seit den späten 1950er-Jahren die Tradition eines Stadtpelikans namens Petros aufrecht, inzwischen in mehrfacher Nachfolge. Er ist keine Attraktion, die jemand veranstaltet, sondern ein geduldeter Bewohner, der sich nimmt, was vom Fischfang übrig bleibt.

Praktisch heißt autofrei vor allem: Denk an Anfang und Ende deines Aufenthalts. Mit Koffern über Kopfsteinpflaster durch enge Gassen ist mühsam, deshalb setzen Taxi und Transfer dich am Rand ab, und viele Häuser in der Altstadt organisieren den letzten Abschnitt selbst – frag danach, bevor du buchst, nicht bei der Ankunft. Parken kannst du nur auf den Flächen außerhalb des Kerns, etwa im Bereich Fabrika im Süden oder oberhalb des Alten Hafens, und in der Hochsaison sind die abends belegt. Rechne außerdem mit einem Tagesrhythmus, den die Kreuzfahrtschiffe vorgeben: Zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag ist die Chora am vollsten, danach leert sie sich für ein, zwei Stunden fast vollständig.

Strände & Buchten

Die schönsten Strände auf Mykonos von Psarou bis Fokos

Die Frage ist auf Mykonos selten, welcher Strand der beste ist, sondern welche Seite der Insel gerade im Windschatten liegt.

Die Buchten der Südküste
Die Buchten der Südküste

Mykonos ist gut fünfzehn Kilometer lang und an keiner Stelle besonders breit, und trotzdem entscheidet die Himmelsrichtung über den ganzen Badetag. Von Juni bis September weht der Meltemi, ein trockener Nordwind, der über Tage durchhalten kann und im Juli und August am kräftigsten bläst. Die Nordküste bekommt ihn frontal ab: Wellen, aufgewirbelter Sand, Handtücher, die nicht liegen bleiben. Die Südküste liegt im Windschatten der Hügel und bleibt an denselben Tagen fast spiegelglatt – deshalb reihen sich dort praktisch alle organisierten Strände, Beachclubs und Hotels aneinander. Wenn dein Strandtag nicht funktioniert, wechsle also nicht die Insel, sondern die Küste; zwischen Nord und Süd liegen selten mehr als zwanzig Fahrminuten.

Von West nach Ost gelesen beginnt die Südküste mit Ornos, einer geschützten Bucht wenige Minuten südlich von Chora, deren flach abfallendes Wasser sie zur ersten Adresse für Familien macht. Dahinter folgt Psarou, die teuerste Bucht der Insel, vor der im Sommer Yachten ankern und in deren Mitte der Beachclub Nammos liegt. Platis Gialos ist der breite Halbmond daneben, ein kleines Strandresort mit Hotelzeile, Bushaltestelle und eigenem Wassertaxi-Anleger. Weiter östlich folgen Paraga mit dem Club Scorpios, die Partybuchten Paradise und Super Paradise, dann Agrari und Elia, der längste Sandstrand der Insel, schließlich Kalo Livadi, Kalafatis, wo Surf- und Tauchschulen sitzen, und ganz im Osten Lia. Je weiter östlich du kommst, desto ruhiger wird es.

Der Norden ist das Gegenprogramm und für viele der bessere Teil der Insel. Ftelia in der weiten Bucht von Panormos ist wegen des Windes ein Revier für Wind- und Kitesurfer, Panormos selbst ein langer heller Bogen mit wenig Infrastruktur. Agios Sostis kommt ganz ohne Liegen und Bar aus – über der Bucht steht die Taverne von Kiki, die ohne Strom arbeitet, weder Telefon noch Reservierung kennt und mittags eine Warteschlange produziert, die selbst zur Attraktion geworden ist. Ganz im Nordosten, hinter dem Ende des Asphalts, liegen Fokos und Merchia: Schotterpiste, kein Schatten, keine Versorgung, dafür an vielen Tagen kaum jemand. Prüfe vorher, ob dein Mietvertrag unbefestigte Strecken überhaupt abdeckt, sonst zahlst du jeden Schaden selbst.

Drei Dinge machen den Strandtag auf Mykonos deutlich einfacher. Erstens fehlt natürlicher Schatten auf der ganzen Insel fast vollständig, die Hügel sind kahl und Bäume selten – entweder du mietest einen Schirm oder du bringst einen mit. Zweitens zahlst du an den organisierten Buchten der Südküste für Liege und Schirm, und die Spanne ist enorm: von der einfachen Reihe ganz hinten bis zur ersten Reihe eines Beachclubs, für die in der Hochsaison ein Mindestverzehr fällig wird und ein Anruf am Vortag sinnvoll ist. Und drittens verbinden in der Saison Wassertaxis die Südbuchten miteinander, üblicherweise ab Platis Gialos und Ornos – die bequemste Art, ohne eigenes Fahrzeug von Bucht zu Bucht zu wechseln.

Delos & Bootstouren

Delos, die heilige Insel vor Mykonos

Wenige Seemeilen südwestlich von Mykonos liegt eine Insel, auf der bis heute niemand wohnen darf und in der Antike die halbe Ägäis zusammenkam.

