
Wo Europas Ränder seit Jahrtausenden ineinandergreifen.
Der Dodekanes liegt am östlichen Saum der Ägäis, so nah an der türkischen Küste, dass von Kastellorizo aus das Festland zum Greifen scheint. Dieser Grenzlage verdankt die Inselgruppe ihre vielschichtige Geschichte: Auf Rhodos errichteten die Johanniterritter zwischen 1309 und 1523 eine mächtige Festungsstadt, deren mittelalterliches Ensemble heute UNESCO-Welterbe ist. 1522 eroberten die Osmanen die Insel, später kam eine italienische Epoche – Schichten, die man in Architektur und Küche bis heute schmeckt.
Doch der Dodekanes ist weit mehr als Rhodos. Auf Kos lehrte einst Hippokrates, und das Asklepieion erinnert an die antike Heilkunst. Patmos gilt als heilige Insel, auf der die Offenbarung des Johannes entstand. Karpathos bewahrt in Olymbos eine fast unberührte Dorfkultur, Kalymnos lebt die Tradition der Schwammtaucher, und Nisyros raucht und dampft als einer der lebendigsten Vulkane Griechenlands.
Wer hierher reist, wählt nicht eine Insel, sondern ein Spektrum: laute Strände und stille Klöster, Weltkulturerbe und einsame Buchten, frischer Fisch in Hafentavernen und Honigsüßes aus alten Rezepten. Genau diese Bandbreite macht den Dodekanes zu einem der lohnendsten Ziele für Inselhopping in der Ägäis.