Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Kos
Die großen Stücke liegen dicht beieinander – vom Hafen bis zum Asklepieion sind es rund vier Kilometer, und die fährst du mit dem Rad in einer knappen Viertelstunde.
Das Asklepieion ist der Grund, warum Kos über die Badesaison hinaus bekannt ist. Rund vier Kilometer südwestlich der Stadt, oberhalb des Dorfes Platani, staffelt sich das Heiligtum des Heilgottes Asklepios auf drei Terrassen einen bewaldeten Hang hinauf, verbunden durch breite Treppenanlagen. Angelegt wurde es erst nach dem Tod des Hippokrates, entwickelte sich aber zu einer der bedeutendsten Kur- und Heilstätten der antiken Welt: Auf der untersten Ebene lagen Bäder und Räume für die Behandlung, auf der mittleren der ionische Tempel und die heilige Quelle, ganz oben der große dorische Tempel. Freigelegt wurde die Anlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts, später restaurierten die Italiener Teile davon. Geh früh oder am späten Nachmittag – auf den Terrassen gibt es kaum Schatten, dafür einen Blick über die Ebene bis zur türkischen Küste.
In Kos-Stadt bewacht die Ritterburg Neratzia den Hafeneingang. Die Johanniter bauten sie im 14. und 15. Jahrhundert zu einer doppelten Festung aus und verwendeten dafür Steine, Säulentrommeln und Inschriften der antiken Stadt weiter, die bis heute in den Mauern stecken. Nach den Schäden des Erdbebens von 2017 war die Burg lange gesperrt und ist seit 2025 wieder zugänglich. Erreichbar ist sie über eine Brücke vom Platanenplatz, auf dem die riesige Platane des Hippokrates steht – ihre schweren Äste ruhen auf Gerüsten, und die Legende vom Lehrbaum des Arztes ist deutlich älter als der Baum selbst. Gleich daneben stehen eine osmanische Moschee aus dem späten 18. Jahrhundert und ein alter Brunnen mit antiken Spolien.
Ein paar Schritte weiter beginnt die Antike Agora, das ausgedehnte Markt- und Gesellschaftszentrum der antiken Stadt, das sich frei zugänglich zwischen Wohnhäusern und Cafés bis zum Hafen hinzieht. Freigelegt wurde sie durch das schwere Erdbeben von 1933, das große Teile von Kos-Stadt zerstörte; die italienische Verwaltung nutzte den Wiederaufbau, um auszugraben und die Stadt in weiten, palmengesäumten Achsen neu zu planen. Auf der anderen Seite des Boulevards liegen die Westlichen Ausgrabungen mit einem römischen Odeon, dem gepflasterten Decumanus und mehreren Mosaikböden unter Schutzdächern. Die Casa Romana, eine aufwendig rekonstruierte römische Stadtvilla mit drei säulengesäumten Atrien, und das Archäologische Museum am Eleftheria-Platz ergänzen das Bild.
Außerhalb der Stadt lohnen vor allem zwei Ziele. Auf einem Plateau im Inselinneren, oberhalb von Kardamena, steht das Kastell von Antimachia, eine weitläufige Johanniterburg aus dem 14. Jahrhundert: von den Wehrmauern ist ein langer Ring erhalten, im Inneren stehen zwei Kirchen zwischen Gras und Steinhaufen, und der Zugang kostet nichts. Nicht weit entfernt liegt der Plaka-Wald, ein schattiger Pinienhain, in dem freilaufende Pfauen zwischen den Stämmen stolzieren und Katzen unter den Bänken warten – ein Zwischenstopp, der auf keiner Liste steht und mit Kindern trotzdem der Höhepunkt des Tages wird. Dazu kommen das Bergdorf Zia am Hang des Dikeos und der Salzsee Alikes hinter Tigaki.













