Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Delphi
Alles, was du in Delphi sehen willst, liegt auf keinen zwei Kilometern Straße zwischen dem Dorf und der Terrasse von Marmaria.
Delphi ist übersichtlicher, als es der Ruf vermuten lässt. Die Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf drei Abschnitte entlang derselben Straße: Ganz im Westen liegt der moderne Ort mit Hotels und Tavernen, östlich davon das Archäologische Museum, direkt daneben der Haupteingang zum Heiligtum des Apollon, und ein weiteres Stück weiter östlich die Kastalische Quelle in der Felsschlucht und, unterhalb der Straße, die Terrasse von Marmaria mit dem Heiligtum der Athena Pronaia. Für Ausgrabung und Museum gibt es ein Kombiticket, das beide Teile abdeckt – kaufe es am Eingang der Stätte oder online, und plane für beides zusammen einen halben bis ganzen Tag ein.
Das Herzstück ist das Heiligtum des Apollon. Vom Eingang windet sich die Heilige Straße in engen Kehren den Hang hinauf, gesäumt von den Grundmauern der Schatzhäuser, in denen griechische Städte ihre Weihgeschenke unterbrachten – kleine Tempelbauten, die weniger fromm als politisch gemeint waren, denn jede Stadt wollte hier sichtbarer sein als die Nachbarn. Das Schatzhaus der Athener wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus den originalen Blöcken wieder aufgerichtet und steht heute als einziges Gebäude fast vollständig da. Darüber stützt die berühmte Polygonalmauer aus unregelmäßig verzahnten Blöcken die Tempelterrasse; ihre Oberfläche ist über und über mit antiken Inschriften bedeckt.
Auf der Terrasse selbst stehen die sechs wieder aufgerichteten Säulen des dorischen Apollon-Tempels, in dessen Inneren die Pythia ihre Sprüche verkündete. Oberhalb davon öffnet sich das antike Theater, von dessen obersten Rängen du Tempel, Schatzhäuser und das ganze Tal in einem Blick hast – der beste Aussichtspunkt der Stätte und der Ort, an dem die meisten Besucher zum ersten Mal begreifen, wie steil dieses Heiligtum in den Berg gebaut wurde. Ein letztes, spürbar anstrengendes Stück höher liegt das antike Stadion, in dem die Pythischen Spiele ausgetragen wurden; die steinernen Startschwellen mit den Rillen für die Füße der Läufer sind noch im Boden zu sehen.
Unten am Straßenrand folgen die beiden Teile, die viele Gruppen auslassen. In der Schlucht zwischen den Phaidriaden-Felsen entspringt die Kastalische Quelle, an der sich Pilger und Priesterinnen vor der Orakelbefragung rituell reinigten; die antiken Brunnenanlagen sind wegen Steinschlaggefahr meist abgesperrt, der Blick in die enge, kühle Felsspalte lohnt trotzdem den Halt. Ein paar Hundert Meter weiter liegt unterhalb der Straße die Terrasse von Marmaria mit dem Gymnasion und dem Heiligtum der Athena Pronaia, in dem die Tholos steht – ein Rundbau, von dessen zwanzig dorischen Säulen drei wieder aufgerichtet wurden. Dieses Bild kennst du von jeder Delphi-Postkarte.










