Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Zentralgriechenland
Wenn die Tore in Delphi um acht öffnen, liegt die Heilige Straße noch im Schatten des Parnass, und du hast das Orakel fast für dich.
Delphi steht am Anfang jeder Reise durch die Region, und das aus gutem Grund: Auf einer Reihe von Terrassen unter den Felswänden des Parnass windet sich die Heilige Straße vorbei am rekonstruierten Schatzhaus der Athener hinauf zum Apollon-Tempel, weiter zum antiken Theater und ganz oben zum Stadion, in dem die Pythischen Spiele ausgetragen wurden. Rechne für Ausgrabung und Museum zusammen einen halben bis ganzen Tag ein. Im Museum steht der bronzene Wagenlenker von 470 vor Christus, eine der wenigen erhaltenen Großbronzen der griechischen Antike, mit Augen aus eingelegtem Stein, die dich noch nach zweieinhalbtausend Jahren anschauen.
Eine halbe Autostunde östlich, zwischen Distomo und dem Helikon-Gebirge, liegt das Kloster Osios Loukas, seit 1990 UNESCO-Welterbe. Seine beiden ineinandergebauten Kirchen aus dem 10. und 11. Jahrhundert bergen einige der besten byzantinischen Goldmosaike Griechenlands: Christus, Heilige und Erzengel auf schimmerndem Goldgrund, in einem Halbdunkel, das die Flächen zum Leuchten bringt. Anders als in Delphi kommst du hier oft mit wenigen anderen Besuchern aus, und der Innenhof mit Blick über die Mandelhaine ist ein Ort zum Verweilen.
Wer Geschichte in Landschaft übersetzt sehen will, fährt weiter in die Ebene: Bei Chaironeia liegt der steinerne Löwe, der an die Gefallenen der Schlacht von 338 vor Christus erinnert, als Philipp von Makedonien die griechischen Stadtstaaten unterwarf. Nördlich, am Pass von Thermopylae unweit von Lamia, steht das Leonidas-Denkmal dort, wo 480 vor Christus dreihundert Spartaner den Perserzug aufhielten; gleich daneben dampfen bis heute die heißen Schwefelquellen, die dem Ort seinen Namen gaben. Beides sind eher Stopps als Tagesziele, aber sie verbinden die Region zu einem durchgehenden Geschichtsband.
Und dann ist da die Landschaft selbst als Sehenswürdigkeit: der Olivenhain der Ebene von Amfissa und Itea, eine der größten zusammenhängenden Olivenpflanzungen des Landes, die sich vom Fuß Delphis bis ans Meer erstreckt. Über dem Hain thront in Amfissa die Ruine einer fränkischen Burg aus dem 13. Jahrhundert, von deren Mauern du über das ganze silbergrüne Tal blickst. Fahr die kleine Straße von Delphi nach Itea in der ersten Morgenstunde, wenn Nebel zwischen den Bäumen hängt und die Sonne flach über die Olivenkronen streicht.































