Rhodos Sehenswürdigkeiten von der Ritterstraße bis Lindos
Um acht Uhr morgens hallen deine Schritte noch allein durch die Ritterstraße, bevor die ersten Gruppen durch das Meerestor drängen.
Die Altstadt von Rhodos ist seit 1988 UNESCO-Welterbe und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Europas: Von 1309 bis 1522 bauten die Johanniter hier ihre Ordenszentrale, und die Odos Ippoton – die Ritterstraße – führt noch heute schnurgerade zwischen den Herbergen der Ordenszungen hinauf zum Großmeisterpalast. Der Palast selbst wurde unter italienischer Besatzung in den 1930ern wuchtig rekonstruiert, mit antiken Mosaiken von Kos in den Sälen. Komm früh oder nach 17 Uhr: Dazwischen schieben sich Kreuzfahrtgruppen durch die Sokratous-Gasse, während zwei Ecken weiter in den Hinterhöfen Katzen zwischen Bougainvillea dösen.
Lindos, eine knappe Stunde südlich, ist der zweite Pflichttermin: Über dem autofreien Dorf aus weißen Kapitänshäusern liegt die Akropolis mit der Tempelterrasse der Athena Lindia und einer dorischen Säulenhalle, darunter leuchtet die runde Bucht türkis. Der Aufstieg dauert 20 bis 30 Minuten – geh ihn zu Fuß statt auf dem Rücken der Esel und leg ihn in den frühen Morgen, denn ab Mittag staut sich die Hitze zwischen den Gassen. Auf der Südseite des Akropolisfelsens versteckt sich die St.-Pauls-Bucht, ein fast geschlossenes Becken mit Kapelle, das sich für den Sprung ins Wasser nach dem Abstieg anbietet.
Rhodos hat mehr als die zwei großen Namen: In der Kallithea-Therme südlich der Stadt restaurierten die Italiener eine Badeanlage von 1929 mit Rotunde, Kieselmosaiken und Palmen direkt an einer Schnorchelbucht. Im Tal der Schmetterlinge (Petaloudes) sammeln sich von etwa Juni bis September Tausende Russischer Bären an den Stämmen der Orientalischen Amberbäume – bleib auf den Stegen und scheuche die Falter nicht auf, sie zehren von ihren Reserven. Und am Tsambika-Berg lohnt der kurze, steile Aufstieg zum Kloster für den Blick über die halbe Ostküste, den gleichnamigen Sandstrand eingeschlossen.
Rechne die Nachbarinseln in deine Liste ein, denn die stärksten Bauwerke der Dodekanes verteilen sich über das ganze Archipel: das Asklepieion auf Kos, dessen Terrassen zur bedeutendsten Heilstätte der Antike gehörten, das festungsartige Johanneskloster über der Chora von Patmos, seit 1999 UNESCO-Welterbe, und das Panormitis-Kloster in einer abgeschiedenen Bucht im Süden von Symi, Wallfahrtsort der ganzen Region. Auf Nisyros steigst du sogar in einen Vulkan: Der Stefanos-Krater ist begehbar, zwischen Fumarolen, Schwefelgeruch und heißem Boden unter den Sohlen.



































