Region · Griechenland

Kreta

Zwischen den Weißen Bergen und dem Libyschen Meer packt Kreta minoische Paläste, türkisflache Lagunen und 260 Kilometer Inselgeschichte auf Griechenlands größte Insel.

8 Städte58 Sehenswürdigkeiten42 Hotels
Überblick

Deine Kreta auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai bis Oktober (mild auch im Frühling/Herbst)
Anreise
Flughäfen Heraklion (HER) & Chania; Fähre ab Piräus ~9 Std.
Lage
Südlichste Region Griechenlands, im Mittelmeer
Fortbewegung
Mietwagen empfehlenswert; Busnetz entlang der Nordküste
Sprache & Währung
Griechisch; Euro
Größe
Größte Insel Griechenlands, rund 8.261 km²
Die Region

Was Kreta ausmacht

Kreta ist Griechenlands größte Insel und verhält sich wie ein eigenes Land: Im Norden reihen sich die venezianischen Hafenstädte Chania, Rethymnon und Heraklion, dahinter steigen die Weißen Berge und der Psiloritis auf über 2.400 Meter, und im Süden fällt die Insel ans Libysche Meer ab, wo Dörfer wie Loutro nur per Boot erreichbar sind. Dazwischen liegen der minoische Palast von Knossos, die 16 Kilometer lange Samaria-Schlucht, die Lagunen von Balos und Elafonissi und eine Küche, die aus Olivenöl, Bergkräutern, Dakos und Raki eine eigene Identität baut. Bis in den Oktober bleibt das Meer badewarm, im Frühjahr blühen die Hänge – wer Kreta ernst nimmt, plant mindestens zehn Tage oder entscheidet sich gleich für eine Inselhälfte.

Reiseführer

Kreta von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Auf der Nachtfähre von Piräus wachst du kurz vor sechs auf, und vor dem Bugfenster schiebt sich Kreta aus dem Morgendunst – erst die Schneefelder auf dem Psiloritis, die sich bis in den Mai halten, dann die Hafenmauern von Heraklion. Wer stattdessen fliegt, versteht die Insel beim Landeanflug – ein Gebirge im Meer, 260 Kilometer lang, mit einer grünen Nordküste, einem wilden Süden und mehr Geschichte pro Quadratkilometer, als eine Woche fassen kann.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Kreta

Morgens um acht liegt der venezianische Hafen von Chania noch im Schatten, die Fischerboote schaukeln vor der Moschee, und die einzigen Geräusche sind Tauwerk und Espressomaschinen.

Kretas Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf viertausend Jahre: Ganz oben steht Knossos, der minoische Palast vor den Toren Heraklions, dem weiter unten eine eigene Sektion gehört. Direkt dahinter rangieren die drei venezianischen Hafenstädte der Nordküste – Chania mit Leuchtturm und Janitscharen-Moschee, Rethymnon mit seiner Fortezza und Heraklion mit der Hafenfestung Koules. Alle drei erkundest du zu Fuß, und alle drei zeigen dieselbe Schichtung: minoische Fundamente, venezianische Fassaden, osmanische Erker, griechischer Alltag darüber.

Im Osten der Insel liegt Spinalonga vor der Bucht von Elounda: eine venezianische Festungsinsel, die bis 1957 als Leprakolonie diente und heute per Ausflugsboot ab Elounda, Plaka oder Agios Nikolaos erreicht wird. Plane den ersten Bootstermin des Tages, dann läufst du fast allein durch die verlassenen Gassen. Agios Nikolaos selbst gruppiert sich um den kleinen Voulismeni-See, und auf der Lasithi-Hochebene drehen sich zwischen Apfelgärten die Reste von tausenden Segelwindrädern – von dort steigst du zur Diktäischen Grotte hinauf, in der der Sage nach Zeus geboren wurde.

Der Süden erzählt andere Geschichten: In Matala haben Menschen schon in römischer Zeit Höhlen in die Sandsteinklippe geschlagen, in denen sich in den späten Sechzigern die Hippie-Szene einnistete – heute schaust du von den Felskammern auf eine Badebucht mit Tavernenreihe. Das Kloster Arkadi südöstlich von Rethymnon ist dagegen ein nationales Symbol: 1866 sprengten sich hier hunderte Kreter mitsamt dem Pulvermagazin in die Luft, statt sich den osmanischen Belagerern zu ergeben. Der Renaissance-Kirchenbau im Innenhof gehört zu den schönsten Fassaden der Insel.

Dazu kommt die Natur als eigene Kategorie: die Samaria-Schlucht im Westen, die Palmenbucht von Vai am äußersten Ostzipfel – der größte natürliche Palmenhain Europas – und die Lagunen von Balos und Elafonissi, die weiter unten im Strandkapitel ausführlich drankommen. Die ehrlichste Planungsregel für Kreta lautet deshalb: Nicht alles auf einer Route abhaken. Die Fahrzeiten über die Bergstraßen sind länger, als die Karte suggeriert, und ein einziger Inselteil pro Woche ist mehr Erlebnis als drei im Schnelldurchlauf.