Delos ist gut drei Quadratkilometer groß, unbewohnt und war in der Antike eines der bedeutendsten Heiligtümer des Mittelmeerraums. Der Mythos macht die Insel zum Geburtsort von Apollon und Artemis; historisch war sie zunächst religiöses Zentrum der Kykladen, dann Sitz der Kasse des attischen Seebunds und schließlich ein Handelsplatz von enormer Größe, an dem Kaufleute aus Italien, Syrien und Ägypten eigene Kultbezirke unterhielten. Weil die Insel als heilig galt, wurde per Beschluss verboten, dort geboren zu werden oder zu sterben – Schwangere und Sterbende brachte man auf die Nachbarinsel Rhenia. Nach Plünderungen im ersten Jahrhundert vor Christus verfiel der Ort; seit 1990 steht die gesamte Insel als UNESCO-Welterbe unter Schutz.

Was übrig geblieben ist, gehört trotzdem zu den größten Ausgrabungsfeldern Europas. Vom Anleger führt der Weg am Heiligen Hafen entlang zum Apollon-Heiligtum, dahinter liegt die Löwenterrasse, deren archaische Marmorlöwen im Freien als Kopien stehen, während die erhaltenen Originale im Inselmuseum vor Wind und Salz geschützt sind – bis auf einen, der seit dem 17. Jahrhundert das Arsenal von Venedig bewacht. Im Wohnviertel südlich des Theaters kannst du in Häuser hineingehen, in denen Bodenmosaike erhalten sind: im Haus der Masken Dionysos auf einem Panther, im Haus des Dionysos der geflügelte Gott auf einem Tiger. Wer Kondition und Zeit mitbringt, steigt auf den Kynthos, mit gut hundert Metern der höchste Punkt der Insel: Von oben liegt die ganze Anlage unter dir und rundum die Kykladen bis zum Horizont.

Praktisch läuft der Ausflug so ab: Die Boote legen am Alten Hafen von Chora ab, die Überfahrt dauert je nach Schiff etwa eine halbe Stunde, und das Ticket für die Überfahrt ist nicht dasselbe wie der Eintritt für die archäologische Stätte – den zahlst du am Anleger von Delos zusätzlich. Übernachten ist nicht erlaubt, du kehrst mit einem der Rückboote zurück, deren Abfahrten dein Zeitfenster bestimmen. Auf der Insel gibt es weder Schatten noch nennenswerte Versorgung: Sonnenhut, Wasser und feste Schuhe sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Prüfe vorab die Öffnungstage und die Wetterlage, denn bei starkem Meltemi fallen Überfahrten aus, und wer ohne Führung geht, sollte sich vorher einen Plan der Anlage besorgen.

Delos ist der historische, aber nicht der einzige Grund, auf ein Boot zu steigen. Katamaran-Törns fahren die Südküste ab, mit Badestopps vor Platis Gialos, Paradise und Super Paradise und meist einem Abstecher zur unbewohnten Rhenia, wo du in einer Bucht ankerst, die vom Land aus niemand erreicht. Abends laufen traditionelle Holzboote zum Sonnenuntergang vor Klein-Venedig hinaus, sodass du die Häuserzeile und die Windmühlen einmal von der Wasserseite siehst statt von der Kaimauer. Und wer effizient plant, kombiniert Delos am Vormittag mit einer Südbucht am Nachmittag – die Insel ist klein genug, dass beides an einem Tag bequem zusammenpasst.

Aktivitäten & Touren in Mykonos

Urlaub planen & Route

Mykonos-Urlaub planen – von der Chora bis in den Norden

Drei volle Tage reichen für das, wofür die Insel bekannt ist; ab einer Woche zeigt sie dir auch das andere Mykonos.

Mykonos ist eine kleine Insel mit einem großen Ruf, und das verführt zu zwei Fehlern: zu kurz zu bleiben oder zu viel zu wollen. Für die Grundausstattung – Chora, Klein-Venedig, Windmühlen, ein Vormittag Delos und zwei, drei Südstrände – rechne mit drei vollen Tagen. Eine Woche ist die bessere Zahl, weil dann Zeit für den Norden bleibt, für Ano Mera, für einen Bootstag und für die schlichte Möglichkeit, an einem windigen Tag gar nichts zu planen. Wer nur einen Zwischenstopp auf einer Kykladen-Rundreise einlegt, sollte den Anreisetag nicht mitzählen: Fährankunft, Transfer und Check-in fressen ihn zuverlässig auf, und das erste Abendessen kommt spät.

Ein Ablauf, der sich bewährt hat: Am ersten Nachmittag nur Chora, ohne Programm, mit Sonnenuntergang an der Kaimauer und einem späten Essen in einer der Gassen. Am zweiten Tag früh nach Delos, zurück gegen Mittag, danach in eine geschützte Südbucht wie Platis Gialos oder Ornos. Am dritten Tag der Norden mit Ftelia oder Panormos, Mittagessen über der Bucht von Agios Sostis und abends zurück in die Stadt. Ab Tag vier verteilst du frei: ein Katamarantag entlang der Südküste, ein Vormittag in Ano Mera mit dem Kloster, ein Nachmittag am Leuchtturm Armenistis – und mindestens ein Tag, an dem im Kalender ausdrücklich nichts steht.

