Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf dem Peloponnes
Kaum eine Region Europas stapelt Weltgeschichte so dicht: Auf dem Peloponnes liegen gleich mehrere UNESCO-Welterbestätten kaum zwei Autostunden auseinander.
Das Grundgerüst jeder Peloponnes-Reise bilden die drei großen Ausgrabungen: Mykene mit dem Löwentor und den Königsgräbern der Bronzezeit, Epidauros mit dem am besten erhaltenen Theater der Antike und Olympia, wo mehr als tausend Jahre lang die antiken Spiele stattfanden. Alle drei sind UNESCO-Welterbe, alle drei bekommen weiter unten eigene Kapitel – hier nur die wichtigste Planungsregel: Besuch sie zur Öffnungszeit am Morgen oder in den letzten zwei Stunden vor Schließung. Zwischen 10 und 14 Uhr rollen die Tagesbusse aus Athen und von den Kreuzfahrtschiffen an, und im Hochsommer steht die Hitze schattenlos über den Steinen.
Die unterschätzteste Welterbestätte der Halbinsel liegt bei Sparta: Mystras, eine komplette byzantinische Ruinenstadt, die sich einen Ausläufer des Taygetos hinaufzieht – Paläste, Klöster und Kirchen mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert, dazwischen Zypressen und Eidechsen auf warmem Stein. Du gehst am besten von oben nach unten: Am Bergtor parken, durch die Oberstadt zur Festung der Franken steigen und dann bergab durch die Unterstadt bis zum Kloster Pantanassa, in dem bis heute Nonnen leben. Zwei bis drei Stunden solltest du einplanen, festes Schuhwerk und Wasser sind Pflicht – der Weg ist steinig und im Sommer glühend heiß.
Dazu kommen die Festungen: Über dem antiken Korinth thront Akrokorinth, einer der größten Burgberge Griechenlands, mit Mauerringen aus antiker, byzantinischer, fränkischer und osmanischer Zeit und weitem Blick über beide Golfe. In Nafplio wacht die venezianische Palamidi-Festung über der Stadt, in Pylos das Niokastro über der Bucht von Navarino, in der 1827 die entscheidende Seeschlacht des griechischen Unabhängigkeitskriegs geschlagen wurde. Und den Kanal von Korinth selbst siehst du am besten von der alten Straßenbrücke bei Isthmia: ein 6,3 Kilometer langer, senkrechter Schnitt durch den Fels, eröffnet 1893.
Der vierte Baustein sind die Orte, die keine Ausgrabung brauchen: die Felsenstadt Monemvasia, die Turmdörfer der Mani, die Tropfsteinhöhlen von Diros, durch die du im Boot über einen unterirdischen See gleitest, und Weinkeller in Nemea, wo aus der Agiorgitiko-Traube einige der besten Rotweine Griechenlands entstehen. Rechne realistisch: Wer alle großen Stätten sehen will, braucht mindestens zehn Tage – und lässt trotzdem noch genug übrig, um wiederzukommen.

