Sehenswürdigkeiten in Kreta

Alle 58 Sehenswürdigkeiten
Heraklion & Knossos

Heraklion und Knossos – das minoische Zentrum der Insel

Im Thronsaal von Knossos steht seit dreieinhalb Jahrtausenden eine steinerne Sitzbank an der Wand, und davor drängt sich jeden Vormittag das halbe Deck eines Kreuzfahrtschiffs – komm früher.

Knossos liegt nur gut fünf Kilometer südlich von Heraklion und war das größte Machtzentrum der minoischen Kultur, der ersten Hochkultur Europas: ein Palastkomplex mit über tausend Räumen, Lichthöfen, Wasserleitungen und Fresken, errichtet und mehrfach neu gebaut zwischen etwa 2000 und 1400 vor Christus. Was du heute siehst, ist zur Hälfte Ausgrabung und zur Hälfte Interpretation – der britische Archäologe Arthur Evans ließ ab 1900 ganze Trakte in Beton rekonstruieren und bemalen. Puristen ärgert das bis heute; dafür begreifst du hier räumlich, wie ein minoischer Palast funktionierte.

Die Praxis: Buche dein Ticket online vorab und nimm den frühesten Slot, den du bekommst – ab dem späten Vormittag schieben sich Reisegruppen durch die Engstellen, und auf dem Gelände gibt es kaum Schatten. Zwei Stunden reichen für einen gründlichen Rundgang. Vom Zentrum Heraklions fährt der Stadtbus im dichten Takt direkt zum Eingang, ein eigenes Auto brauchst du dafür nicht. Wer tiefer einsteigen will, hängt den Palast von Phaistos in der Messara-Ebene an – dort liegt die Grabung unrekonstruiert und fast menschenleer über dem Tal.

Der zweite Pflichttermin ist das Archäologische Museum von Heraklion, eines der wichtigsten Museen Griechenlands: Hier hängen die Originale, die in Knossos nur als Kopien stehen – das Stierspringer-Fresko, die Schlangengöttinnen, der bis heute nicht entzifferte Diskos von Phaistos. Die Kombination aus Palast am Morgen und Museum am Nachmittag ergibt den besten Minoer-Tag der Insel; die klimatisierten Säle sind zudem das ideale Programm für die heißen Mittagsstunden.

Heraklion selbst verdient mehr als den Transfertag, den ihm die meisten geben: Die Festung Koules bewacht den alten venezianischen Hafen, am Morosini-Brunnen mit seinen Löwen beginnt die Fußgängerzone, und in den Gassen um die Marktstraße 1866 riecht es nach Bergtee, Oliven und gegrilltem Fleisch. Abends füllen sich die Rakadika – kleine Lokale, in denen zu jedem Raki ein Teller Mezedes auf den Tisch kommt – mit Studenten der Universität. Die Stadt ist rauer als Chania, aber sie gehört den Kretern, nicht den Besuchern.

Chania & der Westen

Chania – venezianischer Hafen und Tor zum Westen

Wenn abends die Lichter am Hafenbecken angehen und der Leuchtturm rosa anläuft, sitzt halb Chania mit einem Glas Wein an der Kaimauer – und du verstehst, warum niemand freiwillig nach einem Tag abreist.

Chania ist die schönste Stadt Kretas, und der venezianische Hafen ist ihr Bühnenbild: die lange Mole mit dem ägyptischen Leuchtturm, die kuppelgekrönte Janitscharen-Moschee, die im Abendlicht rosa schimmert, dahinter Fassadenzeilen aus vierhundert Jahren venezianischer und osmanischer Herrschaft. Die Altstadtviertel dahinter lohnen das Verlaufen – im ehemaligen jüdischen Viertel Evraiki drängen sich Tavernen und Boutiquen, in Topanas stehen restaurierte Herrenhäuser, und in den Splantzia-Gassen östlich davon trinken die Einheimischen ihren Kaffee abseits des Trubels.

Der beste Einstieg in den kretischen Alltag ist die kreuzförmige Markthalle von 1913 am Rand der Altstadt: Stände mit Graviera-Käse, Bergkräutern, Honig, Oliven und Raki, dazwischen kleine Lokale, in denen du zwischen Metzgern und Fischhändlern frühstückst. Deck dich hier mit Olivenöl ein – die Region Chania produziert einige der besten Öle Griechenlands, und ab Hof oder Markt zahlst du deutlich weniger als zu Hause. Sonntags bleibt die Halle geschlossen, dann übernehmen die Straßenmärkte der Wohnviertel.

Vor der Stadt beginnt der Badewesten: Eine halbe Stunde nördlich, auf der Akrotiri-Halbinsel, zwängt sich die Bucht Seitan Limania als türkiser Zickzack-Schnitt zwischen die Felswände – der Abstieg ist steil und rutschig, das Bild dafür einmalig. Nach Westen erreichst du in einer Stunde Falassarna: ein kilometerlanger, nach Westen offener Sandstrand mit den verlässlichsten Sonnenuntergängen der Insel, bei auflandigem Wind allerdings mit ordentlich Welle. Balos und Elafonissi liegen ebenfalls im Einzugsgebiet – dazu gleich mehr im Strandkapitel.