Ein Standquartier reicht auf Mykonos immer. Die Insel misst in der längsten Ausdehnung rund fünfzehn Kilometer, die Straßen sind eng und im Sommer voll, aber die Fahrzeiten bleiben klein: Von Chora nach Ano Mera brauchst du gut zehn Minuten, an die meisten Südstrände nicht viel länger. Wechsle das Hotel also nicht innerhalb einer Woche, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur gesparten Fahrzeit. Wähle die Lage stattdessen danach, wie dein Abend aussehen soll: In und um Chora bist du zu Fuß im Ausgehviertel, in Ornos oder Platis Gialos wachst du am Strand auf und fährst abends hinein, im Inselinneren hast du Ruhe und brauchst zwingend ein Fahrzeug.

Mykonos liegt mitten im Fährnetz der Kykladen und lässt sich deshalb gut kombinieren. Tinos ist der nächste Nachbar im Nordwesten, in kurzer Überfahrt erreichbar und als Wallfahrtsinsel mit Marmordörfern der denkbar größte Kontrast. Nach Paros und Naxos fahren in der Saison mehrmals täglich Schiffe, nach Santorin dauert es je nach Boot deutlich länger. Für eine Zwei-Insel-Reise ist Mykonos mit Naxos die entspannteste Kombination, weil sie Glamour und Alltag ausbalanciert; wer den härteren Kontrast will, nimmt Tinos. Buche Fährtickets im Juli und August vorab und lege keinen Anschlussflug auf denselben Tag – bei starkem Wind werden die Schnellfähren zuerst gestrichen.

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Übernachten

Hotels auf Mykonos und die passende Bucht für deinen Urlaub

Die Frage ist auf Mykonos weniger, wie viele Sterne ein Haus hat, sondern ob du abends zu Fuß nach Hause kommst.

Rund um Chora liegen die bekanntesten Adressen der Insel, und sie unterscheiden sich vor allem im Grad der Zurückgezogenheit. Das Cavo Tagoo oberhalb des Hafens ist das Haus, das den Mykonos-Look geprägt hat: in den Hang geschnittene weiße Kuben, ein langer Infinity-Pool über dem Meer und trotzdem nur wenige Gehminuten in die Stadt. Das Belvedere liegt am oberen Rand der Altstadt gegenüber der Schule der Schönen Künste, mit Spa und einer Küche, die abends auch Nicht-Hausgäste anzieht. Ruhiger, aber ähnlich nah dran sind das Semeli am Stadtrand und das Myconian Kyma im Viertel Vryssi mit Blick auf die Windmühlen. Und Bill & Coo über der Bucht von Megali Ammos ist die Adults-only-Variante für alle, die den Trubel hören, aber nicht mitmachen wollen.

Wer den Urlaub am Wasser verbringen will, wohnt in einer der Südbuchten. Ornos ist die familienfreundlichste Wahl: flaches Wasser, kurze Wege, Wassersportschulen und eine überschaubare Zahl von Häusern rund um die Bucht. Platis Gialos funktioniert fast wie ein eigenes kleines Resort, mit Hotelzeile am Strand, Bushaltestelle und Wassertaxi-Anleger vor der Tür – die praktischste Basis, wenn du ohne Mietwagen anreist. Psarou ist die teuerste Adresse der Insel und meint das ernst: Wer hier bucht, bucht die Nachbarschaft zu Nammos und den Yachten davor mit. Paradise und Paraga wiederum sind die Buchten für alle, die abends keinen weiten Weg zur Musik haben wollen – und die schlechteste Wahl für alle anderen.

Drei Punkte kippen Buchungen auf Mykonos regelmäßig. Erstens die Saison: Die Insel arbeitet grob von Ostern bis Ende Oktober, im Juli und August sind gute Häuser Monate im Voraus vergeben und die Raten ein Vielfaches der Nebensaison – wer flexibel ist, verlegt die Reise auf Mai, Juni oder September. Zweitens die Topografie: Viele Designhotels sind in Hänge gebaut, was auf Fotos großartig aussieht und im Alltag Treppen bedeutet; wenn Knie oder Kinderwagen ein Thema sind, frag konkret nach stufenarmen Zimmern. Drittens die Wege: Ohne eigenes Fahrzeug bist du außerhalb von Chora, Ornos und Platis Gialos auf Hotelshuttle oder Taxi angewiesen, und Taxis sind auf dieser Insel notorisch knapp.

