Stadt · Griechenland

Heraklion

Abends läuft halb Heraklion auf der Mole zur Koules-Festung hinaus, während hinter dem Hafenbecken die Gassen nach gegrilltem Fleisch, Zimt und Raki riechen.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Heraklion-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Mai und Oktober–November (mild); Juni–August für Strandurlaub
Anreise
Direktflüge ab vielen deutschen Flughäfen; Fähren von Piräus
Region
Kreta, Griechenland
Status
Hauptstadt Kretas, größte Stadt der Insel
Zeitzone
Europe/Athens (MEZ +1)
Flughafen
Heraklion 'Nikos Kazantzakis' (HER), ca. 10 Min. ins Zentrum
Über Heraklion

Reisen nach Heraklion

Heraklion ist die Hauptstadt Kretas, die größte Stadt der Insel und für die meisten Reisenden zuerst ein Flughafen – dabei steckt hier die dichteste Schichtung, die Kreta zu bieten hat. Vor der Stadt liegt Knossos, der größte minoische Palast der Insel, seit 1900 von Arthur Evans ausgegraben und in Teilen mit Beton wieder aufgemauert; die Originalfunde stehen wenige Kilometer weiter im Archäologischen Museum, das mit dem Diskos von Phaistos, den Schlangengöttinnen und dem Stierspringer-Fresko die weltweit wichtigste Sammlung minoischer Kunst hält. Darüber liegt das venezianische Candia: die Hafenfestung Koules mit ihren Markuslöwen, die Arsenali am alten Becken, der Morosini-Brunnen am Löwenplatz, die Loggia als heutiges Rathaus und ein rund viereinhalb Kilometer langer Mauerring, auf dessen Martinengo-Bastion Nikos Kazantzakis begraben liegt. Dazwischen arbeitet eine laute, junge Universitätsstadt: Rakadika und Café-Bars in der Korai, Wandbilder im ehemals verrufenen Lakkos, die alte Marktgasse Odos 1866 und ein Strandvorort im Westen, in dem der Sand kilometerweit läuft.

Heraklion – Karte
Reiseführer

Heraklion von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Die meisten Kreta-Reisenden sehen von Heraklion den Flughafen, das Mietwagenschild und die Ausfahrt zur Küstenstraße. Wer stattdessen bleibt, findet innerhalb eines Kilometers die wichtigste Sammlung minoischer Kunst der Welt, eine venezianische Hafenfestung mit Markuslöwen an der Wand und Gassen, in denen abends Studenten und Fischer am selben Tresen stehen. Heraklion ist keine Postkartenstadt wie Chania – es ist die Arbeitshauptstadt der Insel, laut, dicht und mit mehr Geschichte auf engem Raum als jeder andere Ort auf Kreta.

Sehenswürdigkeiten

Heraklion Sehenswürdigkeiten zwischen Löwenbrunnen und Koules

Das historische Zentrum liegt komplett innerhalb des alten Mauerrings und lässt sich zu Fuß in einem halben Tag abgehen – alles andere braucht Bus, Taxi oder Auto.

Fang am Wasser an. Am Ende der Hafenmole steht die Koules-Festung, von den Venezianern im 16. Jahrhundert als Rocca a Mare vor das Hafenbecken gesetzt, mit meterdicken Mauern und drei in den Stein gehauenen Markuslöwen an den Außenseiten. Innen führen niedrige, gewölbte Kammern durch die Ausstellung, oben öffnet sich die Plattform mit Blick über Hafen, Stadt und Küste. Der Weg dorthin über die Mole ist am späten Nachmittag die beliebteste Runde der Heraklioten, mit Anglern an der Kaimauer und Fähren, die zum Anlegen einschwenken. Gegenüber auf der Landseite stehen die Arsenali, die gewölbten venezianischen Schiffshallen, in denen Galeeren gebaut und überwintert wurden – heute Torbögen mitten im Verkehr, die man leicht übersieht.

Vom Hafen führt der Weg bergauf in die Altstadt zum Eleftheriou-Venizelou-Platz, den alle nur Löwenplatz nennen. Dort steht der Morosini-Brunnen, den der venezianische Statthalter im 17. Jahrhundert bauen ließ, um die Stadt aus dem Umland mit Wasser zu versorgen; die vier Marmorlöwen im Zentrum sind älter als das Becken selbst und waren schon Zweitverwendung, als der Brunnen entstand. Rundherum drängen sich Café-Tische, dazwischen laufen die Fußgängerachsen der Innenstadt zusammen. Zwei Minuten entfernt öffnet sich die Venezianische Loggia, ein Arkadenbau, in dem sich der Adel Candias traf und in dem heute das Rathaus sitzt – nach dem Krieg aus Trümmerteilen wieder aufgebaut und dafür ausgezeichnet. Gleich daneben liegt die Kirche Agios Titos, die unter osmanischer Herrschaft Moschee war und die Reliquie des heiligen Titus verwahrt, die erst im 20. Jahrhundert aus Venedig zurückkam.

Südwestlich davon wird es sakral und laut zugleich. Die Kathedrale Agios Minas gehört zu den größten Kirchen Griechenlands, ist dem Schutzpatron der Stadt geweiht und im Inneren mit einer dunklen, vergoldeten Ikonostase ausgestattet; nebenan steht die kleine Agia-Ekaterini-Kirche, in der heute Ikonen kretischer Meister ausgestellt sind – jener Schule, aus der auch El Greco hervorging. Von dort ist es ein kurzer Weg zum Kornarou-Platz mit dem Bembo-Brunnen, in den die Venezianer eine kopflose römische Statue einbauten, und dem osmanischen Pumpenhaus daneben, das seit Langem als Kafenio dient. Direkt anschließend beginnt die Odos 1866, die alte Marktgasse mit Kräuterständen, Käse, Oliven, Messern und Honig, die zwar längst auch Touristen bedient, aber immer noch der Ort ist, an dem Heraklion einkauft.

Zum Schluss die Mauern, die den ganzen Rundgang zusammenhalten. Der venezianische Befestigungsring misst rund viereinhalb Kilometer, ist an den Bastionen stellenweise dutzende Meter dick und war der Grund, warum sich Candia im 17. Jahrhundert über zwei Jahrzehnte gegen die osmanische Belagerung halten konnte – eine der längsten der europäischen Geschichte. Große Abschnitte lassen sich heute begehen, am lohnendsten die Martinengo-Bastion im Süden, auf der das Grab von Nikos Kazantzakis liegt. Kein Marmor, kein Pomp, nur ein Holzkreuz, eine Steinplatte und die Zeilen, dass er nichts hoffe, nichts fürchte und frei sei. Von der Brüstung überblickst du das Dächermeer bis zum Hafen und im Rücken die Ebene, hinter der sich der Psiloritis erhebt.