Als Standquartier ist Chania kaum zu schlagen: Der Busbahnhof verbindet die Stadt im dichten Takt mit Rethymnon, Heraklion und Kissamos, morgens starten hier die Busse zum Samaria-Einstieg auf der Omalos-Hochebene, und der Flughafen auf Akrotiri wird aus Deutschland direkt angeflogen. Plane zwei bis drei Nächte allein für die Stadt und ihre Umgebung – und buche die Altstadthotels für Juli und August früh, die kleinen Häuser mit Hafenblick sind Monate im Voraus vergeben.

Rethymnon

Rethymnon zwischen Fortezza und Sandstrand

In der Altstadt von Rethymnon hängen Bougainvillea-Kaskaden über osmanischen Holzerkern, und am Ende jeder Gasse steht entweder ein venezianisches Portal oder ein Tisch mit zwei Stühlen.

Rethymnon liegt auf halber Strecke zwischen Chania und Heraklion und besitzt eine der besterhaltenen Altstädte Griechenlands: ein dichtes Geflecht aus venezianischen Stadthäusern, osmanischen Erkern und Brunnen, das sich um den kleinen venezianischen Hafen mit seinem Leuchtturm legt. Über allem thront die Fortezza, eine der größten venezianischen Festungsanlagen überhaupt – von den Bastionen schaust du über Dächer, Meer und die Berge des Hinterlands, und im Sommer bespielt ein Freilichttheater die Anlage. Der Rundgang auf den Mauern gehört in die letzte Tagesstunde, wenn das Licht warm wird.

Der große Vorteil der Stadt: Direkt an der Altstadt beginnt ein Sandstrand, der sich über mehr als zehn Kilometer nach Osten zieht – flach abfallend, mit Strandbars und Liegenreihen im Stadtabschnitt und immer ruhigeren Abschnitten Richtung Panormo. Rethymnon ist damit der Ort auf Kreta, an dem Stadtbesichtigung und Strandtag ohne Auto zusammenpassen: vormittags Fortezza und Gassen, nachmittags fünf Gehminuten bis zur Liege. Entsprechend beliebt ist die Hotelzone östlich der Stadt bei Familien und Pauschalreisenden.

Ins Hinterland lohnen zwei Ausfahrten: Das Kloster Arkadi, gut zwanzig Minuten südöstlich, verbindet die schönste Renaissance-Fassade der Insel mit dem Gedenken an die Selbstsprengung von 1866 – komm früh, bevor die Busse aus den Hotelzonen eintreffen. Und das Amari-Tal südlich der Stadt zeigt das Kreta vor dem Tourismus: Bergdörfer unter Platanen, Kafenia mit vier Tischen, Kirschgärten unterm Psiloritis-Massiv. Wer eine Schlucht ohne Samaria-Logistik sucht, steigt durch die Mili-Schlucht direkt vor der Stadt – anderthalb Stunden durch Grün und verlassene Mühlen.

Als Standquartier funktioniert Rethymnon genau wegen seiner Mittellage: Chania und Heraklion mit Knossos liegen beide rund eine Stunde entfernt, die Südküste bei Plakias und Preveli erreichst du in vierzig Minuten über den Kourtaliotiko-Pass. Wer nur eine Woche hat und die halbe Insel sehen will, wohnt hier strategisch am besten – und wer abends durch die Altstadt geht, wenn die Tagesgäste weg sind, bekommt trotzdem das Gefühl, in einer echten Stadt zu sein statt in einer Kulisse.

Strände

Kreta Strände: von Balos bis Elafonissi

Vom letzten Anstieg über Balos schaust du auf eine Lagune, die aussieht wie freigestellt – weiße Sandbänke, dahinter jedes Blau zwischen Milchglas und Tinte – und ein Fußweg, der dich zwanzig Minuten hinunterbringt.

Balos, die Lagune am Kap Gramvousa im äußersten Nordwesten, ist das berühmteste Strandbild Griechenlands – und ein Logistikfall. Zwei Wege führen hin: das Ausflugsboot ab Kissamos, das unterwegs an der Venezianerfestung auf der Insel Imeri Gramvousa hält, oder der eigene Wagen über eine mehrere Kilometer lange Schotterpiste ab Kaliviani plus zwanzig Minuten Fußabstieg. Wichtig: Viele Mietwagenverträge schließen Schäden auf unbefestigten Straßen aus – lies das Kleingedruckte, bevor du die Piste fährst. In beiden Fällen gilt: früh starten. Ab Mittag laufen die Boote ein, und die Sandbänke füllen sich.

Elafonissi im Südwesten ist der zweite große Lagunen-Klassiker des Westens: eine flache Lagune, durch die du zur vorgelagerten Insel watest, mit Sand, der von zerriebenen Muschelschalen stellenweise rosa schimmert. Das Gebiet ist als Naturschutzzone ausgewiesen – bleib auf den Stegen durch die Dünen und lass den rosa Sand liegen. Von Chania fährst du gut eineinhalb Stunden über die Berge; die Kombination mit dem Kloster Chrysoskalitissa, das kurz davor auf einem Felsen über dem Meer sitzt, macht daraus einen runden Tagesausflug. Auch hier entzerrt ein früher Start den Tag erheblich.