Für Ruhe fährst du landeinwärts oder nach Norden. Rund um Ano Mera und in den Weilern des Inselinneren gibt es Landhäuser, Apartments und kleine Hotels zu Preisen, die im Vergleich zur Südküste fast bescheiden wirken – der Preis dafür ist ein Mietwagen, den du dort ohnehin brauchst, und ein Abendessen im Dorf statt am Wasser. Ähnliches gilt für die Nordküste rund um Panormos, wo einzelne Häuser über der Bucht stehen. Klär vor der Buchung drei Dinge: ob ein Flughafen- oder Hafentransfer inklusive ist, wie weit es zum nächsten Strand mit Liegen ist und ob das Haus im Mai beziehungsweise Oktober überhaupt geöffnet hat.

Hotels in Mykonos

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Mykonos von Kopanisti bis Beachclub

Zwischen der Taverne mit sechs Tischen und dem Strandclub mit Champagnerkarte liegen auf dieser Insel keine zehn Kilometer.

Mykonos hat eine eigene, sehr eigenwillige Käse- und Wursttradition, die im Schatten der Beachclubs leicht untergeht. Kopanisti ist ein weicher, gereifter Käse mit deutlicher Schärfe, der auf Gerstenzwieback gestrichen und mit geriebener Tomate zur Mostra wird – die mykonische Antwort auf den kretischen Dakos. Louza ist luftgetrockneter, mit Pfeffer und Kräutern eingeriebener Schweinerücken, hauchdünn geschnitten und der beste Einstieg in jede Vorspeisenrunde. Dazu kommen der mildere Xinotyro, Zwiebelkuchen aus dem Ofen und Amygdalota, weiche Mandelgebäcke aus den Konditoreien der Chora. Bestell dir diese drei, vier Dinge, bevor du auf Gegrilltes umsteigst; ehrlicher lässt sich die Inselküche kaum kennenlernen.

Die klassischen Adressen liegen unspektakulär in den Gassen. To Maereio ist eine winzige, persönlich geführte Taverne in der Altstadt mit einer Handvoll Tische und kurzer Karte mykonischer Hausmannskost – reservieren ist hier keine Empfehlung, sondern die einzige realistische Chance. Die Kounelas Fish Tavern arbeitet seit Ende der 1960er-Jahre in Familienhand und ist die Adresse, wenn du Fisch nach Gewicht bestellen und vorher sehen willst, was gerade dalag. Und Kiki im Norden über der Bucht von Agios Sostis ist ein Fall für sich: kein Strom, kein Telefon, keine Reservierung, ein Holzkohlegrill und ein Salatbuffet, dafür eine Wartezeit, über die jeder Gast später eine Geschichte erzählt. Komm gleich zur Öffnung um die Mittagszeit oder am späten Nachmittag – nach Sonnenuntergang ist ohne Strom Schluss – und nimm Bargeld mit.

Auf der anderen Seite der Skala steht das, wofür die Insel international bekannt ist. M-eating in der Kalogera kocht moderne griechisch-mediterrane Küche in einem Rahmen, der abends deutlich mehr Aufwand betreibt als die Nachbarschaft. Nammos am Psarou Beach ist Restaurant und Beachclub in einem und seit Jahren der Ort, an dem sich das teure Mykonos selbst betrachtet. Scorpios über der Bucht von Paraga setzt eher auf Atmosphäre als auf Lautstärke – lange Holztische, mediterrane Küche und am Abend die Sunset-Rituale mit Live-Musik, für die Gäste von der ganzen Insel anreisen. Für alle drei gilt dasselbe: reservieren, Kleiderordnung mitdenken und beim Tisch am Wasser mit einem Mindestverzehr rechnen.

Ein paar Regeln machen das Essen auf Mykonos entspannter. Gegessen wird spät – vor 21 Uhr ist in vielen Restaurants noch Ruhe, der Andrang beginnt erst danach. Reservieren solltest du im Juli und August grundsätzlich, in der Chora auch für einen gewöhnlichen Dienstag. Die Preise liegen spürbar über dem, was du auf den Nachbarinseln zahlst, und zwar für den Strandsalat genauso wie für den Cocktail; an den Beachclubs kommen Servicezuschläge dazu. Das Leitungswasser stammt weitgehend aus Meerwasserentsalzung und ist zum Zähneputzen unproblematisch, getrunken wird trotzdem fast überall Flaschenwasser. Und kleine Tavernen abseits der Chora nehmen nicht immer Karte – ein Schein in der Tasche schadet nie.

Restaurants in Mykonos

Nachtleben & Beachclubs

Nachtleben auf Mykonos zwischen Sunsetbar und Club

Der Abend auf Mykonos hat einen festen Ablauf, und wer ihn kennt, muss ihn nicht mitmachen, sondern kann aussteigen, wo er will.

Der Takt ist über Jahrzehnte eingespielt. Rund eine Stunde vor Sonnenuntergang – im Hochsommer also gegen halb acht – füllt sich die Kaimauer von Klein-Venedig, danach verteilt sich alles in die Gassen der Chora, wo bis gegen elf gegessen wird. Erst dann öffnen die Bars richtig, und das Ausgehviertel rund um die Matogianni und den alten Hafen ist bis in die frühen Morgenstunden voll. Wer weiterziehen will, fährt anschließend hinaus zu den Clubs an der Südküste, wo die Nacht dort endet, wo sie anderswo erst anfängt. Das Gute daran: Jede Stufe funktioniert für sich, und ein Abend, der um Mitternacht aufhört, ist auf Mykonos kein verlorener Abend – er ist bloß eine andere Insel.