Sehenswürdigkeiten in Heraklion

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Knossos & die Minoer

Der Palast von Knossos und wie du ihn richtig liest

Knossos liegt nur wenige Kilometer südlich der Stadt und ist die meistbesuchte Ausgrabung Kretas – der Unterschied zwischen einem guten und einem enttäuschenden Besuch liegt fast nur an der Uhrzeit und der Vorbereitung.

Palast von Knossos
Palast von Knossos

Der Palast von Knossos war das Zentrum der minoischen Kultur, der ersten Hochkultur Europas, und erstreckte sich über mehrere Stockwerke rund um einen großen zentralen Hof. Gebaut, zerstört, überbaut und erneut zerstört, verschwand die Anlage unter einem Hügel, bis der britische Archäologe Arthur Evans ab 1900 zu graben begann und über Jahrzehnte hier weiterarbeitete. Von ihm stammt auch der Name 'minoisch', abgeleitet vom mythischen König Minos, dessen Labyrinth mit dem Minotaurus die Antike hier verortete. Was du heute siehst, ist deshalb nie nur Ausgrabung, sondern immer auch Deutung: Wo Evans genug Anhaltspunkte zu haben glaubte, ließ er Wände, Treppen und Säulen wieder aufmauern.

Genau daran scheiden sich bis heute die Geister, und du solltest es wissen, bevor du hingehst. Die rot und schwarz gestrichenen Säulen, die nach unten schmaler werden, die Betonstürze, die wiederhergestellten Obergeschosse über der großen Treppe im Ostflügel und das rekonstruierte Piano Nobile über dem Westflügel – all das ist Rekonstruktion nach dem Wissensstand der 1920er Jahre. Auch die Fresken vor Ort sind Kopien; die Originalfragmente, aus denen sie ergänzt wurden, hängen im Archäologischen Museum in der Stadt. Wer das als Fälschung liest, ärgert sich. Wer es als frühen, mutigen und stellenweise falschen Versuch liest, eine verschwundene Architektur begreifbar zu machen, bekommt eine Anlage, in der man tatsächlich versteht, wie Lichtschächte, Treppenhäuser und Wirtschaftsräume zusammenhingen.

Die Punkte, an denen du dir Zeit nehmen solltest, sind schnell benannt. Der zentrale Hof als Bezugspunkt der gesamten Anlage. Der sogenannte Thronsaal mit dem Alabasterthron, den steinernen Bänken und den Greifen an der Wand, in den nur eine begrenzte Zahl Menschen gleichzeitig blicken darf, weshalb sich dort regelmäßig eine Schlange bildet. Der Nordeingang mit dem Relief des stürmenden Stiers, das die meisten Besucher als Bild mitnehmen. Und die Magazine im Westflügel, wo mannshohe Vorratsgefäße, die Pithoi, in Reihen stehen und man ahnt, welche Mengen Öl und Getreide hier verwaltet wurden. Schatten gibt es fast nirgends, der Boden ist uneben und stellenweise glatt poliert – feste Schuhe, Hut und Wasser sind im Sommer keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.

Praktisch heißt das: möglichst früh am Tag oder in den letzten Stunden vor Schließung hin, weil zwischen zehn und drei die Kreuzfahrt- und Busgruppen zusammenkommen. Der Stadtbus der Linie 2 verbindet den Busbahnhof im Zentrum mit der Ausgrabung, für die Fahrt solltest du rund 20 Minuten rechnen, Taxis stehen ebenfalls bereit. Für Knossos und das Archäologische Museum gibt es ein Kombiticket – frag beim Kauf danach, es spart den zweiten Anlauf an der Kasse. Die Reihenfolge ist Geschmackssache: Erst der Palast und dann die Funde ergibt eine Erzählung vom Raum zum Objekt, erst das Museum und dann der Palast eine vom Objekt zum Raum. Beides an einem Tag ist machbar, aber dicht – wenn du zwei Tage hast, verteile es. Ein guter Guide oder ein Audioguide lohnt sich hier mehr als anderswo, weil ohne Erklärung viele Mauerzüge einfach Mauerzüge bleiben.

Museen

Die Museen in Heraklion von den Minoern bis zu El Greco

Kein anderer Ort auf Kreta bündelt so viel Inselgeschichte auf so kurzen Wegen, und die drei wichtigsten Häuser liegen alle innerhalb einer Viertelstunde Fußweg.

Archäologisches Museum
Archäologisches Museum

Das Archäologische Museum Heraklion ist der Grund, warum sich der Aufenthalt in der Stadt auch dann lohnt, wenn du sonst nur Strand geplant hattest. Die Sammlung deckt rund 5.500 Jahre kretischer Geschichte ab, ihr Kern ist die weltweit umfassendste Zusammenstellung minoischer Kunst. Hier liegt der Diskos von Phaistos, eine Tonscheibe mit spiralförmig eingestempelten Zeichen, die bis heute niemand sicher lesen kann. Hier stehen die Schlangengöttinnen aus Fayence, das Rhyton in Form eines Stierkopfs aus schwarzem Steatit, der goldene Bienenanhänger aus Malia und der bemalte Sarkophag aus Agia Triada mit seiner Opferprozession. Und hier hängen die Freskenfragmente aus Knossos, darunter der Stierspringer und die Frauenfigur, die Evans 'La Parisienne' taufte, weil ihm ihr Profil modern vorkam.

Eine knappe Viertelstunde zu Fuß weiter, unten an der Uferstraße, erzählt das Historische Museum Kreta alles, was nach den Minoern kam. Byzanz, die venezianische Herrschaft über Candia, die osmanischen Jahrhunderte, die Aufstände, die Vereinigung mit Griechenland, die Luftlandeschlacht um Kreta 1941 und der Widerstand danach. Zwei Räume sind besonders: Der eine zeigt die beiden einzigen Gemälde von El Greco, die auf Kreta geblieben sind – der Maler wurde als Domenikos Theotokopoulos hier in der Gegend geboren und lernte in der kretischen Ikonenmalerei, bevor er über Venedig nach Toledo ging. Der andere ist das nachgebaute Arbeitszimmer von Nikos Kazantzakis mit Manuskripten, Briefen und Möbeln des Schriftstellers, dessen Grab auf der Bastion über der Stadt liegt.