Jenseits der beiden Postkartenziele hat Kreta Strände für jede Wetterlage: Falassarna im Westen für Sonnenuntergänge und lange Sandbögen, Preveli an der Südküste, wo ein palmengesäumter Fluss durch eine Schlucht ins Libysche Meer mündet, und ganz im Osten Vai mit dem größten natürlichen Palmenhain Europas hinter der Bucht. Dazwischen liegen unzählige namenlose Kiesbuchten der Südküste, die du über Serpentinen und Staubpisten erreichst – oft mit einer einzigen Taverne und Wasser, das im Oktober noch 23 Grad hat.

Ein Wort zum Wind: Im Juli und August fegt der Meltemi als trockener Nordwind über die Ägäis, und an der Nordküste kann er tagelang Liegen umwerfen und Fähren ausbremsen. Die Faustregel für windige Tage lautet Südküste – Matala, Plakias, Ierapetra und die Buchten dazwischen liegen im Windschatten der Berge und bleiben oft ruhig, wenn an der Nordküste die roten Fahnen stehen. Die Wassertemperatur steigt bis August auf 25 bis 26 Grad und hält sich im Süden bis weit in den Oktober über der Badeschwelle.

Samaria-Schlucht

Samaria-Schlucht: 16 Kilometer bis ans Libysche Meer

Um sieben Uhr morgens stehst du am Xyloskalo auf 1.230 Metern, unter dir kippt der Pfad in Serpentinen in ein Felsenmeer, und irgendwo weit unten wartet das Libysche Meer.

Die Samaria-Schlucht ist die bekannteste Wanderung Griechenlands und eine der längsten Schluchten Europas: Vom Einstieg Xyloskalo auf der Omalos-Hochebene steigst du zunächst steil durch Kiefern- und Zypressenwald ab, folgst dann dem ausgetrockneten Flussbett durch das verlassene Dorf Samaria und erreichst nach rund 16 Kilometern das Küstendorf Agia Roumeli. Der berühmteste Abschnitt kommt spät: Bei den Portes, dem Eisernen Tor, rücken die Felswände auf gut drei Meter zusammen und steigen mehrere hundert Meter senkrecht auf. Mit Pausen brauchst du fünf bis sieben Stunden – bergab klingt harmlos, geht aber ordentlich auf Knie und Fußsohlen.

Die Logistik ist der eigentliche Trick, denn die Schlucht endet in Agia Roumeli, einem Dorf ohne Straßenanschluss: Von dort nimmst du am Nachmittag die Küstenfähre nach Chora Sfakion oder in die Gegenrichtung nach Sougia und Paleochora, wo Busse zurück nach Chania warten. Am einfachsten buchst du eine organisierte Tour ab Chania oder Rethymnon mit Bustransfer und abgestimmten Fährzeiten – oder du fährst mit dem ersten Linienbus zum Omalos und organisierst das Fährticket selbst. Prüfe die Abfahrtszeiten der Fähre vorher; wer sie verpasst, übernachtet in Agia Roumeli.

Geöffnet ist der Nationalpark nur in der Saison, in der Regel von Anfang Mai bis in den Oktober, und an Tagen mit Regen oder Unwettergefahr bleibt er wegen Steinschlag- und Sturzflutrisiko geschlossen – prüfe den Status am Vortag. Nimm mindestens zwei Liter Wasser mit (Quellen entlang des Wegs erlauben das Nachfüllen), feste Schuhe statt Sandalen und einen Hut für die schattenlosen Passagen im unteren Teil. Unterwegs begegnen dir mit etwas Glück Kri-Kri – die scheuen kretischen Wildziegen, die es fast nur noch hier gibt. Baden am schwarzen Kiesstrand von Agia Roumeli ist der verdiente Schlusspunkt.

Wenn Samaria zu lang, zu voll oder geschlossen ist, hat der Westen Alternativen: Die Imbros-Schlucht oberhalb von Chora Sfakion ist mit acht Kilometern die halbe Distanz ohne den steilen Abstieg und auch mit trittsicheren Kindern machbar. Die Agia-Irini-Schlucht bei Sougia bleibt selbst im August ruhig, und wer gar nicht wandern will, fährt mit der Fähre die Südküste entlang und schaut sich die Schluchtmündungen vom Wasser aus an – die Strecke zwischen Paleochora und Chora Sfakion gehört zu den eindrucksvollsten Küstenlinien des Mittelmeers.

Aktivitäten & Touren in Kreta

Alle 39 Aktivitäten
Rundreise

Kreta Rundreise: Osten oder Westen zuerst

Kreta ist zu groß für eine Woche – 260 Kilometer von Kissamos bis Sitia, dazwischen drei Gebirgsmassive. Die wichtigste Routenentscheidung fällt deshalb vor der Buchung – Osten, Westen oder beides.

Die Grundsatzfrage Osten oder Westen lässt sich ehrlich beantworten: Der Westen um Chania ist grüner, dramatischer und dichter an Superlativen – Samaria, Balos, Elafonissi, Falassarna und die schönste Altstadt der Insel liegen alle in einem Radius von anderthalb Stunden. Dafür ist er in der Hochsaison auch voller. Der Osten um Agios Nikolaos und Sitia ist trockener, ruhiger und eleganter: Elounda mit Spinalonga, die Lasithi-Hochebene, Vai und einsame Strände Richtung Xerokambos. Wer zum ersten Mal kommt und Bilder sucht, nimmt den Westen; wer Ruhe und Wiederkommen plant, den Osten.