Die Tagesparty ist die zweite Hälfte der Geschichte. An Paradise und Super Paradise laufen im Sommer ab dem frühen Nachmittag Beachpartys mit Gastauftritten internationaler DJs, und über Paradise thront mit dem Cavo Paradiso einer der bekanntesten Openair-Clubs Griechenlands auf einem Felsen über dem Meer. Wer das sucht, kauft Tickets vorab, weil größere Namen ausverkauft sind, und plant den nächsten Vormittag lieber nicht durch. Wer es nicht sucht, meidet diese beiden Buchten einfach: zwei Buchten weiter östlich, an Kalo Livadi oder Lia, merkst du davon nichts. Das ist der eigentliche Trick auf Mykonos – die lauten und die stillen Orte liegen dicht nebeneinander, überlappen sich aber kaum.

Mykonos ist seit den 1960er-Jahren eines der wichtigsten queeren Reiseziele Europas, und das ist kein Marketingetikett, sondern Teil der Inselgeschichte. Die Szene konzentriert sich bis heute auf die Bars rund um Klein-Venedig und den Alten Hafen sowie auf einzelne Strandabschnitte im Süden, allen voran den östlichen Teil von Elia. Das Publikum ist international, die Saison kurz und intensiv, und im Hochsommer gibt es regelmäßig eine Reihe größerer Veranstaltungen – die Termine wechseln von Jahr zu Jahr, prüfe sie also vor der Buchung. Für alle anderen ändert das wenig: Die Insel ist in dieser Hinsicht seit Jahrzehnten entspannt und mischt ihr Publikum an denselben Tischen.

Praktisch scheitert der Ausgehabend auf Mykonos meistens am Rückweg. Die Zahl der lizenzierten Taxis ist klein, die Nachfrage nach Mitternacht groß – organisiere die Rückfahrt, bevor du losfährst, über das Hotel, einen privaten Transferdienst oder eine Gruppe, die sich ein Fahrzeug teilt. Fahr nach dem Ausgehen keinen Roller und kein Quad; die Straßen sind eng, unbeleuchtet und im Sommer voll, und Unfälle mit Mietfahrzeugen sind auf der Insel ein reales Problem. Rechne außerdem in den bekannten Clubs und an den Tischen der Beachclubs mit Mindestverzehr und Türpolitik: Wer spontan und in Badeschlappen ankommt, steht schneller außen, als ihm lieb ist.

Anreise & Mobilität

Anreise nach Mykonos und unterwegs auf der Insel

Im Sommer kommst du direkt, im Frühjahr und Herbst fast immer über Athen – und die Fähre ist dabei öfter die bessere Wahl, als sie klingt.

Der Flughafen von Mykonos liegt wenige Kilometer südöstlich von Chora und wird im Sommer aus mehreren deutschsprachigen Städten direkt angeflogen; das Angebot ist stark saisonal und schrumpft außerhalb der Hauptmonate deutlich. Wer im Mai oder Oktober reist, fliegt deshalb meist über Athen und steigt dort in einen Inlandsflug um, der gut vierzig Minuten dauert. Der Weg vom Terminal zum Hotel ist kurz, aber nicht immer einfach: Mietwagenstationen liegen direkt am Flughafen, Taxis sind knapp, und wenn dein Haus in der autofreien Chora liegt, brauchst du für den letzten Abschnitt eine Verabredung. Kläre den Transfer bei der Buchung, nicht bei der Landung.

Fähren fahren aus zwei Häfen bei Athen. Piräus ist der große, klassische Ausgangspunkt; Rafina an der Ostküste Attikas liegt näher am Athener Flughafen und ist deshalb für Umsteiger oft die klügere Wahl. Auf beiden Strecken verkehren schnelle Katamarane und langsamere, wetterfestere Autofähren, und der Unterschied in der Fahrzeit ist erheblich – die Schnellverbindungen sind deutlich kürzer, fallen bei starkem Wind aber als Erste aus. Angelegt wird am neuen Hafen bei Tourlos nördlich der Stadt, während die kleinen Boote nach Delos am Alten Hafen mitten in Chora starten. Buche Tickets im Juli und August im Voraus, besonders wenn du ein Fahrzeug mitnimmst.

Auf der Insel selbst hast du drei Möglichkeiten. Die Überlandbusse verbinden Chora mit Ano Mera und den wichtigen Südstränden; sie starten von zwei Stationen in der Stadt, im Süden bei Fabrika und in der Nähe des Alten Hafens, und fahren im Sommer dicht, im Winter kaum. Wassertaxis pendeln in der Saison zwischen den Südbuchten und sind die angenehmste Verbindung, solange die See ruhig bleibt. Und dann das eigene Fahrzeug: Mietwagen, Roller und Quads gibt es überall, im August solltest du vorbuchen. Rechne mit engen Straßen ohne Randstreifen, wenig Beschilderung und einer Parkplatzlage, die in Chora und an den beliebten Buchten mittags schwierig wird.

