Athen Sehenswürdigkeiten von der Antiken Agora bis zum Marmorstadion
Fast alles, was in Athen einen Namen hat, liegt in einem Kreis von zwei Kilometern um den Felsen – zu Fuß machbar, wenn du früh anfängst und die Mittagsstunden auslässt.
Der Akropolisfelsen ist der Bezugspunkt für jeden Weg in dieser Stadt, und weil er einen eigenen Abschnitt verdient, fängt dieser hier eine Etage tiefer an. Am Nordwestfuß liegt die Antike Agora, der Markt- und Versammlungsplatz des antiken Athen, ein weitläufiges Gelände aus Fundamenten, Olivenbäumen und ausgetretenen Wegen. Ihr Glanzstück ist das Hephaisteion auf dem kleinen Hügel im Westen, der besterhaltene dorische Tempel Griechenlands, dessen Säulen und Gebälk fast vollständig stehen – er überstand die Jahrhunderte, weil er lange als Kirche genutzt wurde. Am Ostrand steht die in den 1950er Jahren wiederaufgebaute Stoa des Attalos, eine zweigeschossige Säulenhalle, in der heute ein Museum die Kleinigkeiten des antiken Alltags zeigt, von Stimmscherben bis zu Kinderspielzeug.
Ein paar Gassen weiter östlich liegt die Römische Agora mit dem achteckigen Turm der Winde, einer antiken Wetterstation mit Sonnenuhren, Windfahne und Wasseruhr, und gleich daneben die Reste der Hadriansbibliothek, deren Mauerfront direkt an den Monastiraki-Platz grenzt. Wer sich für die weniger besuchten Stätten interessiert, geht nach Nordwesten zum Kerameikos, dem antiken Friedhof am Stadttor, wo Grabstelen, Schildkröten und der schmale Iridanos-Bach ein überraschend stilles Gelände mitten in der Großstadt ergeben. Ein gemeinsames Kombiticket mit der Akropolis gibt es für diese Stätten seit April 2025 nicht mehr; jede hat ihr eigenes Ticket, online über die offizielle Plattform Hellenic Heritage oder an der Kasse vor Ort. Teuer wird das nicht, denn die Nebenstätten kosten einzeln deutlich weniger als der Fels – du kannst sie also in Ruhe auf mehrere Tage verteilen, statt alles an einem Vormittag abzuarbeiten.
Südöstlich der Altstadt stehen die Säulen des Olympieion, des Tempels des Olympischen Zeus. Der Bau wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. begonnen und erst unter Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. vollendet; von einst gut hundert korinthischen Säulen stehen noch fünfzehn, eine sechzehnte liegt seit einem Sturm im 19. Jahrhundert zerbrochen daneben wie ein aufgeschnittener Baumstamm. Direkt am Zaun steht der Hadriansbogen, der einst die alte griechische von der neuen römischen Stadt trennte. Von dort führt der Weg durch den Nationalgarten mit seinen schattigen Alleen und dem Zappeion-Palais hinüber zum Panathinaiko-Stadion, das komplett aus weißem pentelischem Marmor besteht, auf dem Grundriss der antiken Rennbahn wiederaufgebaut wurde und 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit trug. Du kannst die Ränge besteigen und eine Runde auf der Bahn drehen.
Bleiben die Blicke von oben und das offizielle Athen. Am Syntagma-Platz stehen vor dem Parlament die Evzonen der Präsidialgarde Wache, in plissiertem Rock und Schuhen mit dicken Pompons; zu jeder vollen Stunde vollziehen sie den Wachwechsel in extrem verlangsamten Schritten, sonntags um 11 Uhr in der großen Fassung mit Kapelle. Für den Rundblick gibt es drei Optionen mit sehr unterschiedlichem Aufwand: den Lykabettus über Kolonaki, auf den eine Standseilbahn fährt, den Philopappos-Hügel südwestlich der Akropolis, den du in zwanzig Minuten über Kieswege erläufst, und den Areopag direkt neben dem Aufgang zum Fels. Der Areopag ist der bequemste und der gefährlichste – der Fels ist von Millionen Sohlen spiegelglatt poliert, geh dort nicht in Sandalen und nicht im Dunkeln.
