Für zehn bis vierzehn Tage funktioniert die klassische Zwei-Basen-Route: Landung in Heraklion, drei bis vier Nächte im Raum Agios Nikolaos oder Elounda für den Osten mit Spinalonga, Lasithi und einem Südküsten-Tag bei Ierapetra. Dann der Umzug nach Westen mit Zwischenstopp in Rethymnon und Arkadi, gefolgt von vier bis fünf Nächten in Chania für Altstadt, Balos, Elafonissi und Samaria. Den Abschluss macht ein Tag Heraklion mit Knossos und Museum vor dem Rückflug. Wer nur eine Woche hat, streicht eine Hälfte komplett – die Alternative ist ein Urlaub auf dem Beifahrersitz.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier: Zwei, maximal drei Basen reichen, von denen du sternförmig ausschwärmst. Die Fahrzeiten täuschen – die gut 70 Kilometer von Chania nach Elafonissi bedeuten eineinhalb Stunden Bergstraße, und die Südküsten-Stiche über die Pässe kosten immer mehr Zeit als gedacht. Plane pro Tag ein Hauptziel, nicht drei, und rechne die Rückfahrt im Dunkeln mit ein: Auf kretischen Landstraßen stehen nachts Ziegen auf der Fahrbahn, und Serpentinen ohne Leitplanke fährst du besser bei Licht.

Ein Sonderfall ist die Südküste als eigene Reiseidee: Von Chora Sfakion über Loutro bis Paleochora verbindet die Küstenfähre Orte, die keine oder kaum Straßen haben – Loutro ist komplett autofrei und nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Wer eine Woche Entschleunigung sucht, bucht sich dort ein, wandert Küstenpfade zwischen den Dörfern und lässt den Mietwagen ganz weg. Das ist das Gegenprogramm zur Rundreise – und für viele Wiederholer der Grund, warum sie jedes Jahr zurückkommen.

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Unterkünfte

Hotels und Unterkünfte auf Kreta – vom Altstadthaus bis zur Strandanlage

Abends auf der Dachterrasse eines Altstadthauses in Chania, mit Blick über Gassen und Hafenmole, versteht man den Unterschied zwischen einem Zimmer und einem Ort.

Die Wahl der Unterkunft ist auf Kreta vor allem eine Ortsfrage. Die Altstädte von Chania und Rethymnon bieten die stimmungsvollste Variante: restaurierte venezianische Stadthäuser mit vier bis zehn Zimmern, Frühstück im Innenhof, abends alles zu Fuß. Der Preis dafür sind Treppen statt Aufzug, Kirchenglocken am Morgen und die Parkplatzfrage – dein Auto steht außerhalb der Fußgängerzone. Für die Stadttage sind diese Häuser trotzdem die beste Wahl, und außerhalb von Juli und August sind sie auch bezahlbar.

Die großen Strandresorts konzentrieren sich an der Nordküste: zwischen Rethymnon und Panormo, rund um Hersonissos und Malia östlich von Heraklion sowie – in der Luxusklasse – in der Bucht von Elounda, wo einige der teuersten Hotels Griechenlands ihre Privatstrände harken. Familien fahren mit den All-inclusive-Anlagen bei Rethymnon oft am besten: flaches Wasser, Kinderclubs, und Altstadt wie Hinterland bleiben in Reichweite. Wer Anlagen mit Animationsprogramm meiden will, streicht die Zone Hersonissos–Malia und schaut stattdessen nach Panormo oder in den stillen Osten bei Sitia.

Das Gegenmodell ist die Südküste: In Loutro, Plakias, Agia Roumeli oder Matala wohnst du in familiengeführten Pensionen und kleinen Apartmenthäusern, oft für deutlich unter hundert Euro die Nacht, mit Taverne des Hauses und Meerblick ab der ersten Etage. Dazwischen wächst eine Agrotourismus-Szene in den Bergdörfern: restaurierte Steinhäuser mit Pool im Amari-Tal oder rund um Vamos, wo abends das Olivenöl des Hofs auf dem Tisch steht. Wer beides mischt – Stadt, dann Süden oder Berge –, bekommt zwei Urlaube in einem.

Zur Buchungspraxis: Kreta hat eine lange Saison, aber keine durchgehende – viele Häuser an der Südküste und in den Dörfern schließen von November bis März, und auch in Chania fährt die Auswahl im Winter deutlich herunter. Für Juli und August buchst du die kleinen Altstadt- und Südküstenhäuser mehrere Monate im Voraus; im Mai, Juni und ab Mitte September findest du auch spontan gute Zimmer, oft dreißig bis vierzig Prozent unter Hochsaisonpreis. Prüfe bei Strandhotels die Lage zur Straße – die Nationalstraße läuft stellenweise dicht an der Küste entlang.

Hotels in Kreta

Alle 42 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Kreta

Am Ende jedes Essens stellt der Wirt unaufgefordert eine kleine Karaffe Raki und einen Teller Obst oder Joghurt mit Honig auf den Tisch – bezahlt wird das nie, verweigert auch nicht.