Ein paar Hinweise, die auf Mykonos wirklich zählen. Quads sehen nach Urlaub aus, sind aber Fahrzeuge: Helm tragen, die passende Führerscheinklasse prüfen und nicht zu viert aufsitzen – bei Unfällen mit Mietfahrzeugen ist die Insel seit Jahren auffällig. Unbefestigte Pisten in den Norden sind in vielen Mietverträgen ausgeschlossen, ein Schaden dort geht komplett auf deine Rechnung. In der Chora brauchst du kein Fahrzeug und kannst auch keines gebrauchen; stell es an einem der Plätze am Rand ab und geh die letzten Minuten zu Fuß. Und plane am Abreisetag Puffer ein: Bei starkem Meltemi werden Schnellfähren gestrichen, und der Anschlussflug ab Athen wartet nicht.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ano Mera & Inselinneres

Ano Mera und das Inselinnere von Mykonos

Gut zehn Fahrminuten von der Chora entfernt kostet der Kaffee die Hälfte, und auf dem Dorfplatz sitzen Leute, die hier wohnen.

Chora
Chora

Ano Mera ist das zweitgrößte Dorf der Insel und liegt im Landesinneren, gut acht Kilometer östlich von Chora. Der Ortskern besteht im Wesentlichen aus einem großen, autofreien Platz, an dem Tavernen ihre Tische unter Bäume stellen und an dessen Stirnseite das Kloster Panagia Tourliani steht: ein schneeweißer Bau mit marmornem Glockenturm, im 16. Jahrhundert gegründet, im Inneren mit einer aufwendig geschnitzten und vergoldeten Ikonostase. Der Innenhof ist zugänglich, ein kleines Museum zeigt liturgisches Gerät und Ikonen. Gegessen wird hier gegrilltes Fleisch statt Fischcarpaccio, und die Rechnung fällt am Ende spürbar anders aus als an einem Tisch am Wasser.

Rundherum liegt das bäuerliche Mykonos, das die meisten Besucher nur aus dem Autofenster kennen. Die Hügel sind von Trockenmauern in unregelmäßige Parzellen geteilt, dazwischen stehen Feldkapellen, die Familien über Generationen selbst gebaut und weiß gekalkt haben – mehrere hundert davon soll es auf der Insel geben. Ziegen sind hier häufiger als Menschen, und im Frühjahr, wenn nach den Winterregen alles grün ist, sieht die Landschaft für ein paar Wochen völlig anders aus als auf den Sommerfotos. Von den Stallungen bei Ano Mera starten geführte Ausritte durch dieses Hinterland bis an den abgelegenen Strand von Fokos – die eleganteste Art, den Norden ohne Schotterpiste zu erreichen.

Im Nordwesten endet die Insel am Kap Armenistis, wo seit dem späten 19. Jahrhundert ein Leuchtturm steht. Gebaut wurde er, nachdem in der Meerenge zwischen Mykonos und Tinos ein britisches Dampfschiff auf Grund gelaufen und gesunken war; sein Licht markiert bis heute die Durchfahrt zwischen den beiden Inseln. Gegenüber liegt Tinos, dessen Bergrücken bei klarer Luft zum Greifen nah wirkt. Der Weg dorthin führt über Agios Stefanos und dann auf einer schmalen Straße nach Norden, die letzten Meter gehst du zu Fuß. Es gibt keine Bar, keine Liegen und keine Musik, nur Wind, Fels und eine der wenigen Stellen auf Mykonos, an denen du am späten Nachmittag mit hoher Wahrscheinlichkeit allein stehst.

Der Norden und das Inselinnere sind auf Mykonos das Ventil. Wenn die Chora zwischen elf und vier von Tagesgästen gefüllt ist und an der Südküste kein Schirm mehr frei wird, findest du hier Platz, Schatten unter Bäumen und Preise, die den Urlaub nicht verkürzen. Das gilt besonders für die Randmonate: Im Mai und Oktober ist Ano Mera wach, während manche Strandbar noch oder schon geschlossen hat. Und am 15. August, dem Fest Mariä Entschlafung, hat das Kloster seinen Kirchtag – wer an diesem Tag in der Nähe ist, erlebt in Ano Mera ein Fest, das nicht für Besucher gemacht wird, sondern für das Dorf.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Mykonos – und welches zu dir passt

