Drei Griechenlands in einer einzigen Region.
Kaum eine andere Gegend Griechenlands packt so viel Gegensatz auf so wenig Fläche. Am Vormittag steht man im Heiligtum von Delphi, wo das Orakel der Pythia über Jahrhunderte die antike Welt beriet und der Omphalos symbolisch den Nabel der Erde markierte. Über dem Heiligtum ragt der Parnass auf, fast 2.500 Meter hoch — und an seinem Hang, nur ein paar Serpentinen entfernt, klebt Arachova mit seinen grauen Steinhäusern, im Winter ein lebhafter Skiort, das ganze Jahr über berühmt für den würzigen Formaela-Käse und gewebte Teppiche.
Fährt man die Berge hinunter zum Golf von Korinth, beginnt das maritime Zentralgriechenland. Galaxidi war einst eine wohlhabende Seefahrerstadt; ihre neoklassischen Kapitänshäuser mit schmiedeeisernen Balkonen und blühenden Innenhöfen stehen bis heute. Weiter westlich liegt Nafpaktos, das venezianische Lepanto, dessen runder Hafen von zinnenbewehrten Mauern und alten Platanen umschlossen ist — darüber thront die Burg mit Blick bis zur Rio-Andirrio-Brücke.
Und dann ist da noch das stille, grüne Hinterland: Evrytania rund um Karpenisi, ein Bergland aus tiefen Schluchten, Tannenwäldern und Dörfern wie Megalo Chorio, mit dem an einen Felsen gebauten Kloster Prousos. Hier reist man nicht für Sehenswürdigkeiten im Plural, sondern für Wanderwege, Flussrafting und eine ehrliche Bergküche aus Lamm, wilden Kräutern und Bergkäse.