Die kretische Küche gilt als Urform der Mittelmeerdiät, und ihre Basis ist schnell erklärt: Olivenöl in Mengen, die deutsche Ernährungsratgeber nervös machen würden, dazu Gemüse, Hülsenfrüchte, Wildkräuter und weniger Fleisch, als die Tavernenkarte vermuten lässt. Das Signaturgericht ist Dakos – ein gedoppelter Gerstenzwieback, der mit geriebener Tomate, krümeligem Myzithra-Frischkäse und Öl vollgesogen wird. Dazu kommen Kalitsounia, kleine Teigtaschen mit Käse oder Wildkräutern gefüllt, und Horta, gekochte Bergkräuter mit Zitrone – unscheinbar auf der Karte, aber der Geschmack der Insel.

Bei den Hauptgerichten wird Kreta archaisch: Antikristo ist Lammfleisch, das stundenlang an Pfählen um ein offenes Feuer gart – ursprünglich die Kochtechnik der Hirten in den Bergen. Gamopilafo, das „Hochzeitsreis“-Gericht, ist ein in kräftiger Fleischbrühe gerührter Reis mit Zitrone und zerlassener Butter, cremig wie ein Risotto und auf Festen der Höhepunkt des Menüs. Und wer sich traut, bestellt Chochlioi Boubouristi: in Olivenöl und Rosmarin gebratene Schnecken, die mit Weinessig abgelöscht werden – ein Klassiker, den es so nur hier gibt. Fisch isst du am besten in den Hafendörfern der Südküste, nach Tagespreis und Gewicht.

Der Käsekosmos verdient eine eigene Bestellung: Graviera, der nussige Hartkäse aus Schaf- und Ziegenmilch, kommt als Vorspeise, im Salat oder in Honig gebraten. Die Sfakianopita – ein hauchdünner, mit Myzithra gefüllter Pfannenfladen, über den warmer Honig läuft – ist das beste Dessert der Insel und stammt aus den Bergdörfern der Sfakia. Überhaupt der Honig: Thymianhonig von den Hängen der Weißen Berge steht auf jedem Markt, und zusammen mit einem Sack Bergtee (Malotira) und einer Flasche Olivenöl ist er das ehrlichste Mitbringsel.

Getrunken wird Tsikoudia, der kretische Tresterschnaps, den alle nur Raki nennen – nicht zu verwechseln mit dem türkischen Anisschnaps. Er kommt nach dem Essen aufs Haus, in kleinen Gläsern und mit der stillen Erwartung, dass man anstößt. Daneben hat sich eine ernstzunehmende Weinszene entwickelt: Rund um Archanes und Peza südlich von Heraklion keltern Güter aus alten Inselsorten wie Vidiano, Vilana und Liatiko, viele mit Verkostung nach Anmeldung. Und im Kafenion, der Dorfinstitution mit vier Tischen und einem Fernseher, bestellst du einen Ellinikos – griechischen Mokka – und bleibst einfach eine Stunde sitzen.

Restaurants in Kreta

Alle 47 Restaurants
Anreise & Mietwagen

Anreise nach Kreta und Mietwagen vor Ort

Drei Stunden nach dem Start in Deutschland kippt das Flugzeug über der Ägäis in die Linkskurve, und unter der Tragfläche taucht die Nordküste auf – Anreise ist auf Kreta der einfachste Teil.

Kreta hat zwei internationale Flughäfen, und die Wahl bestimmt deine Route: Heraklion im Inselzentrum ist das größte Drehkreuz mit den meisten Direktverbindungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – ideal für den Osten und die Mitte. Chania auf der Akrotiri-Halbinsel wird vor allem in der Saison direkt angeflogen und ist der logische Startpunkt für den Westen. Die reine Flugzeit liegt bei etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Praktisch für Rundreisen: Gabelflüge mit Ankunft in Heraklion und Rückflug ab Chania (oder umgekehrt) ersparen dir die Rückfahrt über die ganze Insel.

Die Alternative für Inselsammler und Autofahrer ist die Fähre: Von Piräus laufen ganzjährig Nachtfähren nach Heraklion und Chania (Hafen Souda), Fahrzeit rund neun Stunden – du gehst abends an Bord, nimmst eine Kabine und rollst morgens von der Rampe. In der Saison verbinden zudem Fähren und Katamarane Kreta mit Santorin und weiteren Kykladeninseln, was Inselhopping mit Kreta-Finale möglich macht. Beachte den Meltemi: Bei starkem Nordwind im Hochsommer können die Schnellverbindungen ausfallen, die großen Nachtfähren fahren fast immer.

Ohne Mietwagen bleibt Kreta eine halbe Insel: Balos, Elafonissi, die Südküste, das Amari-Tal und die Lasithi-Hochebene erreichst du öffentlich gar nicht oder nur mühsam. Buche früh, nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst – auf Bergstraßen und in Dorfgassen ist klein ein Vorteil – und lies die Bedingungen zu Schotterpisten, die viele Vermieter vom Versicherungsschutz ausschließen. Auf der Straße gelten eigene Regeln: Auf der Nationalstraße entlang der Nordküste fahren Langsamere halb auf dem Standstreifen, damit überholt werden kann, und in den Bergen gehören Ziegen auf der Fahrbahn zum Alltag. Tanken ist an Dorftankstellen mit Bedienung die Regel.