Am Meer, in einem umgebauten alten Kraftwerk an der Uferstraße, sitzt das Naturhistorische Museum Kreta, und das ist die Adresse für Reisende mit Kindern. Es behandelt die Natur des östlichen Mittelmeerraums von den Lebensräumen Kretas über die Tierwelt bis zu den Ur-Elefanten und dem Deinotherium, das hier in Lebensgröße rekonstruiert steht. Der Erdbebensimulator, in dem man reale aufgezeichnete Beben nachempfinden kann, bleibt Kindern am längsten im Gedächtnis, und für die Kleinsten gibt es einen eigenen Entdeckerbereich. Weil das Haus auf mehreren Ebenen gebaut ist und viel mit Licht und Ton arbeitet, funktioniert es auch als Programm für einen der seltenen Regentage.

Dazu kommen die kleineren Häuser, die im Zeitplan gern hinten runterfallen. In der Kirche Agia Ekaterini nahe der Kathedrale werden Ikonen und Werke der kretischen Malerschule gezeigt, aus der die Verbindung von byzantinischer Tradition und venezianischem Einfluss unmittelbar ablesbar wird. Die Basilika San Marco am Löwenplatz, unter den Osmanen Moschee, dient heute als Ausstellungsraum der Stadt. Und wer sich für Kazantzakis interessiert, fährt ins Dorf Myrtia südlich der Stadt, wo das Museum in seinem Elternhausumfeld eingerichtet ist. Ein Hinweis, der dir Ärger erspart: Öffnungszeiten der Museen und Ausgrabungen ändern sich zwischen Sommer- und Wintersaison deutlich, und einzelne Häuser schließen an bestimmten Wochentagen – prüfe die aktuellen Zeiten am Tag vor deinem Besuch.

Stadtviertel

Heraklions Stadtviertel von der Altstadt bis nach Ammoudara

Innerhalb der Mauern liegt die Stadt der Besucher, außerhalb die Stadt der Einwohner – und die spannenderen Stunden verbringst du dort, wo beide sich überschneiden.

Morosini-Brunnen
Morosini-Brunnen

Die Altstadt mit dem venezianischen Hafen ist der Kern und für einen kurzen Aufenthalt die einzig sinnvolle Basis. Zwischen Koules, Löwenplatz und Kathedrale liegen die Museen, die Fußgängerachsen und die meisten Hotels, alles in Gehweite. Die Gassen sind eng, tagsüber voll und abends unterschiedlich laut, je nachdem, ob dein Fenster auf eine Bar-Gasse oder einen Innenhof geht. Wer hier wohnt, kann morgens vor dem Frühstück auf die Mole laufen, nachmittags ins Museum und abends essen gehen, ohne einmal in ein Fahrzeug zu steigen. Der Preis dafür ist der Verkehr an den Ausfallstraßen und die Tatsache, dass die Stadt eben nicht als Kulisse gebaut wurde, sondern als Hafen.

Direkt daneben, rund um die schmale Fußgängergasse Korai, liegt das Ausgehviertel. Café-Bars stehen dicht an dicht, ab dem späten Nachmittag füllen sich die Tische und bleiben es bis tief in die Nacht; die Musik reicht von Rock bis zu griechischem Laiko, und weil Heraklion viele Studierende hat, ist die Gegend auch außerhalb der Sommermonate belebt. Wenige Straßenzüge weiter südlich beginnt Lakkos, das ehemalige Rotlichtviertel, das ein Nachbarschaftsprojekt mit großformatigen Wandbildern und wieder hergerichteten Fassaden aus dem Verfall geholt hat. Es ist keine glattgezogene Szenegegend, sondern ein Viertel im Umbau, in dem sich zwischen Murals kleine Bars und Werkstätten eingerichtet haben.

Nach Westen läuft die Stadt in Ammoudara aus, den Strandvorort. Hier zieht sich über mehrere Kilometer ein breiter Sandstrand hin, dahinter reihen sich Hotels, Apartmenthäuser, Strandbars und Tavernen. Wer mit Kindern anreist, hauptsächlich baden will und Heraklion nur als Tagesziel besucht, wohnt hier deutlich passender als in der Altstadt – ins Zentrum sind es wenige Kilometer, die sich per Bus oder Taxi erledigen lassen. Umgekehrt ist Ammoudara kein Ort mit eigenem Altstadtcharme, sondern eine Küstenzeile, deren Qualität am Wasser liegt und nicht in den Straßen dahinter.

Im Osten schließen zwei Viertel an, die kaum ein Reiseführer erwähnt und die trotzdem erklären, wie diese Stadt funktioniert. Nea Alikarnassos wurde von Flüchtlingen aus Kleinasien gegründet, die nach 1922 auf Kreta neu anfingen, und hat sich bis heute den Charakter einer eigenen, bodenständigen Kleinstadt am Ostrand Heraklions bewahrt, direkt beim Flughafen. Poros liegt zwischen Hafen und Flughafen, ein ruhiges Wohnviertel mit breiten Straßen, in dessen Nähe schon vor viertausend Jahren der Hafen lag, über den Knossos mit der Ägäis handelte. Für Besucher sind beide vor allem dann interessant, wenn ein früher Flug ansteht oder eine Fähre spät ankommt – zum Bummeln fährst du zurück in die Altstadt.

Essen & Trinken

Restaurants in Heraklion und die kretische Küche im Alltag

Kretas Küche steht für sich, und in Heraklion isst du sie nicht als Show, sondern so, wie sie hier täglich auf den Tisch kommt.

Die bekannteste Adresse der Stadt ist Peskesi, untergebracht in einem alten Herrenhaus mit Innenhof, das kretische Rezepte konsequent aus eigenen und regionalen Zutaten kocht und dafür mehrfach ausgezeichnet wurde – von der eigenen Farm über alte Getreidesorten bis zu Gerichten, die außerhalb von Familienküchen kaum noch auftauchen. Reservieren solltest du hier unbedingt, in der Saison möglichst einige Tage vorher. Die ruhigere Gegenposition ist Erganos, eine Taverne, die seit Mitte der Achtzigerjahre abseits des Trubels kocht und bei Einheimischen als verlässliche Adresse für Ofengerichte und Gegrilltes gilt. Und Athali Cretan Cuisine bringt die Küche der Sfakia-Region in die Stadt, also die Seite Kretas, die eher nach Bergen schmeckt als nach Meer.

