Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Rhodos
Die großen Ziele liegen weit auseinander – zwischen der Altstadt und der Akropolis von Lindos liegen rund fünfzig Kilometer Küstenstraße.
Am höchsten Punkt der Altstadt steht der Großmeisterpalast, die Burg der Johanniter, die Rhodos von 1309 bis 1522 regierten. Was du heute betrittst, ist zu großen Teilen ein Wiederaufbau: 1856 entzündete ein Blitz die seit der Belagerung vergessene Pulverkammer in der Nachbarkirche Agios Ioannis – die Kirche verschwand, der Palast verlor seine Obergeschosse. Die italienische Verwaltung setzte ihn in den 1930er Jahren als repräsentative Residenz wieder zusammen und legte in den Sälen antike Mosaikböden aus, die von Kos herübergeschafft wurden. Vom Palasttor führt die Ritterstraße rund zweihundert Meter bergab, gesäumt von den Herbergen der einzelnen Ordenszungen – Frankreich, Italien, Spanien, Provence –, deren Wappen bis heute über den Portalen sitzen. Geh sie früh am Morgen, wenn die Sonne flach durch die Gasse fällt und noch niemand darin steht.
Am unteren Ende der Ritterstraße öffnet sich das gotische Ritterhospital, in dem heute das Archäologische Museum von Rhodos untergebracht ist. Der große Krankensaal mit seiner offenen Dachkonstruktion ist für sich schon sehenswert, dazwischen stehen Grabstelen, Amphoren und die beiden Aphrodite-Statuen, für die das Haus bekannt ist – die stehende, vom Meer zerfressene Figur ist die Aphrodite Thalassia, die Lawrence Durrell in seinem Rhodos-Buch zur Marine Venus gemacht hat; die kniende wringt sich das Haar aus. Nördlich der Mauern beginnt am Mandraki-Hafen die von den Italienern gebaute Neustadt, mit der siebeneckigen Markthalle Nea Agora, drei Windmühlen auf der Mole und der Festung Agios Nikolaos am Kopf der Hafeneinfahrt. An der Einfahrt selbst stehen die Säulen mit den Hirschen Elafos und Elafina – an dieser Stelle soll der Koloss von Rhodos gestanden haben, die Bronzestatue des Helios, die 226 v. Chr. bei einem Erdbeben einstürzte.
Der zweite große Anlaufpunkt liegt rund fünfzig Kilometer südlich: die Akropolis von Lindos, die auf einem gut hundert Meter hohen Felsen über dem weißen Dorf sitzt. Der Aufstieg führt über Treppen an der Felswand entlang, und gleich am Fuß der Stufen ist ein Trierenheck in den Stein gemeißelt, das Relief eines antiken Kriegsschiffs. Oben stehen die Reste der Säulenhalle aus hellenistischer Zeit, die Propyläen und ganz am Rand der kleine Tempel der Athena Lindia, von dem aus du auf drei Seiten das Meer siehst. Die Johanniter haben die Anlage später mit einer Burgmauer umschlossen, weshalb Antike und Mittelalter hier buchstäblich übereinanderliegen.
Der Rest der Insel verteilt seine Höhepunkte über die Fläche. Das Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes ist ein schattiger Bachlauf mit Holzstegen und Wasserfällen, in dem sich im Hochsommer Zehntausende Russische Bären sammeln, eine Nachtfalterart, die vom Harz der Amberbäume angezogen wird. An der Nordwestküste liegt die antike Stadt Kamiros terrassenförmig am Hang, mit Straßenraster, Zisterne und Wohnhäusern, aber ohne Stadtmauer – die Italiener gruben sie ab 1929 aus. Und über Ialysos thront der Filerimos mit dem Kloster Panagia Filerimos, einem Kreuzweg zum Aussichtskreuz und Pfauen, die zwischen den Zypressen herumspazieren.