Wer nicht fahren will, kommt entlang der Nordküste trotzdem gut voran: Die KTEL-Überlandbusse verbinden Heraklion, Rethymnon, Chania und Agios Nikolaos im dichten Takt, klimatisiert und günstig, mit Ablegern nach Kissamos, Paleochora und Chora Sfakion. Für Samaria, Balos oder Spinalonga füllen organisierte Tagestouren ab allen größeren Orten die Lücken. Nur die Querverbindungen in den Süden sind dünn – dort fahren Busse teils nur ein- bis zweimal täglich, und der Fahrplan richtet sich nach Schulzeiten, nicht nach Stränden. Für reine Stadt- und Strandurlaube in Chania oder Rethymnon brauchst du dagegen gar kein Auto.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Kreta – und welche Basis zu dir passt

ChaniaChaniaVenezianischer Hafen mit Leuchtturm, Gassen aus vierhundert Jahren und die beste Basis für Balos, Elafonissi und Samaria – Chania ist die Stadt, in der fast jeder Kreta-Westen-Urlaub beginnt und endet.Ideal für: Altstadt & Westen2–3 TageHeraklionHeraklionKretas raue Hauptstadt lohnt für Knossos, das Archäologische Museum mit den minoischen Originalen und die Rakadika-Lokale der Studentenviertel – echter Inselalltag statt Kulisse.Ideal für: Minoer & Museen1–2 TageRethymnonRethymnonEine der besterhaltenen Altstädte Griechenlands, darüber die Fortezza, davor ein kilometerlanger Sandstrand: Rethymnon verbindet Stadtbummel und Strandtag ohne Auto – und liegt strategisch in der Inselmitte.Ideal für: Altstadt & Strand1–2 TageAgios NikolaosAgios NikolaosDie Stadt am Voulismeni-See ist die entspannte Basis für den Osten: Bootstouren nach Spinalonga, Ausflüge zur Lasithi-Hochebene und abends Tavernen am Seeufer statt Hotelmeile.Ideal für: Basis für den Osten2–3 TageEloundaEloundaEhemaliges Fischerdorf in geschützter Bucht, heute Adresse einiger der teuersten Hotels Griechenlands – mit Blick auf die Festungsinsel Spinalonga und ruhigem Wasser zum Schwimmen.Ideal für: Ruhe & Spinalonga2–3 TageMatalaMatalaDie in die Sandsteinklippe geschlagenen Höhlen machten Matala in den Sechzigern zur Hippie-Legende – heute wartet darunter eine Badebucht mit Tavernen und der Zugang zur stillen Südküste der Messara.Ideal für: Höhlen & Südküste1–2 TageIerapetraIerapetraDie südlichste Stadt Griechenlands lebt vom Gemüseanbau statt vom Tourismus und bietet lange Strände, eine kleine Altstadt mit Kales-Festung und mehr Sonnentage als fast jeder andere Ort der Insel.Ideal für: Süden & Sonne1–2 TageSitiaSitiaDer stille Osten: eine Hafenstadt ohne Massentourismus, umgeben von Weinbergen und Olivenhainen, mit dem Palmenstrand von Vai und dem Kloster Toplou in Tagesausflugsdistanz.Ideal für: Stiller Osten & Vai1–2 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Kreta: Wetter und Klima im Jahreslauf

Kreta hat die längste Badesaison Griechenlands – von Mai bis in den Oktober trägt die Insel, und selbst der Winter bleibt an der Küste mild.

Kreta liegt so weit südlich, dass das Klima schon nordafrikanische Züge trägt: heiße, monatelang trockene Sommer, ein milder, regenreicher Winter und dazwischen zwei lange, verlässliche Schulterjahreszeiten. Im Juli und August kühlt der Meltemi die Nordküste, während die Südküste im Windschatten liegt; in den Bergen hält sich der Schnee auf den Gipfeln bis in den Mai. Die Werte unten gelten für die Küste bei Heraklion – im Landesinneren und in den Bergen liegt es deutlich darunter.

Jan15°9°mild, grüne Insel
Feb15°9°Mandelblüte, Regen
Mär17°10°Bergschnee, still
Apr20°12°Wildblumen, Wandern
Mai24°15°alles öffnet, ideal
Jun27°19°badewarm, lange Tage
Jul29°22°heiß, Meltemi-Wind
Aug29°22°Hochsaison, voll
Sep27°19°warmes Meer
Okt24°16°mild, leere Strände
Nov20°13°vieles schließt
Dez17°11°ruhig, mild

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Kreta sind Mai, Juni, September und Oktober: warm genug zum Baden, kühl genug für Samaria und Städtetage, dazu deutlich weniger Andrang als im Hochsommer. Der Juli und August funktionieren am Strand, sind aber heiß, voll und an der Nordküste windig. Fürs Wandern und die Blütezeit lohnt schon der April – nur schließt dann noch ein Teil der Betriebe an der Südküste, und die Samaria-Schlucht öffnet in der Regel erst Anfang Mai.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Kreta