Was auf den Tisch kommt, folgt einem eigenen Kanon. Dakos ist der Einstieg fast jeder Mahlzeit: ein harter Gerstenzwieback, das paximadi, belegt mit geriebener Tomate, Mizithra-Käse, Olivenöl und Oregano. Dazu Kalitsounia, kleine Teigtaschen mit Frischkäse oder Wildkräutern, die es süß mit Honig genauso gibt wie herzhaft. Apaki ist geräuchertes, in Essig eingelegtes Schweinefleisch, Staka eine sehr sättigende Zubereitung aus Milchfett, die klassisch mit Eiern oder über Reis serviert wird. Beim Fleisch stehen antikristo, am offenen Feuer rund um die Glut gegartes Lamm, und gamopilafo, der in Fleischbrühe gekochte Hochzeitsreis, für die Bergküche. Wer mutig ist, bestellt chochlioi boubouristi, gebratene Schnecken mit Rosmarin und Essig – auf Kreta ein Klassiker, kein Mutprobenessen.

Am Wasser wird es maritim. Kastella Seafood Restaurant liegt direkt am Meer mit Blick auf Festung und alten Hafen und deckt ab, wofür man in einer Hafenstadt hergeht: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, kleine Vorspeisen zum Teilen. Für Fisch gilt in ganz Griechenland dieselbe Regel – frag nach dem Tagesfang, lass dir den Preis pro Kilo nennen und den Fisch vor dem Zubereiten zeigen, dann gibt es an der Rechnung keine Überraschung. Und für das kretische Frühstück gehst du zu Kirkor am Löwenplatz, wo seit den Zwanzigerjahren in Familienhand Bougatsa gebacken wird: Blätterteig, entweder mit gesüßtem Mizithra oder mit Creme gefüllt, in Stücke geschnitten, mit Zimt und Puderzucker bestäubt und im Stehen gegessen.

Zum Trinken bestellst du Raki – so heißt der kretische Tresterbrand hier im Osten der Insel, im Westen um Chania und Rethymno sagt man Tsikoudia, gemeint ist dasselbe. Er kommt am Ende der Mahlzeit fast immer aufs Haus, oft mit einem Teller Obst oder Löffelsüßem. Die eigentliche Institution sind die Rakadika in den Gassen rund um Chandakos und die Odos 1866: kleine Lokale, in denen du eine Karaffe bestellst und dazu Mezedes gereicht bekommst, Runde für Runde, bis du abwinkst. Beim Wein lohnt sich die Neugier, denn die Weinregion Peza und die Hänge um Archanes liegen direkt vor der Stadt – frag nach Vidiano oder Vilana beim Weißwein und nach Kotsifali, Mandilari oder Liatiko beim Rotwein, allesamt Rebsorten, die es außerhalb Kretas kaum gibt. Gegessen wird spät, vor neun Uhr abends sitzt in den Tavernen niemand außer Reisenden.

Restaurants in Heraklion

Übernachten

Hotels in Heraklion und die richtige Lage für deinen Aufenthalt

Die Entscheidung fällt in Heraklion nicht zwischen Sternen, sondern zwischen zwei Aufenthalten – Stadt mit kurzen Wegen oder Küstenzeile mit Strand vor der Tür.

In der Altstadt steht das GDM Megaron in einem denkmalgeschützten Bau aus den Zwanzigerjahren über dem venezianischen Hafen, mit Dachpool und Terrasse auf Höhe der Festungsmauern – die Adresse für alle, denen der Blick wichtiger ist als der Preis. Das Aquila Atlantis Hotel liegt wenige Schritte vom Archäologischen Museum, hat einen Pool und ist ganzjährig geöffnet, was in einer Stadt mit Saisonbetrieb ein echtes Argument ist. Das Lato Boutique Hotel gegenüber dem alten Hafen ist die kleinere, ruhigere Variante mit einem sommerlichen Dachrestaurant und Sicht auf Koules. Wer es noch persönlicher mag, nimmt die Kipos Boutique Suites mitten in der Altstadt, deren Suiten eine kleine Küchenzeile haben und sich damit auch für längere Aufenthalte eignen. Etwas außerhalb des dichtesten Gassengewirrs, aber immer noch am Zentrumsrand, liegt das Galaxy Hotel Iraklio mit dem größten Süßwasserpool der Stadt.

Die Lagefrage entscheidest du am besten über dein Programm. Willst du Museen, Knossos und die Altstadt und reist ohne Auto an, wohnst du innerhalb der Mauern – vom Löwenplatz erreichst du alles zu Fuß, der Hafen liegt am Fuß der Stadt, und der Bus nach Knossos startet zentral. Willst du hauptsächlich baden und Heraklion als Ausgangspunkt für die Insel nutzen, ist Ammoudara im Westen die passendere Wahl mit Strand, Beachbars und Familienhotels. Und wenn du nur eine Nacht wegen eines frühen Flugs oder einer späten Fähre bleibst, sind die Viertel im Osten Richtung Poros und Nea Alikarnassos praktisch – dort ist der Weg zum Terminal kurz, das Abendprogramm dafür überschaubar.

Zwei Dinge solltest du beim Buchen konkret prüfen. Erstens die Lärmlage: Rund um die Korai und die angrenzenden Gassen sind die Bars bis in die frühen Morgenstunden offen, und in einer dicht bebauten Altstadt trägt der Schall. Frag nach einem Zimmer zum Innenhof oder zur Rückseite, wenn du empfindlich schläfst. Zweitens die Klimaanlage: Zwischen Juli und September ist sie in Heraklion kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung für eine erholsame Nacht, weil die Steinstadt die Tageshitze bis weit nach Mitternacht hält. Ein Balkon zur Straße nützt dir in diesen Wochen wenig, ein funktionierendes Gerät sehr viel.

Bei den Terminen gilt Inselrhythmus. Juli und August sind die teuerste und vollste Zeit, dazu kommen die Tage um den 15. August, an denen halb Griechenland selbst reist. Auch das orthodoxe Osterfest verschiebt sich jedes Jahr und zieht viele Griechen auf die Insel – prüfe den Termin, bevor du im Frühjahr buchst. Im Gegenzug sind Mai, Juni, September und Oktober ruhiger, deutlich angenehmer zu erlaufen und meist günstiger. Und wenn du mit Mietwagen anreist: Die Altstadt ist eng, in Teilen für Fahrzeuge gesperrt und schlecht mit Stellplätzen versorgt. Kläre vor der Buchung, ob dein Hotel Parkplätze oder eine Vereinbarung mit einem Parkhaus hat, sonst suchst du am Ankunftstag eine Stunde.

Hotels in Heraklion

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Rundgang & Tagesplan

Heraklion in zwei Tagen mit Altstadt, Museum und Knossos

Zwei Tage sind das Maß, in dem Heraklion aufgeht – einer für die Stadt, einer für die Minoer, und beide beginnen früh.