Chora (Mykonos-Stadt)Chora (Mykonos-Stadt)Das weiß gekalkte Gassenlabyrinth über dem Hafen ist tagsüber Boutiquen- und Museumsviertel und abends das Ausgehzentrum der Insel. Autofrei, absichtlich unübersichtlich und in zwanzig Minuten zu durchqueren – hier wohnst du, wenn du nachts zu Fuß nach Hause kommen willst.Ideal für: Erste Adresse & Ausgehen2–3 TageLittle Venice (Alefkandra)Little Venice (Alefkandra)Die Zeile alter Kapitänshäuser mit bunten Holzbalkonen direkt über dem Wasser liefert das bekannteste Sonnenuntergangs-Panorama der Ägäis. Tagsüber gehört das Viertel den Museen und den Katzen, ab dem späten Nachmittag den Cocktailbars und der Live-Musik.Ideal für: Sonnenuntergang & Bars1 AbendOrnosOrnosGeschützte Bucht mit flach abfallendem Wasser, nur wenige Minuten südlich von Chora, dazu Wassersportschulen, Tavernen am Sand und ein Anleger für Wassertaxis. Die entspannteste Adresse der Insel für Familien und für alle, die kurze Wege brauchen.Ideal für: Familien & Badeurlaub3–5 TagePlatis GialosPlatis GialosDer breite Sandhalbmond an der Südküste bleibt selbst bei Meltemi ruhig und funktioniert mit Hotelzeile, Bushaltestelle und eigenem Wassertaxi-Anleger fast wie ein kleines Resort für sich. Die praktischste Basis, wenn du ohne Mietwagen anreist.Ideal für: Strandurlaub ohne Auto3–5 TagePsarouPsarouDie teuerste Bucht der Insel: geschützter Sand, davor im Sommer eine Reihe ankernder Yachten, in der Mitte der Beachclub Nammos und gleich dahinter die Designerläden. Wer hier eine Liege in der ersten Reihe will, ruft am Vortag an und rechnet mit Mindestverzehr.Ideal für: Sehen & gesehen werden1–2 TageAno MeraAno MeraDas zweitgrößte Dorf der Insel liegt im Landesinneren um einen autofreien Platz vor dem Kloster Panagia Tourliani. Grilltavernen statt Beachclub, Schatten unter Bäumen und Preise, die spürbar unter denen der Südküste liegen – dafür brauchst du hier ein Fahrzeug.Ideal für: Alltag & Ruhe½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Mykonos zwischen Meltemi und Badesaison

Zwischen Ostern und Ende Oktober ist Mykonos wach, und dazwischen liegt ein Sommer, in dem der Wind wichtiger ist als das Thermometer.

Das Klima auf Mykonos ist mediterran und stark vom Meer geprägt: milde, feuchte Winter um die 14 Grad, ein spät startendes Frühjahr, sehr trockene Sommer und ein langer, warmer Herbst. Regen fällt fast ausschließlich zwischen November und März. Über den Sommer entscheidet weniger die Temperatur als der Meltemi, der trockene Nordwind, der von Juni bis September auftritt und im Juli und August tagelang durchhalten kann – er macht die Hitze erträglich, treibt aber die Nordstrände auf und lässt Schnellfähren ausfallen. Das Meer ist erst ab Juni angenehm warm und bleibt es bis weit in den Oktober.

Jan14°9°still, vieles geschlossen
Feb14°9°windig und feucht
Mär16°10°erste Fähren, kaltes Meer
Apr19°12°Saisonstart um Ostern
Mai23°16°warm, Strände noch leer
Jun27°20°Meer badbar, noch bezahlbar
Jul29°23°Hochsaison, Meltemi
Aug29°23°heiß, teuer, voll
Sep26°21°wärmstes Meer, ruhiger
Okt22°18°mild, Saison läuft aus
Nov18°14°Regen, Insel macht zu
Dez15°11°leer, kaum Betrieb

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Mykonos sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, das Meer ist ab Juni angenehm warm und im September am wärmsten, der Meltemi bläst schwächer als im Hochsommer, und Hotelpreise wie Andrang bleiben weit unter dem Niveau von Juli und August. Der Oktober funktioniert noch gut zum Baden, allerdings schließen im Lauf des Monats immer mehr Strandbars und Restaurants. Von November bis März ist die Insel weitgehend im Winterschlaf – schön still, aber ohne den halben Betrieb, für den die meisten kommen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Mykonos