Kreta Osten oder Westen – was ist besser?
Der Westen um Chania ist grüner und dichter an den bekannten Bildern: Balos, Elafonissi, Samaria-Schlucht und die schönste Altstadt. Der Osten um Agios Nikolaos ist trockener, ruhiger und eleganter, mit Spinalonga, Elounda und der Lasithi-Hochebene. Für die erste Reise empfiehlt sich der Westen, für Ruhe der Osten.
Wie viele Tage braucht man für Kreta?
Eine Woche reicht für eine Inselhälfte – Westen oder Osten – mit Basis in Chania, Rethymnon oder Agios Nikolaos. Für die ganze Insel mit Knossos, Samaria, Balos und der Südküste solltest du zehn bis vierzehn Tage mit zwei bis drei Standquartieren einplanen; sonst sitzt du mehr im Auto als am Strand.
Braucht man auf Kreta einen Mietwagen?
Für Balos, Elafonissi, die Südküste und die Bergdörfer ja – dorthin fahren kaum Busse. Entlang der Nordküste verbinden die KTEL-Überlandbusse Heraklion, Rethymnon und Chania dagegen dicht und günstig, und zu Zielen wie Samaria oder Spinalonga bringen dich organisierte Tagestouren. Für reine Stadt-und-Strand-Urlaube geht es ohne.
Wie kommt man zur Balos-Lagune?
Entweder mit dem Ausflugsboot ab Kissamos, das auch die Festungsinsel Imeri Gramvousa anläuft, oder mit dem Auto über eine mehrere Kilometer lange Schotterpiste ab Kaliviani plus rund zwanzig Minuten Fußabstieg. Achtung: Viele Mietwagenversicherungen schließen Schäden auf unbefestigten Straßen aus. Früh starten – ab Mittag wird es voll.
Wie anstrengend ist die Samaria-Schlucht?
Die Wanderung ist 16 Kilometer lang und dauert fünf bis sieben Stunden, fast durchgehend bergab – das fordert Knie und Fußsohlen mehr als die Kondition. Festes Schuhwerk, zwei Liter Wasser und ein früher Start sind Pflicht. Wer es kürzer mag, nimmt die Imbros-Schlucht mit acht Kilometern als leichtere Alternative.
Muss man Knossos-Tickets vorab buchen?
In der Saison ja: Buche das Ticket online und nimm den frühesten Zeitslot – ab dem späten Vormittag treffen Reisegruppen und Kreuzfahrtbusse ein, und das Gelände bietet kaum Schatten. Zwei Stunden reichen für den Rundgang; die Originalfunde siehst du danach im Archäologischen Museum in Heraklion.
Wann ist die beste Reisezeit für Kreta?
Mai, Juni, September und Oktober: 24 bis 27 Grad, badewarmes Meer und weniger Betrieb als im Hochsommer. Juli und August sind heiß und voll, dafür maximal verlässlich fürs Strandwetter. Im April blüht die Insel und lädt zum Wandern ein, viele Betriebe an der Südküste öffnen aber erst im Mai.
Ist Kreta für Urlaub mit Kindern geeignet?
Sehr gut: Die Strände bei Rethymnon und im Osten fallen flach ab, viele Hotels sind auf Familien eingestellt, und Ausflüge wie das Piratenschiff-Gefühl der Spinalonga-Boote, die Kri-Kri-Ziegen oder die Höhlen von Matala funktionieren auch für kleine Reisende. Plane kurze Fahretappen – die Serpentinen fordern empfindliche Mägen.
Ist Kreta teuer?
Kreta gehört zu den günstigeren Mittelmeerzielen: Ein Tavernenessen mit Hauptgericht, Salat und Hauswein liegt meist bei 15 bis 25 Euro pro Person, Raki und ein kleines Dessert kommen oft aufs Haus. Teuer wird es in der Elounda-Luxusbucht und in den Hafenlagen von Chania im August; die Nebensaison und die Südküste entlasten das Budget deutlich.
Bis wann kann man auf Kreta baden?
Das Meer erreicht im August 25 bis 26 Grad und kühlt nur langsam ab – bis Ende Oktober liegt die Wassertemperatur meist noch über 22 Grad, an der Südküste hält sich die Badesaison am längsten. Der Einstieg in die Saison ist der Mai; im Juni ist das Wasser dann überall angenehm.
Welcher Flughafen ist der richtige für Kreta?
Heraklion für den Osten und die Inselmitte, Chania für den Westen – beide werden aus Deutschland direkt angeflogen, die Flugzeit beträgt rund drei bis dreieinhalb Stunden. Für Rundreisen lohnt ein Gabelflug mit Ankunft im einen und Abflug vom anderen Flughafen, das spart die lange Rückfahrt über die Insel.
Was ist mit Kreta im Winter?
An der Küste bleibt es mit 15 bis 17 Grad mild, die Insel wird grün, und Heraklion oder Chania funktionieren als ruhige Städteziele. Aber: Viele Hotels, Tavernen und Ausflugsbetriebe an Süd- und Ostküste schließen von November bis März, die Samaria-Schlucht ist zu, und Regentage sind einzuplanen. Der Winter ist etwas für Wanderer und Ruhesuchende, nicht für Strandurlaub.
KretaZwischen den Weißen Bergen und dem Libyschen Meer packt Kreta minoische Paläste, türkisflache Lagunen und 260 Kilometer Inselgeschichte auf Griechenlands größte Insel.

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