Der erste Vormittag gehört dem Wasser und den Venezianern. Starte an der Mole und geh hinaus zur Koules-Festung, solange die Luft noch kühl ist und die Fischer noch da sind; drinnen führen die Gewölbe durch die Ausstellung, oben liegt die Plattform mit dem Blick auf die gesamte Uferzeile. Zurück an Land wirfst du einen Blick auf die Arsenali, die alten Schiffshallen, und steigst dann in die Altstadt hinauf. Über die Fußgängerachsen erreichst du den Löwenplatz mit dem Morosini-Brunnen, gleich daneben die Venezianische Loggia mit dem Rathaus und die Kirche Agios Titos. Bougatsa bei Kirkor am Platz ist an dieser Stelle kein Umweg, sondern der richtige Zeitpunkt.

Nach der Mittagshitze wird es kirchlich und kulinarisch. Vom Löwenplatz führt der Weg südwestlich zur Kathedrale Agios Minas und zur Agia-Ekaterini-Kirche mit den Ikonen der kretischen Schule, weiter zum Kornarou-Platz mit Bembo-Brunnen und dem osmanischen Pumpenhaus. Von dort läufst du die Odos 1866 hinunter, die alte Marktgasse mit Kräutern, Käse, Honig und Messern, und landest fast automatisch wieder im Zentrum. Wer noch Kraft hat, hängt das Historische Museum Kreta an, das mit den beiden El-Greco-Gemälden und dem nachgebauten Arbeitszimmer von Kazantzakis die Brücke zum nächsten Programmpunkt schlägt.

Für den Abend steigst du auf die Mauer. Auf die Martinengo-Bastion im Süden führt ein kurzer Anstieg, oben liegt das Grab von Nikos Kazantzakis, und der Blick über die Dächer bis zum Meer ist zur Stunde vor Sonnenuntergang am besten. Danach zurück ins Zentrum, wo sich rund um die Korai die Café-Bars füllen. Zum Essen entscheidest du zwischen Taverne und Rakadiko – entweder du setzt dich für ein vollständiges Abendessen hin, oder du bestellst eine Karaffe Raki und lässt dir die Mezedes bringen, bis es reicht. Beides beginnt in Heraklion später, als deutsche Gäste erwarten.

Der zweite Tag gehört den Minoern, und die Reihenfolge entscheidest du nach Hitze. Im Sommer fährst du gleich morgens nach Knossos, weil dort kein Schatten steht und die Gruppen ab dem späten Vormittag anrollen; nach dem Palast zurück in die Stadt und das Archäologische Museum über die heißesten Stunden. In der Nebensaison funktioniert es auch umgekehrt, dann siehst du erst die Originalfunde und ordnest sie anschließend im Gelände ein. Für Knossos brauchst du zusammen mit Anfahrt gut einen halben Tag, für das Museum mindestens zwei Stunden. Bleibt am Nachmittag Zeit, hängst du das Naturhistorische Museum am Meer an oder fährst nach Ammoudara zum Baden. Wer einen dritten Tag hat, nimmt einen Ausflug in die Ebene von Messara mit Phaistos und Gortys oder auf die Weingüter bei Archanes und Skalani.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Ausflüge & Touren

Ausflüge ab Heraklion nach Phaistos, Matala und Spinalonga

Heraklion liegt ungefähr in der Mitte der Nordküste, und genau das macht die Stadt zum praktischsten Ausgangspunkt für Tagesausflüge auf Kreta.

Der klassische Süd-Ausflug führt über die Berge in die Messara-Ebene. Dort liegt Phaistos, der zweitgrößte minoische Palast der Insel, auf einem Hügel mit weitem Blick über die Ebene bis zum Ida-Gebirge – anders als Knossos wurde er kaum rekonstruiert, was manchen weniger anschaulich, vielen dafür ehrlicher erscheint. Wenige Kilometer entfernt schließt Gortys an, die römische Hauptstadt Kretas mit der Basilika des heiligen Titus und den steinernen Gesetzestafeln, die als älteste erhaltene Gesetzessammlung Europas gelten. Wer den Tag rund machen will, fährt weiter an die Südküste nach Matala, wo die in den Sandstein gehauenen Höhlen über der Bucht liegen, in denen in den Sechzigern Aussteiger wohnten. Ein voller Tag ist das mindestens, mit Auto oder organisierter Tour.

Nach Osten geht es zu den beiden Zielen, die auf jeder Kreta-Liste stehen. Die Festungsinsel Spinalonga vor Elounda war Venezianerfestung und von 1903 bis 1957 Leprakolonie; von Plaka gegenüber sind es kaum zehn Minuten Überfahrt, ab Elounda rund eine halbe Stunde, und der Rundgang durch die verfallene Siedlung mit Hauptstraße, Kirche und Krankenstation ist eindringlicher, als das Wort Bootsausflug vermuten lässt. Kombiniert wird meist mit einem Badestopp und einem Bummel durch Agios Nikolaos, das seinen kleinen Binnensee mitten in der Stadt hat. Auf halbem Weg dorthin liegt der Palast von Malia, die dritte große minoische Anlage, deutlich flacher und übersichtlicher als Knossos und deshalb gut für einen kurzen Stopp geeignet.

Ins Landesinnere ist es am kürzesten, und dort wird es kretisch. Direkt südlich der Stadt liegen Archanes mit seinen restaurierten Häuserzeilen, der heilige Berg Juktas mit Wanderwegen entlang des Kamms und die Weinregion Peza. Auf dem Gut Fantaxometocho bei Skalani lässt sich der kretische Weinbau samt Rebsorten wie Vidiano, Kotsifali und Mandilari bei einer Verkostung kennenlernen, nur wenige Kilometer von Knossos entfernt. Weiter westlich liegt Zaros mit dem Rouvas-Schlucht-Wanderweg und den Quellen, südöstlich zieht die Lasithi-Hochebene hinauf, wo die alten Windräder standen und die Dikteon-Höhle den Sagen nach Geburtsort des Zeus war. Für Familien lohnt außerdem das große Meeresaquarium in Gournes an der Küste östlich der Stadt.

Was du realistisch einplanen solltest: Chania und Rethymno liegen an der Nordküste im Westen und sind über die Nationalstraße erreichbar, aber Rethymno ist etwa achtzig Kilometer entfernt und Chania noch einmal deutlich weiter – als Tagesausflug ab Heraklion ist besonders Chania eine lange Fahrt, die man besser mit einer Übernachtung entspannt. Für die Fahrten im Landesinneren gilt: Auf der Karte sehen dreißig Kilometer nach einer halben Stunde aus, in Serpentinen über die Berge werden schnell fünfzig Minuten daraus. Rechne großzügiger, als das Navigationsgerät vorschlägt, und tanke voll, bevor du in die Bergdörfer abbiegst.