Wie viele Tage sollte man für Mykonos einplanen?
Drei volle Tage decken Chora, einen Vormittag auf Delos und zwei bis drei Südstrände ab. Eine Woche ist die bessere Zahl: Dann bleibt Zeit für den windigen Norden, für Ano Mera, einen Bootstag und einen Tag ohne Programm. Den Anreisetag solltest du nicht mitzählen, den frisst der Transfer.
Braucht man auf Mykonos einen Mietwagen?
Nicht zwingend. Wer in Chora, Ornos oder Platis Gialos wohnt, kommt mit Bus, Wassertaxi und gelegentlichem Taxi gut zurecht. Sobald du im Inselinneren oder an der Nordküste wohnst oder Strände wie Fokos ansteuern willst, brauchst du ein Fahrzeug – dann aber eines, dessen Mietvertrag unbefestigte Pisten abdeckt.
Wie kommt man ohne eigenes Fahrzeug zu den Stränden?
Über die Überlandbusse, die von zwei Stationen in Chora aus die wichtigen Südbuchten und Ano Mera bedienen, und über die Wassertaxis, die in der Saison Ornos und Platis Gialos mit den weiter östlich gelegenen Buchten verbinden. Die Nordstrände sind ohne Fahrzeug dagegen kaum zu erreichen.
Welcher Strand auf Mykonos passt zu welchem Urlaubstyp?
Ornos und Platis Gialos für Familien und kurze Wege, Psarou für Yachten und Beachclub-Publikum, Paradise und Super Paradise für Tagespartys, Elia und Kalo Livadi für lange Sandstrände mit weniger Lärm, Ftelia für Wind- und Kitesurfer, Agios Sostis und Fokos für alle, die gar keine Infrastruktur wollen.
Wie lange dauert ein Delos-Ausflug und was gehört ins Gepäck?
Rechne mit einem halben Tag: rund eine halbe Stunde Überfahrt ab dem Alten Hafen von Chora, dann zwei bis drei Stunden auf dem Gelände. Es gibt praktisch keinen Schatten und keine Versorgung – Wasser, Sonnenhut und feste Schuhe sind Pflicht. Der Eintritt für die Ausgrabung wird zusätzlich zum Bootsticket fällig.
Ist Mykonos wirklich so teuer wie sein Ruf?
In der Hochsaison ja, aber nicht überall gleich. Beachclubs an der Südküste, Restaurants am Wasser und Designhotels rufen Preise auf, die auf Nachbarinseln undenkbar wären. Tavernen in den Gassen der Chora, Lokale in Ano Mera und die Nebensaison im Mai oder Oktober liegen dagegen in einem völlig normalen Rahmen.
In welcher Bucht wohnt man auf Mykonos am besten?
Kommt auf den Abend an. In und um Chora bist du zu Fuß im Ausgehviertel, Ornos ist die ruhige Familienwahl mit flachem Wasser, Platis Gialos die praktischste Basis ohne Mietwagen, Psarou die teuerste Adresse. Wer Ruhe und niedrigere Preise sucht, wohnt im Inselinneren rund um Ano Mera – dann aber mit Fahrzeug.
Wann weht der Meltemi und was bedeutet er für den Urlaub?
Der trockene Nordwind tritt von Juni bis September auf und ist im Juli und August am kräftigsten; er kann mehrere Tage am Stück durchhalten. Er senkt die gefühlte Hitze deutlich, macht die Nordstrände aber ungemütlich und lässt Schnellfähren ausfallen. An Windtagen wechselst du einfach an die geschützte Südküste.
Lohnt sich Mykonos im Mai oder Oktober?
Sehr. Im Mai ist es mit rund 23 Grad angenehm warm, die Strände sind leer und die Preise moderat, nur das Meer ist noch frisch. Im Oktober ist das Wasser noch angenehm warm – wärmer als im Juni, aber kühler als im September –, dafür schließen im Lauf des Monats immer mehr Strandbars und Restaurants. Prüfe vor der Buchung, ob dein Hotel in diesen Wochen geöffnet hat.
Ist Mykonos für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, wenn du die richtige Bucht wählst. Ornos und Platis Gialos haben flach abfallendes Wasser, kurze Wege und Wassersportschulen, dazu Bus- und Wassertaxi-Anbindung. Meide die Partybuchten Paradise und Paraga, plane wegen fehlendem Schatten einen Schirm ein und rechne bei Hanghotels mit vielen Treppen.
Was sollte man auf Mykonos unbedingt probieren?
Kopanisti, den scharfen, weichen Inselkäse, am besten als Mostra auf Gerstenzwieback mit geriebener Tomate. Dazu Louza, hauchdünn geschnittenen luftgetrockneten Schweinerücken, den milderen Xinotyro, Zwiebelkuchen aus dem Ofen und zum Kaffee Amygdalota, die weichen Mandelgebäcke aus den Konditoreien der Chora.
Wie kommt man von Athen nach Mykonos?
Entweder per Inlandsflug ab Athen in gut vierzig Minuten oder mit der Fähre. Die fährt aus Piräus und aus Rafina, wobei Rafina näher am Athener Flughafen liegt und für Umsteiger meist praktischer ist. Schnelle Katamarane sind deutlich kürzer unterwegs, fallen bei starkem Wind aber als Erste aus.
Lässt sich Mykonos mit anderen Kykladeninseln verbinden?
Gut. Tinos liegt in kurzer Überfahrt gegenüber und ist als Wallfahrtsinsel der größte denkbare Kontrast, nach Paros und Naxos fahren in der Saison mehrmals täglich Schiffe, nach Santorin dauert es je nach Boot deutlich länger. Buche im Juli und August vorab und lege keinen Rückflug auf den Fährtag.

· Sehenswürdigkeiten

Das musst du gesehen haben.

· Hotels

Wo übernachten.

· Restaurants

Wo essen.

· Aktivitäten

Was erleben.

MykonosWenn die Sonne westlich der Stadt ins Meer sinkt, dreht sich an der Kaimauer von Klein-Venedig jeder Kopf in dieselbe Richtung, und für ein paar Minuten wird es zwischen den Bars fast still.

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