Aktivitäten & Touren in Heraklion

Strände & Baden

Strände bei Heraklion von Ammoudara bis Amnissos

Heraklion ist eine Hafenstadt und kein Badeort – zum Schwimmen fährst du ein paar Kilometer nach Westen oder Osten, und beide Richtungen haben ihren eigenen Charakter.

Koules-Festung
Koules-Festung

Nach Westen liegt Ammoudara, der Hausstrand der Stadt. Ein breiter, goldgelber Sandstreifen zieht sich über mehrere Kilometer die Küste entlang, dahinter reihen sich Hotels, Apartments, Beachbars und Tavernen. Der Vorteil ist die Länge – auch in der Hochsaison findest du hier Platz, wenn du ein Stück weiter läufst als bis zum ersten Zugang. Der Nachteil ist der Wind: Wenn im Hochsommer der Meltemi aus Norden weht, steht am offenen Strand Brandung, was für Kinder unangenehm und für Kitesurfer der Grund ist, überhaupt zu kommen. Achte auf die Beflaggung und frag im Zweifel an der Strandbar nach, an welcher Stelle die Strömung ruhiger ist.

Nach Osten wird es historischer. Hinter dem Flughafen liegen Karteros und Amnissos, zwei Strände mit Sand und Kies, an denen die Stadt am Wochenende badet. Amnissos war in minoischer Zeit ein Hafen im Umfeld von Knossos, oberhalb des Strands wurden die Reste einer Villa mit dem berühmten Lilien-Fresko gefunden, dessen Original heute im Archäologischen Museum hängt. Die Lage direkt in der Einflugschneise ist gewöhnungsbedürftig, dafür sind die Wege kurz und die Tavernen bodenständig. Wer noch etwas weiter fährt, kommt nach Gouves und Gournes, wo neben den Hotelzeilen auch das Meeresaquarium liegt.

Für einen ganzen Badetag lohnt der Blick über die Stadtgrenze hinaus. Rund fünfundzwanzig Minuten westlich liegen Agia Pelagia und die Buchten bei Lygaria, geschützter als die offene Küste bei Ammoudara und mit klarem, ruhigem Wasser in halbrunden Buchten – die beste Adresse, wenn du mit kleinen Kindern schwimmen willst. Weiter östlich reihen sich die großen Ferienorte Chersonissos, Stalis und Malia mit langen Sandstränden und entsprechendem Betrieb aneinander. Und wenn du bereit bist, einen ganzen Tag ins Auto zu investieren, kommst du an die Südküste nach Matala oder in die Bucht von Kalamaki, wo das Meer offener und der Betrieb dünner ist.

Ein paar praktische Punkte, die den Badetag entscheiden. Schatten ist an fast allen Stränden der Gegend Mangelware, natürliche Bäume gibt es kaum, also entweder Liege mit Schirm mieten oder selbst etwas mitbringen. Das Wasser ist im Frühsommer noch frisch und erreicht seine angenehmsten Temperaturen im Spätsommer und frühen Herbst, weshalb September und Oktober für Badeurlaub oft besser funktionieren als der Juni. Und im Hafenbecken von Heraklion selbst schwimmt niemand – die Uferstraße ist zum Laufen und Sitzen da, die Strände beginnen erst hinter den Stadtgrenzen.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Heraklion und unterwegs in der Stadt

Kaum eine griechische Stadt ist von Deutschland aus so einfach zu erreichen, und kaum eine liegt so nah an ihrem eigenen Flughafen.

Der internationale Flughafen Nikos Kazantzakis liegt östlich der Stadt und gehört zu den verkehrsreichsten Griechenlands – vom Terminal ins Zentrum sind es nur wenige Kilometer, die mit Taxi oder Stadtbus in kurzer Zeit erledigt sind. In der Sommersaison gibt es zahlreiche Direktflüge ab deutschen, österreichischen und Schweizer Flughäfen, im Winter schrumpft das Angebot deutlich, dann führt der Weg meist über Athen. Ein Ersatzflughafen bei Kastelli im Landesinneren ist im Bau und soll den Betrieb künftig übernehmen; die Termine haben sich mehrfach verschoben, prüfe daher vor der Buchung, welcher Flughafen auf deinem Ticket steht. Mietwagenstationen liegen sowohl am Flughafen als auch im Stadtgebiet.

Die zweite Anreiseoption ist das Schiff, und sie hat mehr Charme, als der Zeitaufwand vermuten lässt. Vom Athener Hafen Piräus verkehren Fähren nach Heraklion, klassischerweise als Nachtfahrt mit Kabine, sodass du morgens direkt neben der Altstadt anlegst – vom Fährterminal sind es nur ein paar Minuten zu Fuß bis zum venezianischen Hafenbecken, ein echter Vorteil gegenüber vielen Mittelmeerhäfen. In der Sommersaison kommen Verbindungen zu den Kykladen dazu, was Heraklion zu einem guten Baustein für eine Inselkombination macht. Fahrpläne und Saisonzeiten ändern sich jährlich, buche also über den Reeder oder ein Portal mit aktuellen Zeiten und plane bei Fahrzeugmitnahme Puffer für das Einchecken ein.

In der Stadt selbst brauchst du kein Fahrzeug. Vom Hafen bis zur Kathedrale läufst du eine gute Viertelstunde, und damit hast du die Altstadt einmal durchquert; Museen, Löwenplatz, Markt und Ausgehviertel liegen alle in diesem Radius. Für Knossos, Ammoudara und die östlichen Strände fahren Stadtbusse, für Ziele auf der Insel starten die Überlandbusse der KTEL von den Stationen nahe dem Hafen – Rethymno, Chania, Agios Nikolaos und die Messara sind so auch ohne Auto erreichbar. Tickets kaufst du am Automaten, Schalter oder Kiosk, im Bus ist es meist teurer. Taxis sind zahlreich und im griechischen Vergleich moderat, achte darauf, dass das Taxameter läuft.

Wer die Insel erkunden will, mietet trotzdem ein Auto, und dann sind ein paar Eigenheiten wichtig. Die Nordküstenstraße zwischen Heraklion, Rethymno und Chania ist die Hauptschlagader der Insel, aber vielerorts schmal und ohne echten Standstreifen; es ist dort üblich, dass langsamere Fahrzeuge halb auf den Randstreifen ausweichen, um überholen zu lassen – rechne damit, ohne es selbst zu erzwingen. In den Bergen sind Straßen eng, kurvig und teilweise ohne Leitplanke, Ziegen inklusive. In der Altstadt von Heraklion gibt es Einbahnstraßen, Fußgängerzonen und wenig Parkraum; stell den Wagen in einem Parkhaus oder am Rand ab und geh die letzten Meter zu Fuß. Und tanken solltest du früh, denn im Landesinneren liegen die Tankstellen weit auseinander.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Heraklion – und welches zu dir passt

Altstadt & Venezianischer HafenAltstadt & Venezianischer HafenZwischen der Hafenfestung Koules, dem Löwenplatz mit dem Morosini-Brunnen und der Kathedrale Agios Minas liegt der komplette Kern der Stadt. Museen, Markt, Loggia und die meisten Hotels stehen hier in Gehweite zueinander, dazwischen enge Gassen und die alten venezianischen Schiffshallen am Wasser.Ideal für: Erste Basis & Museen1–2 TageKorai (Ausgehviertel)Korai (Ausgehviertel)Die schmale Fußgängergasse Korai und ihre Nachbarstraßen sind Heraklions Ausgehmeile, dicht besetzt mit Café-Bars, die sich ab dem späten Nachmittag füllen. Weil die Stadt viele Studierende hat, ist die Gegend auch außerhalb der Sommermonate belebt, und die Rakadika ringsum servieren Mezedes zur Karaffe Raki.Ideal für: Abends ausgehen½ TagLakkosLakkosSüdlich des Zentrums hat ein Nachbarschaftsprojekt aus dem ehemals verrufenen Rotlichtviertel einen Open-Air-Kunstraum gemacht. Großformatige Wandbilder ziehen sich über die Fassaden der schmalen Gassen, dazwischen haben kleine Bars, Werkstätten und Ateliers eröffnet – ein Viertel im Umbau statt einer fertigen Szenegegend.Ideal für: Street Art & Spaziergang1–2 StundenAmmoudaraAmmoudaraHeraklions Strandvorort im Westen zieht sich über mehrere Kilometer als breiter Sandstreifen die Küste entlang, dahinter reihen sich Hotels, Apartments, Beachbars und Tavernen. Die passende Adresse für Badeurlaub mit gelegentlichen Stadtbesuchen – bei Nordwind steht am offenen Strand allerdings Brandung.Ideal für: Strand & Familien1–3 TageNea AlikarnassosNea AlikarnassosDas Neu-Halikarnassos am Ostrand der Stadt wurde von kleinasiatischen Flüchtlingen gegründet, die nach 1922 auf Kreta neu anfingen, und hat sich bis heute den Charakter einer eigenen, bodenständigen Kleinstadt bewahrt – seit der Verwaltungsreform gehört es als Stadtbezirk zu Heraklion. Der Flughafen Nikos Kazantzakis liegt direkt daneben, was das Viertel vor allem für frühe Abflüge praktisch macht.Ideal für: FlughafennäheZwischenstoppPorosPorosAm östlichen Rand des Hafens liegt ein ruhiges Wohnviertel mit breiten Straßen, in dessen Umfeld schon vor viertausend Jahren der Hafen ankerte, über den Knossos mit der Ägäis handelte. Zentrum, Fährterminal und Flughafen sind von hier aus schnell erreicht, der Trubel der Altstadt bleibt draußen.Ideal für: Ruhig & hafennahZwischenstopp
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Heraklion und das Wetter im Jahreslauf

Heraklion liegt an der Nordküste Kretas und hat einen der längsten Sommer Europas – die Frage ist weniger, ob es warm wird, sondern wann die Hitze das Programm bestimmt.

Das Klima in Heraklion ist ausgeprägt mediterran, mit sehr trockenen, heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. Zwischen Juni und September fällt kaum Regen, dafür weht im Hochsommer häufig der Meltemi aus Norden, der die Luft erträglicher macht und gleichzeitig Wellen an die offene Küste drückt. Der Winter bringt Regentage und Wind, bleibt an der Küste aber mild, während oben auf dem Psiloritis Schnee liegt. Für Sightseeing zählt vor allem, dass in Knossos und auf den Ausgrabungen kaum Schatten steht – im Juli und August entscheidet die Uhrzeit über die Qualität des Besuchs.

Jan15°9°mild und feucht, Museumszeit
Feb15°9°wechselhaft, wenig Betrieb
Mär17°10°erste warme Tage, alles grün
Apr20°12°Wandersaison, oft Orthodoxe Ostern
Mai24°16°warm und klar, ideal
Jun28°20°heiß, Meer noch frisch
Jul30°22°sehr heiß, Meltemi-Wind
Aug30°23°Hochsaison, teuer und voll
Sep27°20°warmes Meer, ruhiger
Okt24°17°goldenes Licht, Weinlese vorbei
Nov20°14°mild, erste Regentage
Dez17°11°ruhig, Schnee auf dem Psiloritis

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Heraklion sind Mai sowie September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 27 Grad, Knossos lässt sich auch mittags erlaufen, das Meer ist im Spätsommer am wärmsten, und die Preise haben den Hochsommerpeak hinter oder noch vor sich. April ist die Zeit für Wanderungen und grüne Landschaft, kann aber auf das orthodoxe Osterfest fallen, das Andrang und Preise verändert. Juli und August funktionieren nur mit Zeitplan – Ausgrabungen am frühen Morgen, Museum über Mittag, Strand am späten Nachmittag. Von November bis Februar ist Heraklion mild, ruhig und günstig, dafür regnet es häufiger und viele Hotels an der Küste schließen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Heraklion

Wie viele Tage sollte man für Heraklion einplanen?
Zwei volle Tage sind das sinnvolle Maß: einer für Altstadt, venezianischen Hafen, Stadtmauern und Markt, einer für Knossos und das Archäologische Museum. Mit einem dritten Tag kommt ein Ausflug in die Messara-Ebene, auf die Weingüter bei Archanes oder ein Badetag in Ammoudara dazu. Als reiner Stopover zwischen Flug und Mietwagen reicht auch ein halber Tag für die Altstadt.
Lohnt sich Knossos oder ist es nur eine Rekonstruktion?
Beides stimmt. Arthur Evans hat ab 1900 große Teile mit Beton und Farbe wieder aufgebaut, die Fresken vor Ort sind Kopien. Trotzdem lohnt der Besuch, weil sich die Raumfolge aus Zentralhof, Thronsaal, Lichtschächten und Vorratsmagazinen nirgends sonst so gut nachvollziehen lässt. Mit Guide oder Audioguide wird aus Mauerresten eine Geschichte, ohne bleibt vieles stumm.
Sollte man zuerst Knossos oder zuerst das Museum besuchen?
Im Sommer entscheidet die Hitze: Knossos früh am Morgen, weil dort kein Schatten steht, danach das Archäologische Museum über die Mittagsstunden. In der Nebensaison funktioniert die umgekehrte Reihenfolge sehr gut, weil du die Originalfunde erst siehst und sie anschließend im Gelände verortest. Ein Kombiticket für beide gibt es – frag beim Kauf danach.
Was sollte man in Heraklion auf keinen Fall auslassen?
Das Archäologische Museum mit dem Diskos von Phaistos, den Schlangengöttinnen und dem Stierspringer-Fresko, dazu Knossos vor den Toren der Stadt. In der Stadt selbst die Koules-Festung am Ende der Mole, den Morosini-Brunnen am Löwenplatz und den Aufstieg auf die Martinengo-Bastion zum Grab von Nikos Kazantzakis. Und Bougatsa zum Frühstück.
Ist Heraklion oder Chania die bessere Basis für Kreta?
Es kommt darauf an, was du sehen willst. Heraklion liegt zentral, hat den größeren Flughafen, die Fährverbindungen und mit Knossos und dem Museum die wichtigsten antiken Ziele vor der Tür. Chania ist die hübschere Altstadt und näher an den Stränden im Westen. Wer Kreta einmal quer erleben will, kombiniert beide und wechselt nach ein paar Tagen das Quartier.
In welchem Viertel wohnt man in Heraklion am besten?
In der Altstadt rund um den venezianischen Hafen, wenn du Museen, Knossos und Abendprogramm zu Fuß erreichen willst. In Ammoudara im Westen, wenn Strand und Familienurlaub im Vordergrund stehen. In den Vierteln Richtung Poros und Nea Alikarnassos nur dann, wenn ein früher Flug oder eine späte Fähre kurze Wege wichtiger macht als Atmosphäre.
Kann man in Heraklion direkt in der Stadt baden?
Im Hafenbecken nicht, dort wird gelaufen und gesessen statt geschwommen. Zum Baden fährst du wenige Kilometer nach Westen an den langen Sandstrand von Ammoudara oder nach Osten zu Karteros und Amnissos. Ruhigere Buchten mit klarem Wasser findest du weiter westlich bei Agia Pelagia und Lygaria, was sich vor allem mit kleinen Kindern lohnt.
Was isst man in Heraklion typischerweise?
Dakos als Einstieg, also Gerstenzwieback mit geriebener Tomate, Mizithra und Olivenöl. Dazu Kalitsounia-Teigtaschen, geräuchertes Apaki, Staka aus Milchfett, am Feuer gegartes Antikristo-Lamm und Gamopilafo, den Hochzeitsreis. Zum Frühstück Bougatsa mit Zimt und Puderzucker, zum Abschluss Raki, den kretischen Tresterbrand, der fast immer aufs Haus kommt.
Was ist ein Rakadiko und wie bestellt man dort?
Ein Rakadiko ist ein kleines Lokal, in dem der Raki im Mittelpunkt steht – im Westen Kretas heißt derselbe Tresterbrand Tsikoudia. Du bestellst eine Karaffe, dazu kommen Mezedes auf den Tisch – kleine Teller, Runde für Runde, oft ohne dass du sie einzeln aussuchst. Bezahlt wird meist nach Karaffen und Tellern. In den Gassen rund um Chandakos und die Odos 1866 findest du die dichteste Auswahl, gegessen wird spät.
Braucht man in Heraklion ein Auto?
Für die Stadt nicht. Die Altstadt lässt sich zu Fuß durchqueren, Knossos, Ammoudara und die Strandvororte bedienen Stadtbusse, und für Ziele auf der Insel fahren die Überlandbusse der KTEL vom Hafen aus. Für die Bergdörfer, die Messara-Ebene und abgelegene Strände lohnt der Mietwagen dagegen sehr – nur nicht für die Tage, an denen du ohnehin in der Stadt bleibst.
Wo parkt man in Heraklion?
Nicht in der Altstadt. Dort gibt es Fußgängerzonen, Einbahnstraßen und kaum Stellplätze. Nutze eines der bewirtschafteten Parkhäuser oder die Flächen am Rand des Mauerrings und geh die letzten Minuten zu Fuß. Wenn du ein Hotel im Zentrum buchst, kläre vorher, ob es eigene Stellplätze oder eine Vereinbarung mit einem Parkhaus hat, sonst kostet die Ankunft eine Stunde Suche.
Was kann man in Heraklion mit Kindern unternehmen?
Das Naturhistorische Museum Kreta an der Uferstraße mit Erdbebensimulator und Entdeckerbereich funktioniert für alle Altersstufen. Dazu der Gang über die Mole in die Koules-Festung, das große Meeresaquarium in Gournes östlich der Stadt und der lange Sandstrand von Ammoudara – bei Nordwind steht dort allerdings Brandung, dann fährst du besser in die geschützten Buchten bei Agia Pelagia. Knossos ist mit Kindern machbar, aber nur früh am Morgen und mit Hut und Wasser.
Wie kommt man vom Flughafen ins Zentrum?
Der Flughafen Nikos Kazantzakis liegt nur wenige Kilometer östlich der Stadt, Taxi und Stadtbus brauchen entsprechend kurz. Mietwagenstationen gibt es direkt am Terminal und im Stadtgebiet. Beachte, dass ein Ersatzflughafen bei Kastelli im Landesinneren gebaut wird und die Eröffnungstermine sich verschoben haben – prüfe vor der Buchung, welcher Flughafen auf deinem Ticket steht.
Wann ist es in Heraklion am vollsten?
Im Juli und August, wenn Hitze, Hochsaison und Kreuzfahrtanläufe zusammenkommen und Knossos ab dem späten Vormittag dicht ist. Dazu die Tage um den 15. August, an denen viele Griechen selbst verreisen, und das orthodoxe Osterfest, dessen Termin jedes Jahr wechselt. Mai, September und Oktober sind spürbar entspannter, bei fast gleich gutem Wetter.

· Sehenswürdigkeiten

Das musst du gesehen haben.

· Hotels

Wo übernachten.

· Restaurants

Wo essen.

· Aktivitäten

Was erleben.

HeraklionAbends läuft halb Heraklion auf der Mole zur Koules-Festung hinaus, während hinter dem Hafenbecken die Gassen nach gegrilltem Fleisch, Zimt und Raki riechen.

Der Reisebrief

Ein Ziel, ein Preisfund, ein Plan — mehr nicht.

Einmal im Monat: wohin es sich gerade lohnt — mit geprüftem Preis und fertigem Plan.

Kostenlos & jederzeit abbestellbar — Anmeldung mit Bestätigungs-Mail.

Reise buchen

Deine Heraklion-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen5 in Heraklion

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Touren & Tickets5 in Heraklion

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Budget und Reisezeit — wir stellen dir Heraklion zusammen.

Persönliches Angebot anfragen →
Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen